Mobilfunkanbieter und Kommunen uneinig: Ausbau des Mobilfunknetzes kommt wieder einmal ins Stocken

Wie das Handelsblatt berichtet, kommt es wieder einmal zu Uneinigkeiten in Bezug auf den Ausbau des deutschen Mobilfunknetzes. Das Magazin „Der Spiegel“ zitierte demnach aus einem Brief der Deutschland-Chefs der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefónica:

„Nur wenn die Kommunen die Umsetzung von Baumaßnahmen aus dem Förderprogramm aktiv unterstützen“, seien die Firmen bereit, Kapazitäten und Geld an den Standorten zu investieren.

Demnach machen die Konzerne den weiteren Ausbau des Mobilfunknetzes vollkommen abhängig davon, wie die Kommunen diesbezüglich nun voranschreiten. Angeblich befürchten die Unternehmen, dass die rund eine Milliarde Euro Fördermittel an den Betreiber gehen, der am jeweiligen Standort den geringsten Förderbedarf anmelden würde. Die Unternehmen würden demnach am liebsten die dann von den Kommunen errichteten Mobilfunkmasten mieten und bräuchten so bei weitem nicht mehr so viel Geld für den Ausbau in die Hand nehmen, als wenn sie alles in Eigenregie lösen würden.

Ulrich Lange – CDU/CSU – kontert hier aber mit klaren Worten: „Die Hauptverantwortung müssen die Mobilfunknetzbetreiber übernehmen.“ So könne der Netzausbau nicht an den jeweiligen Bürgermeistern hängenbleiben. Zudem wurde nun aufgrund der genannten Reibereien ein Mobilfunkgipfel verschoben, der eigentlich für den 23. April 2020 angedacht gewesen war. Für ein schleunigeres Vorankommen wird das jedenfalls nicht sorgen.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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37 Kommentare

  1. gott, wie mich diese mobilfunkbetreiber ankotzen. infrastruktur hat einfach nichts in privater hand zu suchen.

    • Teils stimme ich dir ja zu, wenn man weiß wie bräsig sich früher die Bundespost verhalten hat kann es das aber auch nicht sein.

      • Hallo Markus, C-Netz war gut ausgebaut und das war Bundespost . Klar anderes Frequenzband und so weiter , aber mit guten Antennen ging das sogar kurz nach der Vereinigung in den damals wirklich neuen Bundesländern obwohl dort keine Sendemasten standen. In grenznahem Gebiet ne Yagi für diesen Bereich aufs haus und man hatte im Dorf auf einmal Telefon ganz ohne kabel verlegen. Die letzte meile kupferkabel wurde größtenteils von der angeblich bresigen Bundespost verbaut , auch auf der hallig oder im kleinen Försterhaus da wo die tannen stehn und heute die ach so privatwirtschaftliche Telekom oder die mobilfunk-netzbetreiber sagen es sei nicht wirtschaftlich dort auszubauen. Die alte Bundespost fragte, was das anging glücklicherweise nicht nach wirtschaftlichkeit.

    • Das war auch mein erster Gedanke, und ich denke, das wird hier wieder sehr deutlich. Es mag vielleicht auch keine gute Idee sein, alles im Staat zu überlassen, aber so funktioniert es ja leider auch nicht.
      Und auch wenn man über die damalige Bundespost im Rückblick sicherlich viel meckern kann, war es doch so, dass bis in den hintersten Winkel der Republik ein Telefonanschluss gelegt wurde. Heute gibt es noch immer nicht überall einen breitbandigen Internetanschluss und auch GSM ist nicht flächendeckend verfügbar.

    • Absolut richtig. Kritische Infrastruktur gehört nicht in privatwirtschaftliche Hände.

    • Stuttgart 21 und der BER sollten einem doch lehren was der Liebe Staat so alles anstellen kann, naja oder eben auch nicht 🙂

      Und wenn ich an den Straßenbau denke, ohje.. in Staatshand ist nicht immer ein Allheilmittel.

    • Stimme grundsätzlich zu.

      Betrachte ich mir aber die Deutsche Bahn will ich mir das irgendwie noch mal überlegen.

      • Hallo Kai , als die Deutsche Bahn noch Bundesbahn war und nicht in verschiedene Betriebsteile (netzhbetrieb, Bahnhofsbetrieb, Zugbetrieb) zersplittert war, gab es vielleicht keinen ICe und keine Strecken mit 250 km/h Fahrgeschwindigkeit , aber es gab Zugverbindungen in orte die heut nur noch per Bus erreichbar sind, es gab Interregio die zuschlagsfrei genutzt werden durften, es gab nachtzüge mit Schlafwagen, es gab einen Fahrpreis für eine Strecke , es gab personal auf auf dem kleinsten Bahnhof … ich war Internatsschüler und kenne D-züge schon aus meiner pennälerzeit und die ist lange her . Ich kenne also Bahnfahren als es noch n-Wagen (Silberlinge) für den Nahverkehr und die guten alten D-Züge mit Fenstern, die man öffnen konnte , Klos die ohne HighTech einfach mit ner Klappe funktionierten und die im Winter und im sommer fuhren und fuhren und fuhren … smile . Alles staatlich , vielleicht ein bisschen karo einfach verglichen mit heute aber robust und zuverlässig.

    • Privatisierung egal ob Wasser, Stromversorgung, Straßenbau, Nahverkerhr, Post und Telekommunikation ist ein Schritt in die falsche Richtung und der Bürger zahlt unnötig mehr als er müsste wenn die Privatisierung nicht getätigt worden wäre.

      • Die Infrastruktur muss m.E. in die öffentliche Hand, der Betrieb durch Private erfolgen. Dann gibt es Wettbewerb für alle zu fairen Konditionen.

    • Komisch, dass die Strom- und Wasserversorgung durch die Kommunen bzw. Kommunale Unternehmen überall problemlos funktioniert?! Und Stadtwerke bauen auch vielfach erfolgreich Glasfaser aus.

    • Die Kommunen sind froh wenn sie überleben und sind keine Quertreiber aus Jux..
      Du solltest Dich erst informieren bevor Du so einen Schwall absonderst..

  2. Es muss einfach beim Geld weh tun und harte Strafen her. Sonst bewegen die sich nicht. Die Politik hat versagt und das Aktienrecht beachtet erst den Shareholder. Wenn es also kein Gesetz und keine ausreichenden Strafen gibt, wird es nicht besser werden in Deutschland. Es versagt erneut CDU und SPD unter der Leitung von Merkel und Scheuer…

    • Soweit mir bekannt gab es bei der Vergabe der Lizenzen strenge Auflagen was den Ausbau angeht, inklusive den entsprechenden Konsequenzen.

      • aber wenn sich Komunen und Bürger quer stellen oder gar Masten sabotieren weil diese COrona & Co erzeugen/verbreiten dann stellt sich doch ehe die Frage ob man nicht lieber die Subventionen in Bildung stecken sollte. Schule verpflichtend ach für 80-jährige 2 Wochen Pro Jahr wo Zeitaktuell wichtige Sachen behandelt werden.

  3. Ich habe selber Kontakte in den Gemeinde- und Kreistag bei mir und leider sind auch viele Mitglieder der Meinung, es sollen gar keine Mobilfunkmasten gebaut werden. Nicht aus Kostengründen, sondern aus gesundheitlichen Gründen. Ähnliches übrigens bei Glasfaserausbau – man sieht absolut keine Notwendigkeit.

    Hat letztendlich in 2 Gemeinden dazu geführt, das 2 mittelständische Unternehmen weggezogen sind, aufgrund der massiven Rückschrittlichkeit und diesen Gemeinden nur teilweise steuereinnahmen fehlen.

    Es liegt leider nicht nur an den Providern, sondern auch an vielen Gemeinden selbst.

    • Richtig toll…und das aufgrund von Falschinformationen
      OMFG…diese Welt ist nicht mehr zu retten.

      • Doch, irgendwann, endweder wir schaffen uns ab oder etwas anderes… ein kleiner Vorgeschmack haben wir aktuell ja. Kann man als Verjüngungsvirus bezeichnen, recht heftig ausgedrückt aber nicht du unwahrheit. Einige der nächsten könnten gar schlimmer werden, solche die wie manch andere zu 90%+ Tödlich enden. Die Pest und Pocken existieren noch, Ebola, Dengi & Co ebenso… es ist nur eine Frage der Zeit bis noch schlimmeres eines Tages aufkommt. Die Natur gewinnt immer…

    • Alte Leute gehören nicht an die Macht in der Politik, die haben einfach gar kein Plan in der Masse. Von wissenschaftliche Erkenntnisse ganz zu schweigen, siehe US Regierung und deren Missachtung, Verharmlusung und Ignoranz des aktuellen Zeitgeschehens. Wiso sollten die Bürgermeister & Co in D schlauer sein als DIE TOP UNwelt-Regierung dieses Planeten?

      Idioten sind in der Mehrheit, ungebildete, abergläubige Laien. Seit Jahrzehnten sagt man denen je mehr Masten desto geringer die Strahlung aber die kappieren es einfach nicht. Da reicht es für die Meisten nicht mal mehr für die 5te Klasse, wissen wir doch dies von Führerscheintests das kaum einer diese bestehen würden, müssten sie solche jetzt ablegen, obwohl sie diesen schon seit Jahrzehnten haben.

      • Ich gratuliere. Sie haben gerade den ersten Platz im Wettbewerb „Wer ist der größte Arroganzarsch?“ gewonnen.

        Ihr Preis: 1 Jahr König von Deutschland.

        Und gnade Ihnen Gott wenn danach nicht alles rund läuft!!!

    • Korrekt. Ich empfehle jedem, der die Provider immer für die Bösen hält, Mal ein paar Gemeinderat-Sitzungen, wenn es darum geht, Mobilfunk-Masten aufzustellen. Da kommt man ins Zweifeln, ob wir überhaupt noch in einem Land mit allg. Schulpflicht leben oder im Magischen Realismus, wo Bäume reden und Energiefelder oder der Mond das Leben der Menschen beeinflussen.

  4. Können die überhaupt einfach „nein“ sagen? Meines Wissens haben die beim Erwerb der Mobilfunklizenzen strenge Verpflichtungen unterschrieben, wieviel Netz bis wann ausgebaut sein muss. Ansonsten drohen hohe Geldbußen, dafür hat die Bundesnetzagentur doch sogar per Gesetz Kompetenzen bekommen.

    • Ist alles richtig. Es geht bei den o.g. Masten aber um diejenigen, die in Gebieten liegen, die nicht von den Versorgungsauflagen umfasst sind. Dafür stellt der Bund 1,1 Mrd. Euro an Fördermitteln bereit. Die Frage ist nun wer die Masten bauen soll und damit das Geld erhält: Die Unternehmen oder die Kommunen.

  5. Ja, die Mobilfunkbetreiber können sich nicht mit Ruhm bekleckern. Aber die Nutzer tun Ihr übriges, wollen LTE und 5G, aber keinen Mobilfunkmast in Ihrem Ort haben. So geschehen im hessischen Stadtallendorf, wo es seit ca. 7 Monaten kein Vodafone mehr zu empfangen ist.

  6. „Kritische Infrastruktur gehört nicht in private Hand“…….
    Der Witz ist echt gut.
    Wie gut das funktioniert, sieht man im Straßenbau und ganz besonders bei den Brücken.

    • Der Aufbau Ost wollte ja finanziert werden… irgendwo muss man ja sparen. Jezt zahlt sich die Misere sicher nicht aus, die Fehler die Milliarden verschlungen haben weil man falsch gebaut hat, abgerissen werden musste und nochmal neu gebaut also 3fach bezahlt… die fehlerhafte Steuerpolitik wo Gelder sinnlos verprasst werden müssen damit man nächste Jahr wieder Geld bekommt sonst wird gekürzt usw… Aus dem Jährlichen Report das seit Jahrzehnten gemacht wird werden keine Konsequenzen gezogen. Keiner wird verhaftet von den Beamte/Politiker die sinnlos Geld verprassen, keiner trägt auch nur ein Fünkchen Verantwortung, denn wenn wären diese nicht mehr in den Jobs und würden wie es gehört unter einer Brücke hausen.

  7. Aufgrund der immer stärker werdenden Kritik zum Thema 5G, kann man dass nur begrüßen. Solange keine unabhängigen Wissenschaftler eine richtige Studie durchgeführt haben, zur Gefährlichkeit von 5G, sollte der Ausbau auf jeden Fall gestoppt werden. Diese Studie sollten auf jeden Fall auch nicht von den Herstellern in Auftrag gegeben werden. Dass unsere Politik in der Richtung etwas tut, darf aber eher bezweifelt werden. Man gibt Millionen für Berater Verträge aus, zum äußerst wichtigen Thema 5G ist mal wieder kein Geld da. Und ja ich will kein Mast in meiner Nähe! Ich hätte sogar 3G weiter benutzt, man hat sich aber dazu entschieden 3G abzuschalten, warum auch immer. Ich kenne 3 Menschen die aufgrund der Mobiltechnik Krebs bekommen haben. Versucht mal das zu beweisen! Ein Frau lebte unter einer Antenne und zwei Kollegen waren Berufsbedingt ständig am Handy und genau an dem Ohr ist der Krebs gewachsen. 2 sind bereits verstorben. Also nix Aluhutträger.

    Für mich persönlich ist 5G sowas von uninteressant, solange es geht werde ich auf jeden Fall 4G weiter benutzen. Ich frage mich sowieso für was wir unterwegs so hohe Datenraten brauchen. Wenn es nach mir ginge hätte man besser 3G Flächendeckend installiert, anstatt ständig diese Flickenteppiche zu machen. Die Betreiber werden nie alles abdecken wollen/können. Warum sollte man in einem Dorf einen sauteueren Mast installieren, der vielleicht von 10% der Einwohner benutzt wird, der nach 5 Jahren wieder veraltet ist, weil 6G vor der Tür steht. So ein Mast würde sich für den Anbieter niemals lohnen. Ein LTE Mast kostet 170000€, wieviele Verträge müsste man abschließen damit sich der überhaupt lohnt? Hinzu kommt dass die Konkurrenz den Mast auch benutzen darf, die Kosten der Installation nicht trägt und am Ende die Kunden mit günstigen Verträgen angreift. Die Situation auf dem Land ist eine Katastrophe.

    • Genau, ganz deiner Meinung!!! Und als nächstes schaffen wir dann diese stinkenden Autos wieder ab und führen zwangsweise wieder Pferdefuhrwerke ein!!!

    • Herzlichen Dank für deinen Beitrag. Du bist der beste Grund dafür, warum man eigentlich mit den Providern Mitleid haben muss.

      Und nein, du kennst keine drei Menschen, die aufgrund von Mobilfunk Krebs bekommen haben. Du glaubst es nur. Schämst du dich nicht, die armen Leute für deine befremdlichen Schlussfolgerungen zu instrumentalisieren?

    • „Ich kenne 3 Menschen die aufgrund der Mobiltechnik Krebs bekommen haben. Versucht mal das zu beweisen! “

      Versuch du mal zu beweisen, dass dieser Krebs sicher vom Mobilfunk gekommen ist^^.

    • Wenn wir jede neue Technik erst einführen würden wenn 100 Prozent sicher auch das kleinste Restrisiko absolut ausgeschlossen ist, würden wir alle immer noch in Höhlen leben und im Winter reihenweise sterben weil dieses Teufelswerk namens „Feuer“ viel zu gefährlich ist.

    • Du hast wirklich Null Ahnung.
      Deinen Text zu lesen erzeugt bei mir starke Kopfschmerzen.
      Ciao!

    • 5G ist eigentlich für die kabellose Breitbandversorgung gedacht und das die Industrie damit eine schnelle Anbindung hat, ohne Infrastruktur aufzubrechen. Kurz könnte z.B. ThyssenKrupp, BMW, Bosch, Linde, etc…auf ihren eigenen Geländen ein eigenes Netz aufspannen und die Telemetrie zentral sammeln. Daher sind nicht nur Mobilfunk anbieter ins Rennen. Jetzt kommen wir zu dem anderen Punkt der Privatwirtschaft. In Ballungsgebieten ist der Umsatz Pro Nutzer gemessen an der Fläche in der man sie erreichen kann höher. Daher der Fokus (wie auch damals zu GSM/UMTS Zeiten) auf größere Städten, bzw. Regionen (Ruhrgebiet) gerichtet. Salopp „Ich setze einen Mast und habe 15000 Kunden oder 400). Der Datendurchsatz ist nicht für den normalen Nutzer gedacht.

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