PlayStation 5 & Xbox Series X|S: UK-Politik könnte gegen Scalper vorgehen

Erst kürzlich habe ich darüber gebloggt, dass Scalper ein Problem für Hersteller und Kunden sind. Allerdings wird dem bisher kaum Einhalt geboten. In Großbritannien hat der Launch der Next-Generation-Konsolen PlayStation 5 und Xbox Series X|S nun eine neue Debatte in der Politik angestoßen. So diskutiert man nun dort darüber, den Wiederverkauf bestimmter Produkte strenger zu regulieren und Bots zu verbieten.

Mitglieder der Scottish National Party haben dafür eine Early Day Motion für Montag eingereicht. Sie fordern neue, gesetzliche Regelungen. Ziel ist es, den Weiterverkauf von Spielekonsolen aber auch Computer-Komponenten weit über der unverbindlichen Preisempfehlung zu untersagen. Damit scheint man auch auf die Situation rund um die aktuellen GeForce-Grafikkarten von Nvidia anzuspielen, die ebenfalls unter Lieferengpässen leiden und zu horrenden Preisen in Online-Auktionshäusern angeboten werden.

Sogenannte Early Day Motions werden dabei von Mitgliedern des Parlaments vorgebracht, um aktuelle Themen zu diskutieren, die besondere Aufmerksamkeit verdienen. Vorgeschlagen wird dabei auch, den Einsatz von Shopping-Bots zu verbieten. Der Datenanalyst Michael Driscoll fand etwa heraus, dass die Xbox Series X bei eBay durchschnittlich für 865 US-Dollar den Besitzer wechselt. Im Falle der PlayStation 5 sind es mittlerweile 1.021 US-Dollar.

Scalper sollen wesentlich für die Lieferengpässe der Spielekonsolen mitverantwortlich sein. Das schadet auch Microsoft und Sony, denn jene wollen die Konsolen in den Händen der Spieler sehen. Damit die Konsolen zu einem Erfolg werden, sind die Spieleverkäufe nämlich ein entscheidender Faktor. Doch Scalper sichern sich nur die Hardware zum Weiterverkauf, was dem Verhältnis von pro Konsole verkauften Spielen schadet.

Aktuell muss man der Realität ins Auge sehen: Die Next-Generation-Konsolen werden vermutlich noch für mehrere Monate nur schwer verfügbar sein. Phil Spencer, der Kopf der Xbox-Sparte, hatte etwas bestätigt, dass die Lieferengpässe sich wohl noch durch den Frühling 2021 ziehen werden.

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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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15 Kommentare

  1. Selbst schuld wer die Konsole zu überteuerten Preisen kauft! Und eigentlich kann man den Typen nur dankbar sein, es hat sich ja gezeigt das die PS5 ein Hitzeproblem hat. Also warten auf die nächste Version. Bis dahin hat die Politik ja Zeit was zu tun. Und wie wäre es mit botanfragen bei der Bestellung?!

    • Welches Hitzeproblem? Gestern erst 6h Miles Morales im Fidelity Mode gespielt. Alles flüssig und anständig gekühlt.

    • Wieder mal ein absolut unvermögendes Kommentar, von jemanden der sein Wissen aus dem Internet hat. Die PS5 hat kein Hitzeproblem! Nur weil das Jemand behauptet, der einen YouTube Kanal betreibt, heißt das noch lange nicht dass das stimmt oder Gesetz ist. Bist du so leicht beeinflussbar? 3 PS5, bei mir in beim Bekannten laufen problemlos und werden normal warm. Diese angebliche Lüfterproblem, dass der PS5 angedichtet wurde, gehört auch in die Kategorie Mythen und fantastisches.

  2. Würde ich mir bei einigen Dingen wünschen. Ich las auch mal auf einer US Seite ein Kommentar dazu, weiß nicht mehr welche, ob bei einer der großen wie cnet, engadget etc oder was kleineres. Die Sneaker Heads mussten/müssen sich auch mit Bots herum schlagen. Ein „einfaches“ Captcha, Bilderrätsel etc. beim kauf schlägt die Bots aus. Einigen Unternehmen ist es anfänglich aber „egal“, da sie ihre Produkte absetzen und die künstliche Verknappung auch die Nachfrage explodieren lässt. Bei Sony/Microsoft, kann ich den Spiele-Kreuzverkaufsaspekt nachvollziehen. Es sollte gemacht werden wie bei den Masken hortern. Einige spezis hier haben aus China die ersten Ladungen gekauft und die 50er Pakete für 75€ angeboten. Die sind hier drauf sitzen geblieben weil, die Schneider fix die Alltags-Masken raushauen konnten. Naja, sorry für’s rummosern.

    • … da sie ihre Produkte absetzen und die künstliche Verknappung auch die Nachfrage explodieren lässt.

      Jeder, der mit dem Argument der “künstlichen Verknappung” kommt, landet bei mir automatisch in der Schublade mit den geistig Unterbelichteten. Aber keine Sorge, da drin wirst du dich nicht einsam fühlen.

    • naja, also ich weis ja ned also ich nutze Load als Downloader mit Captcha Addon und da muss ich keine Captchas mehr selber lösen…

  3. Billig einkaufen, mit maximalem Gewinn verkaufen. So funktioniert der Kapitalismus nun mal. Ich verstehe nicht ganz worüber sich die Politiker da aufregen. Schließlich wirft auch keiner Apple und Co. vor ihre Produkte zu weit überteuerten Preisen zu verkaufen. Wie heißt es doch: „Jeden Morgen steht ein dummer auf“. Wenn einer eine PS5 für über 1000 Dollar kaufen will, dann lasst ihn doch.

  4. Ein kleiner Schuhladen hat diese Bots hier kräftig ausgetrickst. Vor paar Jahren kamen ein paar Schuhe raus, und die Bots haben mehr gekauft als sie haben hätten können. Bei der letzten „Saisoneröffnung“ haben sie Bilder dieser Schuhe angeboten (Zusatz in der Beschreibung drin, klar). Die Bots haben 100te dieser Bilder gekauft. Die Schuhe gabs nur offline bzw. später.
    Ein paar Käufer haben sich gemeldet und entschuldigt, die bekamen ihr Geld zurück. Alle anderen haben die Bilder bekommen =D

    • GooglePayFan says:

      „Ein paar Käufer haben sich gemeldet und entschuldigt, die bekamen ihr Geld zurück. Alle anderen haben die Bilder bekommen =D“

      Schöne Geschichte. Ehrlich.

      Aber mit dem EU-weiten Widerrufsrecht haben alle Käufer ihr Geld innerhalb von 14 Tagen wieder bekommen. Und der Verkäufer hatte durch die Versandkosten nur Verluste…

      • Wäre das tatsächlich so? Kann ich das Bild nicht einfach als „digitale Ware“ in den Shop stellen und per Opt-In dann das Widerrufsrecht außer Kraft setzen? Das selbe gilt doch auch i.d.R. für eBooks, Software etc. wo nach der digitalen Zustellung (und ggf. dem Download) das Thema durch ist.

      • Nein, digitale Bilder unterliegen nicht dem Widerrufsrecht, die Geschichte ist echt.
        https://omr.com/de/bonkers-bots-drop-bilder/
        In dem Artikel ist noch ein Interview im Skate Magazin verlinkt, die Seite scheint aber kaputt zu sein. Und irgendwann habe ich dazu auch ein Feature auf Youtube gesehen, finde ich aber nicht mehr.
        Jedenfalls korrekte Aktion von den Leuten von Bonkers, so wie sie das umgesetzt haben!

  5. Schön das die Engländer das jetzt sogar selber entscheiden können. In Deutschland kommt so ein Gesetz dann 2040. Zuerst müssen wir die EU dazu fragen, wenn es dann überhaupt kommt.

    Im Ernst, das solche Scalper Gruppen so agieren können ist ein Hammer. Wenn ich 300€ Einnahmen vergesse in der Steuererklärung anzugeben, drohen drakonische Strafen. Wenn Scapler 100-200% Steuerfreier Gewinn bei eBay und Co erwirtschaften ist das anscheinend kein Problem. Der Steuerschaden dürfte nicht unerheblich sein, neben den Problemen die der Hersteller deswegen bekommet.

    Das Problem wird bestimmt auch durch neue Gesetze nicht einfach so verschwinden. Dafür hat man da viel zu lange zugeschaut.

    • Unsere Politik ist es anscheinend noch nicht mal aufgefallen? In Zeiten in denen Steuergelder gerade zu verbrannt werden, sollte man dass als Einnahmequelle durchaus in Betracht ziehen.

    • Im Strafgesetzbuch gibt es den § 303b – Computersabotage. Eine Nebenwirkung der Bots ist ja, dass die Shops nicht mehr erreichbar sind, der Geschäftsbetrieb ist massiv beeinträchtigt. Das wird allerdings nicht ohne Antrag verfolgt. Steuerpflichtig sind professionelle Händler oder Privatleute, die ein gewisses Maß überschreiten, bei Ebay auch. Und wenn die Übertretung bestehender Gesetze nicht mal ausreichend verfolgt werden kann, nützt auch ein neues Gesetz wenig.
      Wenn man bei so großen Firmen wie Sony oder Microsoft den Missbrauch wirklich verhindern wollte, ließe sich auch ein entsprechendes Online-Vertriebskonzept finden.

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