Kommentar des Instituts für Internet-Sicherheit zur geplanten Drosselung der Telekom-Anschlüsse

Auch das Institut für Internet-Sicherheit an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen hat eine Meinung zur geplanten Drosselung der Anschlüsse durch die Deutsche Telekom. Aus diesem Grunde hat man einen mehrseitigen Kommentar verfasst, der mit Beispielen und Fakten aufwartet. Die Autoren des Dokuments, Barchnicki, Sparenberg und Pohlmann, rügten die Pläne der Telekom als „Entwicklungsbremse“ und „Innovationsblockade“ für den Internetstandort Deutschland.

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[werbung] Grundlage für die Argumentation der Verfasser bilden Analysen, die durch institutseigene Instrumente wie dem „Internet-Kennzahlen-System“ (IKS) generiert werden konnten. An zahlreichen Beispielen zeigen die Autoren, dass die geplante Daten-Obergrenze weitreichende Auswirkungen auf die Verfügbarkeit und Infrastruktur von Online-Diensten zur Folge haben wird.

Die Einführung der neuen Tarifstruktur käme einem Verstoß der Netzneutralität gleich, da sich der bisherige Zugangsprovider Telekom durch seine von der Drosselung unberührten Produkte wie „Entertain“ zu einem Inhaltsprovider verwandle, gleichzeitig aber konkurrierende Inhaltsanbieter systematisch benachteilige.

Barchnicki, Sparenberg und Pohlmann kommen zu dem Schluss, dass eine Einführung der neuen Telekom-Tarifstruktur fatale Konsequenzen für die deutsche Wirtschaft habe, die auf ein leistungsfähiges und flexibles Internet angewiesen sei.

So heißt es unter anderem zum Thema Netzneutralität und bevorzugter Dienste:

So ein Vorhaben stellt eine Gefahr für den freien Netzzugang und ein Verstoß gegen die Netzneutralität dar, da der bisherige Zugangsprovider Telekom zu einem Contentprovider (Inhaltsanbieter) avanciert, und gleichzeitig andere Contentprovider auf dem Markt sehr stark benachteiligt oder diese gänzlich ausschließt. Ein Beispiel für diese Benachteiligung wäre das gesonderte Medienangebot der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, das Online-Radiohören und Internet-Fernsehen beinhaltet. Die verantwortlichen Medien hätten mit der Einführung der neuen Telekom-Tarifstruktur klar das Nachsehen.

Guter Kommentar der Jungs aus Gelsenkirchen, welches ihr hier in voller Form lesen könnt.

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caschy

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21 Kommentare

  1. Klare Worte. Danke.

  2. Es ist wirklich ein Anachronismus, was hier geplant ist, im mobilen habe ich jetzt mein Volumen auf 5 GB hochsetzen, lassen, weil man eben keine MusikCDs mehr kauft, sondern mit napster 18 Millionen Songs immer dabei hat, die Möglichkeit was im Vorfeld downzuloaden nutze ich schon gar nicht, würde nicht zu der modernen Wolkenwelt passen, die die Telekom im Festnetz nun torpedieren will, wo ich doch gehofft hatte, auch im mobilen kommt nun endlich der erste Anbieter mit einer „echten“ Flat auf den Markt….(;-(

  3. Na da kann man allen Telekomkunden nur den Rat geben durch einen sofortigen Anbieterwechsel ihren Missmut zu äußern. Und die Telekom boykottieren.

  4. günter wagner says:

    kann mich da tomme nur anschliesen.. früher haben sie der konkurrenz auf der leitung gestanden oder auch gezielt gestört… heute machen sie es so.
    wenn die telekom nicht genug geld verdient sollte mann ev. am personal sparen. denn wenn es eine störung in der leitung gibt kommen 3 techniker.. die dann einen bauunternehmer beauftragen das loch zu buddeln um dann einem kollegen bei der arbeit zuzuschauen… aber die störung ist dann in 6 std. behoben….

  5. @ tomme
    so leicht ist das leider nicht, geht man zu nen „Reseller“ wie z.B. 1&1 etc. bekommt die Telekom dennoch ihr Geld durch die Vermietung ihrer Leitungen. Ich beziehe mein Internet über Kabe… nur habe ich keine Ahnung ob sich die Drosselung auch hier auswirken wird… man darf gespannt bleiben

  6. das tolle ist ja auch das am 01 eines monats alle mit voll speed surven und ab dem 15 eines monats die leitungen alle frei sind weil kaum einer für mehr gb zahlen wird.

    solche seiten wie twitch.tv sind damit wohl für mich leider tot 🙁

    sollen die halt wie kabel deutschland auf 60GB pro tag begrenzen …

    und ab 2016 gibs wieder LAN partys 😀

  7. Wenn es bei uns einen anderen Anbieter wie die Telekom geben würde wäre ich weg. Aber da an vielen Orten nur Telekom verfügbar ist muss man sich ausnutzen lassen.

  8. macdefcom says:

    Gibt’s zu der Problematik eigentlich noch keine Petition im Netz? Es ist doch Wahljahr in Deutschland!

  9. Wann kommt denn irgendwo eine Aufstellung welcher Provider nicht drosselt und welche Anbieter der Telekom Geld wieviel bringen oder auch nicht. Ich werde den Vertrag bei der Telekom kündigen und habe wegen Vertragsbindung noch ein wenig Zeit zur Auswahl. Wenn die Telekom früher umstellt kann ich noch schneller weg.

  10. Ich hoffe ich habe keine Ironie überlesen, ihr beiden 🙂
    @macdefcom: http://www.change.org/de/Petitionen/deutsche-telekom-ag-drosselung-der-surfgeschwindigkeit-stoppen wurde jedoch heute schon abgegeben mit gut 130.000 Stimmen.
    @Dirk http://www.werdrosselt.de

  11. sebweber says:

    @Jens:

    Laut dem Bericht vom Caschy über die Vertragsdetails, sagt der Vertrag, dass „Die Zählung des übertragenen Datenvolumens beginnt jeden Monat mit dem Kalendertag der betriebsfähigen Bereitstellung des aktuellen Call & Surf-Produktes.“ Das heißt, als Stichtag gilt die Herstellung deiner Leitung.

  12. Eigentlich macht ja die Telekom nichts anderes als Appler schon seid langem.
    Sie zeingt Kunden dazu beim Verwenden des einen Angebots auch alle anderen vom gleichen Hersteller/Dienstleister zu tun.
    Bloß findets bei Apple jeder cool…

  13. Jetzt sollte man erstmal gucken wie weit die Telekom mit Ihrem „Projekt“ so kommt. Ich denke nicht das die da auf viel Liebe bei der Kundschaft und allen anderen stoßen werden. Jeder der andere Möglichkeiten hat sollte sich was anderes suchen. Dann sehen die schon wo Sie bleiben.

  14. hammelwade says:

    Ich hatte bereits erwähnt dass es in USA und Canada so ist. Soweit ich weiß hatten die da aber gar keine echten Flatrates. Langsam wehren sich die Leute allerdings und und kleinere Anbieter setzen sich durch weil sie echte Flatrates anbieten und zusätzlich eine Möglichkeit der Verschlüsslung die es den großen Providern unmöglich macht den Traffic zu bremsen sobald sie feststellen dass P2P benutzt wird. Mit dieser Drosselung kontrollieren sie Inhalte wie Video Services und sogar Skype. Warum? Damit man möglichst Ihre Fernsehangebote und ihre Telefonie nutzt. Das heißt wenn man mit Skype telefoniert hat drehen sie so stark runter dass man an Surfen gar nicht mehr zu denken braucht. Und wir bewegen uns genau auf diese Abzockscheiße zu die die User in USA und Canada schon lange satt haben. In Canada z.b. gibt es eine Art Bundesnetzagentur die Komplett besetzt ist von Marionetten der großen Provider. Nur langsam gelingt es kleinen Resellern sich zu etablieren. Und die sind aber auch wiederum abhängig von den großen weil sie ja deren Leitungen benutzen. Ich hoffe in Deutschland kommt es nicht so weit weil hier Reseller bessere Chancen haben. Aber in Canada ist es den großen auch schon gelungen durch ihre Preismodelle den Resellern das Geschäft so zu vermiesen, dass auch diese irgendwann nachgeben mussten und ihren Kunden keine echten Flatrates mehr anbieten konnten. Wollen wir uns wirklich in so eine korrupte Scheiße reinreiten? Keiner sollte mehr einen einzigen Telekomvertrag unterschreiben. Egal für was. Auch die Tochterfirmen der verbrecherichen Drosselkom sollten boykottiert werden.

    • @hammelwade stimmt. deshalb ja meine frage nach einer Auflistung positiver Anbieter die am besten auch ständig aktualisiert wird. Ich denke dass eine zu späte Reaktion der Konsumenten das von Dir beschriebene Szenario fördert oder gar irgendwann unumkehrbar macht. Laut Drosselkom machen sich ja nur die angesprochenen 3% Gedanken. Wäre doch hilfreich wenn die Kündigungen darüber lägen um dieses dummdreiste Argument zu wiederlegen.

  15. Die Telekom wird aber auch rechtliche Probleme voraussichtlich bekommen mit diesen Vorhaben. Vor allen weil deren Partner Dienste bevorzugt werden.

    Wir haben noch kein 2016 und ich könnte mir durchaus vorstellen, das die noch von ein Gericht ausgeknockt werden könnten.

    Übrigens, unsere Herr Rösler arbeitet hier wie ein Roßtäuscher. Auf die eine Seite erklärt er die Nutzneutralität und beim Treffen mit der Telekom verantwortliche scheint er nach deren Pfeife zu tanzen.

    Vielleicht gibt es eine große Spende demnächst an die FDP?

    Zum Aufruf wechseln.

    Leider ist dies für viele Kunden keine Alternative. Vor allen im ländlichen Bereich ist oft die Telekom der einzige Anbieter der überhaupt DSL anbietet. Oder die Konkurrenz bietet maximal ein 6000er Leitung während die Telekom VDSL bietet.

    • selbst bei 6000er komme ich auf über mögliche 63GB pro tag wenn kein Rechenfehler vorliegt. Bei 30 Tagen also über 1800GB theoretischer Traffic. Lohnt sich also selbst da und auch deutlich unter 6000er

  16. @Caschy: In einem aktuellen Online-Artikel der „Zeit“ zu den Drosselplänen der Telekomiker wird du übrigens erwähnt: http://www.zeit.de/digital/internet/2013-05/telekom-drossel-2016

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