Meething: Neue Videokonferenz-Lösung wird durch Mozilla gefördert

Das Unternehmen ERA will eine neue, webbasierte Lösung für Videokonferenzen ins Rennen schicken und hat dafür auch Unterstützung von Mozilla eingeworben: Meething soll sich das neue Projekt nennen, ist auf der Website des Unternehmens aber noch nicht zu finden. Das Ziel ist es, mit Meething eine sichere Alternative mit dezentralisierter Basis und Peer-to-Peer-Verbindungen aufzubauen.

Da Mozilla das Projekt fördert, wird Meething auch am Fix the Internet Spring Lab der Organisation teilnehmen. Als dezentralisierte Datenbank von Meething soll GUN dienen Gesprächsteilnehmer sollen direkt miteinander verbunden werden, ohne Mittelsmann quasi. Als Partner ist auch QXIP beteiligt.

Generell möchte man da natürlich Platzhirschen wie Zoom Konkurrenz machen. Letztere wurden ja schon öfter für die Sicherheit kritisiert. Nun muss man natürlich abwarten, wie stark Meething an Fahrt kommen könnte. Apps für Videokonferenzen gibt es bekanntermaßen einige, denn auch Microsoft Teams und Google Meet spielen da jeweils ihre Rollen. Dazu kommen auch die Optionen, die euch Messenger wie WhatsApp und Skype anbieten.

Meethings soll wohl auch gut und gerne professionelle Anwender mit seinem dezentralisierten Aufbau ködern. Punkten will man, da Meethings rein über das Web ablaufen soll – es werden also weder eine App noch sonstige Downloads benötigt – abseits des Browsers an sich, den ihr ohnehin schon verwendet. Ich bin auf die weitere Entwicklung gespannt.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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11 Kommentare

  1. Richard Rosner says:

    … Und was soll jetzt der Vorteil zB gegenüber Jitsi sein? Warum arbeitet man nicht da einfach mit? Ich meine was hier steht ist exakt was Jitsi macht. Nur dass es dafür auch eine App für Android und iOS gibt. WebRTC kann offenbar nur VP8 und das läuft auf älterer Hardware ziemlich schlecht. Lediglich im p2p Modus geht H264

    • Jitsi benötigt einen Server, das hier, so wie ich es verstehe, nicht.

    • Es gibt viele Projekte abseits von Jitsi, die auch Videokonferenzen Open Source und am liebsten noch P2P anbieten. Zu nennen ist hier Jami, Brie.fi/ng und Palava.tv. Alle drei arbeiten mit p2p. Allerdings sieht man zumindest bei Jami und Palava.tv gut, dass der P2P Ansatz auch an seine Grenzen kommt. Jami schafft bisher je nach Internetanbindung und Rechnerleistung maximal 16 Leute gleichzeitig in einer Konferenz, Palava.tv lediglich fünf. Hier zeigt sich die Stärke von Jitsi, dass bei Kombination mehrerer Videobridges mehr als 100 gleichzeitige Teilnehmer in einer Konferenz schafft. Übrigens: WebRTC kann nicht nur VP8. Jitsi arbeitet grad an einer VP9 Integration.
      Ich denke der Grund, warum Mozilla Meeting unterstützt ist, weil zum Beispiel Jitsi im Firefox noch nicht rund läuft und man gern eine Lösung unterstützen will, die mit Firefox funktioniert. Dazu arbeitet Meething wohl mit einem neuen Datenbanksystem und hat wohl auch den Anspruch, eine Konferenzlösung auf Zoom Niveau, also mit vielen Nutzern gleichzeitig, auf Basis von p2p zur Verfügung zu stellen, ohne dass die Meetings über zentrale Server laufen. Bei diesem Ansatz kann ich schon verstehen, dass Mozilla sie unterstützt. Allerdings habe ich mich auch schon gefragt: Warum arbeiten sie nicht alle zusammen an einer Lösung. Ich mein würde man es schaffen z. B. bei Jitsi die Anzahl der Teilnehmer, die per P2P möglich sind, zu steigern auf meinetwegen 10-15 Leute, könnte man Jitsi Instanzen massiv entlasten und müsste darüber nur noch die großen Meetings laufen lassen. Damit ließe sich sicherlich auch die maximale Teilnehmerzahl erhöhen und Server Power sparen.

      • Richard Rosner says:

        Meine Rede. Aber ich glaube p2p will man bei Jitsi nur in Verbindung mit e2e Verschlüsselung ausbauen. Und das geht wohl aktuell noch nicht sinnvoll. Aber in Chrome Canary wurde vor kurzem wohl ein Flag eingebaut, das eine Umsetzung eines entsprechenden Standards mit sich bringt. In einigen Monaten sollte das also umsetzbar sein.

        Und dass Jitsi mit FF nicht so ganz rund läuft ist doch noch ein Grund mehr dass Mozilla da mithelfen sollte. Denn das heißt dass sie WebRTC noch nicht gut genug unterstützen.
        Und VP9 wäre noch schlimmer. Da gibt es zwar bei neuer Hardware mehr Geräte die das in Hardware verbreiten können, aber ältere Hardware bekommt dann noch mehr Probleme, weil VP9 für die CPU noch anstrengender ist.

      • FriedeFreudeEierkuchen says:

        „Hier zeigt sich die Stärke von Jitsi, dass bei Kombination mehrerer Videobridges mehr als 100 gleichzeitige Teilnehmer in einer Konferenz schafft.“
        In unseren Tests war die Bandbreite bei den Endnutzern der Flaschenhals. Sobald jemand eine schlechte Anbindung hatte, gab es Probleme, sobald die Zahl der gleichzeitigen Nutzer zu hoch war (die gleichen User konnten über Zoom aber noch teilnehmen).
        Daran können mehrere Videobridges doch auch nichts ändern, oder? Wie sieht so eine Multi-Bridge Struktur aus?

        „Ich denke der Grund, warum Mozilla Meeting unterstützt ist, weil zum Beispiel Jitsi im Firefox noch nicht rund läuft“
        Dafür gibt es ein (noch) offenes Ticket bei Mozilla und auch bei Jitsi. Beide sind schon dran und eventuell ist es inzwischen sogar schon gelöst. Das dürfte also kein Grund für die Entscheidung für Meethings sein.

        • Ich denke, was so Erfahrungen mit so einer Multibridge-Struktur betrifft, solltest du mal bei Freifunk München anfragen. Sie betreiben eine solche Struktur und haben bisher gute Erfahrungen gemacht. Sie haben auch vor kurzem einen Loadtest mit 101 Teilnehmern veranstaltet und da scheint es keine Probleme gegeben zu haben mit einem Flaschenhals beim Endnutzer. Zudem gibt es da ja noch mehr Parameter, als rein die Verwendung von Jitsi. Zum Beispiel ist es ja möglich, die Qualität runterzufahren. Eine Qualitätseinstellung gibt es bei Jitsi. Das spart Bandbreite und sicherlich auch Serverkapazität. Die Betreiber von Fairmeeting lassen die Meetings deswegen in SD-Qualität laufen und nicht in HD. Sie bietet auch eine Instanz mit HD an, jedoch wird die nicht so groß beworben. Auch bei Zoom ist HD übrigens standardmäßig deaktiviert – und ich glaube, das hat gute Gründe…

          Zum Thema Firefox: Mit Firefox 78 soll das Problem gelöst sein. Das war zwar schon für Firefox 76 versprochen, aber jetzt soll es wohl endlich in die Tat umgesetzt werden. Mal schauen, wie es dann am Ende aussieht.

          • FriedeFreudeEierkuchen says:

            Danke für die Antwort. Bei vielen Teilnehmern macht für mich HD Streaming auch überhaupt keinen Sinn. Wüsste nicht, was das irgendwem an Mehr bringen sollte. Man sieht auch schon oft in SD mehr Details, als man eigentlich will 🙂
            Wichtig ist höchstens das Screensharing mit guter Qualität.

            Zu Jitsi: Unser Problem ist, dass wir zwar Bedarf für große Meetings haben, aber unsere Finanzen derzeit noch keine fetten Server hergeben. Bei den freien Servern haben wir selbst eine 10er Konferenz nicht hinbekommen.

            • Richard Rosner says:

              „Fette Server“ brauchst du da nicht. Ich weiß nicht, was ihr unter groß versteht, aber wenn auf dem Server nichts anderes läuft, sollten die meisten Szenarien mit 4 CPU Kernen und ca 4 GB RAM auskommen. Kommt natürlich auf die Anzahl der Nutzer an, aber ich habe nicht das Gefühl, dass es einen nennenswerten Unterschied für den Server macht, ob man Video streamt oder nicht.
              Meine Erfahrung ist, dass ich auf meinem Laptop mit einem Core i5 der 4. Generation nur Jitsi nutzen kann, wenn höchstens eine Bildschirmübertragung läuft. Für alles andere steige ich lieber auf mein Smartphone um. Die Qualität auf meiner Seite ist ganz akzeptabel, aber meine Qualität bei anderen ist wohl eher schlecht.
              Und das bei nur 3 – 4 aktiven streams. Ich schätze Mal, die CPU im Laptop ist einfach zu schlecht. Hingegen der SD 670 Im Handy kann VP8 in Hardware verarbeiten.

              Allerdings kann man Jitsi auch Recht detailliert einstellen. zB gibt es eine Funktion, welche die HD Übertragung abschaltet, wenn sie länger nicht genutzt wurde. Also wenn man länger nichts gesagt hat. Die Standardauflösung lässt sich auch einstellen.

            • Noch eine kleine Ergänzung : mir ist zudem auch noch aufgefallen, dass eine schlecht konfigurierte Instanz auch kleinste Meetings unmöglich macht. Ich war mal auf einer Instanz, da liefen die User, die über den Browser kamen super. Bei den Mobilnutzern gab es jedoch Störgeräusche, Aussetzer und sie waren ständig asynchron. Wir haben dann den Server gewechselt und schon war das Problem gelöst. Das ist auch noch so ein Faktor, der eine Rolle spielt. Ich persönlich nutze meist entweder die offizielle Instanz oder Fairmeeting. Bei Fairmeeting gefällt mir gut, dass ab einer Konferenz von 10 Nutzern nur noch die aktiv beteiligten Nutzer mit Webcam laufen. Alle anderen sind deaktiviert. Sobald man wieder was sagt, schaltet sich dann die Webcam wieder an.

  2. Gut. Aber da kommt mir in Erinnerung, dass ausgerechnet Mozilla eine einfache und eingebaute Funktion für Videokonferenzen hatte. Firefox Hello. Nur das finden des Gesprächspartners war manuell, keine Kontaktliste sondern Linkaustausch.

    Dann haben sie das entfernt. Muss mich jetzt mit Skype quälen lassen.

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