NHL 23 angespielt – Ein lohnenswertes Upgrade?

Der Herbst hat uns nun schon eine Weile im Griff und die Jahreszeit bringt nicht nur mieseres Wetter mit sich. Für Fans der Sportspiele von EA bedeuten die bunten Blätter der Bäume draußen auch gleichzeitig mehr potenzielle Zeittotschläger für drinnen. Etwas nach FIFA erscheint da nämlich auch das Eishockey-Spiel NHL, das in diesem Jahr den Namenszusatz 23 erhält. Wer EAs Strategie kennt, der weiß, dass man mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit nicht viel Neues serviert bekommt und eine Menge Recycling vorzufinden ist. So viel vorweg: Auch in diesem Jahr ist das so. Doch lasst uns etwas weiter vorn beginnen.

Wer meinen Test zu NHL 22 gelesen hat, der weiß, dass EA letztes Jahr von der Ignite auf die Frostbite Engine gewechselt ist und damit grafisch einige Verbesserungen einhergingen. In diesem Jahr ist NHL 23 auch wieder der Vorgänger, mit ein paar wenigen Tweaks, die unter anderem auch in der Grafik zu finden sind. Dieses Jahr nutzt das Spiel beispielsweise erstmalig die volle Power der aktuellen Konsolengeneration. Sah der Vorgänger schon gut aus, ist das hier noch einmal einen Tick besser. Vor allem das Eis sieht um einiges besser und realistischer aus. Die Präsentation an sich wurde auch weiter aufpoliert, das kann EA ja schon lange ziemlich gut. So gibt es mittlerweile neue Overlays auf dem Eis, die bei Team-Intros genutzt werden, die Zuschauer wirken nun realistischer und reagieren auf die Szenen auf dem Eis und machen das Ganze noch etwas authentischer.

In Bezug auf die Spiele-Modi wird man keine Neuerungen vorfinden. Der „Rollenspiel“-Teil Be a Pro ist genauso mit dabei wie World of Chel, Franchise und natürlich Hockey Ultimate Team, was wieder auf den üblichen Mikrotransaktionen beruht. Während Be a Pro im Single Player ganz amüsant ist, aber nicht wirklich viel Tiefe mitbringt, bringt World of Chel nach wie vor etwas Frische ins Spiel mit seinem Online-Multiplayer. War aber auch schon in NHL 22 so. An Hockey Ultimate Team verdient EA sicher wieder eine Menge, da der Spieler wieder zum Karten sammeln animiert wird und dafür natürlich Geld ausgibt. Muss jeder für sich selbst entscheiden.

Wenn ihr NHL 22 gespielt habt, werdet ihr kaum Unterschiede feststellen, denn es sind die Feinheiten, die hier verbessert wurden. Unter anderem machen sich so Dinge wie das sogenannte „Last Chance Puck Movement“ bemerkbar. Mit diesem Feature gibt man euch die Möglichkeit per besonderen Move den Puck noch so umzulenken, dass er ins Netz fliegt. Das Problem dabei: Man hat diese Momente im Spiel aber relativ selten bis nie, sodass da relativ schnell die Luft raus ist. Ich persönlich hab es noch gar nicht aufs Eis gebracht, obwohl ich auch schon ein paar Stunden auf der Spieluhr habe. Auf der anderen Seite kann man so ein Feature auch nicht so einstellen, dass es andauernd passiert. NHL ist zwar keine „echte Simulation“, aber eben auch kein Arcade-Monster, wo man solche Dinger öfter zu Gesicht bekommt.

Verbesserungen gibt es auch bei dem X-Factor-Feature, das Spielern ein paar besondere Fähigkeiten gibt. Neu sind hier Skilled Up und Relentless. Mit dem Erstgenannten kann man einen besonderen Move mit dem Puck ums Netz machen, der aus dem Lacross-Sport kommt. Relentless ist dagegen gut, wenn man aus der Balance kommt und noch einen Pass oder Schuss absetzen möchte. Die Spieler bewegen sich auf Wunsch nun auch etwas geordneter nach der Strategie. Ansonsten gibt es aber während des Spiels kaum fühlbare Unterschiede. Im direkten Vergleich würde ich behaupten wollen, dass mir das Passen besser von der Hand geht, das war bei den Vorgängern nicht immer so. Da flog die kleine Scheibe öfter mal ins Leere. Bis auf das gibt es nichts Neues auf dem virtuellen Eis. Zumindest spielerisch.

EA führt mit NHL 23 zum ersten Mal auch Frauen auf dem rutschigen Untergrund in eurem Bildschirm. Sarah Nurse hatte es ja schon zusammen mit Trevor Zegras aufs Cover des Spiels geschafft und mit ein paar Frauen könnt ihr euch in HUT (Hockey Ultimate Team) auch ein Mixed-Team zusammenbasteln. Wer spielerische Unterschiede zwischen Männern und Frauen erwartet, wird hier keine vorfinden. Ist vollkommen Wurst, ob ihr einen Spieler oder eine Spielerin steuert.

Ein Feature, was es aktuell noch nicht gibt (zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels), ist das Cross-Plattform Matchmaking. Damit könnt ihr dann auch plattformübergreifend gegen andere Spieler antreten. Der erste Patch dazu soll wohl am 17. November herausgegeben werden.

Macht all das genannte meiner Meinung nach ein Upgrade sinnvoll? Wenn ihr mit NHL 22 unterwegs seid, dann sicher nicht. Es sei denn, all eure Freunde sind auch drauf und dran, den neuen Titel nachzuladen. Ansonsten bleibt ihr besser bei 22 und wartet noch ein Jahr. Alle, die noch mit 21 oder älter unterwegs sind, können sicher von der besseren Grafik und den aufsummierten kleineren Änderungen profitieren. NHL 23 macht nach wie vor eine Menge Spaß, aber bei über 70 Euro für den Titel überlegt man sich das sicher noch ein Mal.

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2 Kommentare

  1. Ich habe es mittlerweile aufgegeben, mir EA Sports Spiele zum Release zu holen. Wenn ich mir mal eins hole, dann nicht über 35€ im Sale oder ich warte, bis die im Gamepass sind.
    Zudem finde ich die Spiele mittlerweile total oberflächlich und ohne Tiefgang. Für gute 10h mal nett, aber danach einfach nur noch langweilig.

  2. Im Artikel von heute, 19.11 steht, dass am 17.11. wohl ein Patch kommen soll…

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