iPhone-Kamera: Raster für die Drittel-Regel aktivieren

ios cam logo artikelEgal auf welches System wir schauen: es gibt Kamera-Apps von Dritt-Anbietern mit mal mehr, mal weniger nützlichem Mehrumfang. Ich persönlich glaube, dass ich mehr Kamera-Apps als die Apps anderer Sparten habe. Man probiert halt viel aus. Die iPhone-Kamera, beziehungsweise die App als solches ist rudimentär aufgebaut. Kein manuelles Anpassen der Blende oder sonstiger ISO-Werte in Form von nackten Zahlen. Deaktivieren des Autofokus und Auto-Belichtung (AE: Auto Exposure; AF: Aotofokus), dazu hinzugekommen in iOS 8 ist die Möglichkeit, die Belichtung direkt live im Bild einzustellen. So kann man ein Motiv auswählen und per Tap fokussieren, dazu hat der Fotografierende direkt die Möglichkeit, Stellschrauben zu drehen, wie ein kleines Sonnensymbol visualisiert. Heller oder dunkler, mehr nicht.

(1. Raster aktivieren. 2. Langer Tap für AE/AF-Sperre. 3. Mehr oder wenig Helligkeit):

iOS_Kamera

Ein Wisch nach oben lässt das Ganze mit mehr Helligkeit erscheinen, während der Wisch nach unten alles abdunkelt. Andere Apps bieten vordefinierte Szenen,über die der Neuling schnell für sich passendes finden kann. Fehlt bei iOS, was ich gelegentlich schade finde (es gibt HDR und Filter). Nicht immer ist eitel Sonnenschein und perfektes Licht, da hätte ich mir einen Schnellzugriff auf Szenen gewünscht. Es helfen die erwähnten Dritt-Apps, doch irgendwie greife ich immer zu Standard-App – egal ob Android oder iOS. Aber iOS lässt eine weitere Einstellung zu, die sich nicht direkt im Interface der App befindet. Sie befindet sich im Bereich „Einstellungen > Fotos & Kamera“ und heißt „Raster aktivieren“.

(Aktiviertes Raster):

ios kamera raster

Aktiviert man dieses Raster, so wird das Bild in neun Teilbereichen dargestellt. Warum das Ganze?Irgendwann hat man in der Fotografie die „Drittel-Regel“ aus der Taufe gehoben, die sich wohl an der Proportionslehre des Goldenen Schnitts orientieren soll. Das fokussierte Hauptmotiv als solches soll sich dabei bestenfalls an einem der Schnittpunkte – das Bild hat derer vier mittig – befinden, damit das Bild stimmig und nicht lahm wirkt. Ebenfalls kann man das Raster natürlich nehmen, sofern man etwas fotografieren will, welches besonders gerade im Bild erscheinen soll.

(Beispielfoto, Sandkasten soll der Fokus im Bild sein):

drittel regel ios

Ich persönlich habe beim flotten Schießen von Fotos das Raster immer aktiviert, halte mich aber für gewöhnlich an keine Drittel-Regel, obwohl es vielleicht stimmiger wäre. Regeln sind ja bekanntlich dazu da, dass sie gebrochen werden. Und falls ihr noch schöne Tipps für das schnelle und gute Foto aus dem Smartphone habt – immer her damit, würde mich freuen.

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

8 Kommentare

  1. Ich nutze das Raster vor allem, um mein Bild gerade auszurichten. Will man das hinterher bearbeiten, wird das Bild dabei meist etwas beschnitten.

  2. hmm, die Raster-Regel habe ich irgendwie anders kennen gelernt:
    Der Blickpunkt des Bildbetrachters liegt immer im Mittelpunkt des mittleren Quadrats… Hat man also ein Motiv sollte man das wichtigste Element von diesem mittig im mittleren Raster ausrichten

  3. Landschaften bis eine Stunde nach Sonnenaufgang oder ab einer Stunde vor Sonnenuntergang fotografieren – einfach viel schöneres Licht.
    Wenn sich was im Bild bewegt oder jemand in eine Richtung schaut, dann am besten 2/3 in diese Richtung freilassen und nicht eine Person, die nach rechts schaut, an den rechten Rand positionieren.
    Und bei der Drittelregel experimentieren und auch 2 oder mehr Fotos machen, z.B. Horizont einmal nur 1 Drittel und einmal 2 Drittel.
    Und viele Fotos einfach löschen, schaut sich eh kaum jemand an wenn es zu viele sind.

  4. Der wahre Hannes says:

    @Konstantin
    Eben genau so sollte man es nicht machen. Schau dir mal ein paar Fotos auf z.B. flickr an. Gute Bilder werden immer (fast) immer nach der Drittelregel fotografiert, auch Portraits.
    Eigentlich sollte das „Objekt“ bei 1:0,618 platziert werden aber der Einfachheit halber benutzt man 1:3=0,667.

  5. Marvin Spiegel says:

    @Der wahre Hannes
    Genau.
    Nur Amateure (wie ich) versuchen immer, das Hauptobjekt in der Mitte zu haben. Kein Profi würde z. B. bei einem Portrait die Personen mittig platzieren.

  6. @Marvin: mmd 😀

  7. sunworker says:

    Eigentlich ist es der „Goldene Schnitt“. Ersatzweise ist die Drittelung natürlich etwas einfacher.

    Details hier:
    http://www.kleine-fotoschule.de/bildgestaltung/goldener-schnitt.html

  8. Der wahre Hannes says:

    @sunworker
    Nein, nein, stimmt alles nicht. Einfach alles in die Mitte klatschen und schon hast du das perfekte Foto. Auch Blende, Brennweite, Fokus und Schnitt spielt keine Rolle…