Hintertür für Behörden? Skype dementiert

In der letzten Woche hat die Washington Post darüber berichtet, dass Skype sich technisch so ausgerichtet hätte, dass ermittelnde Behörden einfacher Zugang zu User- und Chat-Daten erhalten könnten. Es würde das Abhören erleichtert, um eventuelle Straftäter abhören zu können.

Totaler Quatsch, sagt jetzt Mark Gillett, Chief Development and Operations Officer, in einem Blog-Beitrag. Dort äußert er sich zur neuen Architektur von Skype und dementiert, dass sie dazu genutzt wird, um die eigenen Nutzer zu überwachen.

Stattdessen ging es darum, die Experience für die Skype-User zu verbessern. Das klingt natürlich nach Firmen-Sprech, aber Gillett betont ausdrücklich, dass die Umstellung auf Mega-Supernodes nicht eine Hintertür öffnen soll, sondern dafür sorgt, dass Skype zuverlässiger und flotter läuft.

In Reihen der Skype-Mannschaft gibt es eigens ein Team, welches sich um Anfragen von Behörden kümmert. Dort gibt man aber ebenfalls nicht ohne Weiteres Daten raus, sondern reagiert nur, falls beispielsweise ein Gerichtsbeschluss vorliegt, der eine Überwachung rechtfertigt.

Klares Dementi also, zumal ebenfalls erklärt wird, dass von Skype nichts gespeichert wird außer die Text-Chats und die auch nur für einen Zeitraum von 30 Tagen.

Quelle: Skype

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8 Kommentare

  1. Tja, was sollen sie auch anderes behaupten, um nicht die User zu verschrecken.

    Fakt ist, dass schon längere Zeit Sicherheitsbehörden und Geheimdienste damit prahlen, jederzeit ohne größere Mühe auf jede beliebige Skype-Kommunikation Zugriff zu haben. Es gibt einfach zu viele Stimmen in diese Richtung als dass es sich um ein Gerücht handeln könnte, vielmehr dürfte es eine Tatsache sein (was wahrscheinlich auf alle Dienste mit Servern in den USA zutrifft; auch die OS von Microsoft und Apple haben mit hoher Wahrscheinlichkeit eingebaute Hintertüren).

  2. Spontanejakulat says:

    Viele in der Warez-Szene sind von ICQ auf Skype ausgewischen, weil ICQ zum Mitlauschen einlud und dort häufig busted wurde. Ich denke, auf Dauer wird Skype ähnlich unsicher sein. Die setzen zwar 256 Bit Encryption ein, aber eine Hintertüre wird es sicherlich geben. Also am Besten an die Russen verkaufen und die Server dort hosten. Oder zum bewährten IRC mitsamt Bouncer, Channel-Key und blowfish add-on zurück. Den USA würde ich langfristig in allem gar nicht weit trauen.

  3. @cashy:
    Bing.de hat ein neues aussehen und co 😉

  4. in deutschland gibt es die TKÜ:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Telekommunikations%C3%BCberwachung

    in den usa den CALEA:
    http://en.wikipedia.org/wiki/CALEA

    „In Reihen der Skype-Mannschaft gibt es eigens ein Team, welches sich um Anfragen von Behörden kümmert.“

    Die müssen bei einer _rechtmäßigen_ anfrage, die infos unverschlüsselt rausrücken;
    in deutschland ohne „schuldhaftes zögern“, sonst ist es _unter umständen_ sogar eine straftat.
    und je nach beschluss sind das die gespeicherten daten und/oder halt die echtzeitkommunikation. wenn die infos *zusätzlich* durch den nutzer ende-zu-ende (pgp, truecrypt, etc.) verschlüsselt wurden, hat die behörde halt pech. aber diese achso sichere 256bit aes verschlüsselung terminiert beim *provider*…

    im us recht wird es *vergleichbar* geregelt sein.

  5. Also Fakt ist, dass jede Möglichkeit der Telekommunikation auch eine Möglichkeit von Abhörmaßnahmen haben muss, damit Behörden Zugriff bekommen. Eine Telekommunikationsmöglichkeit ohne diese Möglichkeit wird nirgendwo auf der Welt zugelassen. Ansonsten wäre ja Skype ein schwarzes Loch ohne jede Überwachung. Und Beschlüsse benötigen alle Sicherheitsbehörden. Also soweit nichts neues!

  6. …und an den weihnachtsmann glauben wir alle auch

  7. Wie sagt man so schön: wer’s glaubt wird seelig.

  8. Zumindest an die Bildzeitung glaubt ihr beide…nur damit lässt sich keine Diskussion begründen…;-) Mal ins Gesetz gucken, speziell für Strafverfolgungsbehörden, wie BPol, BKA, ZKA, etc.

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