Netatmo Presence: Smarte Überwachungskamera für den Außenbereich im Test

Viele Besitzer von Wohnungen und Eigenheimen greifen mittlerweile zu Kamerasystemen für die Überwachung. Das ist ein großes Feld, da findet man Kameras mit klassischem Netzteil, mit Stromversorgung über Ethernet, mit Akku, welche für den Innenraum, welche für draußen – und ein großes Thema ist natürlich immer der Preis für die Nutzung. Sprich: Muss man ein Abo haben, um Dinge aufzuzeichnen? Viele unterschiedliche Kameras haben wir hier bereits im Blog getestet. Mit der Netatmo Presence soll es nun weitergehen. Da ich noch nie Fan davon war, Texte künstlich aufzublähen, halte ich zur Kamera das Wichtigste fest, für all jene, welche diese Lösung vielleicht in Betracht ziehen. 

Die Netatmo Presence ist eine Außenkamera. Sie wird nicht einfach an die Steckdose angeschlossen, sondern muss ans blanke Kabel. Das muss also gelegt werden, sofern nicht vorhanden. Alternativ macht ihr es wie ich und baut einfach eine Lampe ab und setzt dort die Netatmo Presence hin. Das passte bei mir ideal, denn ich hatte eine Außenlampe hinter dem Haus, die ich eigentlich nie brauche – und die Presence hat ja auch einen Strahler. Den kann man manuell schalten – oder auch bei Alarm oder auf Basis Zeit. 

Damit habt ihr nun schon einmal das Wissen, worum es sich handelt. Außenkamera, wetterbeständig – mit Flutlicht. Da gibt’s übrigens zwei Modelle, eine mit und eine ohne Sirene. Im Lieferumfang ist alles mit drin. Ihr müsst ein paar Löcher in die Wand bohren, die Halterung anbringen, die Kamera anschließen und fertig. Meine Frau hasst mich mittlerweile dafür, da wir ja des Öfteren so etwas testen, aber mittlerweile geht ihr das gut von der Hand. Ich fange da ja auch gerne Stimmen ein, wie Hardware bei Leuten den Eindruck macht, die nicht dauerhaft damit zu tun haben. Das Anbringen war flott erledigt – aber bei uns lag die Leitung ja auch entsprechend.

Die Einrichtung der Cam ist auch easy. Ihr könnt sie direkt in Apple HomeKit einbinden. Ein entsprechender Code ist im Lieferumfang enthalten. Alternativ gibt es ja die Security-App von Netatmo. Da wird der Kamera ein Scancode gezeigt und über die App dann eingerichtet. Ebenfalls eine Sache, die flott vonstattengeht. Die Kamera gibt es in dieser Form schon seit 2016. Zuletzt lieferte man im April 2021 ein Update auf HomeKit Secure Video aus. Auf dem Papier wird wie folgt geleistet:

  • 1080p Full HD Video / 4-MP-Sensor
  • Aluminiumgehäuse
  • 100 Grad Sichtfeld
  • Erfassung auf weite Distanz: 20 m
  • IR-Nachtsicht : 15 m
  • Flutlicht: 1500 Lumen
  • Verschlüsselte microSD-Karte inklusive 8 GB
  • Optionales Dropbox-oder FTP-Backup
  • Wetterfest: HZO-Schutz

Die Kamera hat also eine verschlüsselte microSD-Karte. Da werden Inhalte aufgezeichnet und ihr könnt sie über die App abrufen. Alternativ könnt ihr FTP oder Dropbox nutzen, das bedeutet, ihr habt keine Folgekosten für die Kamera, bzw. Speicherung. Anders sieht es dann aus bei Nutzern von HomeKit Secure Video. Grundsätzlich ist die Kamera in HomeKit nutzbar und sie zeichnet weiterhin auf microSD-Karte, FTP oder Dropbox auf. Alternativ könnt ihr HomeKit Secure Video von Apple nutzen, um aufzuzeichnen. Setzt für eine Kamera das iCloud-Abo mit 200 GB voraus, bei 2 bis 5 Kameras müsst ihr das große 2-TB-Abo haben.

Die Presence verfügt über Full-HD-Auflösung mit einem Sichtwinkel von 100 Grad. Im Dunklen setzt man auf eine Infrarot-Nachtsicht oder eben den Strahler. Die Verbindung zwischen Kamera und heimischem Netzwerk wird über WLAN aufgebaut. Hier wird nur 2,4 GHz unterstützt – checkt vorher, ob ihr am Kameraort ausreichendes WLAN habt! Die „Netatmo Security App“ steht zur Einrichtung und Fernsteuerung für Smartphones und Tablets unter Android und iOS zur Verfügung.

Infrarot in der Nacht

Die App von Netatmo bietet verschiedene Einstellungsmöglichkeiten, auch zwecks Benachrichtigungen. Hier habt ihr die Einstellungsmöglichkeiten, ob ihr nur benachrichtigt werden wollt und/oder eine Video-Aufzeichnung erfolgen soll, wenn was passiert. Zudem lässt sich der Bereich der Personenerkennung durch Einrichtung von Alert-Zonen auf einen Teilbereich einschränken.

Sprich: Ihr könnt der App so mitteilen, dass ein Teil des Bildes nicht überwacht wird, ihr folglich keine Benachrichtigung bekommt. Ferner kann man durch das verbaute Mikrofon in der Netatmo Presence einen Eindringling hören. Schön wäre 2-Wege-Audio gewesen. Welche Erkennungsmöglichkeiten gibt es? Menschen, Tiere und Fahrzeuge. Ihr könnt euch also nur bei Personen benachrichtigen lassen, bei allem oder nur bei Tieren.

Wie funktionierte das Erkennen? Leider nur so semi. Ich habe Vögel draußen, die wurden immer als Personen erkannt. Über die App kann man falsch Erkanntes zu Lernzwecken markieren – in meinem Fall lernte die Kamera nach 50 Hinweisen nicht, dass es Vögel sind und keine Menschen. In meinem Fall ist es so, dass ich nur auf Personen achte bei der Kamera und einen bestimmten Bereich (den mit den Vögeln) von der Überwachung ausnehme.

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Kurzform:

Bild und Tonqualität? Sowohl der Livestream als auch die Aufzeichnung zeigen ein klares Bild. Ebenso taugt der Ton. Die Bildqualität und Farbdarstellung entspricht laut meinem Auge der Realität. Der Scheinwerfer ist hell und leuchtet genug Fläche aus. Über Smart-Home-Integration (wie in Apple HomeKit) lässt er sich auch auf Basis Zeit oder manuell steuern – die Intensität ist ebenfalls jederzeit justierbar. Personen wurden jederzeit gut erkannt und aufgezeichnet.

Spannend und sicherlich ein Verbesserungsvorschlag: In der Security-App von Netatmo kann ich nicht sehen, wie viel Speicher der microSD-Karte belegt ist. Ja, sie überschreibt alte Ereignisse natürlich, aber ich würde gerne wissen, wie viel Speicher frei ist. Ebenso gibt es eine 24-Stunden-Zeitraffer-Zusammenfassung. Das lässt sich nirgends in der App deaktivieren – und eine microSD-Karte hat eine verkürzte Lebenszeit, wenn sie dauernd beschrieben wird. Weitere Punkte, die mir fehlen: Ausschwärzen eines Aufnahmebereiches, wie es bei Ring möglich ist.

Das Flutlicht müsste sich auf Basis Zeit einstellen lassen – auch ohne Griff zu Dritt-Apps wie Home von Apple. Unterschiedliche Alarmzonen je nach Tageszeit wären toll. Generell wären Geofencing oder das zeitbasierte Aufnehmen klasse. Sowas gehört in die App von Netatmo und darf nicht nur über Apps wie Apple Home möglich sein. Die Verarbeitung und die reine Qualität sind klasse. Die Software (die App, nicht Connect, das unterstützt auch Webhooks und so!) macht einem echt einen Strich durch die Rechnung, sodass vermutlich viele keine Lust haben, eine solche Kameralösung auf ihrer Terrasse einzusetzen. Es fehlt auch manuelles Aufnehmen, es sind keine direkten Screenshots über die App möglich. Zeitstempel in Videos sucht man auch vergebens. Gegensprechen fehlt ebenso. Die Aufnahmedauer ist nicht einstellbar. Videoqualitätseinstellungen glänzen durch Abwesenheit.

Wenn Netatmo an der Software schraubt, dann ist vielleicht der Preis von um 270 Euro gerechtfertigt – doch die Kamera ist auch schon ein paar Jährchen auf dem Markt, da hätte man aktiver sein dürfen und müssen.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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10 Kommentare

  1. Flashmasterb says:

    Kann man die Kamera auch nach links oder rechts schwenken?

    LG

  2. Ich habe sie seit 4 Monaten installiert und bin sehr zufrieden. Nachbars Katze wird zwar aufgezeichnet, aber nicht alarmiert. Die Nachbarin, die über meinen Zaun geklettert ist, um den Ball ihres Kleinen wiederzuholen, konnte ich im Büro ganz interessiert beobachten. Wenn wir abends bei Kerzenlicht auf der Terrasse sitzen wollen, stelle ich einfach die Kamera ab. Ich würde sie mir sofort wieder kaufen.

  3. Guter Testbericht. Die wollte ich schon kaufen. Vieles was hier angesprochen wird, hatte ich eigentlich vorausgesetzt bei der Netatmo-typischen Qualität und Marktreife, aber wenn das so ist werde ich mich wohl doch noch etwas umschauen. Danke!

  4. KraftKlotz says:

    Eine starre Kamera käme für mich mittlerweile nicht mehr in Betracht, bin froh eine selbst verfolgende Kamera zu haben, das hat schon manchen aha Effekt hervorgebracht.

  5. Ich habe die Kamera seit sie auf dem Markt ist. Die Erste musste ich 2 mal tauschen weil sie defekt war. Die dritte läuft, braucht aber jährlich eine neue SD Karte. Warum die ständig kaputt geht bleibt rätselhaft. Das System die SD Karte mit Fett einzuschmieren hätte man auch besser lösen können, warum nicht einfach eine Gummikappe verwendet wurde verstehe ich nicht, die wäre mit Sicherheit auch regendicht. Durchgehend eingeschaltet lasse ich sie auch nicht, sie produziert viel zu viele Falschmeldungen. Wir haben bestimmt 10-20 verschiedene (Nachbars)Katzen im Garten, wenn jede nur einmal am Tag als Person erkannt wird ist das schon viel. Die Erkennung bleibt bis heute extrem schlecht, obwohl sie anfangs noch viel schlechter war gab es keine nennenswerte Verbesserung zur Software Version 1.0. Am Anfang war die Erkennung eine Zumutung und man musste extrem viele Meldungen Manuel einzeln löschen. Wenigsten kann man jetzt mehrere gleichzeitig löschen. Dennoch habe ich eine zweite für die Dachterasse gekauft weil es eigentlich nichts vergleichbares auf dem Markt gibt.

  6. Die Kamera ist gut bis auf:
    – bei Stromausfall ist bei mir danach immer das Flutlicht an.
    – sie lernt viel nicht: Wäschespinne oder Pflanzen im Wind werden falsch erkannt kein Lerneffekt
    – sd Karte ist Quatsch. Temperatur und ständiges schreiben sorgt dafür dass mind alle 2 Jahre das Ding defekt ist.
    – Infrarot ist schon zweimal ausgefallen – schwarzes Bild obwohl das or Licht funktioniert

  7. Moin zusammen,
    ich habe zwei der Kameras. Sie laufen jetzt seit 2 Jahren.
    Eine davon hängt in der prallen Sonne.
    Hatte noch nie Probleme mit der SD Karte,
    Auch sonst bin ich immer noch begeistert. Sie machen was sie sollen.

    Was mich persönlich stört: Sie lernt nicht den Mähroboter zu ignorieren.
    Aber sonst bin ich mit dem Teil Mega zufrieden.

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