iTraq: Gegenstands-Tracking ohne GPS und Bluetooth sucht Crowdfunding-Unterstützer

Schlüsselanhänger, die mit einem Smartphone gekoppelt sind, gibt es mittlerweile zahlreich, auch von größeren Herstellern. Problem der meisten solcher Gadgets: geringe Reichweite und/oder kurze Batterielebensdauer. An dieser Stelle setzt iTraq an, ein Tracking-Device, das weder mit Bluetooth, noch mit GPS-Empfänger ausgestattet ist und trotzdem jederzeit die Position des getrackten Gegenstandes übermitteln kann – weltweit. Durch den Verzicht auf Bluetooth und GPS wird zudem eine Batterielaufzeit von bis zu drei Jahren erreicht.

iTraq hat die Größe einer Kreditkarte, ist aber ungefähr fünfmal so dick, es wird also dennoch schwierig diese im Portemonnaie unterzubringen. Das Gadget kann überall befestigt werden, die Version ohne iTraq-Logo macht es zudem nicht direkt als Tracking-Device identifizierbar. Die eingesetzte Tracking-Technik ist zwar nicht so genau wie mit einem GPS-Empfänger, reicht aber dennoch aus, um zu wissen, wo sich der getrackte Gegenstand befindet.

Das Ganze funktioniert nicht durch schwarze Magie, sondern über das einfache Mittel der Positionsbestimmung durch Mobilfunkmasten. Vorausgesetzt iTraq befindet sich in einem Gebiet mit Mobilfunkversorgung. iTraq ist mit einer SIM-Karte ausgestattet, alle Kosten für die Nutzung sind im Kaufpreis enthalten. Man kann über eine App festlegen, wie oft iTraq die Position übermitteln soll. Danach richtet sich auch, wie lange man iTraq nutzen kann. Lässt man sich die Position einmal am Tag anzeigen, hält die Batterie 3 Jahre, beziehungsweise 1.500 Positionsbestimmungen. Je öfter man die Position abfragt, desto kürzer wird die Lebensspanne.

iTraq

Und was, wenn der Strom zur Neige geht? Auch daran haben die Macher bereits gedacht und wollen einen Recharge-Service einführen. Man bezahlt dann weniger als für einen neuen iTraq und hat wieder 1.500 Ortungen seine Ruhe. Ergibt Sinn, die Kosten für die Benachrichtigungen mittels SIM-Karte müssen ja auch gedeckt werden. Man zahlt also nicht nur für das Gadget, sondern auch für die Nutzung.

Verwendet werden kann iTraq auf verschiedene Weisen. Man kann unter anderem einen Radius festlegen, in dem sich iTraq befinden soll. Verlässt dieser das vorher festgelegte Gebiet, gibt es eine Meldung auf das Smartphone. Apps werden für Android, iOS und Windows Phone erhältlich sein.

Der Preis für ein iTraq liegt bei 49 Dollar. Allerdings kommen für den Versand nach Deutschland noch einmal 25 Dollar hinzu. Hier könnte es sich lohnen, wenn man einen Perk mit mehreren iTraqs wählt und vielleicht mit Freunden teilt. Über die Finanzierung muss sich iTraq indes keine Gedanken mehr machen. Die benötigten 35.000 Dollar sind bereits nach drei Tagen weit überschritten und das Projekt läuft noch 43 Tage. Weitere Details zu iTraq findet Ihr auf der Projektseite bei Indiegogo, wo Ihr bei Interesse auch gleich zuschlagen könnt.

Da es sich hier um ein Crowdfunding-Produkt handelt, muss noch erwähnt werden, dass es keine Garantie für den Erhalt des Produkts gibt. Auch kann es bei solchen Projekten immer zu Verzögerungen kommen. Abgesehen davon bietet Crowdfunding aber eine tolle Möglichkeit, um innovative Produkte zu finanzieren, ohne Unsummen an Kapital zu verbrennen. Und in der Regel gibt es ja auch etwas dafür.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

8 Kommentare

  1. Recharge-Service? Also zum Aufladen muß ich das Gerät einschicken?
    Warum nicht eine Ladefunktion, die es ermöglicht, das Gerät selbst zu laden? Transportkosten und Wartezeiten würden wegfallen.
    Dann könnte man ein Abo-Modell draus machen, wer nicht gebühren bezahlt (was anderes sind die Kosten beim „Recharge-Service“ ja wohl nicht wirklich, dessen SIM-Karte wird gesperrt.
    Apropos: hört sich für mich so an, als hätte man keine Zugriff auf die SIM-Karte…?
    Die Daten der SIM kennt also nur der Hersteller des iTraq?

  2. Aufladeservice? Eine stark schwankende Genauigkeit je nachdem wie viele.Mobilfunkmasten in der Nähe sind? In der Stadt mag das noch einigermaßen akkurat sein, aber auf dem Land hab ich teilweise eine auf 1,5km genaue Angabe meiner Position mit Mobilfunk. Das Konzept hinkt wirklich und ist imho nur für sehr begrenzte Szenarios zu gebrauchen.

  3. http://mondi.euerdesign.de – kostenlos – anonym – mit jedem Android Handy – aufladen kann jeder selbst. Mit netzclub auch ohne Internet kosten. Läuft bei mir seit über 2 Jahren ohne Probleme.

  4. Rolf Brandt says:

    Ich kann mir kaum brauchbare Szenarien dafür vorstellen. Mit der Genauigkeit habe ich ähnliche Erfahrungen wie Sebastian gemacht, und das bereits im Vorstadtbereich zwischen Essen und Bochum. Auch im Innenstadtbereich liegt die Genauigkeit bei ca. 200 m im günstigsten Fall.
    Mit 1500 Ortungen kommt man auch nicht sehr weit. Für eine Fahrzeugortung würde ich mindestens eine Ordnung pro Minute ansetzen. Damit käme man mit dem Gerät gerade über einen Tag. Viel zu teuer. In meinen Auge ist das eine Totgeburt.

  5. Sind es 1500 Ortungsbestimmungen die man am Smartphone macht oder merkt der iTraq auch wenn das Auto vom Laster fällt(also sich ungewollt bewegt), ohne das ein Zyklus verbraucht wird und erst dann eine SMS gesendet wird?

  6. Robert, Netzclub gibt’s aber nicht an der italienischen Riviera wo mein Boot im Wasser baumelt (naja, leider nicht, aber man darf ja noch träumen. Obwohl ich mir auch dann keines anschaffen würde, mieten ist doch einfacher…)

  7. 1500 auf 3 Jahre sind nichtmal 1,5 Standortbestimmungen pro Tag. Für eine ständige Überwachung nichts, es sei denn man ist mit einem einem ganzen Tag Verzögerung bis zum Bemerken zufrieden.

  8. Ich hab‘ früher für solche Zwecke ein einfaches Nokia-Handy mit o2 SIM-Karte benutzt.
    Mit dem „o2 Handy-Finder“ konnte man damals unbegrenzt sein eigenes Handy orten.
    Hält keine 3 Jahre, aber ne Woche oder so waren schon drin. 🙂
    Weiß gar nicht, ob das heute noch angeboten wird.