Hey Siri und Live Photos: Apple erklärt Datenschutz bei den neuen iOS-Funktionen

artikel_appleSeit heute Morgen können die neuen iPhone-Modelle vorbestellt werden. Diese kommen auch mit neuen Software-Features, die dank iOS 9 ermöglicht werden. Zwei der Features sind Live Photos und Hey Siri, auch wenn das iPhone nicht an der Steckdose hängt. Hier stellt sich natürlich die Frage nach dem Datenschutz, den Apple gerne heranzieht, um die Konkurrenz in einem nicht ganz so gutem Licht darstellen zu können. Siri lauscht schließlich permanent danach, ob sie gerufen wird, Live Photos nehmen hingegen sofort auf, wenn die Kamera-App gestartet wurde.

Hey Siri wird mit den neuen iPhones immer lauschen, egal ob das iPhone am Stromkabel hängt oder nicht. Hierfür muss Siri während der Einrichtung von iOS 9 aktiviert werden. Aktiviert man Siri nicht, wird auch nichts analysiert. Nutzt man Siri, muss man „Hey Siri“ einsprechen, damit das iPhone einen Vergleichswert hat und die Funktion zum richtigen Zeitpunkt triggern kann. Dadurch soll verhindert werden, dass Siri von Fremden aktiviert werden kann.

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Apple sagt, dass nichts aufgenommen, gespeichert oder anderweitig verarbeitet wird, solange Siri nicht angesprochen wurde. Alles bleibt also auf dem iPhone, Anfragen werden erst dann an Apple gesendet, wenn sie bearbeitet werden müssen. Selbst diese Anfragen werden aber anonymisiert gestellt, sodass die Anfrage keiner Apple ID zugeordnet werden kann. Entscheidet sich ein Nutzer, Siri im Nachhinein wieder zu deaktivieren, werden alle Daten gelöscht und der Lernprozess beginnt von vorne.

Ähnlich verhält es sich bei den Live Photos. Diese nehmen 1,5 Sekunden vor einem Bild und 1,5 Sekunden nach einem Bild Bewegung und Ton mit auf. Damit dies funktionieren kann, wird die Aufnahme direkt gestartet, sobald die Kamera-App geöffnet wird. Bild und „Video“ werden dabei getrennt gespeichert. Gespeichert wird außerdem nur dann, wenn man den Kamera-Button drückt, vorher werden die Aufnahmen nicht auf dem Gerät abgelegt.

Beide Teile verlassen das iPhone nicht, wenn vom Nutzer nicht gewünscht (zum Beispiel durch Nutzung von iCloud). Entscheidet man sich für die Nutzung von iCloud, werden die Bilder (inklusive Video) verschlüsselt übertragen und auch verschlüsselt in der iCloud abgelegt. Die neuen Live Photos werden also genauso behandelt wie bisherige Fotos auch. Sie verlassen das Gerät nur dann, wenn der Nutzer es explizit wünscht.

Live Photos wird standardmäßig in der Kamera-App aktiviert sein, man kann die Funktion aber ebenso schnell deaktivieren. Dann erfolgt auch keine Aufnahme, egal ob gespeichert wird oder nicht. Ob die Daten durch Apples Maßnahmen wirklich so sicher sind, wie der Konzern es immer hinstellt, weiß man natürlich nie zu 100 Prozent. Jedes System lässt sich irgendwie überwinden. Für Apple wäre es sicher besser, wenn die Daten alle sicher sind. Wäre ja ziemlich doof, wenn es bei einem Unternehmen, das mit Datenschutz wirbt, plötzlich zu Datenverlust kommt.

(Quelle: TechCrunch)

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

11 Kommentare

  1. Es fällt in immer wieder negativ auf, mit welch unterschiedlichen Maßstäben hier im Blog die Hersteller gemessen werden, speziell wenn es um Apple geht.

    Gestern habt ihr noch Microsoft plakativ als „Datenkrake“ bezeichnet (im Artikel „Windows 10 kommt auf den Rechner, ob gewünscht oder nicht“).

    Aber wenn Apple’s Siri nun permanent als Wanze mitlauscht, heißt es nun plötzlich weichgespült: „Apple erklärt Datenschutz…“.

    Meint ihr, eure Leser merken das nicht? 🙁

    Und zum Dank für diese freundliche Berichterstattung, die ihr auf euren Macs tippt, wird Caschy dann halt zweimal im Jahr nach Kalifornien „exklusiv“ auf Apple-Kosten zu PR-Veranstaltungen eingeflogen und bekommt jedes Jahr kostenlos ein neues iPhone als „Dauerleihgabe“, das er so lange behalten darf, bis er ein neues von Apple bekommt. Wenn die Berichterstattung weiter so freundlich ausfällt.

  2. Der letzte Satz stimmt so nicht ganz. Das eine ist Datenschutz. Das andere Datensicherheit.
    Davon abgesehen sind anonymisierte Daten immer total toll. Mit wenigen Fragen an Siri lässt sich in der Regel aber ganz schnell herausfinden wer da gefragt hat, v.a. wenn man noch andere Daten hat oder gezielt nach Personen sucht. Selbst Hintergrundgeräusche dienen zur Identifizierung…
    Dennoch ist Apple hier besser als Google weil Google mehr Daten hat und die intensiver nutzt um Geld zu machen.

  3. @Nico
    Nur dass du mich hier nicht Apple Fanboy abstempelst: Überzeugter Linux Nutzer, aus Datenschutzgründen ein Sony Android mit CM12.1 ohne GAPPS, nur mit Fdroid.

    Die Anschuldigungen die du hier machst sind unverschämt. Windows 10 sagt auch ganz klar in den AGB/EULA(wie auch immer das heißt), dass Daten des Nutzers an Microsoft geschickt werden und analysiert werden. Windows 10 ist eine Datenkrake. Keine Diskussion.

    Insofern finde ich es nur gut dass hier auch über Datenschutz aufgeklärt wird. Ob das nun auch alles so stimmt wie Apple es darstellt will ich hoffen, liegt aber nicht in der Aufgabe dieses Blogs das zu überprüfen.

    @Sascha/Caschy/whoever
    Ich fände einmal ein Vergleich der Datenschutzbestimmungen zwischen Google Now/Siri/Cortana für sinnvoll. Ich habe neulich mal aus Spaß bei einem frischen Android System Google Apps geflasht und war erschrocken wieviel Daten die Google Apps in den Standardeinstellungen von einem aufzeichnen. Ich vermute Cortana und Siri sind nicht besser.
    Jedoch glaube ich dass darüber viele Menschen nicht nachdenken. SO ein Artikel wäre mal ein Anstoß für einige ihre Datenschutzeinstellungen zu optimieren.

  4. Und z.B. ein LG G4, das er sehr gerne benutzt und sehr positiv bewertet hat. Genau wie hier andere Geräte mal
    positiv und mal negativ bewertet werden. Es sind oft subjektive Tests und eventuell sind die Apple Geräte einfach durchweg sehr gut für den Tester?!

    Ob man den Apple Aussagen nun uneingeschränkt vertrauen kann? Sicher nicht. Aber Fakt ist nunmal, dass Google überwiegend durch Werbung sein Geld verdient und für die Platzierung dieser die Nutzerdaten braucht und das in allen möglichen Formen (Maps, Mail, Fotos, Music usw.). Apple nicht. Und bis dort nicht mal jemand das Gegenteil beweist, glaube ich den Aussagen von Apple erstmal.
    Bei TouchID hat man schließlich aus Wort gehalten und den Fingerabdruck weder einfach als Foto gespeichert noch irgendwo anderweitig verteilt. Gilt für die Konkurrenz nicht immer.

  5. @Nico
    Jo, genauso wie die Jungs „Dauerleihgaben“ von anderen Herstellern bekommen und andere Events besuchen. Irgendwie müssen sie die ja testen und darüber berichten.

  6. Offtopic;
    Ich finde eure neuen Werbebanner, die jedes Mal unten aufpoppen, nerviger als Werbung, die zwischen den Artikeln plaziert wird.

  7. @Hans: Du weißt das Apple mittlerweile auch in der Werbebanche aktiv ist? Du weißt das Apple den Partnern die Sehgewohnheiten ihrer Kunden angeboten hat um mit ihnen Verträge abzuschließen?

  8. Apple hat seine Werbemethoden sogar patentiert und damit dokumentieren müssen.

    Das wurde hier aber leider nicht passend thematisiert.

  9. Werde nie verstehen, warum Siri nicht einmal eine Telefonnummer aus dem Adressbuch ohne Inernetverbindung wählen kann.
    Im Auto würde das ab und an Sinn machen, funktioniert aber in gefühlt 30% der Fälle nicht, weil nun mal nicht jeder Kilometer Straße Netz hat oder weil das bisschen „High Speed Internetvolumen“ schon wieder aufgebraucht ist.
    Zumindest die elementarsten Anfragen sollten doch auch offline möglich sein.

  10. Irgendwo hab ich mal gelesen, dass beim trollen im Internet beim Troll im Hirn ähnliche Regionen stimuliert werden, wie beim Geschlechtsakt. Kollege Nico stimuliert sich heute schon den ganzen Tag unermüdlich durch die Threads hier im Blog – und endlich hat ihn jemand erhört ihm gekontert. Er sitzt nun hochgradigst erregt vor seinem Internetgerät und eregiert massiv ob des von ihm angefachten Feuers.