Online-Trolle: Neues Gesetz in Australien soll sie demaskieren

In Australien will man ein neues Gesetz einführen, das soziale Netzwerke verpflichten soll, die Identitätsdaten von Online-Trollen an die zuständigen Behörden zu übermitteln. Betreffen würde das dann logischerweise Plattformen wie Facebook, Twitter oder auch TikTok.

In Australien hatte das höchste Gericht geurteilt, dass die Plattformen für Hassreden haftbar gemacht werden können, die bei ihnen publiziert werden. Das gilt offenbar auch für die Betreiber von Pages, denn CNN hat deswegen für Menschen aus Australien bereits seine Facebook-Seiten gesperrt.

Dazu wurde nun ein neuer Mechanismus eingeführt: Wer sich in sozialen Netzwerken beleidigt, gemobbt oder persönlich angegriffen fühlt, kann dies melden und die Plattform müssen dann die strittigen Inhalte überprüfen und gegebenenfalls entfernen. Das öffnet allerdings auch viel Missbrauch Tür und Tor, so nach dem Motto: Mir passt eine andere Meinung nicht, also melde ich sie. Da bleibt abzuwarten, ob das alles in der Praxis so gut funktioniert.

Wird der jeweilige Inhalt dann jedenfalls nicht entfernt, kann ein Gericht einfordern, dass Details zu Identität des Trolls freigegeben werden. An sich ist die Idee, das Netz sicherer zu machen, natürlich lobenswert. Ich befürchte aber, dass da reihenweise Content gemeldet wird, der unter die Meinungsfreiheit fällt und einfach irgendjemandem subjektiv nicht passt.

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33 Kommentare

  1. Das hätte ich mir auch für die LGBT+ Hasskommentare hier dieses WE gewünscht…

    • Ich bin eher dafür, den verwirrten Häschen die bei euch missfallenden Äusserungen laufend nach Zensur schreien, erst nach staatlicher Prüfung den freien Internetzugang zu gewähren.
      Nur personalisiert, selbstverständlich, um euch wegen wiederholtem Dummlall verfolgen zu können und den Internetführerschein wieder zu entziehen.

      Die Privatisierung der Zensurprüfung in DE, für kostenlos generierte Inhalte der Kommerzanbieter, ist schon schlimm genug. Genauso wie TwitFaceGoog fleissig dabei sind, ihre US Prüderie durchzusetzen, obendrauf mitsamt sämtlichen lokalen Idiotien dieser Welt.

      Da braucht es wirklich keine weiteren Schreihälse mehr, die ihr demokratiefeindliches Gedankengut rausposaunen. In Australien gibt es wohl demnächst einen DOS bei Verfolgern, aufgrund euerer Meldungen…

      • Danke für diese ausgewogenen, in der Wortwahl höchst neutral präsentierten Aussagen.

        Herzlichst
        Ihr lokaler Idiot

  2. Aha, jetzt ist sogar „Trollen“ schon Hassrede und Meldepflichtig?
    Wo soll das nur hinführen?
    Ich gehe davon aus, dass euer Beitrag einfach nur unpräzise formuliert ist.

  3. Was soll das heißen ?

  4. Ethan Thomas says:

    Naja, nicht ganz. Dein Nachname fehlt ja.

  5. Das ganze Problem kam mit den sozialen Medien auf. Denen sollte man den Saft abdrehen. Früher wurden Störenfriede in Foren einfach gebannt und gut war es. Ich sehe in dem Vorstoß keine Lösung des Problems, eher den möglichen Missbrauch solcher Mechanismen.

    • Soziale Medien ist einfach nur ein anderer Begriff für „öffentliches Forum“.
      Nur das FB, TW, IG oder TT nicht vorab Kategorien anlegen.

      Wären Foren/Message Boards genauso einfach zu bedienen wie die sozialen Medien, würden auch diese nicht mit der Flut an Postings die es zu untersuchen gibt nachkommen.

    • Ich befürchte heutzutage bezahlen Foren eher Leute fürs Trollen.

      Weil offensichtlich falsche Aussagen und widersprüchliche aussagen die Engagementrate erhöhen. Das erhöht die Zeit, die Leute im Forum verbringen und Werbung schauen und/oder über Produkte etc. reden.

      Bei den FB Leaks wurde das ja genau so diagnostiziert. Hass = Engagement.

  6. Im Zweifel für den „Hass“. Alles andere wird zwangläufig Meinungsfreiheit und Demokratie beschädigen. Das ist genau die gleiche Problematik wie die durchaus verständliche Frage ‚Darf Satire alles?‘ Ja, sie muss alles können dürfen. Leider.

    • Öffentliche Personen bekommen doch schon längst Redeverbote, wenn sie nicht politisch korrekt genug sind und sagen, was Wokeria und Lifestyle-Lefties nicht passt. Manche werden sogar aus dem Job gemobbt oder gekündigt.

  7. Wow, das ist ja ganz schlecht. Das muss wirklich weh tun.

  8. Ganz lahmer Versuch des Die-aber-auch.

  9. Würde ich auch in DE sehr begrüßen.

    Zu dem Punkt: >> Das öffnet allerdings auch viel Missbrauch Tür und Tor, so nach dem Motto: Mir passt eine andere Meinung nicht, also melde ich sie. <<

    Auch das ist besser als jede "Meinung" zuzulassen, welche gerade durchs Netz geht. Ich glaube die Diskussionskultur im Web ist gerade im schlechtmöglichsten Zustand, den man sich vorstellen kann.

    • Das Problem wird eben sein, dass sie genau damit ein weiteres Werkzeug für die Trolle und ihre Bot-Netzwerke liefern. Denn selbst wenn die Fake-Meldungen keine echten Konsequenzen für die Gemeldeten haben müssen, so werden sie immens viel Arbeit für die Prüfer erzeugen.

    • @André „Ich glaube“
      Ja, der Glaube. Das ist eben dein Problem.
      Du erwartest von jedem Menschen auf dieser Welt, dass der genau den Slang spricht, welchen du toll und wünschenswert findest, und der deinen Vorstellungen/Moral von „gut“ oder „korrekt“ entspricht.

      „Es gibt keine technischen Lösungen für soziale Probleme“, wie @metai bereits schrieb. Das freie Internet wird künftig Geschichte, weil die Kaufleute mit allen Mitteln ihr kontrolliertes BTX wiederhaben wollen, mitsamt „familienfreundlichem Umfeld“. Disney und Apple rulez, für alle der walled garden zwangsweise.

      Nein danke.

      • Wolfang, du kannst mir ja den Grund dafür nennen, warum genau das Internet der einzige rechtsfreie Raum sein sollte, den es in diesem Sinne gibt?

        Wenn du deinem Nachbarn solche Wörter von den Kopf wirfst, wie es in sehr großem Maße im Web passiert, dann würdest du sofort eine Anzeige am Hals haben – im Internet kommst du ungeschoren davon, weil du eben „Wolfang D Punkt aus E Punkt“ bist 😉

        In jedem Kontext, sei es auf der Arbeit oder auch in der Fußballmannschaft oder eben nur in der eigenen Familie gibt es eine soziales „Miteinander“. Es gibt Regeln, selbst wenn sie nirgendwo geschrieben stehen, wie man miteinander umgeht – eben weil wir soziale Wesen sind und man auch seine soziale Stellung in der Gemeinschaft wahren möchte.

        Der einzige Ort, wo es mittlerweile „cooler“ ist asozial als sozial zu sein ist das Internet und ich kenne keinen Grund warum ich es toll finden sollte, das dem so ist.

        Ich hoffe ganz persönlich irgendwann auf eine „ID“ fürs Netz und dann können sich die Menschen, welche sich im Stile von Hooligans einfach nur gegenseitig Beleidigen wollen ab ins DarkNet.

        • Bin ich ganz bei dir. Bin online auch schon anlasslos beleidigt bzw. bedroht worden und die Meldung des Kommentars (Instagram) hat schlicht gar nichts gebracht. Wenn das Angebot „mal bei mir Zuhause vorbei zu kommen“ nicht sanktionswürdig ist, dann weiß ich auch nicht. Da müssen sich die Betreiber dann auch nicht wundern.

        • Schon mal drüber nachgedacht, wie das technisch umgesetzt werden soll? Oder dass dann jeder Betreiber noch mehr Daten sammelt bzw. sammeln muss, selbst wenn er das nicht will?

          Verbale Entgleisungen haste auch im richtigen Leben. Dabei haste auch eher selten die Möglichkeit, die Person zur Rechenschaft zu ziehen.

          Davon abgesehen gibt’s schon längst die Möglichkeit, Leute im Internet zu identifizieren, wenn es rechtlich relevant ist:
          https://de.wikipedia.org/wiki/Vorratsdatenspeicherung

          Davon wird auch gerne mal Gebrauch gemacht:
          https://jurios.de/2021/09/10/hausdurchsuchung-wegen-der-aussage-du-bist-so-1-pimmel/

        • Hallo Andre, so was ähnliches wie den quasi „rechtsfreien, weil anonym nutzbaren“ Raum im Internet gab es schon im CB -Funk. Wenn man da mal zuhörte, besonders in Großstädten – da tobte auch der Bär . Frauenfeindlichkeit, Besoffene an der PTT = Sprechtaste, haßrede gegen Ausländer – ja auch schon in den 80ern – und Beschimpfungen bis hin zu physischer Gewalt gegen leute die es wagten auf dem eigenen HK = Hauskanal , also der eigenen Frequenz , zu funken … alles schon mal dagewesen. Auch da gab es Versuche mit einer Zuteilung von IDs durch CB-Funkclubs die Anonymittät aufzubrechen. Geholfen hat das nicht … denn man mußte die ID ja nur einfach nicht sagen … Da war dann oft der Funkmeßdienst oder die Polizei die letzte Instanz. Heut ist auf CB leider kaum noch was los, leider , weil es an sich ein gutes medium war und ist der freie Jedermann-Funk. Die CB-trolle die noch leben sind heute .. na wo wohl? Übrigens schwarze Schafe gibt es auch im wesentlich stärker kontrollierten und reguliertem Amateurfunk. Von einem der den Goldenen Zeiten des CB-Funks echt ein wenig nachtrauert, auch wenn er längst lizensierter Funkamateur ist….. 73 an alle

  10. Es gibt keine technischen Lösungen für soziale Probleme.

    Das war schon das Credo im Usenet der ’90er Jahre, und daran hat sich nichts geändert. Auch diese Maßnahme, so hehre Ziele sie auch verfolgen mag, ist zum Scheitern verurteilt.

  11. einfach das Internet ausschalten… ez

    • @Schal
      Vielleicht sollte man auch hier China kopieren. Schafft reichlich sichere Arbeitsplätze für Internetkontrolleure und die Technik dafür muss ebenfalls gebaut, gewartet und bedient werden.

  12. Mit kaum etwas anderem kann man offensichtlich viele Menschen an ein Netzwerk binden und gutes Geld verdienen:
    Schafe die diese Inhalte gehasst haben, hassten auch … und haben sich darüber ausgesprochen. Das passende Zubehör finden sie bei unserem Werbepartner … .
    Jeder Mensch bekommt das Netzwerk, das er verdient.

  13. Die Chinesen sprechen von „Störung der sozialen Harmonie“, wenn es um die Einschränkung der Meinungs- und Redefreiheit geht. Hierzulande nennt man es wohl „Hassrede“, klingt auch deutlich besser als Gedankenverbrechen.

  14. Ich weiß bis heute nicht, wieso man das Internet nicht nur unter Klarnamen nutzen darf.
    Es passiert sehr viel Unheil dort – vor allem werden regelmäßig Menschen bedroht, gestalkt, fertig gemacht. Und das öfter als man zu denken vermag.
    Wieso muss das Internet anonym sein? Ist das echte Leben doch auch nicht.
    Es ist eben kein rechtsfreier Raum und man sollte sich auch dort ausweisen müssen.

    • Sehe ich genau so – es waren nun ein paar nette Jahre des ausprobierens inkl. illegaler Downloads und was nicht alles – für vieles hat man Lösungen gefunden (Netflix, Spotify), auch durch neue Geschäftsfelder. So langsam könnte das Internet mal aber aus seiner Pubertät entwichen und erwachsen werden, eben inkls. Ausweispflichtigkeit – das würde auch viele Probleme lösen für E-Commerce usw., da nicht jede Seite ihren eigenen Login benötigen würde.

      Momentan hofft man, dass die „IT“ hinter den Shops gut auf die Daten aufpasst, sollte das mal nicht der Fall sein, wars das auch… wieso also nicht zentral und dafür „versichert“?

      • Vorschlag: Wenn ihr beide eine Politikerkarriere machen würdet (am besten Union), dann könntet ihr sicher dazu beitragen, dass das Internet ein besserer und sicherer Ort wird.

        Ich freue mich schon darauf 😉

    • Eigener Tellerrand!?!
      Schon mal versucht, bis dorthin zu gelangen? Ja ich weiß, der Weg ist laaaaang und beschwerlich – zumindest offenbar für manche …
      Ich kann es echt kaum fassen, wie wenig manche Menschen bereit sind, über die eigene „Wohlfühlblase“ hinauszudenken.

    • Aha, seit wann muss ich im „echten Leben“ meine Identität dauernd und überall gegenüber jedermann klar ersichtlich nachweisen? Wenn ich durch die Straßen laufe, habe ich kein Schild umhängen, auf dem mein Klarname, eine ID und so Sachen draufstehen.
      Wenn ich zum Bäcker oder zum Friseur gehe, sage ich denen auch nicht direkt meinen Namen ins Gesicht. Wozu auch?

      Eure „ID für das Netz“ die ihr fordert, entspricht eben NICHT dem echten Leben, in dem man sich auf Aufforderung gegenüber der Polizei ausweisen muss und ansonsten erst mal anonym unterwegs ist.
      Das man im echten Leben mein Gesicht erkennt und sich vielleicht merken kann, entspricht NICHT einer ID, die ich dauerhaft vorzeigen muss! Es entspricht eher einem Schreibstil, an dem man mich auch im Internet erkennen könnte, wenn ich unter verschiedenen Pseudonymen posten würde (was ich natürlich nicht tue 😉 )

      Anders gesagt: Nein, ich bin absolut gegen eine Klarnamenpflicht im Internet.
      Benehmen kann ich mich trotzdem.

    • Jemand anderes says:

      Lieber Sebastian, hier bist du leider einem Gedankenfehler aufgesessen.
      Denn, im echten Leben kann ich sehrwohl unterscheiden wann ich was und wo und wem sage.
      Mit und bei meiner Familie rede ich anders, als mit Kollegen oder dem Chef. Nein, das hat nichts damit zutun, dass ich beleidige, hetze, etwas illegales tue oder ähnliches.
      Nur, meinem Chef geht es zum Beispiel nichts an, welche politische, religiöse, soziale oder weltanschauliche Meinung ich habe.
      Also reden wir darüber nicht, mit meiner Familie, Freunden und Vertrauten tue ich das.
      Oder wenn ich mich mit anderen Unterhalte, dann kann ich leise Reden oder darauf achten, dass nur bestimmte Vertrauensperson in der Nähe sind. etc. pp
      Und das gesproche Wort oder persönliche und private E-Mail oder Text/Chat Nachrichten steht nicht öffentlich morgen in der Zeitung.
      Im Internet wo alles öffentlich ist und jeder alles lesen kann, nutze ich ein Pseudonym um eben nicht „erkannt“ zu werden und somit auch meine Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte zu schützen.
      Mit Klarnamen wäre das nicht mehr möglich, wenn jeder sofort als die Person erkannt werden würde.
      Und was ist mit wirklich vertrauenswürdigen zb. medizinischen Dingen?
      Ich tausche mich in einem medizinischen Forum mit gleichen Betroffenen über meine Krankheiten und gesundheitlichen Probleme aus. Das ist zu recht ganz intim und privat. Egal um was es sich handelt.
      Schön, dann wissen morgen alle Familienmitglieder, Kollegen, der Chef, die Nachbarn davon.

  15. Und weiter im Abstieg der Menschheit, juristisch absolut ungebildete Niedriglöhner entscheiden, ob der Mensch aus seinem sozialen Umfeld gekickt wird. Und entscheiden so letztlich über genehme Meinung.

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