Hochschulnetz Baden-Württemberg: Moodle & Co von Schulen müssen raus

Der Zeitpunkt könnte wohl kaum unpassender sein. Vor knapp einem Jahr wurden für zahlreiche Schulen Moodle-Instanzen durch das württembergische Hochschulnetz (BelWü) bereitgestellt. Ein immenser Kraftakt, um im Eiltempo eine (datenschutzfreundliche) Lösung für den Fernunterricht aus dem Boden zu stampfen. Einiges Geld wurde in die Hand genommen, um Server-Kapazitäten zu erhöhen und Optimierungen vorzunehmen. Knapp 4.500 Schulen in Baden-Württemberg mit insgesamt knapp 600.000 Nutzern sind derzeit mit Moodle versorgt, wenngleich einige davon auf alternative Videokonferenztools zurückgreifen. Der Großteil der Schulen war davor nicht mit einer digitalen Lernplattform versorgt. Kein langanhaltender Erfolg: Nun beginnt man seitens BelWü die Schulen sukzessive bereits ab Herbst wieder „vor die Türe zu setzen“. Verantwortlich hierfür zeichnet sich das württembergische Kultusministerium sowie das Ministerium für Wissenschaft und Forschung. Wieso der Versorgungsvertrag aufgekündigt wird, ist bis dato nicht bekannt.

In einer Mail an württembergische Schulleiter informiert BelWü über einschneidende, überraschende Veränderungen. Weitere Details sind einer FAQ-Sammlung zu entnehmen. Neben Moodle-Instanzen sind auch zahlreiche Webauftritte (Homepages, Wiki, Foren, Nextcloud) sowie dienstliche Mail-Dienste betroffen. Mit der Abschaltung der über 2.000 Webauftritte beginnt man bereits ab Oktober. Spätestens im Frühjahr 2023 soll dann Schluss sein mit Diensten für Schulen im Hochschulnetz. Auch um eine Internetanbindung müssen sich Schulen künftig selbst kümmern oder einen Dienstleister beauftragen. So auch für zahlreiche andere Web-Dienste: Die Verantwortung obliegt hier künftig in einigen Bereichen bei den Schulen selbst.

Mail-Dienste sowie die Lernplattform Moodle „sollen von einem anderen zentralen Dienstleister übernommen“. Hier soll der Umzug aber „nicht vor Sommer 2023 erfolgen“. Konkrete Angaben dazu macht man derzeit keine, es bestehe jedoch kein Handlungsbedarf, so BelWü. Anders sieht es bei selbst gehosteten Moodle-Instanzen bei BelWü aus. Hier müssen sich Schulen nach einem eigenen Dienstleister umschauen und sind auf sich allein gestellt. Besonders ärgerlich dürfte sein, dass die Schulen nun nicht mehr einen Ansprechpartner „für alles“ haben. Der Support seitens der Ansprechpartner bei BelWü wurde immer wieder sehr gelobt:

Eine offizielle Ankündigung seitens des Kultusministeriums steht noch aus und soll wohl am Montag erfolgen, wie eine Nachfrage durch die Kollegen von Heise ergab. Bis dahin glänzt eine umfassende Begründung für den „Rausschmiss“ durch Abwesenheit. Selbiges gilt, auch nach einem Jahr Pandemie, für Dienstgeräte.

Info-Mail an Schulleiter seitens BelWü

Sehr geehrte Schulleiterin, sehr geehrter Schulleiter,
sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie mit dieser E-Mail über anstehende
Veränderungen im Bereich der von BelWü angebotenen
Dienste informieren.

Sie erhalten diese Nachricht als Kontaktperson einer
schulischen Einrichtung (Schulträger oder Schule),
die einen der unten genannten Dienste bei BelWü nutzt
und bitten Sie, diese Informationen für Ihre weiteren
Planungen innerhalb Ihrer Einrichtung zu kommunizieren.

Ausgangspunkt für diese Änderungen sind nicht nur
veränderte rechtliche Rahmenbedingungen (u. a. Vergaberecht,
Steuerrecht), die in voller Auswirkung spätestens 2023 zum
Tragen kommen, sondern auch die Beobachtung, dass die in
den letzten Monaten ausgebauten Angebote im Bereich der
digitalen Unterstützung von Lehre und Kommunikation eine
langfristige Perspektive für einen gesicherten Betrieb
benötigen, die wir im Rahmen der auf eine Vereinbarung
zwischen dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und
Kunst und dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport
im Jahr 1997 zurückgehenden Kooperation mit BelWü aus
verschiedenen Gründen nicht verlässlich dauerhaft erbringen
können.

Die aktuell praktizierte Form der Bereitstellung bringt
es mit sich, dass die primären Dienste im hoheitlichen
Bereich von BelWü, also die Konnektivität der Universitäten
und Hochschulen auf internationalem Leistungsniveau,
gefährdet werden, weil z. B. technische Kapazitäten des
Rechenzentrums anderweitig eingesetzt werden müssen.
Daher hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und
Kunst als für BelWü zuständiges Ministerium bereits 2019
im Einvernehmen mit dem Ministerium für Kultus, Jugend
und Sport einen systematischen Prozess einer Transformation
angestoßen, der nun nach Erhebung aller dafür notwendigen
grundlegenden Informationen in die nächste Phase geht.

Davon sind Sie wie folgt betroffen:

  1. Die Dienste „E-Mail“ und Lernplattform „Moodle“
    bleiben vorerst unverändert bestehen. Mittelfristig
    sollen diese von einem anderen zentralen Dienstleister
    übernommen werden. Dieser Wechsel wird für Sie als Kunde
    möglichst transparent und reibungslos umgesetzt werden.
    Wir informieren Sie, sobald eine konkrete Migration
    ansteht. Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport
    sichert den weiterhin kostenlosen reibungslosen Betrieb
    als Landeslösung zu. Für Sie besteht kein Handlungsbedarf.
  2. Das Hosting von Webauftritten wird ab sofort nicht
    mehr von BelWü angeboten. Dies betrifft Homepage, Wiki,
    Foren, NextCloud, eigene selbstverwaltete Moodle-Auftritte,
    etc. Die bestehenden Auftritte werden in monatlichen
    Zeitfenstern zwischen 1.10.21 und 28.2.23 eingestellt.
    Bitte bemühen Sie sich um einen Umzug Ihrer Webseiten zu
    einem von Ihnen festzulegenden Dienstleister. BelWü kann
    hinsichtlich der zukünftig zu wählenden Dienstleister aus
    rechtlichen Gründen keine Empfehlung abgeben.
  3. Die Anbindung von pädagogischen bzw. Verwaltungsnetzen
    per DSL/Kabel wird ab sofort nicht mehr von BelWü angeboten.
    BelWü wird zum 31.7.22 diesen Dienst einstellen. Nicht
    betroffen sind vorerst Anbindungen per Glasfaser
    (Direktanschluss einer Schule oder eines städtischen
    Schulverbundes) an einen der BelWü-Knoten an einem
    Hochschulstandort (siehe folgender Punkt).
  4. In enger Abstimmung zwischen dem Ministerium für
    Wissenschaft, Forschung und Kunst, den kommunalen
    Spitzenverbänden, dem Ministerium für Kultus, Jugend und
    Sport und der Universität Stuttgart wird derzeit nach
    Lösungen gesucht, insbesondere die breitbandige Anbindung
    von Schulen weiterhin anbieten zu können und weiter
    ausbauen zu können. Hier sollen insbesondere langfristig
    geschlossene Verträge z.B. Anmietung von Glasfasern
    berücksichtigt werden.

Zusammenfassend bedeutet das für Sie:

  • Die Angebote DSL/Kabel basierende Internetanbindung,
    Web-Hosting, File Exchange Service (FEX) und Dienste
    bei denen BelWü nur kommerzielle Dienste weitervermittelt
    (z.B. Jugendschutzfilter) sollen zum Ende des Schuljahres
    2021/2022 auslaufen. Hier müssen Sie sich bitte um einen
    alternativen Dienstleister bemühen. Auch hier können wir
    aus rechtlichen Gründen keine Empfehlung für alternative
    Dienstleister geben.
    Hinsichtlich des zeitlichen Ablaufs der Migration von
    Web-Hosting sowie Einstellung der DSL/Kabel basierenden
    Internetanbindung werden die betroffenen Schulen in Kürze
    separat von der BelWü-Koordination informiert.
  • E-Mail-Postfächer werden weiterhin angeboten, bis
    diese geschlossen an eine zentrale Plattform eines
    anderen Anbieters überführt werden können. Auch hier
    ist als Perspektive das Ende des Schuljahres 2021/2022
    vorgesehen, vorbehaltlich der Verfügbarkeit einer
    Zielplattform. Sie werden jeweils rechtzeitig über die
    weiteren Schritte informiert werden. Die Zielplattform
    wird als Teil einer für die Schulen kostenlosen
    Landeslösung alle datenschutzrechtlichen Anforderungen
    erfüllen und mindestens den gleichen Servicegrad bieten.
    Sie müssen aktuell keine Maßnahmen ergreifen.
  • Die Übernahme der Lernplattform Moodle durch einen
    neuen Dienstleister erfordert unsererseits umfangreiche
    Vorarbeiten. Auch hier werden wir Sie zu gegebener Zeit
    über den Projektfortschritt informieren. Moodle wird
    hinsichtlich seiner Zuverlässigkeit, seiner Performanz,
    seiner datenschutzrechtlichen Sicherheitsmerkmale sowie
    dem gewohnten Servicegrad im Support in einer neuen
    Umgebung in bewährter Form zur Verfügung gestellt werden.
    Es ist absehbar, dass ein solcher Umzug nicht vor Sommer
    2023 erfolgen wird. Auch hier müssen Sie aktuell nicht
    aktiv werden.

Bitte haben Sie Verständnis für diese Maßnahmen, die nicht
nur aus einem strategischen Szenario einer der beteiligten
Institutionen erwachsen sind, sondern auch Sachzwängen und
gesetzlichen Anforderungen folgen.

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Felix Frank

Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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41 Kommentare

  1. Wo gibt es ein „württembergische Kultusministerium“, oder kann ich google nicht bedienen und finde deshalb nichts?

    PS: Teams geht auch nicht, da wird es jetzt dann eng mit möglichen Plattformen.

  2. Ein Umzug zu Microsoft Teams ist nun naheliegend.

  3. Blacky Forest says:

    Man muss sich mal vorstellen, dass den ganzen Sommer 2020 NICHTS gemacht wurde. Einzelne Regierungsbezirke haben für sich etwas auf die Beine gestellt, manchmal sogar einzelne Schulen, aber alles ohne „den Segen“ der zuständigen Verwaltung. Im November wurden dann kurzfristig moodle-Instanzen im BelWü hochgezogen, kurz vor Schulschließungen (bzw. am Wochenende vor den Schulschließungen). Es hat erstaunlich gut funktioniert, jetzt funktioniert es richtig gut.
    Und jetzt wird alles wieder umgemodelt (der musste sein)! Die haben nicht mehr alle. Durch die Verwaltungsstrukturen schaffen sie es einfach nicht kurzfristig und mittelfristig was ordentliches auf die Beine zu stellen. Und wenn dann mal etwas etabliert ist, wird das wegen Kompetenzgeraffel oder Lobby-Arbeit wieder kaputt gemacht.
    Vielen Dank an Admins, Organisatoren, Lehrkräfte, Elternvertreter und alle weiteren, die sich 2020 die Arbeit und Mühe gemacht haben die Systeme zum Laufen zu bringen (die sich die Nächte um die Ohren geschlagen haben). Es tut mir leid, dass das alles nun mit Füßen getreten wird.

  4. Aber in BaWü regieren doch die grünen – wie kann das sein? Ich höre und lese überall, dass die alles so viel besser machen. Ist halt auch nur der gleiche Inhalt mit einem anderen Anstrich.

  5. Ich kann nichts über den heutigen Leistungsstand von BelWü sagen, aber mir kam das früher immer etwas langsam und rückständig vor. Aber vielleicht war das auch mehr das „Webhosting“ und nicht der Anschluss der Universitäten, denn letzteres war recht gut.

    Aber ohne Spaß: Wäre solch eine „Migration“ nicht ein super Testballon für die Deutschland-Cloud? Grundsätzlich könnten die Schulen sicherlich von einem guten managed Service profitieren, weil ihre Kernkompetenz ja nunmal nicht in der IT liegt. Und die Cloud skaliert dann bei etwaigen kurzfristigen Homeschooling-Tagen mit. Das ginge sicherlich auch bei AWS, Azure, IBM und Co direkt, aber eben mit den nötigen Datenschutzfunktionalitäten.

    Ich würde ja davon träumen, dass die Schülerinnen oder Schüler in dieser Cloud sogar für den Unterricht einfach entsprechende Ressourcen bekommen könnten, um beispielsweise ihre eigene „Homepage“ zu bauen. Mein altes Gymnasium hat inzwischen beispielsweise auch einen 3D-Drucker, was ich sehr toll finde.

    • Das stellst du dir so einfach vor. In unserem föderalen System geht das per Gesetz aber so nicht.
      Was die einzelne Schule macht, ist Aufgabe der jeweiligen Kommune, also deren Kostenstelle.
      BelWü wird aber vom Land bezahlt und organisiert.
      Das das Land die Kostgänger schnell wieder loswerden will, liegt nahe.
      Dazu kommen dann die üblichen Dünkel der Lokalpolitik und der Landesfürsten.
      In der Notlage der Pandemie haben sie notgedrungen zusammengearbeitet.
      Das sowas auf Dauer funktionieren würde, war von vornherein ein Wunschtraum.
      Land und Kommunen sind Konkurrenten ums Geld mit unterschiedlichen Interessen und Parteibuch denen das Hemd immer näher ist als der Mantel.
      Ich sitze schon ewig in der kommunalen IT in NRW und hier ist es wie überall in DE.
      Es reicht schon wenn Bürgermeister A den Kollegen aus Stadt B nicht leiden kann und schon hat man zwei Softwareprodukte die das gleiche machen. Hauptsache man zahlt nicht in den gleichen Topf wie B ein.
      Oder man macht gleich eigene IT mit Produkt X weil zufällig Dienstleister * in der Gemeinde ansässig und dort Gewerbesteuer zahlt.
      Aber solange es keinen gesetzlichen Rahmen gibt der für alle gilt und alle an einen Tisch zwingt um gemeinsam eine Infrastruktur und Standards festzulegen, solange wird DE in der IT zersplittert bleiben und immer weiter zurückfallen. Ebenso wird die Schere zwischen armen und reichen Kommunen immer weiter auseinander gehen. DE ist zwar ein Land, politisch aber immer noch so aufgeteilt wie das Heilige römische Reich deutscher Nationen. Und jeder Flicken ist sich selbst der Nächste. Nur echte Not treibt zur temporären Zusammenarbeit. Denn kein Kleinstfürst will auf Dauer ein Weisungsempfänger sein.
      Das solche Kleinstauftraggeber dann Probleme haben in der internationalen IT und deren Großkonzerne irgendwie zu bestehen, mag auch ein Grund für die rückständige Digitalisierung sein.

      • Schade, wenn man das sogar von Insidern so bestätigt bekommt. Hoffen wir mal, dass die öffentliche Aufmerksamkeit doch irgendwann zu einem Umdenken führt.
        Von mir aus darf jede Kommune das selbst zahlen. Ich würde erwarten, dass man auch in der kommunalen Kasse gerne Synergieeffekte nutzt, und deshalb vielleicht doch eine gemeinsame Lösung findet. Aber nun ja …

        • Die gibt es auch, wenn die beteiligten Parteien etwa gleich groß sind.
          Das ist aber oftmals nicht der Fall.
          Kleines Beispiel, Stadt A hat 450000 Einwohner, Gemeinde B 7500.
          Sie einigen sich auf eine Software zur Gewerbesteuer.
          Es dürfte klar sein dass Stadt A deutlich mehr bezahlen muss als Gemeinde B. Allein schon aufgrund der Größe und Einkommen.
          Ist man vernünftig, bildet man einen gemeinsamen Pool in den jeder nach einem Schlüssel einzahlt.
          Jetzt kommen Wahlen. In der Stadt A bildet Schwarz die stärkste Kraft. In Gemeinde B ist es Rot.
          Jetzt kommt in Stadt A die Frage auf warum man die Roten in B mit durchfüttern sollte. Schließlich ist man groß genug um es alleine zu schaffen.
          Experten die vor der Trennung warnen und über die Vorteile der gemeinsamen Verwaltung sprechen, werden ignoriert.
          Man ist schließlich wert und wenn die Roten in Gemeinde B schlecht dastehen, ist das gut für die eigene Partei.
          Es gibt im föderalen System keinerlei Anreize zusammenzuarbeiten, solange man durch egoistisches Verhalten die eigene Position stärken kann.
          Anderes Beispiel, die Stadt Monheim. Der Bürgermeister hatte eine geniale Idee die Kasse zu füllen. Er hat die Gewerbesteuer derart gesenkt das sie weit unter dem Schnitt war. Das führte dazu das Gewerbe aus dem Umland quasi abgesaugt wurde und den anderen Kommunen damit Steuereinnahmen verloren gingen.
          Mit so einer Stadt möchte man doch gern zusammenarbeiten, oder?

          Und dank der föderalen Struktur kann man sich bequem im Kreis die Schuld zuweisen und muss nicht handeln.

          Der Bundestag könnte Vorgaben für einen Standard beschließen. Der Bundesrat lehnt dann ab weil das Ländersache ist und das Land dann die Verantwortung an die Kommune schiebt die dann fragt was sie machen soll und wie das bezahlt werden soll. Die Länder sagen daraufhin, ist nicht unser Problem, der Bund sagt das sie nichts machen können weil es Sache der Länder ist.

          Kleiner Funfakt, die Gewerbesteuer ist ein recht harmloses Verfahren, da es Landesrecht ist. Die Berechnung ist überschaubar.
          Die anderen Steuerarten sind von Kommune zu Kommune verschieden, mit unzähligen Ausnahmen und Sonderregelungen. Die korrekte Berechnung ist ein enormer Aufwand und was sich einzelne Kommunen ausdenken um an Geld zu kommen ist mehr als gruselig.
          Kennst du den Gupf? Damit kassiert eine Stadt Strafgebühren wenn der Mülltonnendeckel durch Überfüllung leicht angehoben ist.

          Und keiner hat Anreize je daran was zu ändern. Man wird schließlich nur in seiner Gemeinde wiedergewählt wenn man was für sie tut und nicht denen etwas abverlangt.

  6. Da wiehert doch der Amtsschimmel. Ich hoffe doch das die Schüler, Lehrer, Eltern und die Datenschutzbeauftragten da ordentlich gegen Feuer geben. Die Aktion der Landesregierung dürfte die Politikverdrossenheit fördern und wird hoffentlich an der Wahlurne bestraft (solange die Stimmen nicht an die Faschos von der AfD gehen)

  7. Moodle wird von vielen Uni‘s eingesetzt und als General Public License können keine 6stelligen Provisionen an die üblichen Verdächtigen gezahlt werden.
    Also raus damit, auch wenn es funktioniert, Pandemie hin oder her.

    • Richard Rosner says:

      Klar. Wenn die Eisenmann weiterhin Kultusministerin bleibt wird die sicher alles geben, dass funktionierendes Open Source durch Microsoft365 ersetzt wird. Danach ist die doch schon seit mindestens einem Jahr geil. Und Datenschutz interessiert die alte sowieso nicht…

      • Erstens ist die Eisenmann raus. Hat doch ihren Abschied aus der Politik angekündigt. Zweitens soll das Kultusministerin jetzt wohl zu den Grünen wandern. Da können die neuen Heilsbringer zeigen, wie es richtig funktioniert.

        • Richard Rosner says:

          Na Gott sei Dank ist die weg. Man muss sie ja schon sehr verzweifelt versucht haben sie los zu werden, wenn die letzte Option war, sie als Spitzenkandidatin Aufzustellen.

          Und ich will Mal davon ausgehen, dass wer immer ihr Nachfolger wird es nur besser machen kann. Aber auf der anderen Seite: Kultusminister sind jetzt nicht gerade für ihre Kompetenz bekannt…

      • Ja, es wird gemunkelt, das dies das ‚Abschiesgeschenk‘ von Eisenmann war. Da gibt es ein Bundesland, das Fernunterricht einigermaßen gut und mit Lob wuppt, und dann wird der Service eingestellt. Denke das die Tage bei Kukertz im Blog da Hintergründe gibt, der ist da vor Ort ja gut informiert.
        Kurz nach der Landtagswahl sowas wichtiges abzuschießen, dazu gehört schon Mut seitens der Landesregierung. Oder in meinen Worten: ‚WTF, habt ihr sie noch alle?‘.

        • Richard Rosner says:

          Das hat wohl wenig mit Mut zu tun, das riecht nach Korruption, was die abgezogen hat. Die Alternative wäre halt, dass sie noch unfähiger ist als gedacht. Ich weiß nicht, was besser wäre…

  8. Ein weiteres Mal bekleckert sich die deutsche Politik mit Ruhm.
    Hat wahrscheinlich was gekostet. Das Geld gibt man dann lieber für anderes aus. Für die Bildung der Jugend und damit eine Investition in die Zukunft Deutschlands ist kein Geld da. Das verteilt man lieber ins Ausland oder an Personen die nichts in deutsche Sozialsystem einzahlen.
    Ein weiterer Schritt um Deutschland abzuschaffen.

  9. Warum sollen Kinder nicht mehr mit Microsoft-produkten arbeiten, wie hier in einem Kommentar zu lesen stand? „Nicht für die Schule lernen wir sondern für das Leben.“ Außerhalb bestimmter Nischen wird zumindest im Bereich Bürokommunikation dann aber gerade in diesem (Berufs-)Leben dann Microsoft verlangt und die BeweerberInnen sollen möglichst schon gute vorkenntnisse mitbringen.. „Oh hatten wir in der Schule nicht , wir haben unser Login in Open Source getanzt“. Dieses MS-Bashing ist doch auch nur eine andere Form von Ideologie.

    • Richard Rosner says:

      Microsoft sollte sich erst Mal nachweisbar an geltendes Recht halten, dann können sie auch bei Schulen nochmal anfragen…

    • Wolfgang D. says:

      „aber gerade in diesem (Berufs-)Leben dann Microsoft verlangt“

      So ahnungslos sind die Personaler nun mal.

      Und dann kommt der Spruch beim Bewerbungsgespräch, dass man die aktuellen Versionen kennen sollte – und nicht die Standard Office2000 Kopie mit der Seriennummer aus dem Internet, auf der man mal die Programmklickbedienung beigebracht bekam. Genauso wie man immer die falsche MS Zertifizierung hatte, egal wieviel Kohle man Microsoft für Kurse in den Rachen warf.

      Am Ende sitzt man dann im Büro/Zuhause an einem Netzwerk PC, und klickt in vorgefertigten Bildschirmmasken im Browserfenster herum. Klar, da muss man natürlich voll Microsoft qualifiziert sein.

      Eigentlich sollte ein Schüler sowas wie Dokumentengestaltung auf unabhängigem Gerät lernen, und keine Ausbildung zum Microsoftie auf Kosten des Staates erhalten. Ohne existierendes Personal mit Ahnung, jahrzehntelange Bummelei, Sparmaßnahmen überall, da wird garantiert wieder aus Zeitnot ein Sponsorprogramm zur Gewinnsteigerung dieses Unternehmens aufgelegt.

  10. Andreas Hartung says:

    Es würde mich nicht wundern, wenn das an der geplanten Erweiterung der Zuständigkeiten der BITBW liegen würde.
    Warten wir´s ab…

  11. Das ist ja eine richtige Trollhöhle hier. 😀

  12. Microsoft Office kann sehr schnell auch noch nach der Schule erlernt werden. Ist echt nicht schwer. Solange es für Schulen aus Datenschutzbedenken nicht geht, könnten die doch LibreOffice oder OpenOffice verwenden.
    Mir persönlich wäre als Schule der schnelle und direkte Draht zu einem Webhoster lieber, als eine Hotline vom KMZ oder LMZ, die nicht erreichbar ist, wenn es mal zu Störungen kommt, da die dann alle anrufen.

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