Matìas Duarte: Smartwatches sind wie elektrische Dosenöffner

Die Smartwatch versucht nun seit geraumer Zeit, die Handgelenke der Menschheit zu erobern. Bisher mit mäßigem Erfolg. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass viele einfach keinen Sinn in einem solchen Gadget sehen, vor allem nicht, wenn es öfter an der Steckdose als am Handgelenk hängt. Matìas Duarte, seines Zeichens Google Vizepräsident und mitverantwortlich für Googles Material Design, findet es gar nicht so schlimm, dass die Nutzer bisher keine Smartwatch wollen, denn das soll sich von alleine erledigen.

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In einem Interview mit Bloomberg erklärte er, das Smartwatches bisher nur für Fitnessbegeisterte interessant sind, ebenso wie für Menschen, die viele Benachrichtigungen erhalten. Er führt dabei einen doch sehr passenden Vergleich an. Smartwatches seien wie elektrische Dosenöffner. Man braucht keinen, kauft vielleicht auch keinen, weil er groß und mit Kabeln versehen ist. Nutzt man ihn aber, weiß man schnell den Komfort zu schätzen.

Letztendlich will Duarte aber darauf hinaus, dass Smartwatches immer noch ein Stück Zukunft sind. Es wird die Zeit kommen, in der Wearables in jeglicher Form wie Apps heute behandelt werden. Das mag vielleicht noch eine Weile dauern, aber der Personal Computer wird eine Reihe an Smart Devices sein, nicht mehr nur ein Gerät, das man für alle Aufgaben nutzt. Ob unter diesen Smart Devices dann auch eine Smartwatch ist, wird der Nutzer selbst entscheiden. Aktuell sind Smartwatches jedenfalls nice to have, bringen aber für den Großteil der Leute keinen wirklichen Mehrwert, was dann wiederum auf einen Verzicht hinausläuft.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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10 Kommentare

  1. ‚Nice to have‘ oder ‚Erst im Verzicht zeigt sich der wahre Meister‘. Letzteres ist von Goethe.

  2. plantoschka says:

    Eine Meinung unter vielen.

    Da Apple in den Markt eingestiegen ist, wird auch dieser Markt sehr lukrativ werden und mit vielen Innovationen aufwarten. Deshalb setzen ja auch alle großen Hersteller drauf. Wird Zeit das Microsoft auch eine „echte“ Uhr raußbringt um dann nicht wieder hinterher zu laufen.

  3. Wer wird schon einen Zusammenhang zwischen Amokläufern und bevorzugter technischer Entwicklung sehen…

  4. „Die Smartwatch versucht nun seit geraumer Zeit“ … solang ist es auch noch nicht her das die ersten einigermaßen brauchbaren Uhren auf den Markt kamen…alles noch in Entwicklung.

  5. Elektrische Dosenöffner waren vor 30 Jahren mal in Mode. Meine Mutter hatte auch so einen geschenkt bekommen, dann stand das Ding in der Küche rum und hat viel Platz weggenommen. Irgendwann ist es erst in den Keller und dann in den Müll gewandert, der herkömmliche Dosenöffner war halt doch kleiner und handlicher, die Vorteile des elektrischen Öffners haben dessen Nachteile nicht aufwiegen können.
    Mag sein, dass das mit Smartwatches genau so kommt.

  6. Schob komisch: erst wurden die Smartphones mitunter mit dem Argument, „dass man dann nicht mehr so viele Geräte auf einmal benötigt“ verkauft. Jetzt soll man wieder mehrere Geräte mit sich führen. Da braucht man keine 20 Jahre Berufserfahrung in einer Consulting-Firma um zu erahnen, was Dehm Konsumenten wohl lieber sein wird.

    Offtopic: da die Apple Watch mit dunklen Tattoos nicht so recht will, hat jemand mit einer dunklen hatte Erfahrungen damit gemacht? Hatte bisher noch keine Möglichkeit zum Selbsttest

  7. @kOOk es is auf Dosenöffner allgemein bezogen und um in der Metapher zu bleiben: Wer Dosen kauft braucht auch einen öffner oder er bekommt nich den vollen Inhalt ausgeschöpft. Wobei viele Wege und Geräte Dosen öffnen können. Auf Gewohnheit/Effizienz/Handhabung kommts an

    @Michel Android Wear lässt sich auch mit Tablets nutzen anders als Apple… Es sollte auch nich als weiteres Gerät zu sehen sein sondern in sachen Apps als Gimicks…

  8. Niemand konnte sich vor langer Zeit vorstellen, das man ein stinkendes und lautes Gefährt nutzen möchte, welches man später Auto nannte.
    Heute wollen alle eins haben, manche gar zwei oder drei.

  9. @hotti: Und mit diesem stinkenden Gefährt stehen sie nun alle als Stau in der Landschaft herum und wundern sich, das es nicht das tut, was es tun sollte und den Zweck nicht erfüllt, den sie sich erhofft haben…

  10. coriandreas says:

    Die großen Alleskönner werden mittlerweile immer größer mit der Hoffnung, dass ein größerer Akku reinpasst, damit die Laufzeit erhöht wird. Aber irgendwann wird den Leuten so ein Ding zu groß. So geht die Entwicklung zu vielen kleinen Geräten, die alte analoge Geräte ersetzen, die aber den Energieverbrauch des einen großen Gerätes locker überholen – meine Prognose. Das große Gerät hat man dann noch dazu. Aus Gewohnheit. Und wegen des größeren Bildschirms.

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