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Japan: Probleme mit heruntergefallenen Wireless-Kopfhörern auf den Bahnschienen

Mittlerweile gibt es True-Wireless-Kopfhörer wie Sand am Meer. Immer mehr Anwender verzichten unterwegs auf ein Kabel und greifen zu Earbuds, die ganz ohne Verbindung zum Smartphone oder untereinander auskommen. Das ist ja auch an sich eine praktische Sache. So ein Kabel kann aber auch nützlich sein: Flutscht ein Stöpsel aus dem Ohr, dann hängt er eben immer noch am Kabel und geht ergo auch nicht verloren. Heruntergefallene Earbuds sind aber nun hingegen an japanischen Bahnstationen für die Betreiber zu einem Problem geworden.

So sind dort innerhalb der Monate Juli, August und September 2020 allein an 78 Stationen in Tokio insgesamt 950 kabellose Kopfhörer auf die Schienen gefallen. Jedenfalls haben die Mitarbeiter der East Japan Railway Co. (JR East) diese Menge aus den Gleisen gefischt. Störend sei das vor allem, da die Reinigungskräfte normalerweise mit kleinen Greifarmen arbeiten, welche die kompakten Earbuds aber nicht gut zu fassen bekämen.

Mittlerweile stehen die auf den Gleisen zu findenden Earbuds laut JR East für rund ein Viertel aller Gegenstände, welche auf den Schienen landen. Finde ich persönlich irgendwo ganz interessant, denn darüber denkt man im Alltag vermutlich nicht einmal dann nach, wenn einem selbst ein Earbud am Bahnhof aus dem Ohr kullern sollte. Häufig würden die Reisenden ihre Earbuds verlieren, wenn sie gerade in einen Zug ein- oder aussteigen, so JR East. Denn das sei der Zeitpunkt, an dem die Stöpsel typischerweise justiert würden.

Laut JR East seien die Wireless Earbuds auf den Gleisen besonders problematisch, da man sie meist erst in Ruhe wegräumen könne, wenn die letzten Züge gefahren seien. Das liege eben daran, dass sie schwer zu fassen seien. Auch andere Zugunternehmen klagen offenbar in Japan über ähnliche Probleme. Da will nun Panasonic einspringen. Das Unternehmen hat einen speziellen Handsauger entwickelt, der insbesondere kabellose Earbuds einsaugen soll. Derzeit wird das Gerät in der Ikebukuro Station getestet und soll dann bei Erfolg großflächig zum Einsatz kommen.

Ob die deutsche Bahn wohl ähnliche Probleme hat?

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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27 Kommentare

  1. Es sind die kleinen Dinge des Lebens die aufregend sind.

  2. Interessant, dass ein spezieller Staubsauger entwickelt wird und nicht darüber nachgedacht wird, wie sie vielleicht nicht mehr aus dem Ohr fallen. Doppelt neuen Absatz erzeugt: es werden neue Earbuds gekauft und an anderer Stelle spezielle Staubsauger. Nachhaltig?

    • Naja, bei 950 Stück in 3 Monaten kommen sicher auch ein paar Modellgleiche Hörer zusammen.
      Die gründlich gereinigt und neues Pairing, dann sollten sich da auch Abnehmer finden.

      Auch „Einzellstücke“ finden sicher einen Käufer. Wenn ich von meinen Jabra 75t einen verlieren würde, würde ich auch erst schauen ob ich den fehlenden bei Ebay bekommen kann, statt mir gleich ein komplett neues Paar kaufen zu müssen.

      Glücklicher Weise, sitzen meine bei so fest, dass ich selbst mit den wildesten Verrenkungen noch keiner rausgefallen ist.

    • Neuralink wird dieses Problem bald lösen;-)

  3. So produziert der technische Fortschritt gleich wieder Marktlücken für neue Produkte.

  4. Ja ist denn schon wieder der 1. April?

  5. Vorname.Nachname says:

    Eine hässliche Modeerscheinung sind diese Teile.

  6. ich Staune, dass nichts über steigende Unfallzahlen beim Versuch sie wieder ausm Gleisbett zu fischen vorkommt.
    so billig ist der krempel ja dann auch nicht ?
    ich mag die teile nicht, und hab over ear oder mit kabel. aber ich wäre sicher ein Kandidat, der da runter hüpfen würde.
    wäre nicht mein erster Besuch..

  7. Mir ist so, als hätte ich ähnliches schon vor einer Weile über die Metro in NYC gelesen. Ich meine auch gelesen zu haben, dass es dort zu Problemen mit Personen kam, welche ihre Earpods aufsammeln wollten und dafür ins Gleisbett gestiegen sind. Als ich Anfang des Jahres das letzte mal in NYC war, habe ich ab und an mal Earpods im Gleisbett gesehen, ohne direkt darauf geachtet zu haben, zumindest zu Beginn.

  8. Star Crafter says:

    und wen jucken jetzt, ob da Ohrstüpsel drinliegen ? was sind denn 950 Stück auf x Bahnhöfe verteilt in 3 Monaten ….. einem Gleiß und einem Zug erst recht ist das doch scheiss egal >_> denke ich jetzt nur komisch ? Ich sehe das Problem nicht.

    • Im Gegensatz zu uns Deutschen ist den Japanern Sauberkeit in der Öffentlichkeit sehr wichtig, auch an den Bahnhöfen, die man mit den hiesigen Drecklöchern nicht vergleichen kann.

  9. Star Crafter says:

    laut Text 950 Stöpsel …. Paare ? auf 78 Stationen in 3 Monaten. Das heißt es fliegen im Monat 4 Stück/Paare da rein. Ganz ehrlich ? Und sowas findet bei Panasonic anklang …….. nicht mal 950 Stöpsel auf einem Haufen interessieren einen Zug wenn der drüber fährt. meine Güte wenn ich sowas lese, dass sich Leute mit solchen Problemen beschöftigen dann weiß ich warum Trump Präsident wurde

  10. Ich habe meine Airpods Pro auch beim Aussteigen aus der Bahn verloren, als ich die Maske ausgezogen habe.

  11. Thomas Höllriegl says:

    Genau aus diesem Grund würde ich mir so ein Zeug niemals kaufen. Was keinen Ohr-Bügel hat, bleibt im Regal.

  12. Dann müssen die Bahnhöfe eben ohrstöpselfreundlicher werden. gibt es dann noch keine din-Norm. Es gab doch schon auch
    versuche die fußgänger ampel in den boden einzulassen, damit der Smartphone User nicht mehr den Kopf heben muss. so in die richtung muss das gehen.

  13. Passt dieser spezielle Handsauger auch in Sofaritzen? Frage für einen Freund.

  14. „Ob die deutsche Bahn wohl ähnliche Probleme hat?“
    Die DB macht Schienen sauber?

  15. Wo ist eigentlich das Problem? Die dinger können doch sicher keinen zug zum entgleisen bringen – zu klein , zu wenig masse – der fährt einfach drüber und macht sie platt . Also warum einsammeln ? ist wie bonbonpapier , das kann man dann auch von zeit zu zeit sprich in Betriebspausen aus den Schienen klauben . Ich stell mir grad vor wie ne U- oder S-Bahn oder nen „richtiger“ zug drüberrollt – knack – hört man aber noch nicht mal. Straßenbahnen fahren auf der Straße die von Autos und sonstwem mitbenutzt wird auch ohne Probleme – da liegt laub , Dreck , hunde-AA, auch mal ne runtergefallene Eistüte oder zigarettenstummel – und juckt das die Tram? pseudoproblem.

    • Auch wenn man es nicht glauben mag, aber jetzt im Herbst ist sogar das Laub auf den Gleisen ein Problem. Steve Mould hatte dazu vor einiger Zeit auf YouTube mal ein Video gemacht. (Link weiß ich gerade nicht, bin unterwegs)

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