iconary – Erste Sprachgrenzen per Android-App überwinden

iconaryManchmal sind die Umstände und Hintergründe, wie wir zu Ideen kommen, eher schrecklich – doch oft ist das Ergebnis dieser Ideen etwas, von dem man meint, es hat einen dauerhaften Nutzen für die Zielgruppe. Ein tolles Beispiel dafür ist mit dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingskrise der Ansatz von Laura Brandt: Laura engagiert sich in Bremen und Umgebung stark für Flüchtlinge aus Syrien und gibt unter anderem zusammen mit anderen Personen in der eigenen Freizeit Deutschkurse. Daraus entstanden ist in Zusammenarbeit mit einem großen Team an Freiwilligen eine App names iconary, die unter dem Titel „Welcome to Europe“ bei der Integration in einem neuen, fremden Land helfen soll.

Ein Android-Smartphone vorausgesetzt, kann iconary aus dem Play Store heruntergeladen werden und dient (dann auch offline) als mobiles Wörterbuch, das viele Gegenstände und Begebenheiten des täglichen Lebens bis hin zu Zahlen (1-100) und sogar Berufe in fünf verschiedenen Sprachen abdeckt. Nach dem Start der App wird die jeweilige Zielsprache ausgewählt, anschliessend können bebilderte Oberkategorien ausgewählt werden, die dann jeweils wieder einzelne, zu diesen Kategorien gehörende Begriffe abdecken. Die jeweilige Bezeichnung in Englisch ist allgegenwärtig, per Berührung wird das Ganze auch über den Lautsprecher als Audio ausgegeben, man kann also auch direkt die richtige Aussprache lernen.

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Ich finde: iconary ist ein toller Ansatz, eine andere Sprache zu lernen – wenngleich das Projekt auch aus einem eher dramatischen und traurigen Hintergrund geboren zu sein scheint, so hilft es doch, die ersten und obligatorischen Sprachbarrieren in der Fremde zumindest in Grundsätzen zu überwinden. Nebenbei ist die App aber auch eine tolle Gelegenheit, einfach einmal ein paar einfache Grundvokabeln anderer europäischer Sprachen zu erlernen bzw. diese aufzufrischen – so habe ich mich beispielsweise dabei ertappt, mir wieder ein paar Brocken aus dem italienischen Sprachalltag ins Gedächnis gerufen zu haben. Eine feine App, die übrigens auch bald für iOS erscheinen soll!

iconary
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Entwickler: Laura Brandt
Preis: Kostenlos
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Digital Native, der trotzdem gerne das Mittelalter erlebt hätte und chronischer Device-Switcher. Multimediafreak. England-Fan. Freier Autor & Tech Blogger. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Querdenker. Zyniker. Hoffnungsvoller Idealist. Gladbacher Borusse und hauptberuflicher IT-Consultant.

22 Kommentare

  1. Naja. Sinnvoll wären Sprachen wie Arabisch, Farsi o.ä.
    Die hier angebotenen Sprachen EFISG (Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Deutsch) werden bereits durch ein breites Spektrum an Apps abgedeckt.

    • Es geht darum, dass man anhand von Icons eben in die von dir genannten Sprachen übersetzt. Die Icons sind das Entscheidende, um von der Ursprungsprache weiterzukommen.

    • Die App ist für Menschen gedacht, die in europäische Länder flüchten und eben diese Sprachen erlernen möchten – Arabisch, Farsi etc. können sie ja schon 😉

  2. tolle idee! Kann mir auch vorstellen, dass es für Kinder ganz witzig ist, so ein paar Brocken einer anderen Sprache zu lernen…

  3. Naja ob das wirklich nützlich ist im Alltag? Wobei die Idee ja nicht schlecht ist.

    Was ist das denn für ein komisches Kommentar-System auf einmal?

    • Was gefällt dir daran nicht?

    • Oliver Pifferi says:

      Die Idee dahinter ist einfach toll, wie ich finde und wer ein paar grundsätzliche Begriffe einer dieser fünf Sprachen für den Alltag lernen möchte, kann mit der App prima damit starten. Wenn ich von Grund auf eine neue Sprache lernen müßte, wäre ich über so eine Möglichkeit zum Lernen (persönlich) froh!

      • Vielen Dank, Olli! Bisher ist es ja nur eine allererste Version, bei der es nur um die grundlegendsten Vokabeln geht – weitere Begriffe und Funktionen sind in Planung 🙂 Viele Grüße, Laura

  4. Ich gebe dem Autor recht, dass es einen „traurigen Hintergrund“ gibt, speziell was Kriegsflüchtlinge durchlebt haben müssen. Darf man vorsichtig erwähnen, dass es sich aktuell überwiegend um Wirtschaftsflüchtlinge handelt, oder ist das Tabu?

    • Oliver Pifferi says:

      Wieso sollte das ein Tabu sein? Natürlich darfst Du Deine Meinung frei äussern, lieber Karl!

      • Das meine ich ja, „Meinung“ vs. „so ist es“ 😉 Also sind die jahrelang bereits laufenden Kriege in den Krisengebieten, aktuell akut. Okay.

        • Oliver Pifferi says:

          Krieg ist leider immer akut, auch wenn die Öffentlichkeit nicht immer etwas davon mitbekommt – allein im Jahr 2014 waren es weltweit etwa 424 Konflikte. 2015 wird leider nicht besser, aber das ist ein anderes Thema, was aus der App-Vorstellung hier kein Politikum machen sollte.

  5. Kann weder das Thema noch die emtionalisierte Marketingsprache drumherum ab. Das ist gezielt infantilisierter Umgang. Defakto handelt es sich nicht um Flüchtlinge. Wer durch pi mal Daumen 10 sichere Drittländer über tausende von Kilometern reist, der flüchtet nicht, der hat ein Ziel und ist Reisender. Das wirklich traurige ist, dass die Mehrheit der Befürworter nicht begreift das diese Personen gezielt und durch Bruch sämtlicher Gesetze bis hin zum offenen Verfassungsbruch in dieses Land geholt wurden. Diese Personen sind somit Illegale die sich Widerrechtlich zulasten der Steuerzahler hier aufhalten. Wenn die Befürworter das selbst finanieren mag das angehen, hier wird jedoch ein ganzes Land in Geiselhaft genommen. Ob die Mehrheit der Steuerzahler das so will, wird demokratisch nicht zur Debatte gestellt und offenbart die totalitären Züge des Ganzen. Dass die Mehrheit der Illegalen schlicht nicht integrierbar ist da Analphabeten, dass die Mehrheit schlicht Männer im Alter von grob 18-35 Jahren sind und diese den Nachzug ihrer Familien fordern werden (was weitere 4-5 Millionen Menschen anziehen wird) und wer das bezahlen soll (wer wenn nicht der Steuerzahler) wird nicht zur Debatte gestellt. Kriminell wird es wenn Gefahren für die Bevölkerung wie das massive einschleppen von Seuchen (wer Leute beim DRK vor Ort ARBEITEN (!), mal nachfragen) als auch die Explosion schwerster Delikte um die Lager herum verschwiegen, verniedlicht und hinter Phrasen emotionaler Besoffenheit heruntergespielt wird. Hier wird gezielt Siedlungspolitk betrieben und einige scheffeln sich dabei die Taschen massivst voll. Die Folgen für das Land werden nicht nur nicht angesprochen, sie werden AUSGEBLENDET. Ich will da nicht weiter stören, aber dieses Land wird bei diesem Kurs schlicht auf einen Bürgerkrieg zusteuern. Die Mehrheit der Bevölkerung hat es schlicht satt, sich für eine dünne politische Schicht finanziell ausbluten, schuhriegeln und erpressen zu lassen. Die Folgen des ganzen müssen nämlich normale Menschen tragen. Und auch die haben Rechte und wollen gefragt werden. Verweigert man ihnen dieses Recht und fährt ihnen über den Mund, droht und erpresst, wird sich das Ganze irgendwann entladen.

    • Hallo Karl, es scheint als hättest du die Kommentarspalte mit der von Spiegel Online oder pi-news verwechselt. Kein Problem, kann ja mal vorkommen.

    • Es fehlen noch die Buzzwords „Lügen Presse“, “ Merkel“ und „Gutmenschen“

  6. Praktisch, Einfach, gut!
    Von der Symbol-Darstellung bis hin zur Webseite. Einfacher geht es kaum.

    Nicht nur für Flüchtlinge praktisch. 🙂

  7. Die Initiative finde ich super, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich die App wirklich nützlich finde.

    Man hangelt sich über Kategorien und Abbildungen zu einzelnen Worten. Was die bloße Verständigung angeht, ist man da mit Google Translate wohl deutlich effizienter mit ganzen Sätzen und sogar Spracheingabe.

    Auf der Positivseite gibt es Offlinesupport – Wlan oder Simkartenspenden fände ich hier nützlicher – und den Lernfaktor, weil man eben nicht ignorant übersetzt und ignoriert, sondern Worte kennenlernt. Vokalbeln sind beim Fremdsprachenlernen sicher immer ein wichtiger Punkt, man braucht aber vor allem auch Grammatik in Form von ganzen Sätzen. Und das bietet die App ebenfalls nicht.

    Sofern da das Gegenüber einspringt und die ganzen Sätze liefert und die App als Vehikel dient, ein Gespräch (wenn auch anfangs mit Händen und Füßen) zu ermöglichen und in „Live-Kontakt mit der Fremdsprache zu kommen, finde ich sie dann doch gut. Es kommt aber auf den Einsatz an. Sie dient glaube ich weder zum Selbststudium, noch zur schnellen Verständigung. Wohl aber zum Abbauen von Hürden und Interaktion, was letztlich viel mehr bringt.