Microsoft warnt vor großer Abschreibung durch Nokia-Übernahme

Letzte Woche gab Microsoft Geschäftszahlen heraus, erklärte einen Umsatz von 1,4 Milliarden Dollar mit 8,6 Millionen Windows Phone Smartphones. Was eigentlich gar nicht negativ aussieht, wird dann negativ, wenn man die Kosten des Umsatzes mit einbezieht. Diese lagen nämlich bei 4 Millionen Dollar höher als der erwirtschaftete Umsatz, wie aus einem Dokument hervorgeht. So soll Microsoft bei jedem verkauften Mobiltelefon mindestens 12 Cent Verlust gemacht haben, in den Lumia-Reihen dürfte dieser Wert jedoch noch viel höher liegen, da in die Verkäufe auch normale Handys mit einbezogen sind.

Lumia640

Microsoft übernahm Nokia für 7,9 Milliarden Dollar, eine Summe, die man wohl zumindest teilweise abschreiben wird, so wie man es auch schon nach der Übernahme von aQuantive 2012 gemacht hat. Seinerzeit wurde das Unternehmen für 6,2 Milliarden Dollar erworben, brachte aber nicht den erhofften Umsatz. Dieser wird auch von der mobilen Hardware-Sparte nicht gebracht. Zwar konnten die Verkäufe von Lumia-Smartphones um 18 Prozent gesteigert werden, mit welchen Kosten dies aber verbunden ist, sieht man jetzt.

Microsoft CEO Satya Nadella erklärte, dass man die Kosten verringern müsse. Dies soll so schnell wie möglich geschehen, während man die Pläne für Windows 10-Hardware ausführt. Welchen Einfluss die ganze Geschichte auf Windows Phone-Hardware haben wird? Vermutlich noch mehr günstige Geräte, um über die Masse wieder Licht zu sehen. Davor sollten aber die Kosten in der Tat reduziert werden, bringt ja nichts, wenn man noch mehr Geräte mit Verlust verkauft.

(Quelle: Computerworld)

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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8 Kommentare

  1. Oder Preise erhöhen.
    Übrigens ein passendes Beispiel dafür, warum ich die allgemein gültige Meinung der Wirtschaft, den Umsatz als höherwertiges Maß als den Gewinn zu betrachten, nicht nachvollziehen kann. Jaja, ich kenne die Formeln für Wirtschaftlichkeit, Rentabilität etc. Es macht in meinen Augen trozdem keinen Sinn.

  2. Microsoft wird auch weiterhin die Geräte stark subventionieren, schlicht und ergreifend aus dem Grund weil sie aktuell keine andere Wahl haben.
    Das „Experiment“ Windows Phone offiziell als gescheitert anzusehen kann sich Microsoft nicht erlauben, also bleibt ihnen überhaupt nichts anderes übrig als weiter zu versuchen durch Subventionen der Geräte eine relevante Marktgröße zu erreichen. Gelingt ihnen dies mittelfristig nicht, wovon ich aktuell ausgehe, wird Windows Phone irgendwann eingestellt und/oder bekommt einen Nachfolger. Wahrscheinlicher ist letzteres.

  3. Jetzt weiss Microsoft, warum Nokia die Sparte verkauft hat. Oder weshalb das Iphone am Markt kostet, was es kostet. Daraus den Schluss zu ziehen, selber Smartphones zu überhöhten Preisen anzubieten, ist sicher falsch. Der Kunde muss das Gerät auch haben wollen.

  4. „[…]wird Windows Phone irgendwann eingestellt und/oder bekommt einen Nachfolger. Wahrscheinlicher ist letzteres.“ Der Nachfolger ist doch gerade in Entwicklung.

  5. Das Problem mit Windows Phone ist diese grässliche Benutzeroberfläche. Ich meine nicht mal die Kacheln – die finde ich sogar genial! Aber was dann kommt, wenn man mal auf eine der Kacheln gedrückt hat, treibt einem die Tränen in die Augen. Das ist einfach unattraktiv und weit, weit von dem entfernt, was man von iOS oder Android kennt. Es ist Murks. Dazu noch fehlende Funktionalität in einigen Bereichen. Vielleicht bekommen sie es mit Windows Phone 10 endlich hin, aber ich habe da so meine Bedenken.

  6. Ich war von Anfang an zwar kein Fan dieser Kacheln und vor allem nicht von Windows 8, aber mit Windows 10 hat MS etwas in den Startlöchern, was bezüglich des Nutzens und Synchronisierens von Programmen, der eigenen Arbeit bzw. des gesamten „Lebens“ auf multiplen Geräten schon als sehr heißes Eisen bezeichnet werden kann.

    Es gibt genügend Leute, die sich an die „Kacheln“ sogar auf dem Desktop gewöhnt haben (und Generationen werden folgen) und so schlimm finde ich für Smartphones das Kacheldesign gar nicht mehr (Ob nun einzelne Icons und Widgets irgendwie auf meinem Android platziert oder das ganze farbig als Kacheln und Livekacheln… wenn es dann so aussieht wie auf dem Tablet und PC, warum nicht?).
    Soll heißen, der Effekt, den Google bisher sehr erfolgreich gemacht hat (ja, bei google+ hat es trotzdem nicht funktioniert), obwohl alle das offensichtliche gesehen haben und rumgeheult haben was da immer für Bloatware auf den Android Handys ist, nämlich ihre Apps so zu platzieren, dass viele sie nutzen und keinen Grund sehen zu Alternativen zu wechseln, wird bei Microsoft noch um einiges stärker werden

    Lange Rede kurzer Sinn, es macht für MS jetzt ja auch gar keinen Sinn Windowsphones als gescheitert zu verurteilen, wenn mit Windows 10 wahrscheinlich das kommt, was eigentlich schon von Anfang an hätte da sein müssen, weil es Microsofts Hauptstärke ist.

  7. In der derzeitigen Marktposition ist es für MS ein probates Mittel, den Umsatz höher als den Gewinn zu bewerten. In erster Linie muss MS sich zu­al­ler­erst auf die Marktpenetration konzentrieren, da sie den Trend etwas verschlafen hatten und der Brache hinterher liefen. Das ist eben der Preis für zu wenig Innovation und letzten Endes ein Überbleibsel aus Balmers Zeit.

  8. Ich denke wenn sie den Vorteil von Windows 10 auf Smartphone und PC ordentlich bewerben, fährt die Lumia sparte in den nächsten 2 Jahren auch Gewinne ein. Auch der Schritt das 10er Upgrade von win7 an kostenlos anzubieten ist genau der richtige Weg.

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