KISS: Rechte verkauft, Avatare touren

Bildquelle: Pophouse Entertainment Group

KISS, die weltbekannte amerikanische Rockband, hat die Rechte an ihrer Musik sowie ihrem Namen, Bild und Aussehen an Pophouse verkauft, dem schwedischen Unterhaltungsunternehmen, das von Abbas Björn Ulvaeus gegründet wurde. Pophouse plant, den Deal zu nutzen, um eine Live-Musikshow mit Avataren der Mitglieder von KISS zu kreieren, ähnlich wie Abba Voyage. Das soll aber erst 2027 über die Bühne gehen.

Die KISS-Avatare werden von Industrial Light & Magic (ILM), einem von George Lucas gegründeten Unternehmen für visuelle Effekte (und der Lucasfilm-Abteilung), erstellt, das sein Fachwissen und seine Kunstfertigkeit mithilfe einer Performance-Capture-Technologie unter Beweis stellen muss. Die Technologie hat es ILM ermöglicht, die Gesichts- und Körperperformance der Band zu erfassen und in Kombination mit der Kunstfertigkeit und maschinellen Lerntechnologie von ILM die Grundlage für die Avatare zu bilden.

Man munkelt, dass der Deal 300 Mio. Dollar schwer ist. Zum Ende der Tour im Dezember sollen die Avatare ihren ersten Auftritt haben.

God Gave Rock ‘n’ Roll To You. Aber so eine glattgezogene Avatar-Show würde ich mir wohl nicht geben.

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Avatar-Foto

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21 Kommentare

  1. Michael W. says:

    Auf ihre alten Tage haben Paul Stanley, Gene Simmons & Co noch mal ordentlich Asche gemacht. Sind ja nun auch nicht mehr die jüngsten, es sei Ihnen gegönnt.

  2. Also ich habe mir die Abba Show in London angesehen und war begeistert – absolut irre was mitterweile möglich ist.
    Nach 5 Min hat man vergessen, das man einem „Fake“ zusieht. Die Stimmung war grandios. Ich werde nochmal hinfahren.

    Wie es auf dem Plakat stand: „It has to bee seen, to be believed“.

    • Das erging mir tatsächlich genauso und auch ich werde wieder hinfahren. KISS ist jetzt nicht so ganz meine Musikrichtung, aber ich denke, wenn es gut gemacht ist, hat es einen ähnlichen Effekt. Auch wenn Cashy schreibt, dass er sich eine „glattgezogene Show“ nicht geben würde, ich denke es wird gut. Muss eben jeder für sich entscheiden.

  3. Das letzte Konzert der Band, Anfang Dezember 2023 im Madison Square Garden, habe ich live gesehen. Am Ende sahen wir zum ersten Mal die Avatare, die an Stelle der Band die Show übernehmen.
    Im Laufe meines Lebens habe ich die Band oft genug live gesehen, bis auf einmal auch stets nur die Ursprungsbesetzung, aber was die Avatare in dem Vorstellungsvideo geboten haben, sah durchaus unterhaltsam aus. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man mit ihnen äußerst originelle und befriedigende Konzertabende gestalten könnte.

  4. Wer die Band (oder irgendeine andere) nicht vor deren (natürlichem) Ende live gesehen hat, wird das auch durch den Besuch eines solchen Avatar-Konzerts nicht ändern. Das ist letztendlich nichts weiter als ein etwas größerer, aufgepeppter Tanzclub. Bei Vocaloid nimmt man sowas hin, da Hatsune Miku & Co. ohnehin nur virtuell existieren (wobei auch da der Realitätsverlust so mancher Fans, der gerade im Herkunftsland Japan eine feste Größe in der Idol-Szene generell ist, immer wieder beängstigend wirkt), aber das hier ist wirklich nur noch Selbstverar***e. Die Industrie würde kaum so viel Geld für die Persönlichkeitsrechte der Musiker hinblättern, wenn sie sich nicht so auf das „Greater fool“-Prinzip verlassen könne.

    Alle guten Dinge erkennt man daran, dass sie ein Ende haben, denn erst das macht sie so wertvoll. Was Konzerten neben der Tatsache, dass die Musiker live auf der Bühne performen, Bedeutung verleiht, ist, dass sie begrenzt sind, weil die Stars a) nicht ewig touren können und b) sich nicht an mehreren Orten gleichzeitig aufhalten und manche naturgemäß seltener besuchen können als andere. Wenn das wegfällt und alles von der Festplatte kommt, ist es nur noch eine „bessere“ Aufzeichnung, für die man aber trotzdem den Ticketpreis eines Live-Konzerts bezahlt. Die Leute jammern einem immer die Ohren voll, dass Kino so teuer sei und man sich das dank Streaming doch sparen könne (obwohl man daheim niemals die Mittel hat, audiovisuell an die Möglichkeiten des Kinos heranzukommen), aber bezahlen weiterhin exorbitante Preise für Konzerte trotz Spotify & Co., und das wollen sie selbst dann, wenn es keine echten Konzerte mehr sind? Sind am Ende Kunst und deren Erlebnis womöglich für die meisten Leute gar nicht ausschlaggebend? Geht es ihnen am Ende etwa einfach nur darum, Teil der Peergroup zu sein, das zur Schau zu tragen und „mitreden“ zu können?

    Nachwuchsmusikern, die es schon jetzt (unabhängig von Qualität und Aufwand ihrer Musik!) immer geringere Chancen haben, von ihrer Musik leben zu können, bekommen außerdem nun neben „KI“ (wenn man das nicht stoppt, indem man allen „KI“-generierten Werken sämtlichen Urheberrechtsschutz streicht, zumal die Software sowieso unerlaubt mit zahlreichen fremden Werken trainiert wurde) noch mit Avataren, welche die ganzen „alten Säcke“ einfach nicht sterben lassen, weitere Konkurrenz, die ihnen erschwert, Fuß zu fassen. Die ganze Nummer ist ein weiterer Grund, warum das Urheberrecht dringend reformiert gehört und Werke endlich mit dem Tod der Urheber gemeinfrei werden müssen statt Jahrzehnte danach. In einer Gesellschaft, die sich selbst als „Leistungsgesellschaft“ bezeichnet und in der schon das vor dem Tod erlangte Vermögen vererbt wird, gibt es genau null Gründe, warum Erben oder gar kommerzielle Verwerter noch per Urheberrecht an Werken verdienen sollten, zu denen sie selbst nichts beigetragen haben. Das moderne Erbrecht hatte mal den Zweck, zu verhindern, dass die tote Hand regiert, aber im Urheberrecht hält sich das bis heute und ist im Laufe der Jahre eher schlimmer als besser geworden.

    • Guter Kommentar.

      • „Gut“ ist Ansichtssache. Ich sehe einen langen Text, der sprachlich durchaus ansprechend formuliert ist, jedoch streckenweise die Grundlagen respektvoller Kommunikation vermissen lässt.

        So empfinde ich zum Beispiel das Bild des „Greater fools“ als unpassend. Das Finanzsystem mag darauf basieren. Wenn jedoch, wie in diesem Kommentarbereich nachzulesen ist, Menschen an diesem Konzept Spaß haben, gibt es für mich nichts zu bemängeln. Und ich empfinde es eben als respektlos, anderer Menschen Spaß als Idiotie abzustempeln. Ob es passt, kann nur jeder Einzelne beurteilen. Beim Finanzsystem gibt es immer Gewinner und eben auch Verlierer. Das ist deshalb in meinen Augen ein schlechter Vergleich.

        Und wenn wir schon bei Wand-Tattoos wie „Alle guten Dinge erkennt man daran, dass sie ein Ende haben“ sind, kann ich mit „Aber Musik ist für die Ewigkeit gemacht“ kontern. Beide Sprüche halte ich für gültig wie ungültig. Und ganz im Stile von „Was nichts kostet, ist nichts wert“. Das ufert dann in Gedankengänge aus, was Musik und (die Büchse der Pandora ist offen) was Kunst letztendlich darf. Und hier ist für mich eine Grenze erreicht. Denn niemand kann und sollte bestimmen, was „zulässige“ Kunst ist und was nicht. Das machen nur totalitäre Systeme, eben weil sie die Deutungsmacht im Sozialen haben wollen (und vielleicht auch müssen, aber das ist ein anderes Thema). Aber dies als Einzelperson zu tun, ist egozentrisch und unsozial, da die eigene Meinung hier über die der Mitmenschen gestellt wird.

        Letztlich kann ich auch das (ich zitiere) „Jammern“ um eine sich verändernde Welt oder Branche nicht nachvollziehen. Sich gegen KI in der Kunst zu stemmen, ist so klassisch dogmatisch, wie es Institutionen wie die Kirche in der Vergangenheit zu ihrem eigenen Machterhalt waren. Wandel ist gut. Ohne Fotografie hätte sich z.B. die Malerei nie so entwickelt, wie sie es hat. Für mich ist KI in der Musik nur eine Ausdifferenzierung und letztlich setzt sich das durch, was den Leuten Spaß bringt und wofür sie aufgrund des Spaßes bereit sind, ihr hart verdientes Geld auszugeben. Ich kann deshalb hier auch keinen Grund für eine Reformierung des Urheberrechts sehen. Letztlich nutzt man das Tauschmittel Geld als Ressource, um die Rechte an einer Sache zu erlangen. Das ist das Grundprinzip unserer Wirtschaft und erlaubt nicht nur ökonomisch, sondern auch soziale Austauschverfahren. Sprich: daran zu drehen, ist die Freiheit unserer Gesellschaft in Frage zu stellen.

        Aber letztendlich lässt sich das Ganze Geraffel in zwei Sätzen subsummieren: das Businessmodell hat nur Erfolg, weil es den Leuten gefällt. Daran gibt es vor allem in einer Welt nichts bemängeln, in dem eines wirklich endlich ist: die Zeit, in der wir als Menschen Spaß haben können.

    • Dann müssen auch alle Patente mit dem Tod des Erstellers eingestampft werden.

      • Weshalb? Wo ziehst du da die Parellen?
        Zumal Patente ggf. auch mit einem hohen Entwicklungsaufwand erreicht wurden – das ist mMn schon was anderes.

  5. „Live-Musikshow mit Avataren“? Also Musikshow ja, aber Live sicher nicht

    • Doch, es ist tatsächlich live. So wird es bei ABBA Voyage formuliert: „A 10-piece live band elevates the experience, performing alongside the holograms on stage.“

      Quelle: https://www.londontheatre.co.uk/

      D.h. die Musik ist live, und dazu gibt es noch die Avatare der Band ABBA.

      • Und es ist tatsächlich so gut gemacht, dass man nach 10 Minuten vergisst, dass es keine echten Interpreten sind.

  6. Wann kann ich endlich meinen AI gesteuerten Avatar zur Arbeit schicken damit er Geld für mich verdient?

  7. Skinny Jörg says:

    Als ABBA bekannt gaben, dass ABBA als Avatare auf die Bühne zurückkehren, war ich ein wenig enttäuscht. Die Nutzung dieser fortschrittlichen Technik habe ich in der Konsequenz eigentlich von den deutschen Elektronik-Pionieren Kraftwerk erwartet. Schade. Auf der anderen Seite verfügen Kraftwerk sicherlich nicht über die groẞen finanziellen Mittel, wie ihre schwedischen Musikkollegen

  8. Also die Rechte von KISS weiter in gut klagender Hand. Schade. Die rücksichtslos harte Art gegen eigene Fans hat auch schon seine Spuren hinterlassen.

  9. God Gave Rock ‘n’ Roll To You ? Vielleicht , wer weiß das schon. Der Song selbst ist jedoch nicht von Kiss.
    Den hat jemand geschireben der allein mehr Talent hat als alle Kiss Musiker zusammen.

  10. Na ja … KI und den Fortschritt der Technik werden wir nicht stoppen.
    Ob das immer gut für Kunst und Kultur ist wage ich zu bezweifeln.
    Dann bekommem demnächst auch noch die großen Konzerne Geld für KI generierte Musik, Bilder, …
    Will man das?
    Für mich hat das auch was mit Ethik zu tun.
    Der Endkunde merkt es vielleicht erstmal nicht, aber demnächst hängen wir unser Gehirn an den Nagel und machen uns keine Gedanken mehr über Herkunft, Kreativität und Menschlichkeit?
    VR Brille auf und alles wird gut!
    Wir haben jetzt schon so viel psychisch kranke Leute wie nie zuvor.

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