Kekzhörer: Die Toniebox zum Aufsetzen ausprobiert

Die Toniebox sollte den meisten Eltern unter euch ein Begriff sein und ist auch hier im Blog schon einmal angeschaut worden. Der kleine, gepolsterte Lautsprecher bringt eine Lese-Fläche für NFC-Tags mit, welche die kleinen Figuren eingebaut haben, die man obendrauf stellen kann. Die Toniebox erkennt den Tag und benötigt eine Internetverbindung, um das Album der Wahl in den lokalen Speicher zu holen. Fortan funktioniert die Box dann auch offline. Mit einem ähnlichen Prinzip macht sich Kekz auf, mit dem Kekzhörer mobil Kinder zu begeistern.

Der Kopfhörer kommt gänzlich ohne Bluetooth oder WLAN aus und kann mit kleinen Chips gefüttert werden, auf denen das gewünschte Hörspiel gespeichert ist. Ich habe mir das Ganze mal anschauen dürfen. An dieser Stelle ist wichtig zu erwähnen, dass ich ein reines Testmuster vor mir liegen habe, ohne Retail-Verpackung und anderen Schnickschnack.

Das Muster kam in der roten Farben bei mir an und sieht auf den ersten Blick recht unspektakulär aus. Ein Kopfhörer, wie er im Billigsegment eben zu finden ist. Einfacher Kunststoff, nicht ordentlich entgratet (was bei einem Gerät für Kinder gar nicht geht) mit einer Polsterung an den Hörmuscheln und am Kopfband, die dünner nicht bezogen sein könnte.

Jabra hat diesen extrem dünnen Kunstleder-Bezug mal in seinen Einsteiger-Headsets verwendet und ich wette darauf, dass sich auch dieser Bezug nach einer Weile aufsetzen und schwitzen in seine Bestandteile auflöst. Wenn ihr den Kopfhörer etwas verwindet – was Kinder gerne tun – knarzt und knackt es und man weiß nicht, wie viel Vertrauen man in diese billigst wirkende Konstruktion stecken kann.

Versteht mich nicht falsch: Es ist sicher zweckmäßig und für 60 Euro kann man nicht zu viel erwarten. Aber ich weiß, wie Kinder mit derlei Sachen umgehen und dass das Produkt vermutlich dann nicht lange durchhält. Ich möchte also an dieser Stelle ehrlich zu euch sein. Dann stört es schon weniger, dass die Druckqualität des Bildes im Kekz – so nennt sich der Chip – auch nicht unbedingt toll ist.

Aber wandern wir mal weiter, denn die Idee und die anderen Elemente sind eigentlich gut. An der rechten Seite habt ihr einen Button mit dem Kekz-Logo, der zum Anschalten und Ausschalten genutzt wird, wenn man ihn gedrückt hält. Ein Mal draufdrücken springt zum nächsten Titel, zweimal zum letzten. Easy.

Der Kekz (siehe Bilder) wird auf der anderen Seite magnetisch eingesetzt, hält wirklich gut und kann – indem man oben einfach draufdrückt – herausgeklappt werden. Nächster Chip, nächstes Hörspiel. Einen USB-C-Port zum Laden gibt es noch und im Scharnier versteckt sich die Lautstärke-Regelung, die in dem Fall ein Schalter mit drei Stufen ist. Dort könnt ihr regeln, ob die Musik mit 65, 75 oder 85 dB aus dem Ohrhörer kommen soll. Wirklich gut, denn das Kind kann – sofern man es nicht verrät – dann die Lautstärke nicht einfach auf das Maximum drehen, was Kinder sonst gerne tun.

Eine LED im Kekz-Logo zeigt noch den Akkuzustand an, der 15 Stunden halten soll und an den Wert ich mit der mittleren Lautstärke auch herangekommen mit. Der Kopfhörer ist übrigens wirklich ein Kinderkopfhörer, selbst in der größten Einstellung werdet ihr das Ding als Erwachsener nicht ordentlich aufsetzen können.

Was auch gut ist? Der Kopfhörer verfügt über eine Trageerkennung. Nimmt das Kind den Kopfhörer ab, geht auch die Musik aus. Spart Akku und vermeidet unnötige Nebengeräusche. Klanglich bietet der Kopfhörer das Erwartete. Der Sound ist okay, besitzt ein flaches Soundprofil ohne viel Bass. Klingt auch bei 85 dB noch in Ordnung. Mehr muss für Kinder meiner Meinung nach auch nicht sein, da sitzt ja kein Audiophiler im Kindersitz, der Feuerwehrmann Sam in HiRes hören will.

Was bleibt mir zum Kekzhörer zu sagen? Die Idee ist gut, die Umsetzung auch, wenn da nicht die Mängel in der Verarbeitung wären. Bleibt zu hoffen, dass das nur Kinderkrankheiten meines Vorserienmusters waren. Das Starter-Bundle inklusive einem Kekz wird 59,95 Euro kosten und wird sicher seine Abnehmer zu Weihnachten finden. Jeder weitere Kekz kostet 9,95 Euro – vertretbar.

 

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14 Kommentare

  1. Und jetzt brauche ich noch eine Kombination aus beiden wo man dann zwischen Lautsprecher und Kopfhörer wechseln kann. Beides kommt bei unseren Jungs vor, aber die Box mit sich rumfragen ist nicht wirklich Ideal.

    • Lassen sich an die Toniebox hierfür nicht einfach normale (kabellose) Kopfhörer einstecken? Zumindest ist doch ein ganz normaler 3,5“ Klinkenausgang oben drauf vorhanden.

  2. Sehe ich es richtig, dass die Hörspiele zwischen der Box und den Kopfhörern nicht kompatibel sind, Figur vs. Chipmünze?
    Will man hier zweimal Geld abziehen?
    Die Box habe ich persönlich nie verstanden. Unsere Kids bekamen für’s Kinderzimmer eine Minianlage, Radio, CD, USB Stick. Damit konnte alles an Kinderliedern uns Hörspielen abgespielt werden. Und bequem auch auf anderen Endgeräten, z.B. Wohnzimmer, im Auto, bei den Großeltern.
    Von diesen proprietären Formaten und Formfaktoren halte ich nichts.
    Genauso wie die Kekz, die als Kopfhörer genau dafür genutzt werden können und nicht als normale Kopfhörer?!

    • Die Toniebox kann aber auch unser Dreijähriger sicher komplett alleine benutzen und sieht den Figuren direkt an, welche Geschichte drauf ist.

      Das war für mich der entscheidende Faktor gegenüber anderen Lösungen, wie z.B. der Tiger-Box.

      Und ich glaube nicht, dass Kekz und Tonies von der selben Firma stammen.

    • Martin Meier says:

      zum einen sind es 2 verschiedene Firmen und zum anderen enthält die Figur der Toniebox NICHTS außer einer NFC-Kennung. Der Kekz enthält wenigstens wirklich die Musik in einem Speicher. Die Idee finde ich interessant, ist aber auch nur Abzocke… ein Kopfhörer der z.B. USB-Sticks oder Speicherkarten einfach automatisch abspielt würde den selben Zweck erfüllen.

    • Die Kekzhörer sind von der Kekz GmbH, die Tonies und deren Boxen von der Boxine GmbH. Da wird nicht doppelt abkassiert, es sind unterschiedliche Systeme.

      Ich war auch erst skeptisch bei den Tonieboxen, aber sie sind robust und bei uns konnte es unser kleiner auch mit 10 Monaten bedienen und hat sich über die Kinderlieder gefreut. Eine Mini-Anlage würde vermutlich nicht so lange überleben und bis er sie bedienen kann, würde es wohl etwas länger dauern.

      Und mit den Kreativtonies kann ich ja viel selbst bespielen. Klar, unflexibler als USB-Sticks, aber ich find’s trotzdem okay.

    • Das es sich dabei um zwei selbstständige Firmen handelt sollte man schon bemerken beim lesen des Artikels

    • Verschwörungen wohin man auch schaut ….

  3. Wir nutzen für solche Zwecke einfach den Kopfhöreranschluss der Toniebox. Das reicht vollkommen aus.

  4. Also ich verstehe das Konzept, aber das mit der Einfachheit ist nicht damit die Kinder besser damit zurechtkommen, sondern um sie von Anfang an an goldene Käfige zu gewöhnen. Geschlossene Systeme, teurer Content, der auch nur mit dem gekauften System funktioniert und kaum Möglichkeiten legal eigene Inhalte zu verwenden bzw. die gekauften Hörbücher auch auf anderen Geräten abzuspielen. Und nach 2-3 Jahren sind die Kinder aus den Geräten rausgewachsen und man soll wieder viel Geld für ein neues „altersgerechtes“ Gerät ausgeben…

    Ich habe meinem Patenkind vor 5 Jahren, zum 2. Geburtstag, einen wasserdichten Lautsprecher mit Blutetooth, Line-In/Out und Speicherkartenleser geschenkt und er kam ab dem ersten Tag damit zurecht, nachdem man ihm gezeigt hat wie es funktioniert. Damit kann man ihm Musik/Hörspiele auf die SD-Karte packen und er ist tagelang zufrieden, über Bluetooth kommen Hörspiele über Spotify bzw. YouTube Music und im Auto kann er seinen Kopfhörer verwenden. Und so lange die Box nicht kaputt geht wird die auch noch laufen wenn er aus den Hörspielen herausgewachsen ist und sein eigenes Gerät damit koppeln will.

    Von der besseren Klangqualität brauchen wir gar nicht erst anfangen, es ist schon eine Frechheit dass für die sehr teure, angeblich, kindgerechte Elektronik immer die billigsten Komponenten verwendet werden.

    Also, lasst euch nichts vom Pferd erzählen und kauft etwas Vernünftiges, wenn ein normaler (wenig technikaffiner) Mensch damit klar kommt, schafft das auch jedes Kind im Handumdrehen. Kinder.

    • Die Tonies haben wenn es soweit ist, sicher einen guten Wiederverkaufswert oder man stellt sie sich ins Regal. Sie bieten ja auch noch den Mehrwert, dass man sie zum Spielen benutzen kann. Meine Jungs machen das zumindest.

      Das der Kopfhörer hier aber nicht mal als normaler Kopfhörer genutzt werden kann und kein BT integriert ist erschließt sich mir nicht.

      • Klar können Kinder mit den Figuren spielen, aber Kinder spielen auch mit allem Anderen, bei den Preisen von den Tonies ist das für mich kein Argument.
        Vor allem da fast jeder inzwischen ein Streamingabo hat, somit hat man da schon sehr viele Inhalte für Kinder und die Hörspiele, die sich Tonie teuer bezahlen lässt erhält man auf CD oder als Download für einen Bruchteil des Preises und hat es dann für immer und offline.

        Das ist ja der Witz an der Sache, niemand garantiert dir, dass es Tonie in 1, 2, 3 oder mehr Jahren noch gibt oder dass die Figuren noch funktionieren wenn es mal die Lizenzen auslaufen dann ist alles nur noch teures Plastik. Das gab es alles schon. Bei diesem Schrottkopfhörer sind immerhin die Inhalte auf dem Medium gespeichert, das ist aber auch das Einzige.

        Eine andere Sache wäre es, wenn es ein offenes System gäbe, wo jeder Figuren oder solche Scheiben anbieten kann und das mit verschiedenen Geräten funktioniert. Außerdem sollte die grundsätzliche Funktion auch unabhängig funkionieren, das heißt Line-In/Out, Bluetooth und Speicherkarte/USB sollten obligatorisch sein. Das wäre auch einigermaßen nachhaltig.

  5. Also ich habe meinen Kinder einfach die http://phoniebox.de/ gebaut. Funktioniert im Prinzip wie eine Toniebox, bloß selbst gebaut. Wegen vorhandenem Spotify Family Account waren bei uns die RFID Karten direkt mit Spotify verknüpft. Mittlerweile können die Kids lesen, so dass ich einfach noch ein Display eingebaut habe und nun Volumio drauf läuft. Von daher sogar noch nachhaltig, da ich bis auf den RFID Leser alles weiter benutzen konnte. Kein Ding sowas selbst mal zu bauen und die Kids können sogar beim gut mithelfen.

    • Die Phoniebox hab ich meiner Tochter auch gebaut. Als ihre beste Freundin sich zum Geburtstag auch eine Musikbox gewünscht hat, hab ich die Alternative https://www.tonuino.de/ gebaut. Ich muss sagen, beide Projekte erfüllen ihren Zweck. Tonuino erscheint mir aber deutlich einfacher, allerdings auch mit ein paar Nachteilen (insbesondere kein Spotify, kein Display).

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