Microsoft soll erneut zahlreiche Stellen streichen

Microsoft befindet sich, seit Satya Nadella an der Spitze des Unternehmens steht, in einem größeren Umbruch. Bereits letztes Jahr wurden nach der Übernahme von Nokia tausende Stellen gestrichen. Die New York Times berichtet nun, dass Microsoft noch einmal den Rotstift in der Personalabteilung ansetzt und weitere Stellen im Bereich Hardware streichen wird. Das soll bereits heute bekanntgegeben werden.

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Ende März arbeiteten bei Microsoft weltweit mehr als 118.000 Menschen. Das ist eine ganze Menge, viele von ihnen sind auch in Sparten beschäftigt, die nicht wie erwünscht laufen. Satya Nadella äußerte sich in einer Mail bereits dahingehend. Man müsse schwere Entscheidungen in Bereichen treffen, die einfach nicht funktionieren. Auch müsse man Probleme lösen, um einen Wert für den Kunden zu schaffen.

Bereits vor einem Jahr kündigte Microsoft die Streichung von 18.000 Stellen an. Das war für die betroffenen Mitarbeiter natürlich ein Schock. Diese 18.000 Stellen wurden hauptsächlich im Zusammenhang mit der Nokia-Übernahme gestrichen, anscheinend genügt dies aber nicht. Gerade das Smartphone-Geschäft läuft bei Microsoft alles andere als gut, weshalb auch damit gerechnet wird, dass Microsoft hier große Abschreibungen aus der Nokia-Übernahme bekanntgeben wird.

Entlassungen sind immer eine schlimme Sache, aber ein Unternehmen muss wirtschaftlich arbeiten, da kann auch Microsoft nichts daran ändern. Ein Unternehmen der Größe von Microsoft kann schwache Abteilungen zwar einen gewissen Zeitraum „mitschleifen“, irgendwann ist dann aber der Punkt da, wo es sich einfach nicht mehr rentiert, wenn zum Beispiel keine Aussicht auf Besserung besteht.

Gleichzeitig kann man aber davon ausgehen, dass Microsoft das Smartphone-Geschäft nicht komplett aufgeben wird. Dazu ist dieser Bereich heute viel zu wichtig. An dieser Wichtigkeit wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern. Sollte Microsoft Details zu den Entlassungen bekanntgeben, werden wir Euch informieren.

Update: Und da ist auch schon die Bestätigung von Microsoft. Durch eine Umstrukturierung werden 7.800 Stellen gestrichen. Hauptsächlich im Bereich mobiler Hardware. Man möchte mit dem umstrukturierten Hardware-Geschäft wird es keine Fokussierung auf ein alleiniges Smartphone-Geschäft mehr geben, sondern Microsoft möchte ein Hardware-Ökosystem für alle Geräte schaffen. Passt natürlich zur aktuellen Software-Strategie, außerdem können dem Nutzer so perfekt aufeinander abgestimmte Geräte kredenzt werden.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

11 Kommentare

  1. Das ist nur der Anfang.

    Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Microsoft in 5-10 Jahren überhaupt noch 1/3 der heutigen Marktkapitalisierung hat.

  2. Lanny Myer says:

    @Naty: Das wurde schon 100.000x von Trollen vorausgesagt, bisher komischerweise nie eingetreten…. ich erinnere an… Windows XP ist der Untergang für Microsoft, Windows Vista ist der Untergang für Microsoft, Windows 8 ist der Untergang für Microsoft….

  3. Glaubt ernsthaft jemand, dass Windows Phone dadurch größere Verbreitung findet oder gar den Durchbruch auf dem Markt schafft?

    Microsoft streicht seine eigene Hardwareabteilung zusammen und muss diesen wirtschaftlich wahrscheinlich notwendigen Schritt irgendwie verkaufen. Meiner Einschätzung nach ist das ein Wendepunkt in der Mobilstrategie. Wenn es MS jetzt nicht gelingt, mit Windows 10 auch mobil bei Fremdherstellern zu punkten, war es das. Dann können sie in drei Jahren die Sparte komplett dicht machen und einen Androiden mit Windows Oberfläche auf den Markt bringen.

    Es ist natürlich frustrierend und schwer verständlich, wie ein Riese mit solch gigantischer Marktmacht eine Sparte fast völlig verpennt und den Anschluss trotz guter Geräte einfach nicht schafft, aber so ist die Welt nun einmal.

    So ähnlich ging es in den Neunzigern eine Firma wie IBM, die trotz des tollen OS/2 einfach kein Bein an die Erde gekriegt haben.

  4. niknator says:

    Das Problem ist, dass die Leute Windows Phone keine oder zumindest keine richtige Chance gegeben haben. Die meisten bleiben bei ihrem System und Microsoft war einfach zu spät. Ich mochte es anfangs auch nicht, habe mich aber drauf eingelassen und habe ein unfassbar stabiles und auf allen Geräten unfassbar schnelles System vorgefunden. Und die Live Kacheln machen Sinn, muss viele Apps erst gar nicht öffnen und bin schon informiert. Es wäre ein riesen Verlust für die Tech Welt bei einem Rückzug Microsofts aus der Mobilsparte.

    Windows 10 Mobile ist noch viel besser aber wenn keiner es beachtet hilft es auch nichts.

    Wird die nächsten 2-3 Jahre auf jeden Fall spannend für Microsoft. In Europa ist es auf jeden Fall nicht allzuweit hinter iOS zurückgefallen und in Italien wieder vorne.

  5. Ich glaube eher, dass durch die Übernahme von Nokia bei Microsoft Stellen doppelt besetzt waren, die natürlich alle Geld kosten. Das hat nichts damit zu tun, dass Microsoft nicht an die mobile Sparte glaubt.

  6. @niknator

    Windows Phone wird keine Chance gegeben? Dieses Schicksal teilt es nun einmal mit dutzenden anderen Systemen oder Gadgets. Ob das von mir erwähnte OS/2, die diversen Linux Distris, ob Betamax, Laserdisc, Firewire, Thunderbolt, Jolla, was auch immer…

    Schon seit jeher gibt es Entwicklungen, die der Markt einfach nicht annimmt, egal wie stark die Firmen dahinter oder gut die Produkte sind. Ich habe schon seit einiger Zeit das Gefühl, dass Windows Phone und auch Windows selbst trotz unbestrittener Qualität irgendwann dazu gehören werden.

    Microsoft war einfach 2-3 Jahre zu spät im Markt und das konnten sie nie aufholen. Dazu kommt die Hardwarestagnation bei Windows Phone, die den nach Neuigkeiten lechzenden Markt schlicht ignoriert.

    Da werden Geräte wie das Lumia 930 noch als heißer Schei* beworben, während andere Geräte schon mit dem Nach-Nach-Nachfolgeprozessor unterwegs sind. Das ist einfach nur traurig.

    Ich habe selbst einige Zeit ein Windows Phone besessen und war sehr angetan von der Qualität des Systems, bin dann aber wieder weg von der Plattform, weil viele Apps dann doch nicht erhältlich oder lieblos umgesetzt waren. Was MS auch nur bedingt vorzuwerfen ist, denn sie versuchen es immerhin, aber genauso gut könnte man sich aufregen, dass die meisten Spiele nicht unter Linux laufen.

    In diesem extrem schnell drehenden Markt, in dem sich Google und Apple einen nicht enden wollenden Kampf auf extrem hohen Niveau liefern, hat ein Dritter eben die schlechtesten Karten. Egal wie gut Windows 10 am Ende wird.

    Irgendwie schade, aber so ist das nun einmal.

  7. niknator says:

    Ich denke auch nicht, dass sie jetzt oder in den nächsten Jahren aussteigen, dazu ist die Mobilsparte viel zu wichtig und jetzt wo sie Erfolge in Europa und der dritten Welt haben auch nicht der richtige Zeitpunkt.

  8. Sologisch says:

    Das Problem ist das die Leute 1. nicht verstehen *WIESO* niemand Microsoft mag ! ( einfach mal it-historie lernen) 2. niemand außer obertrottel zuhause Arbeitsgeräte haben wollen.

  9. niknator says:

    @sologisch ohne Microsoft kein Apple siehe Rettungsaktion durch Bill Gates und Steve Jobs. Ohne Apple keine Tech World wie wir sie heute kennen. Das Problem was Microsoft hat sind Trolle wie du. Da haben wir es.