Mobile Krise: Sony legt die Abteilungen für Smartphones, Kameras, Fernseher und Audio zusammen

Sonys Smartphone-Geschäft läuft mehr schlecht als recht. Das ist nichts Neues, denn schon seit mehreren Jahren tun sich die Japaner schwer damit mit der Konkurrenz im Android-Segment mitzuhalten. Da haben sich mittlerweile andere Hersteller wie z. B. Xiaomi oder auch Huawei nach vorne gespielt – von dem Platzhirsch Samsung ganz zu schweigen. Sony reagiert nun auf ungewöhnliche Weise: Man legt die Abteilung für mobile Endgeräte mit jenen für Kameras, Fernseher und Audio zusammen.

Aktionäre und Investoren sind von diesem Schachzug weniger überzeugt: Sie spekulieren, dass Sony auf diese Weise vorhabe die Verluste der mobilen Sparte zu verschleiern. Denn wenn alle Abteilungen unter ein Dach rücken, könnte Sony womöglich nur noch die Gesamtergebnisse für die große Abteilung nennen. Das Ergebnis wäre weniger Transparenz über die Erfolge bzw. Misserfolge der einzelnen Sparten. Beispiel: Wenn Sonys mobile Sparte weiterhin schwächelt, aber sich die Kameras super verkaufen, dann würde sich das in den Resultaten quasi ausgleichen.

Entsprechend bemängeln Analysten, dass Sony hier nur die Probleme verschleiern bzw. aufschieben würde. So werde sicherlich der Druck von außen sinken, wenn nicht mehr klar erkennbar sei, wie schlecht die mobile Sparte laufe. Das ändere aber eben nichts daran, dass es womöglich an der Zeit sei die Xperia-Marke aufzugeben. Genau das ist eine anhaltende Forderung aus den Investoren-Kreisen.

Sony bestreitet, dass die Zusammenlegung der Abteilungen jenes Ziel verfolge. Vielmehr gehe es darum Synergien zu schaffen, wovon neben der mobilen Abteilung auch die anderen Geschäftsbereiche profitieren sollen. Am Ende werde man die Ergebnisse weiter transparent ausweisen. Man wolle aber an der Xperia-Sparte festhalten, denn sie sei auch aufgrund der anstehenden Veränderungen durch 5G ein wichtiger Bestandteil von Sony.

In den letzten vier Quartalen hat Sonys Xperia-Sparte rund 913 Mio. US-Dollar an Verlusten angehäuft. Mit Fernsehern und auch Audio konnte Sony hingegen im gleichen Zeitraum ca. 740 Mio. US-Dollar an Gewinn einfahren. Die Kamera-Sparte läuft sogar noch besser und erzielte im gleichen Zeitraum etwa 800 Mio. US-Dollar als Gewinn. Investoren sehen deswegen immer noch die logische Konsequenz: Das Ende der Xperia-Smartphones.

Offenbar kann man sich bei Sony aktuell aber nicht dazu durchringen. Stattdessen fallen die genannten Abteilungen in Zukunft unter das Dach der neuen Sparte für Electronics Products and Solutions. Jene soll ab dem 1. April 2019 bestehen.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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8 Kommentare

  1. Marko Hoffmann says:

    Dann wird das wohl nichts mehr mit einem aktualisierten Sony Tablet. Oder einem neuen Mobiltelefon aus der Compact Reihe. Schade.

  2. Cool, dann gibt es bald ein 65 Zoll Smartphone mit integrieter Soundbar von Sony! 😉

  3. Ich habe die Lösung. Baut ein noch längeres hässlicheres Smartphone mit maximal durchschnittlichen Specs.

  4. Auch Sony ist ein alter Hersteller der 90er. Sony Ericsson konnte einige Erfolge feiern, zum Beispiel mit dem K750i. Mir sind die Smartphones der Neuzeit mit hohen Preisen und anspruchslosem Design in Erinnerung geblieben. Kaufen würde ich derzeit kein Sony Smartphone. Sony wird die Sparte am Leben halten wollen, wenn die mal raus sind, dann sind sie es dauerhaft, da wieder Fuß zu fassen ist vermutlich nicht so einfach möglich, wenn jetzt schon Absatzprobleme da sind. Es ist immer wieder erstaunlich wie sich die Verhältnisse ändern können, heute nich uptodate, morgen schon völlig uninteressant.

  5. Da hat sich doch ein Manger oder gar CEO vorteilhaft ausgedrückt da früher die Cam Sparte absolut nicht interessiert daran war Hausintern der Handysparte mit guten Cams zu beliefern. Angeblich soll damit das nicht mehr passieren, könnten die Sony endlich spiten Sensoren bekommen…
    Die haben noch das letzte 5″ Gerät am Markt mit Android was Dual Sim + mSD angeht… drunter gibts glaub eh nix mehr Nahmhaftes wo man überhaupt ne Chance auf Updates hat.

  6. bei den heutigen DAUs sind halt nur noch Phablets mit ‚fancy‘ Selfie Cams wichtig, sowas wie die Compact-Serie mit Power-Smartphones und länglicher Update-Versorgung unter 5″ interessiert den Main Stream (s.o.) nicht mehr… wozu auch, kaufen doch eh jedes Jahr einen ganz tollen neuen Prügel.

  7. Nun, wenn es wirklich ein Problem ist, dass die Kamerasparte die Mobile Sparte aus Konkurenzgedanken nicht richtig unterstützt hat ist das ja ein logischer Schritt.
    Ich verstehe auch Sony, dass man an der Mobilen Sparte festhalten will, da es dort auch um zukünftige Schlüsseltechnologien geht welche auch jederzeit wichtig für die anderen Sparten sein kann.

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