Nuki Keypad 2.0 im Test: Eintritt per Fingerabdruck oder Code

Nuki, Hersteller von smarten Türschlössern, hat nach dem Keypad, welches »nur« mit Zahlen daherkam, das Keypad 2.0 vorgestellt. Für die Produktfamilien Nuki Smart Lock 2.0, 3.0 und 3.0 Pro gibt’s das Keypad 2.0 mit Fingerabdruck-Scanner. Der Prozessor erkennt und verarbeitet Fingerabdrücke in einer Sekunde, was den Zutritt per Finger-Scan recht flott ermöglicht. Ich konnte das Ganze bereits im Vorfeld einmal ausprobieren und möchte meine Meinung kurz wiedergeben.

Das Keypad 2.0 speichert bis zu 20 Fingerabdrücke. Zudem können bis zu 200 sechsstellige Codes eingerichtet werden. Fingerabdrücke werden mithilfe der Nuki-App durch mehrfaches Auflegen des gewünschten Fingers auf den Sensor des Keypad 2.0 angelernt und werden in der App mit einem frei wählbaren Namen versehen. Wie beim Keypad der ersten Generation werden auch beim Keypad 2.0 alle Berechtigungen auf dem Smart Lock und nicht im Keypad 2.0 gespeichert, was zusätzliche Sicherheit bieten soll.

Neu vs. alt

Das Keypad 2.0 verfügt ebenso wie das Keypad der ersten Generation nur über Tasten für die Ziffern 1 bis 9, jedoch keine 0. Das sei laut des Herstellers ein extrem einfaches Mittel, die Sicherheit der vergebenen Codes zu erhöhen. Durch die fehlende 0 fallen die meisten Geburtstage als Code weg. Tatsächlich wählen viele Menschen bei einem sechsstelligen Code einen Geburts- oder Jahrestag. Auf der anderen Seite war es in meinem Test auch möglich, 6 gleiche Zahlen zu nutzen. Das wird wohl weniger angreifbar gewichtet als ein Geburtsdatum.

Damit der Zutritt dauerhaft optimal per Fingerabdruck-Scan funktioniert, wird der Datensatz bei jeder erfolgreichen Öffnung ergänzt. Durch die fortlaufende Kontrolle werden auch die sich schnell verändernden Fingerabdrücke von Kindern optimal erkannt, sofern sie regelmäßig den Scanner nutzen, so Nuki. Konnte ich bislang nicht testen, da ich das Gerät noch nicht so lange im Einsatz habe und mein Sohn so schnell auch wieder nicht größer wird.

Grundsätzliches: Das Nuki Keypad 2.0 wird einfach auf einer glatten Oberfläche aufgeklebt. Zum Wechsel der vier AAA-Batterien wird das Keypad 2.0 von der aufgeklebten Montageplatte gelöst. Bei durchschnittlicher Nutzung halten die Batterien circa 12 Monate. Wer Nuki kennt, muss hoffen, dass die Batterien länger halten als die in den smarten Schlössern. Die haben teilweise einen lächerlich hohen Verbrauch, der weit von dem abweicht, was angegeben ist. Das ergab vor einiger Zeit mal eine kleine Befragung, die ich unter Nutzern durchführte.

Nuki setzt auf Plastik, das Ganze ist meines Erachtens aber durchaus robust und nicht billig wirkend. Nuki spricht davon, dass Fingerabdrücke in rund einer Sekunde verarbeitet werden, aber man verheimlicht auch nicht, dass es 2 bis 3 Sekunden dauert, bis sich die Tür öffnet.

Klappt das wie gewünscht? Tatsächlich, seitdem ich das neue Keypad an der Tür habe, gebe ich keinen Code mehr ein. Fehleingaben? Hatte ich tatsächlich nicht mehr nach dem Firmware-Update, welches in der Beta-Phase erschien. Und das ist auch gut so, denn jedes zweite Einlesen kostet Zeit – und wenn es nicht beim ersten Mal klappt, dann wäre es somit langsamer als das Eingeben eines Zahlencodes. Klappt es mit nassen Fingern? Jau. Klappt es mit kalten Fingern? Ebenso.

Laut Nuki hat man bei 100 Berührungen rund 3 Fehlinterpretationen, wo der Fingerabdruck nicht als legitimiert erkannt wird. Umgekehrt spricht man davon, dass 1 von 500.000 Berührungen auch als legitim erkannt wird, wenn sie es nicht ist. Durch Sperren wird es aber nicht möglich sein, da nun ewig rumzuprobieren. Diebstahlschutz? Gibt’s leider nicht. Kann man so abreißen. Durch die gesetzte Admin-PIN kann aber kein Dieb etwas mit dem Schloss anfangen. Wie bisher: Erstattet man bei einem Keypad-Diebstahl Anzeige und weist diese bei Nuki nach, dann gibt’s ein Ersatz-Keypad.

Kritikpunkte? Eigentlich nicht – zumindest nicht zum Keypad. Müsste ich meckern, dann müsste Nuki mal daran arbeiten, den Batterieverbrauch in den Griff zu bekommen. Zumindest beim Pro 3.0 ist es ganz schlimm und ich wäre froh, wenn ich mal 2 Monate Ruhe hätte. Nuki selbst spricht davon, dass sie bis zu vier Monate halten, wenn das WLAN deaktiviert ist.

Das Nuki Keypad 2.0 ist in Kürze zum Preis von 159 Euro unter anderem im Nuki-Online-Shop erhältlich. Das Keypad der ersten Generation ohne Fingerabdruck-Scanner wird es weiterhin zum Preis von 79 Euro geben.

Randbemerkung zu diesen Lösungen: Eventuell mal bei der genutzten Versicherung nachfragen. Da ein Smart Lock an der Innenseite der Tür montiert ist, erkennt von außen niemand, dass man ein Smart Lock verwendet. Dadurch können sich Einbrecher keinen Vorteil verschaffen und es hat keinen Einfluss auf einen Versicherungsschutz. Nuki verändert die Sicherheitsklasse einer Tür und somit einen Versicherungsschutz nicht. Daran soll auch das Keypad nichts ändern. Entweder gibt’s Einbruchspuren – oder Logs von Nuki.

In diesem Artikel sind Partner-Links enthalten, wir kennzeichnen ihn daher als Werbung. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Neueste Beiträge

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

11 Kommentare

  1. Kann man einen Code definieren, der die Türe verriegelt? Dann bräuchte ich dazu auch mein Handy nicht mehr.
    Und kann man für verschiedene Personen einen Zutrittscode bzw. einen Fingerabdruck (bwz. mehrere?) definieren?

    • Du kannst die „löschen“ Taste gedrückt halten. So funktioniert es mit dem alten.

    • Warum nicht einfach die Taste am Schloss schnell hintereinander drücken?
      Dann hat man einige Sekunden Zeit zum raus gehen und dann verschließt sich das Schloss.

    • Einfach bei geschlossener Tür den Pfeil drücken, dann verriegelt er.

      Codes kann man viele vergeben, habe über 30 und kann noch weitere anlegen. Im Artikel ist die Rede von 200

  2. Sind denn die Tasten diesmal beleuchtet? Das ist meine größte Kritik am Keypad 1.0, mit dem ich ansonsten sehr zufrieden bin.

  3. 159 EUR… ein Smart Lock 3.0 kostet 169 EUR… leicht überzogen finde ich.

  4. Ich habe das das Nuki Ding als Türantrieb und Codepanel. Die fehlende 0 nervt gewaltig. Es sollte am Nutzer sein eine sichere Kombination zu finden. Ich hätte lieber ein homematic und wäre mit dem flexibler in der Gestaltung der Einbindung des Zugangs und ebenso gleich im Wlan mit „Außenwirkung“. In Summe sogar preiswerter und als Hausautomation brauchbarer. Die Türantriebe dort bedürfen aber eines leicht vorstehenden Zylinders. Bei einer Schließanlage ist ein neuer Zylinder zu exklusiv. Das hat Nuli mit der Montage besser gemacht.

    Zur Tastatur scheint diese nicht mehr aus „Gummi“ zu sein. Bei dem Gummiding sieht mehr sehr schöne Gebrauchsspuren 🙁

  5. Kann ich denn mehrere Nuki Geräte mit einem Keypad 2.0 verbinden? Ich würde gerne den opener und ein Smartlock über unterschiedliche Codes bzw. Finger öffnen. Beim alten ging das ja meines Wissens nicht.

  6. Ich habe Nuki und finde das sehr sicher, weil man.es von außen nicht sieht. So ein Pad wirkt für mich aber wie ne Einladung, es mal völlig risikolos zu versuchen…

  7. Kann man eigentlich auch Code und Fingerabdruck kombinieren zu einer Art 2FA?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Es werden alle Kommentare moderiert. Lies auch bitte unsere Kommentarregeln:

Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen. Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte - gerne auch mit Humor.

Du willst nichts verpassen?

Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren.