Musikstreaming: EU-Wettbewerbshüter rüsten gegen Apple auf

In der EU reichte Spotify bei den zuständigen Wettbewerbshütern bereits vor langer Zeit, im Jahr 2019, eine Beschwerde gegen Apple ein. Schon 2021 sah es gut für Spotify bzw. schlecht für Apple aus. Vorläufige Ergebnisse zeigten auf, dass Apple den Wettbewerb im Markt für Musikstreaming zu seinen eigenen Gunsten verzerre. Da könnten hohe Strafen drohen, denn die EU-Kommission stärkt da aktuell laut Reuters seine Beweise.

So erlegte Apple Musikstreaming-Anbietern auf, Zahlungen für Abonnements über Apple abzuwickeln, damit freilich die entsprechenden Provisionen hängen bleiben. Zudem wurde es Plattformen wie Spotify erschwert, auf andere Bezahlmethoden zu verweisen. Doch Anbieter wie Spotify seien darauf angewiesen, etwa im App Store vertreten zu sein, um eine breite Masse zu erreichen. Apple missbrauche hier seine Marktstellung. Zusätzlich behandele Apple seinen eigenen Dienst Apple Music im direkten Vergleich mit anderen Diensten bevorzugt.

Apple hatte jegliche Vorwürfe weit von sich gewiesen. Spotify sei der erfolgreichste Musikstreaming-Anbieter der Welt – auch dank Apple. Wer die Vorteile des Apple App Stores für sich beanspruchen wolle, der müsse eben auch den Preis zahlen. Auch das gehöre zum fairen Wettbewerb. Wiederum hatten unabhängige Verbraucherschützer kritisiert, dass Vorgehensweisen wie die von Apple am Ende für Endkunden die Preise nach oben treiben. Denn Anbieter wie Spotify müssten Provisionen, wie die von Apple, in ihre Preisgestaltung einbeziehen und mindestens zum Teil auf die Kunden abwälzen.

Man sieht Apple da als Gatekeeper, der für seine Partner und auch die Endkunden Preissteigerungen herbeiführe, während hohe Provisionen eingestrichen würden. Das benachteilige andere Anbieter und verschaffe Apples eigenem Angebot Apple Music freilich Vorteile. Denn Apple ist bei der Preisgestaltung flexibler aufgrund seines Hausrechts im App Store. Die EU-Kommission soll nun seine Vorwürfe und Beweise gegen Apple stärken, um mit dem Fall in die nächste Phase zu gehen.

Weder Apple noch die EU-Kommission haben das weitere Vorgehen aber bisher offiziell kommentiert. Eine Rolle spielen, sollte hier in Zukunft auch der neue Digital Markets Act (DMA) der Gatekeepern wie Amazon, Google aber auch Apple striktere Regeln auferlegt. Doch der DMA wird Apple wohl erst ab Anfang 2024 direkt betreffen. Gegen Apple laufen auch weitere Untersuchungen in der EU – unter anderem wegen des Umgangs mit dem Vertrieb von E-Books und Apple Pay.

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9 Kommentare

  1. Und sobald Apple zu einer Änderung der Zahlungsabwicklung gezwungen wird, verbilligt Spotify seine Abos … um exakt null Cents.

    • Kostet denn ein Abo, das man bei Spotify direkt auf der Webseite abschließt, weniger, als wenn man es über den App Store bezahlt?

      • Meines Wissens ist es preiswerter, wenn man über die Homepage von Spotify den Vertrag abschließt.

    • Richtig, würde aber die Preissteigerung weiter nach hinten schieben.
      Im Moment zahlen ja alle Nicht-Apple-User die Provision für Apple-User mit, da es eine Mischkalkulation ist. Hatte hier Spotify andere Preise für Apple-Kunden, gäbe es bei Spotify keine Apple-Kunden. 😉
      Trifft übrigens auch bei anderen Anbietern wie Deezer zu.

  2. Fände es gut, wenn Apple da einen Dämpfer bekommt. Nutze selbst gerne Apple-Produkte, aber das Geschäftsgebaren ist teilweise schon übel.

  3. Komisch. habe lange Zeit auch Spotify genutzt und immer über PayPal gezahlt. Wenn man halt den einfachen Weg über den App Store wählt kann man auch ruhig mehr dafür zahlen 😉 Ist ja nicht so, als hätte man keine Wahl (trifft nicht auf alle Apps zu) Sonst finden die Leute doch immer den billigsten Weg.

  4. Ein Saftladen verklagt den anderen.

  5. Es ist (war) für den Apple Nutzer komfortabel über Apple zu bezahlen, außerdem gab es oft bei iTunes Karten 10-20% Rabatt, in letzter Zeit aber nur noch 10%. Die Abos wurden damit logischerweise für den Nutzer günstiger. Wenn das wegfällt dann fällt auch der Vorteil weg. Bei Netflix Abo habe ich unter anderem deswegen weiterlaufen lassen, eine Kündigung hätte den Wegfall des iTunes Rabatts bedeutet.

    Das Apple den AppStore zu seinem Vorteil nutzt ist unbestritten und ein Unding für alle Beteiligten.

    Die EU agiert hier viel zu feinfühlig und inkonsequent. Das Thema ist jetzt schon mehrere Jahre alt und geändert hat sich nichts. Verbeugt sich die EU vor Großkonzernen?

  6. „Doch Anbieter wie Spotify seien darauf angewiesen, etwa im App Store vertreten zu sein, um eine breite Masse zu erreichen. “
    Wie kann ein Unternehmen mit weniger als 30% Marktanteil die breite Masse sein?

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