ICE L: Deutsche Bahn stellt ersten stufenlosen ICE vor, Start für 2024 geplant

Ab Herbst 2024 werden schrittweise 23 neue Züge vom Typ „ICE L“ in den Dienst gestellt, so die Deutsche Bahn AG in einer aktuellen Meldung. Hierbei handle es sich vor allem um den ersten stufenlosen ICE, der erste Wagen des Modells wurde bereits in Berlin vorgestellt. Dem Namen nach wichtigstes Merkmal: der stufenlose Ein- und Ausstieg, der sicher nicht nur für Menschen mit körperlichen Einschränkungen sehr zu begrüßen ist. Das „L“ im Namen stehe für den englischen Begriff „low floor“, also Niederflur.

Die ersten Züge werden von der Bahn dann auf der Linie Berlin-Amsterdam eingesetzt, ab dem Jahr 2026 kommen dann auch touristische Verbindungen nach Sylt und Oberstdorf hinzu. Auch das Innendesign wurde neu konzipiert und soll nun eine Art „Wohnzimmeratmosphäre“ schaffen, so Dr. Michael Peterson, DB-Vorstand Personenfernverkehr. Der 230 km/h schnelle und 256 m lange ICE L besteht aus 17 Reisezugwagen inklusive Steuerwagen und einer Mehrsystemlokomotive. Die 562 Sitzplätze teilen sich in 85 Sitzplätze der 1. Klasse und 477 Sitzplätze der 2. Klasse auf.

Ausstattung der Züge
  • An allen Türen stufenloser Einstieg am Standardbahnsteig mit 76 cm Höhe
  • Verschiedene Lichtszenarien im Tagesverlauf
  • Acht Fahrradstellplätze pro Zug
  • Infomonitore in Einstiegs- und Sitzbereichen mit Echtzeitdaten
  • WLAN und Onboard-Unterhaltung (ICE-Portal)
  • Restaurantwagen mit Sitzgruppen und Stehtischen
  • Abgetrenntes Kleinkindabteil und besonders großer Familienbereich mit insgesamt vier Stellplätzen für Kinderwagen
  • Plätze für drei Rollstuhlfahrer:innen mit elektrisch-höhenverstellbaren Tischen
  • Gepäckregale für Großgepäck in jedem Wagen

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30 Kommentare

  1. Dirk der allerechte says:

    Wow doch so schnell? Wer schon mal von Osaka nach Tokio gefahren ist der weiß dass in Japan überhaupt keine Stufen in Zügen gibt und von der Pünktlichkeit der japanischen Bahn wollen wir gar nicht erst anfangen

  2. Jetzt müssten nur noch auch wirklich alle Bahnsteige auf 76cm ausgebaut sein, sonst hat man doch wieder die Stufe von 54 auf 76cm. Zwar ist es EU weit anvisiert auf 76cm bei Fernverkehrsbahnsteigen zu setzen, aber noch ist das eben nur ein Ziel.

  3. Ich verstehe nicht, warum dieser Zug ICE heißen soll. Worauf bezieht sich denn das Express? Auf Reisegeschwindigkeit nicht, eher auf das ein- und aussteigen. 😉
    Hätte es nicht gereicht, den Zug einfach IC zu nennen? Wobei dann die Tickets günstiger wären…

    • Gunar Gürgens says:

      Ich kann nur mutmaßen, aber der IC 1 und IC 2 sind für bis zu 200km/h zugelassen. Daher würde ich denken, dass im Fernverkehr alles <200km/h ein IC ist und alles drüber ein ICE. Der ICE T ist auch bis 230km/h zugelassen.

      • ICE T ist schon etwas älter, daß der die 230km/h noch schafft, bezweifle ich doch.
        Der läuft mit seinen über 64½ Lenze bei ´Law & Order´ eher auf Sparflamme …
        ;oÞ

    • PR.
      So kommen zahlreiche Städte in den Genuss einer ICE-Verbindung. 😉

    • Er fährt bis zu 230 km/h und ist damit per Definition ein Zug im Hochgeschwindigkeitsverkehr. Außerdem ist auch sonst bis auf den Einstieg alles wie bei bisherigen ICE.

    • Das ist weil …
      Die „IC1“ mit einer 200km/h Zulassung werden altersbedingt außer Betrieb genommen. Die neuen Doppelstock IC2 haben nur eine 160km/h Zulassung.
      Von daher passt das „Express“ mit über 200km/h wieder. Und außerdem, schneller kann auf dem maroden Schienennetz sowieso nur selten gefahren werden. 😉

  4. Wieso kann der Zug in der 2. Stufe nach Sylt und in den Allgäu fahren? Dann müßten diese Strecken schleunigst elektrifiziert werden und selbst dann mit 230 km/h, Wie soll das gehen?

    • Weil die neuen ICE L von der Bauart eher ICs ähneln. Man kann eine Lok dran hängen. Und somit hat man mehrere Möglichkeiten, was man möchte: Diesel (Zukunftsmusik Wasserstoff), Elektro, …

    • mit ner Diesellok davor und mit 120 Sachen. Die Diesellok wird erst später geliefert. Die Talgos werden in Spanien mit jeder Lok gefahren die gerade da steht. Das ist mehr oder weniger ein Triebwagen ohne eigenen Motor.

  5. 3 Plätze für Rollstuhlfahrer
    8 Plätze für Fahrräder
    Wow, einfach nur Wow!

    • Wo ist das Problem an den Rollstuhlplätzen? Ich fahre sehr viel Fernverkehr und in den wenigsten ist mehr als ein Rollstuhlplatz besetzt. Und bei den Radplätzen sind eben Kompromisse gefragt, denn außerhalb der Urlaubsreisezeit werden diese ebenfalls kaum genutzt

      • Rate mal warum meistens nur einer besetzt war

        • Hm vielleicht weil unter 2% in Deutschland auf einen Rollstuhl angewiesen sind? Züge werden bedarfsgerecht ausgestattet. Was bringt es 20 Rollstuhlplätze vorzuhalten die dann immer leer sind und anderen Reisenden als Sitzmöglichkeiten fehlen. Richtig es wäre sinnlos.

          • Und 2% von 562 sind dann wie viele Sitzplätze? 20 Plätze hat außer dir bisher niemand gefordert, ich wäre mit 5 schon happy.

            • Genau lesen hilft…
              Ich habe keine 20 gefordert. Ich habe geschrieben, dass die Züge bedarfsgerecht ausgebaut werden und darauf hingewiesen, dass es keinen Sinn macht einfach mal x Plätze ohne entsprechenden Bedarf vorzuhalten. Du denkst doch nicht dass die Bahn einfach mal würfelt wie viele Plätze für Rollstühle vorgesehen werden. Das wird aufgrund von Buchungszahlen und Kundenzählungen erfasst und daraus der Bedarf abgeleitet.

  6. Geldverschwendung ohne Ende in Deutschland durch falsche Entscheidungen. Das hätten wir viel eher haben können. Und das nächste Problem worüber die Bahn nicht spricht: Deutsche Bahnsteige und hundert unterschiedliche Züge die kein barrierefreien Ein- und Ausstieg ermöglichen

    • So redet nur jemand, der noch nie auf diesen Umsteigsservice angewiesen war. Also ja, selbstständig in den Zug einzusteigen ist mehr als nur ein Komfortfeature oder ein „Hype“.

  7. Was mir gestern im ICE wieder auffiel, dass Menschen mit schlechteren Augen extreme Probleme haben, die Sitzplatznummerierung im ICE zu erkennen. In meinem Fall war das ein älteres Ehepärchen. Sie dachten zunächst, dass die rote (ebenfalls schlecht erkennbare) Leuchtschrift die Sitzplätze anzeigt. Letztendes mussten Sie eben fragen.
    Davon mal abgesehen – ohne Brille, könnte ich es auch nicht erkennen.

  8. Waren die ICEs zwischen Berlin und Hannover sowie auch nach Hamburg nicht schon einmal 250km/h schnell?

    • Die Strecke Hannover -> Berlin ist je nach Ort für 250/200/160/60 km/h ausgebaut. DIE ICEs haben je nach Typ eine Höchstgeschwindigkeit von 200 bis 300km/h (in Frankreich 320km/h).

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