Netflix Q2/17: Eigene Erwartungen übertroffen, mehr als 100 Millionen Nutzer

Jeder Netflix-Nutzer wird es bestätigen, der Streaming-Dienst ist das Beste, was dem TV-Markt passieren konnte. Keine festen Sendezeiten und jede Menge hochkarätige Eigenproduktionen sorgen dafür, dass Nutzer ihr Sehverhalten ändern. Und das offenbar schneller als Netflix selbst geglaubt hat. Denn die aktuellen Quartalszahlen übertreffen die eigenen Erwartungen doch um ein ganzes Stück, sodass sich Netflix nun in seiner Content-Strategie bestätigt sieht und auch so weitermachen möchte.

Dadurch hat Netflix nun den Meilenstein von 100 Millionen Nutzern erreicht, 104 Millionen sind es, um genau zu sein, 5,2 Millionen mehr als im Vorquartal (erwartet wurden 3,2 Millionen mehr). Gleichzeitig gibt es erstmals mehr internationale als US-Nutzer. So steigt logischerweise auch der Umsatz, im Vergleich zum Vorjahr um 32,3 Prozent auf 2,875 Milliarden Dollar (inklusive DVD).

Reich wird Netflix damit aber noch nicht, denn für das Unternehmen fallen auch sehr hohe Kosten durch die Eigenproduktionen an. Gespart werden kann hier durch ein Absetzen von nicht so erfolgreichen Serien, auch wenn diese durchaus eine gewisse Fangemeinde haben. Aber die Umlagerung der Finanzen in andere Produktionen ist eben erfolgreicher.

Auch das die Internationalisierung von heimischen Inhalten scheint für Netflix aufzugehen. So wurde eine spanischsprachige Produktion auch von Millionen Nutzern außerhalb Mexikos angeschaut. Gleiches gilt für eine spanische Originalserie, die auch außerhalb Spaniens sehr erfolgreich war.

Alle Details zum letzten Quartal nennt Netflix in diesem Dokument. Um Konkurrenz macht sich Netflix übrigens gar nicht allzu sehr Gedanken. Es hat den Anschein, dass das Wachstum von Netflix den Markt einfach erweitert, denn auch die anderen Anbieter wachsen, ohne dass eine große Verdrängung stattfindet. Vielmehr schnappt man sich die Nutzer von linearem TV.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

11 Kommentare

  1. minimalwerk says:

    und um welche Mexikanischen Serien handelt es sich da? El Chapo vielleicht?

  2. Was mir fehlt sind die zahlen für Deutschland.

    Weil Deutschland hat eine ganz andere Medienlandschaft. Nun einfach die Welt zu nehmen. Also auch nicht unbedingt vergleichbare Märkte. Verschleiert das Bild wie ich finde.

    Gerade wenn dann wieder hier und in Foren die Jubelarien kommen und der Untergang der Deutschen Senderandschaft herbei fabuliert wird.

  3. Ich halte das gelaber mit dem Aussterben für mumpitz.

    Das Programm wird ja geschaut. Das nun alle auf einmal ihren Geschmack zu überwiegend Ami Serien ändern glaube ich nicht.

    Das TV nur auf Inhalte zu reduzieren das Netflix abdeckt. Ist etwas kurzsichtig.

    Der wesentliche Punkt ist aber.
    Irgendwie glauben alle ein Netflix Abo bedeutet das derjenige keinerlei andere Inhalte mehr schaut?

    Also nach dem Motto „wer ein Auto kauft geht nie mehr zu Fuß“ . 🙂

    Wie ersetzt den Netflix Phönix, Arte, tagesschau24, ZDF Info usw?

    Genauso ändert sich mit dem Alter auch der Geschmack. Wie die Inhalte kommen ist doch irrelevant. Es kommt auf die Inhalte an.

    Scheinbar glauben sehr viele das ein kompletter Wandel der gewünschten Inhalte stattfindet. Und die ganzen Zuseher wo das TV hat. Schon immer das ganze scheiße fanden.

    Und Linear ist es seit der Erfindung vom Videorekorder auch nicht mehr.

  4. @John Laut Schätzungen sind es 5 Millionen Abonnenten in Deutschland. Hört sich aber nach einer ganzen Menge an, wenn man weiß, dass Sky aktuell etwa genauso viele Abonnenten in Deutschland hat. Auf der anderen Seite ist Netflix aber günstiger und ist zudem unter jungen Leute sehr beliebt.

  5. @John
    Die Zeit welche die Nutzer mit Netflix und Co verbringen konsumieren sie kein klassisches Fernsehen mehr. Und der Anteil wird immer weiter abnehmen. Bei aller liebe schau Dir das Programm der privaten inklusive dem Werbeterror mal an. Welcher geistig gesunde Mensch tut sich das denn noch an, wenn er Alternativen hat?

  6. @Daniel

    Nun 5 Millionen haben Netflix. Nun wäre die Frage wie viele nur Netflix schauen.

    Und die frage wäre wie entwickelt sich das wenn die Leute älter werden. Einige scheinen der Auffassung zu sein das sich der Geschmack der Leute nicht ändert mit dem alter.

    Wäre das so, wäre Volksmusik und Schlager auch ausgestorben. Junge Leute Musik ist das ja auch eher nicht bzw nie gewesen. Woher kommen also deren Anhänger? Wieso stirbt das nicht aus?

    Wir können und über die Qualität ja lange unterhalten.

    Ihr glaubt also die Zuschauer wollen alle eigentlich was anderes sehen?

    GZSZ und Lindenstrasse wird geguckt weil es nix anderes gab?

    Die Privaten haben also schon immer nicht gewusst was die Zielgruppe will?

    Im Grunde heißt das ja die Privaten sind seit Sie existieren Dummköpfe gewesen. Und versorgen die Leute schon immer mit Sachen wo sie nie wollten?

    Wenn man da drüber nachdenkt sollten einem da zweifel kommen.

    Und ob das TV nun über Sat oder was auch immer kommt. Oder per Internet, ist ja egal. Ich habe noch nirgends gelesen das klassische TV wäre auf den Übertragungsweg auf ewig festgelegt. Auch der Tatort kann über die App vom Netz auf den TV kommen.

    Die frage wäre doch diese. Wenn es die Inhalte des TV im Einzelabruf per App gibt. Wollte es niemand sehen? Das wage ich echt zu bezweifeln.

    Ich glaube einige würde da dumm gucken.

    Beispiel
    Unfassbare Zuschauerzahl für den neuesten „Tatort“ aus Münster: Mit 14,56 Mio. Sehern verbesserten Axel Prahl und Jan Josef Liefers nicht nur ihren bisherigen Rekord um fast 1 Mio. Seher, sie erzielten auch die beste Zahl aller „Tatorte“ seit Juli 1992

    Die werden dann alle keinen Bock auf Krimis haben?
    Ich glaube man unterschätzt die Beliebtheit der Sachen vollkommen nur weil es andere Angebote gibt.

    Bzw einem die Inhalte Persönlich nix zusagt.

  7. @elknipso: Anbieter wie Netflix sind m.E. eine zusätzliche Möglichkeit, können aber das „normale“ TV-Programm nicht ersetzen. Viele Serien, von denen viele bei den oft so verteufelten Privaten laufen, sind bei den Streaminganbietern schlicht nicht oder erst sehr viel später verfügbar. Schon deshalb werden auch zukünftig die meisten nicht aufs TV-Programm verzichten.

  8. Tino Meyer says:

    Ich bin der Meinung, das normales Fernsehen ein aussterbendes Relikt ist.
    Wer sich das noch antut, hat die Alternativen noch nicht ausprobiert.
    Bei uns läuft dieses zeitlich vorgegebene, von Werbung zerlegte, gekürzte und Hirntote Programm schon seit Jahren nicht mehr.

  9. Ich finde auch die Aussage „der Streaming-Dienst [Netflix] ist das Beste, was dem TV-Markt passieren konnte“ recht gewagt. Sicher werden das die Netflix-Nutzer bestätigen, aber die finden das Angebot ja auch gut, sonst wären sie wohl keine Netflix-Nutzer. Das gilt aber nicht grundsätzlich für alle. Netflix punktet vor allem mit Serien. Aber nicht jeder findet Serien gut. Und die Filmauswahl ist nicht besser oder schlechter als bei anderen Anbietern in diesem Segment.

  10. @John Erstens wird sich Netflix auch seiner Kundschaft anpassen. Heute sind es vornehmlich Jüngere, die mit dem Internet aufgewachsen sind. Wenn diese älter werden, wird Netflix und auch die Konkurrenz darauf reagieren und auch diesen ein attraktives Angebot anbieten.

    Zweitens gab es eine solche Entwicklung schon vor mehr als 30 Jahren mit der Einführung des Privatfernsehens. Die Öffentlich-Rechtlichen haben sich in der Folge ebenfalls massiv verändert und haben ihr Programm vermehrt nach dem Schema der Privaten ausgerichtet.

    Wetten Dass ist ja zudem eines der Opfer einer Zeit, in der das Konzept einfach nicht mehr richtig funktioniert und auch die Lindenstraße geht immer mehr dem Ende entgegen. Der Tatort, auch wenn ich ihn persönlich nicht verfolge, hat sich im Laufe der Jahre auch dem Zeitgeist angepasst.

    Die Frage für die linearen Sender wird lauten: Werden junge Leute so sehr von Netflix und Co. gewöhnt sein, dass eine lineare Verfolgung von Serien langsam aber sicher nicht mehr gewünscht ist? Also ich habe es mir nach ein paar frustrierenden Versuchen abgewöhnt, bestimmte Serien im linearen Fernsehen zu verfolgen. Zu häufig habe ich eine Folge verpasst. Wenn immer mehr so denken wie ich, dann haben die Fernsehsender ein Problem. Es scheint aber heute schon ein Problem zu sein, denn ansonsten würde zum Beispiel RTL nicht wieder Fußball ins Programm nehmen. Denn Live-Sport ist eines der wenigen Dinge, die nur live wirklich interessant sind.

    Ob die Öffentlich-Rechtlichen dieses Problem auch bekommen, wird sich noch zeigen. Da der TV-Konsum unter der älteren Zielgruppe immer noch boomt und die ÖR bei den Jüngeren nur relativ wenig zu verlieren haben, kommen diese Probleme erst in ein paar Jahren auf die ÖR zu.

  11. @Daniel

    Ok ich werte nur was nicht nicht was könnte. Ob dann Lindenstrasse und GZSZ bei Netflix laufen wird man sehen.

    Ich zweifel aber etwas. Wegen der kosten. Schon jetzt machen die nicht viel Gewinn. Um dann 50 Vollsender und Spartensender in Deutschland zu ersetzen. Ist das Gewaltig viel Geld das Netflix braucht. Viele Inhalte gerade der ÖR Sender sind ja nur möglich weil da eben kein Gewinn gemacht werden muss.

    Sieht man auch an Spotify die keinerlei Gewinn machen.

    Was zb die ÖR machen. Kann Netflix gar nicht machen. Weil Netflix ja die kosten beachten muss. Demnach ist Netflix auch beschränkt im Wachstum was die Inhalte anbetrifft. Die Vielfalt wird also schlechter statt besser. Weil Netflix die Inhalte niemals bezahlen kann. Die es ersetzen soll.

    Beispiel
    Bei Netflix werden mehr als 500 Serien und Filme gestrichen
    http://m.heute.at/digital/multimedia/story/15257459

    Und da sagst Du Netflix soll überall 30 TV Sender ersetzen. Finde ich eine gewagte These.

    Nebenbei kommt dann auf die frage ob Netflix dann irgendwann eine Sendelizenz braucht. Wenn die versuchen zu einem Vollprogramm zu mutieren. Also wieder kosten.

    Und wieso hast Du im TV keine Serien sehen können. Quasi jeder Reciever oder TV kann doch aufnehmen? Mir ist schleierhaft wie man heute noch Sendungen verpassen kann. Linear ist das doch seit den 80er nicht mehr? Dieses Argument werde ich wohl nie verstehen.

    Und Werbung.
    Schau dir mal Sky an. Schau dir Amazon an. Wie lange wird Netflix wohl werbefrei bleiben. Warte mal ab wenn vor jeder Folge wie bei Youtube zwangswerbung kommt.

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