Huawei Mate S: High-End-Phablet für 649 Euro

Huawei Mate SBäm, auf der IFA 2015 in Berlin hat der chinesische Hersteller Huawei sein neues High-End-Phablet Mate S offiziell vorgestellt. Den Chinesen darf man zugestehen, dass sie sich nicht nur auf ein hochwertiges Innenleben verlassen, sondern auch einige verspielte Technologien integriert haben. Nur das in der Gerüchteküche brandheiß vorhergesagte Force Touch ist nun doch leider nicht mit von der Partie.

 

Huawei hat in Berlin auf seiner IFA-Pressekonferenz das neue Phablet Mate S vorgestellt. Obwohl von Force Touch letzten Endes entgegen der vorherigen Gerüchte keine Spur zu entdecken war (Update siehe unten!), wirbt der Hersteller mit “ innovativen Touch-Technologien“. Letzten Endes meint man in der Praxis damit aber recht gewöhnliche Gestensteuerungen. So hat man das bereits vom P8 bekannte „Knuckle Control“ optimiert und in der Version 2.0 präsentiert: Nutzer können am Display mit den Fingerknöcheln z. B. den Buchstaben „C“ (für „Camera“) zeichnen, um direkt die Kamera-App zu starten. Zweimaliges Klopfen auf den Bildschirm kann die Video-Screenshot-Funktion in Gang setzen. Ob einen das jetzt als revolutionär vom Hocker haut, sollte natürlich jeder selbst entscheiden. Zumindest sind es nette Gimmicks.

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Des Weiteren kann man Fotos durchsehen, indem man über den Fingerabdruckscanner nach links bzw. rechts streicht. Auch hier hätte ich persönlich eher von einer Art modifizierten Gestensteuerung gesprochen. Ähnlich wie am Huawei Mate 7 lässt sich über Fingerprint 2.0 zudem das Smartphone entsperren.

Allerdings will der Hersteller die Erkennungsgeschwindigkeit enorm beschleunigt haben. Via Doppelklick auf den Fingerabdruckscanner lassen sich außerdem ungelesene Benachrichtigungen löschen. Ein einfacher Druck kann dagegen dazu dienen etwa Anrufe entgegen zu nehmen oder den Wecker zu deaktivieren. Auch das sind zwar nette Funktionen, doch ob man nun im Alltag einmal auf den Touchscreen oder den Fingerabdruckscanner patscht, macht aus meiner Sicht wenig Unterschied.

Zu den technischen Daten des Huawei Mate S zählt ein Super-AMOLED-Display mit 5,5 Zoll und 1920 x 1080 Bildpunkten (Full HD) beschichtet mit Corning Gorilla Glass 4. Da ich absoluter Fan der knackigen OLED-Kontraste und Blickwinkel bin, klingt das schon mal verlockender als die anderen Spielereien.

Huawei rühmt sich zudem den Rahmen um den Bildschirm auf nur 2,65 mm einzugrenzen. Die geschwungene Rückseite besteht aus Metall und soll laut Hersteller besonders robust sein aber zugleich besser in der Hand liegen als Konkurrenzmodelle. An der Rückseite findet sich dann neben dem Fingerabdruckscanner auch die Hauptkamera mit 13 Megapixeln. Dank eines RGBW-Sensors mit zusätzlichen weißen Pixeln soll sich die Bildqualität bei schwachem Licht verbessern. Auch ein optischer Bildstabilisator ist neben einem zweifarbigen LED-Blitz verbaut. Wie die Qualität der Fotos in der Praxis aussehen wird, lässt sich natürlich vorab noch nicht sagen.

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Die Selfie-Webcam des Huawei Mate S legt 8 Megapixel sowie eine Blende von f/2.0 an. Drei integrierte Mikros sollen das Mate S außerdem als Diktiergerät besonders tauglich machen und die Soundqualität bei selbst gefilmten Videoclips verbessern.

Auch in diesem Fall sollte man natürlich auf erste Erfahrungsberichte warten. Schließen wir nun mit den nackten, technischen Daten: Als SoC dient der HiSilicon Kirin 935 mit acht Kernen. Ihm stehen 3 GByte RAM und 32 GByte Speicherplatz zur Seite. Letzterer lässt sich via microSD um bis zu 128 GByte erweitern. Der Akku weist eine Kapazität von 2700 mAh auf. Als Betriebssystem dient wenig überraschend Googles Android 5.1.1 mit dem Überzug EMUI 3.1. In Deutschland wird das Huawei Mate S ab Ende September in den Farben „Mystic Champagne“ und „Titanium Grey“ erhältlich sein. Als Preisempfehlung nennt Huawei uns 649 Euro. Klar, dass der Straßenpreis sich aber schnell darunter einpendeln dürfte.

UPDATE:

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Huawei hat nun doch Force Touch für das Mate S bestätigt. Allerdings war davon in dem uns ursprünglich durch den Hersteller zur Verfügung gestellten Infomaterial leider nichts zu lesen. Auf Nachfrage hat Huawei uns verraten, dass es vom Huawei Mate S eine Standard- und eine Premium-Variante geben werde. Nur das Huawei Mate S Premium wird Force Touch bieten. Letzteres erscheint aber erst 2016 und auch nur „in ausgewählten Märkten“.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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12 Kommentare

  1. Sieht ja auf den ersten Blick gut aus!
    http://www.nikstechnews.de/

  2. Schade. Trotz OLED Display und „nur“ FullHD-Auflösung klingt 2.700 mAh für mich etwas happig.

  3. „Allerdings will der Hersteller die Erkennungsgeschwindigkeit enorm beschleunigt haben. Via Doppelklick auf den Fingerabdruckscanner lassen sich außerdem ungelesene Benachrichtigungen löschen. Ein einfacher Druck kann dagegen dazu dienen etwa Anrufe entgegen zu nehmen oder den Wecker zu deaktivieren. Auch das sind zwar nette Funktionen, doch ob man nun im Alltag einmal auf den Touchscreen oder den Fingerabdruckscanner patscht, macht aus meiner Sicht wenig Unterschied.“

    Ich finde es sehr sinnvoll, den das Gerät ist nicht gerade klein und normalerweise ist das Symbol zum Annehmen von Anrufen auf der linken Seite oder ein Slider, welche man dann erstmal mit dem (rechten) Daumen erreichen und drücken oder ziehen muss.
    Der Zeigefinger ist sowieso in der Nähe des Fingerabdrucksensors, aufgrund der Größe des Gerätes und es erleichtet und beschleunigt, mMn. das Annehmen von Anrufen.

    Für das Deaktivieren des Weckers sehe ich (für mich auch Vorteile) da ich das Handy beim Schlafen immer „Face-down“ hinlege.

  4. @DocEvil78: Im Gegensatz zu anderen haben wir dies – was du an einem Update und meinem Tweet zum Thema siehst. Das wurde nämlich nirgendwo kommuniziert 😉

    https://twitter.com/caschy/status/639068535633936384

  5. Als ich die Rückseite gesehen habe glaubt ich ein Foto von meinem HTC One zu sehen 😀

  6. André Westphal says:

    Siehe Update. Die Infos kamen zuerst explizit von Huawei selbst so an uns. Wir haben deswegen auch extra nachgefragt – nur das Premium-Modell hat Force Touch und erscheint laut Huawei auch erst 2016. Die Standard-Version hat es nicht.

  7. Also wenn es dann tatsächlich irgendwann in 2016 mit Force Touch kommen sollte, dann muss man es nun wirklich nicht heute schon ankündigen nur um auf der Apple Welle mitzuschwimmen. Da kann man auch gleich den Nachfolger bereits heute schon „vorstellen“. Finde ich eher peinlich und unnötig.

  8. André Westphal says:

    @ Hans Wir waren auch erst am Grübeln. Denn erst kamen die Infos, dass kein ForceTouch dabei sein solle – das Feature wurde jedenfalls nirgends erwähnt. Dann wird auf einmal doch davon gesprochen. Und auf Nachfrage kriegen wir raus: Es kommt, aber erst im Premium Modell 2016 :-).

  9. @Hans
    Ich finde das zwar auch unmöglich Geräte lange vor der Verfügbarkeit anzuteasern/anzukündigen, aber in dem Zusammenhang auf Apple zu verweisen ist etwas unglücklich – das sind die Könige in Vorstellen und in einem halben Jahr vielleicht verkaufen.

  10. @Bernhardt
    Also kommende Woche wird das iPhone 6S/Plus vorgestellt und maximal 2-3 Wochen später wird es verkauft werden. So war es mit allen iPhone Modellen vorher. Ebenso beim iPad und so gut wie allen MacBooks, die teilweise sogar direkt am nächsten Tag verkauft werden. Und es wurde auch noch nie etwas präsentiert und dann nicht auf den Markt gebracht.
    iPhone 6/Plus: 09.09.2014 präsentiert; 19.09.2014 Verkaufsstart
    iPhone 5S: 10.09.2013 präsentiert; 20.09.2013 Verkaufsstart
    iPhone 5: 12.09.2012 präsentiert; 21.09.2012 Verkaufsstart usw.

    Einzig die Apple Watch wurde sehr früh vor der Veröffentlichung vorgestellt. Mit der Präsentation wurde jedoch auch das SDK zum Entwicklen der Apps veröffentlicht, damit zum Release auch Apps bereit stehen. Bei einer neuen Produktkategorie finde ich das auch OK. Bei einem einzigen Feature aber nicht. Man muss deshalb aber nicht gleich wieder gegen Apple irgendwelche Märchen erfinden.

  11. Naja bei dem Preis bevorzuge ich schon auf jeden Fall das Honor 7. 500 Euro als Startpreis wären vielleicht noch ok gewesen aber 649 Euro geht gar nicht.

  12. Ist schon der SAR-Wert des Mate S bekannt?

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