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Mozilla reagiert auf Klage gegen Google

Google soll es ans Leder gehen, in den USA wurde Klage gegen das Unternehmen eingereicht (wir berichteten), unter anderem geht es um das Ausnutzen der eigenen Marktmacht, um Wettbewerber kleinzuhalten. Nun hat sich auch Mozilla zu Wort gemeldet.

Die stehen bekanntlich hinter dem Browser Firefox, der vor vielen Jahren den Browsermarkt komplett auf links zog. Google selbst startete irgendwann mit Chrome und zog am Firefox vorbei. Jener hat zwar noch eine große Fanbasis, doch vom Glanz vergangener Zeiten ist wenig übrig geblieben. Dennoch fließen viele Millionen von Google zu Mozilla, damit die Standardsuche weiterhin Google heißt. Man darf wohl behaupten, dass es Mozilla so nicht mehr geben würden, wenn die Google-Gelder ausbleiben.

Von daher kann man die Tendenz der Aussage von Mozilla schon vor dem Lesen des Beitrages erahnen. Zwar sehe man „Big Tech“ und deren wachsende Macht und das Verhindern von Wettbewerb kritisch – man wisse aber auch, dass es keine Antworten auf komplexe Fragen auf die Schnelle gibt.

Kleine und unabhängige Unternehmen wie Mozilla florieren, indem sie innovativ sind und den Nutzern branchenführende Funktionen und Dienste in Bereichen wie der Suche anbieten – so sieht es Mozilla.

Die letztendlichen Ergebnisse eines Kartellrechtsverfahrens sollten nicht zu Kollateralschäden bei genau den Unternehmen führen, die – wie Mozilla – am besten positioniert sind, um den Wettbewerb voranzutreiben und die Interessen der Verbraucher im Internet zu schützen. Kann man natürlich nur so sagen, wenn man finanziell so durch einen „Großen“ gebuttert wird.

Im Klartext: Mozilla hat natürlich Sorge, dass am Ende des Verfahrens auch das Ende des Geldes von Google kommen könnte – das wäre, so sehe ich das, das Ende von Mozilla. Wobei man sicher auch viel Geld einsparen könnte, wenn man sich auf den Browser konzentrieren würde.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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28 Kommentare

  1. „[…] Störungen verursachen […] ?
    Den Eindruck habe ich allerdings auch oft 🙂

  2. Ich denke nicht, dass die Google-Gelder bei Mozilla ausbleiben. Denn wenn Mozilla verschwinden würde, hätte Google keine wirkliche Konkurrenz, auf die sie sich berufen könnten.
    Aus so ziemlich dem gleichen Grund hat Microsoft damals Apple gerettet, denn ohne Apple und den Mac hätte es keine Konkurrenz mehr zu Windows gegeben und das ist quasi illegal.

    • Keine Konkurrenz zu haben ist nicht illegal, aber es wäre deutlich genauer auf die Praktiken geguckt worden, was eventuell für Präzedenzfälle oder Regulierungen gesorgt hätte.

  3. aus meiner Sicht ist der Mozilla Firefox der einzig brauchbare Browser den ist für nahezu jedes System gibt. Schon allein aus datenschutzrechtlichen Gründen würde ich keinen anderen benutzen.

    • Richard Rosner says:

      Naja, das mit dem brauchbar hat man unter Android ja erst Mal richtig in den Sand gesetzt. Und auch wenn es um Datenschutz geht, würde ich eher zu Chromium als Firefox greifen.

    • Ich denke ähnlich, leider war er bei mir auf drei Android-Smartphones (zumindest bis vor kurzem) nicht brauchbar. Wirklich nicht, Seitenaufrufe gingen sehr lange, manchmal ist er abgestürzt. Ich hoffe, dass die neue Version endlich wieder funktioniert.

      • Richard Rosner says:

        Mäßig. Ist mir gestern erst abgestürzt aus heiterem Himmel. Sehr peinlich.
        Und das einfache wechseln in den recent apps hat man auch ruiniert, weil FF der Meinung ist, zwei Prozesse öffnen zu müssen, die beide in der Auflistung erscheinen. Aber nur einer zeigt auch ein Bild

  4. Man stelle sich vor, Europa würde unabhängige Entwicklungen wie Mozilla, Clouds, Office-Anwendungen, Datenbanken, Betriebssysteme mit einem Bruchteil der Milliarden fördern, die sie zur Vernichtung von Überproduktion in der Landwirtschaft ausgeben.

    Vielleicht brauchte es dann – zumindest in Europa – keiner Diskussion um eine marktbeherrschende Stellung von US Unternehmen mehr.

    • Genau das habe ich auch schon oft gedacht. Kein Wunder das Europa in dem Bereich immer nur hinterher hechelt. Für jeden Lobbyblödsinn ist Geld da, nur Innovationen überlässt man anderen.

    • Europa ist nur eine geographische Bezeichnung.
      Die EU dagegen ist mittlerweile noch weiter von ihrem ursprünglichen Anspruch entfernt und korrumpiert als selbst die Chefetage von Mozilla.

      Die (sehr gute) Idee der FOSS-Förderung wird seit Ewigkeiten an die EU herangetragen; Im Vergleich zu der Big Tech Lobby (wie zu allen anderen großen Lobbies auch) interessiert dies aber höhstens Hinterbänkler, und nicht die weggelobten „Berufspolitiker“ an den Futtertrögen wie Panzer-Uschi, Martin „Der Schulz-Zug fährt“ Schulz, Claude „Ich bin nicht besoffen, das ist mein Rasierwasser“ Junker und Co.

      Die Hoffnung, dass von diesen nur Fassadenhaft demokratisch-legitimierten Vollverpflegten auch nur eine grundlegende Entscheidung kommt, die wirklich gegen den Wiederstand einer finanzstarken Lobby durchgesetzt wird, kann man sich leider schenken.

      Feigenblätter-Legislation um auf RTL, Bertelsmann, Burda und im heutigen Relotious-SPIEGEL so tun zu können, als würde man sich trauen gegen machtbeherrschende Lobbies ernsthaft angehen, können davon auch nicht ablenken.

      Vllt. wird das mal in einigen Jahren was, wenn das Geld-Drucken endgültig versagt, die Fassade endgültig einbricht, und aus den Trümmern eine wirklich in der Praxis demokratische EU auferstehen kann, die nicht nur ein scheindemokratisches Potemkinsches Dorf zur alleinigen Durchsetzung der Wirtschaftsinteressen 10.000sender Brüsseler Lobbyisten ist.

      Aber auch hier hätte Ich wenig Hoffnung.

      Nationale Initiativen sind da schon deutlich weiter, siehe Frankreich oder Skandinavische Länder, und hier liegt leider die einzige echte Chance, da viel direkte demokratische Einflussnahme durch die Bürger möglich ist, und gezielt im Rahmen eines nationalen Konsens.

      Auf EU Ebene, die nun bis in den Kosovo erweitert wird, dies durchzusetzen, wäre selbst dann aussichtslos wenn, bei den EU-Bürokraten wirklicher Wille vorhanden wäre.
      Aber das ist eine andere Konsequenz, wenn man fast 30 kulturell, religiös, sozial und wirtschaftlich unterschiedliche Länder auf eine Linie bringen will. Endweder ein Starker Akteur zwingt die anderen auf Linie, oder es kommt nur eine undefinierbare, halbgare Plörre raus.
      Beides ist weit entfernt davon, jemals eine echte Lösung zu sein.

      Die EU ist daraus folgend ein Wiederspruch in sich, und selbst theoretisch nicht in der Lage, jemals effektiv dem demokratischen Willen der ihr zugehörigen souveränen Nationen zu verwirklichen und zu vereinen, und daraus zu handeln.
      Zu erwarten ist daher vom Status Quo nichts. Höhstens, dass eine neue, dem demokratischen Willen und sozialen/kulturellen Unterschieden gerechter werdene Organisation gefunden kann.
      Was durch den Wiederstand der durch eben diesen Status Quo verwöhnten Machtträger bis zum bitteren Ende verwindert werden wird, bis zur Implosion/Explosion.

      Schließlich kann man durch den Mechanismus der heutigen EU wunderbar die von den machtnahen „Eliten“ und Lobbys gewünschte Politik über die nationalen Demokratien hinweg durchsetzen. Sei es Neoliberalismus, NATO als Machtinstrument der USA, etc.

      Hoffnung? Leider nein.

  5. Ich denke nicht, daß Google nicht mehr an Mozilla zahlen würde, im Gegenteil. Wenn Google Chrome abgeben muß, müssen sie erst recht alternative Browser fördern um dort auch präsent zu sein.

  6. Fängt ja schon bei Windows 10 an wenn man Firefox installiert , muss man extra ins Menu Doppelt klicken das der Firefox Standard Browser sein soll ^^ google mißbraucht ihre macht um ihre Anzeigen nach oben zu setzten das ist jetzt nichts neues so wie Amazon das macht.

  7. Es gibt noch Firefox? Naja, irgendwo wählen sich auch noch Leute mit AOL ein….

    • Selten so einen … gehört. Warum soll ich ein aktuelles, vielseitiges Werkzeug nicht nutzen, nur weil der Mainstream gewisse Features nicht braucht? Chrome ist ja gut und schön, in meinem Workflow fehlen allerdings einige essentielle (und zugegebenermassen nicht alltägliche) Add-Ons. Daher produktiv für mich nicht brauchbar.

  8. „Mozilla sollte sich auf das Browsergeschäft konzentrieren.
    Bitte nicht, Mozilla ist nicht nur der Browser. Mozilla bringt auch ständig kleinere und größere wichtige Technologie voran. Z.B. die Sprache RUST die seit 4 Jahren die beliebteste Programmiersprache überhaupt ist und demnächst auch von Microsoft für teile von Windows benutzt wird. Hätte man auch vermarkten können aber es wurde entschieden sie Open source zu veröffentlichen und so sind viele Projekte entstanden. Das Google Geld hat bei der Entscheidung sicherlich geholfen.

    • Nichts gegen RUST und Mozillas Engagement, aber im im März diesen Jahres auf Heise Developer veröffentlichten RedMonk-Ranking ist RUST auf Platz 21.

  9. Firefox ist ein super Browser. Für Diejenigen gut, die viel personalisieren, eine intuitive/funktionelle Menüführung wichtig ist und gern mal selbst einige Einstellungen im Browser umstellen. Damals habe ich Chrome geliebt: Einfach, Schnell, Nicht überladen. Das ist mir auch heute noch wichtig, aber Chrome kommt nicht mal ansatzweise an Firefox heran, wenn es um die Funktion geht.
    Der Firefox hat so viele coole Funktionen, das bietet der Chrome nicht mal zu Hälfte an.
    Verstehe auch nicht, warum man auf Firefox rumhakt

  10. Allerdings im Mobile-Browser-Bereich gibt es noch einiges nachzuholen. Vor allem unter iOS

  11. Mozilla bezeichnet sich selbst als Unternehmen? Könnte die Gehaltsvorstellung der Vorsitzenden erklären.

    Mozilla ist eine Stiftung, wie die Linux Foundation, Free Software Foundation (GNU) und Signal Foundation.

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