Joyful Executions: Hinrichtungs-Kommando scheitert an Apples Einlasskontrolle

Fredrik Nordstrom, der Entwickler des Spiels Joyful Execution, bezeichnet es als Parodie auf nordkoreanische Propaganda für Kinder und eine Satire auf unsere Bereitschaft moralisch fragwürdige Handlungen durch Gamification zu akzeptieren. Und in der Tat geizt das Game nicht mit einem klaren Verweis auf Nordkorea, selbst Kim Jong Un gibt sich als Karikatur gezeichnet die Ehre. Hier wird er allerdings als Divine Leader bezeichnet, der am Ende eines Levels die Approval-Punkte vergibt, wenn ihm die Hinrichtungen gefallen haben.

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[werbung] Nun gibt es ein Problem mit dem Spiel, auch wenn es satirisch sein soll, ist es ziemlich gewaltverherrlichend. Als Kommandeurin einer Hinrichtungstruppe, muss man die Todeskandidaten so effektiv wie möglich ihrem Schicksal zuführen. Klappt dies nicht und man verliert die Runde, gelangt man zu einem Bonusspiel, bei dem Körperteile von halbtoten Menschen weggeschossen werden müssen.

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Sehr fragwürdige Thematik, die da in diesem Spiel aufgegriffen wird. Das dachte sich wohl auch Apple und verweigerte dem Titel den Zugang zum AppStore. Eingereicht wurde es bereits am 15. Juli, die Absage folgte dann am 6. August. Zensur? Bedingt, schließlich gelten für den AppStore die Hausregeln von Apple und die besagen, dass dieser Inhalt nicht in Ordnung ist.

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Im Google Play Store gibt es diese Probleme nicht. Dort ist das Spiel in einer kostenlosen Version für Tablets verfügbar. Ich konnte es auch auf meinem Nexus 4 installieren, allerdings fehlt dann ein Stück (siehe Screenshots) des Bildes. Spielbar ist es dennoch. Wer sich also selbst ein Bild davon machen möchte, kann dies mit einem Android-Gerät tun.

Was meint Ihr? Kann man jedes Thema hinter einer Satire verstecken, die dann doch gar nicht so satirisch ist? Apples Zug, das Spiel nicht in den AppStore zu lassen, korrekt oder übertrieben? Im August soll übrigens als Update eine entschärfte Version mit Puppen und ohne Blut (welches durch Urin ersetzt wird) veröffentlicht werden. Vielleicht schafft Joyful Executions damit dann die Apple-Hürde. Es sieht allerdings nicht danach aus.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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10 Kommentare

  1. „Apples Zug, das Spiel nicht in den AppStore zu lassen, korrekt oder übertrieben“
    mich selber würde es nicht stören, aber da meine tochter auch ein ipad hat ist es schon ok so.

  2. Also ich muss dazu sagen, dass ich da Apple wirklich verstehe. Ob satirisch gemacht oder auch nicht. Es gibt doch auch Grenzen. Und die wurden von Apple klar erkannt und auch gezogen.

  3. @bj
    „Kann denn nicht ein einziges Mal jemand an die Kinder denken?“ – Helen Lovejoy

  4. Ich meine, dass es für solche Stores eine Altersprüfung geben sollte. Dann hätte man auch nicht das Problem irgendwelche (geschmacklose) Erwachsenenunterhaltung zensieren zu müssen.

  5. „Was darf Satire? Alles.“ – Kurt Tucholsky

    So seh ich das und so hab ich das auch gerne, alternativ auch, getroffene Hunde bellen. Natürlich ist der Content nicht unproblematisch, aber dann soll man ihn halt nur nach Warnung oder altersbeschränkt zur Verfügung stellen.

  6. @maik

    Hätte man nicht besser sagen können.
    Bloß keine Eigenverantwortung. Sollen es die anderen übernehmen.

  7. Kinder mit Sekten-Technologie; verbieten!
    Freizugängliche Satire; verbieten!
    Super Marketing und auffallendes Produktdesign; Hallo? verbieten!
    Propaganda gegen Verrückte Diktatoren; verbieten!
    Gesunden Menschenverstand und Geschmack einschalten wenn man Apps entwickelt; vielleicht…
    Appstores mit alters Freigabe; Verbieten! Halt das wäre echt eine gute Erfindung inklusive Einstellung für Politische,Religiöse und Andere Empfindlichkeiten.
    Nein ernsthaft leicht aushebelbare altersfreigaben bei Apps und Stores mit BS Filter wäre schon angebracht bei der „Vielfalt“ heutzutage 😉

  8. @zwo & maik …. 😉 natürlich wisst ihr das besser als ich …

  9. Naja, typische Apple-Bevormundung eben. Der Grund, warum mir niemals nicht ein Apple-Gerät (oder auch ein Kindle) ins Haus kommen würde 😉

  10. @Thomas: Ach Schmarrn, jeder App-Store-Betreiber muss rechtlich für die Inhalte in seinem Laden geradestehen und handelt entsprechend. Apple geht da besonders streng zu Gange, klar, aber andere Anbieter würden die App nach genug Beschwerden sicher auch löschen.

    Wenn es dir um Freiheit geht, hilft nur ein Gerät ohne Zwangs-App-Store. Also tatsächlich fast alles außer Apple, aber aus einem anderen Grund. 😉

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