Großbritannien: Smartphones in Schulen erst ab 16 Jahren?

artikel_iPhone6S_PlusBei unseren Nachbarn im Vereinigten Königreich fordert der Lehrer und selbsternannte Experte für Verhalten in Schulen, Tom Bennett, dass Smartphones erst für Kinder und Jugendliche ab 16 Jahren erlaubt sein sollten. Allerdings scheint sich Bennet dabei trotz bewusst vager Zitate des The Independent vor allem auf den Gebrauch in Schulen zu beziehen und nicht in der Freizeit. Bennett ist in Großbritannien jedoch vor allem für seine Blogs zu pädagogischen Themen bekannt und kann als eine Art Praxis-Ratgeber eingestuft werden. In akademischen Kreisen hat er sich nicht nennenswert verdient gemacht.

Daher ist seine Empfehlung auch vielmehr als die subjektive Meinung eines reflektierten Praktikers einzustufen und eben nicht als wissenschaftliche Expertise. Immerhin führt Bennett aber für die britische Regierung auch eine Evaluation an Schulen durch, um zu ermitteln, inwiefern neue Technologien das Schüler- und Lehrerverhalten beeinflussen.

Bereits geäußert hat Bennett, dass seiner Ansicht nach Kinder und Jugendliche Smartphones in Schulen erst ab 16 Jahren nutzen sollten. Und auch dann sollten die mobilen Endgeräte nur erlaubt sein, wenn es dem Unterricht diene bzw. absolut notwendig sei. Seine Kritik lautet vor allem, dass die Smartphones den Unterricht oft stören würden bzw. vom Lernen ablenkten. Viele Schulen in Großbritannien haben ohnehin bereits eigene Regeln für den Gebrauch mobiler Endgeräte. Allerdings stecken hier vielmehr Bedenken bezüglich Cyberbullying und Online-Pornographie dahinter.

Dabei ergänzt Tom Bennett, dass er kein vollkommenes Verbot von Smartphones in Schulen fordere – nur notwendige Einschränkungen und den sehr gemäßigten Einsatz in passenden Situationen. Allerdings übertreibt Bennett zugleich: „Wenn Menschen mich fragen ‚Wann sollte ich meinem Kind ein Smartphone erlauben?‘, antworte ich stets: ‚Ab dem Zeitpunkt, ab dem das Kind Pornos ansehen darf – denn die Neugierde wird es genau dahin führen.“ Dabei vergisst Bennett, dass es genau für solche Fälle Eltern-Funktionen und Apps gibt, um die abrufbaren Inhalte einzuschränken. Zumal nicht jedes sechsjährige Kind automatisch nach „Hot Milfs with Big Boobs“ suchen dürfte, da auch die Erziehung durch die Eltern sowie die Peergroup eine enorme Rolle spielen.

tom bennett

Bennett nimmt eine sehr rigide und konservative Position ein: „Ich möchte nicht, dass Kinder auf dem Spielplatz pornografische oder brutale Fotos austauschen, rassistische Websites besuchen oder dergleichen. Ich möchte wissen, was die Kinder da treiben und das gilt auch für den Gebrauch in der Schule.“ Da fragt man sich doch, mit was für Kindern Bennett so Umgang pflegt, bei diesem extremen Menschenbild. Sicherlich probieren Kinder und Jugendliche viel aus, doch geht Bennett hier von Extrembeispielen aus.

Entsprechend relativiert auch Christine Blower, General Secretary der National Union of Teachers: „Es ist wichtig auch daran zu denken, dass moderne Technik – und damit sind auch Smartphones gemeint – wichtig für erfolgreiche Lern- und Lehrmethoden sein können.“ Auch Brian Lightman, General Secretary der Association of School and College Leaders, mahnt: „Wir denken, es ist nicht die Aufgabe der Behörden, Mikromanagement in den Schulen zu betreiben. In diesem Bezug sollten die Direktoren frei entscheiden.“

Ich selbst sehe Bennetts Panikmache aus meiner Position als Wissenschaftler heraus eher kritisch, da er vor allem als Praktiker sehr subjektiv und ideologisch geprägte Aussagen tätigt, bei denen er versagt sie mit wissenschaftlichen Studien zu untermauern. Natürlich besteht die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche im Internet auf Inhalte stoßen, die nicht für sie geeignet sind. Und natürlich sollte man die Nutzung moderner Informationstechnologien bei Kindern nicht übertreiben. Allerdings sollte man eher aufklären als rigide einschränken, damit es möglich wird, dass Kinder und Jugendliche selbst reflektieren und z. B. rassistische oder anderweitig bedenkliche Inhalte als solche erkennen. Hier erscheint mir Bennetts autoritäre Denkweise mit engen Grenzen eher veraltet und wenig zielführend.

(via The Independent)

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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20 Kommentare

  1. André Westphal says:

    Da würfelst du die Begriffe durcheinander ;-):https://en.wikipedia.org/wiki/Feature_phone

    Ob Smartphone oder Feature Phone hat mit dem OS nix zu tun.

  2. Das hört sich jetzt alles ziemlich restriktiv und altmodisch an, ist aber wohl das, wie es in vielen Schulen gehandhabt wird.

    Meine Tochter geht jetzt in die 5. Klasse eines Gymnasiums. In der Unterstufe ist Handy/Smartphone auf dem Schulgelände absolut tabu. D.h. sie dürfen es zwar mitbringen, es muss aber ausgeschaltet sein und nicht öffentlich sichtbar getragen werden.
    Für die Oberstufe gibt es Bereiche in der Schule, wo es erlaubt ist, ein Smartphone zu benutzen.

    Ausnahmen sind natürlich, wenn es von den Lehrern ausdrücklich zu Unterrichtszwecken erlaubt wird.

    Ich finde das so nicht schlecht und von den Kindern wird es so auch akzeptiert. Es gibt natürlich trotzdem klassen-weite WhatsApp Gruppen etc. D.h. über WhatsApp kommunizieren die Kinder trotzdem.
    Mit unserer Tochter haben wir aber vereinbart, dass wir jederzeit Zugriff auf ihr Smartphone haben. D.h. sie weiß, dass wir kontrollieren können und akzeptiert das auch. Wenn, schauen wir aber bisher auch immer gemeinsam drauf, was die sich so zuschicken.

    Wichtig finde ich einfach, die Kinder nicht alleine mit den ganzen Medien ihre Erfahrungen sammeln zu lassen, sondern dass man oft gemeinsam schaut, wie man z.B. das Internet nutzen kann.

  3. Ist natürlich richtig, dass die bessere Variante ist wenn die Eltern sich kümmern, aufklären und erklären. Aber wieviele machen das denn in der Praxis wirklich? Wieviele können es überhaupt und wissen wie man Smartphones passend konfiguriert? Da ist ein pragmatischerer Ansatz mit Verbot nicht unbedingt völlig verkehrt, solange die optimale Wunschlösung eben nur Wunschdenken ist.

  4. Hallo, finde ich Richtig…die Meschen unterhalten sich doch gar nicht mehr !!!

  5. Also dass dieser Mann kein Wissenschaftler ist, so wie der verehrte Autor, ja das scheint stark am Ego des Schreibers zu nagen…

  6. Ab 18 wäre noch besser, ….denn was überall verschwiegen wird , verschulden sich genug Jugendliche mit der ganzen Rotze, und das massiv !
    die Relationen stimmen schon lang nimmer , und keine Sau muss 24 stunden am handy tippeln …das ist zum teil auch schon eine Unart …
    und nein ich bin nicht dagegen ich nutze es selbst, den man kommt gar nimmer darum rum aber man sollte das HIRN einschalten wie und wann und zu was für nem Preis man es nutzt !

  7. „Dabei vergisst Bennett, dass es genau für solche Fälle Eltern-Funktionen und Apps gibt, um die abrufbaren Inhalte einzuschränken.“

    Haha, damit outet sich der Autor als jemand, der nicht nur an den Weihnachtsmann, sondern auch an den Osterhasen glaubt. Wer solche realitätsferne Positionen vertritt, sollte wohl eher in der Kirchen-Zeitung als in einem Technik-Blog posten.

  8. @ Thorsten

    Interessant finde ich, dass du bei einem derart spannenden Thema lieber über mich als Person spekulierst, als zum Thema etwas zu sagen :-). So interessant bin ich nun wieder nicht.

    Es geht vielmehr darum, dass Bennett letzten Endes eben „nur“ die Meinung eines Praktikers und Autors abgibt – keine wissenschaftlich fundierte Aussage. Was ich daran kritikwürdig finde, ist primär das veraltete Interaktionsmodell, dass sich andeutet: Denn es kommt nicht auf die Medien und Geräte an sich an, sondern auf die Personen, welche sie nutzen und eben die Art der Nutzung. Verbote beeinflussen das leider nur sehr eingeschränkt – besser ist aufzuklären und Reflexion anzuregen. Platt gesagt: Du kannst jemandem auch verbieten ein Rassist zu sein…Dadurch änderst du seine Einstellung aber sicherlich nicht.

    Im schulischen Kontext müssen Lehrer allerdings oft auch pragmatisch handeln, die Smartphone-Nutzung einzuschränken, damit der Unterricht nicht gestört wird, ist schon sinnvoll. Als „Blödsinn“ empfinde ich halt Bennetts Äußerungen, nach denen quasi jedes Kind direkt auf ner Pornoseite landet. Das dürfte von Kind zu Kind äußerst unterschiedlich sein und hängt eben stark von den Eltern und dem Umfeld ab.

  9. @ K1 Auch bei dir ist die Frage, warum du lieber persönlich über mich als Autor sprechen möchtest, als über das Thema zu diskutieren? Ist meine Person sooo aufregend ;-)? Man kann auch sachlich zu einem Thema Kommentare schreiben und mit Argumenten auf Punkte eingehen, die man anders sieht.

    Natürlich kann man sein Smartphone bzw. das eines Kindes so konfigurieren, dass das Kind es sehr, sehr schwer haben wird als bedenklich eingestufte Inhalte abzurufen – vielleicht solltest du dich dazu lieber etwas belesen, statt in einem Technik-Blog zu kommentieren ;-).

    Dass es immer auch Möglichkeiten gibt derlei Restriktionen zu umgehen, was du wohl polemisch andeuten möchtest, ist richtig – wenn man das sachgemäß einstellt, kann man das aber schon, sehr, sehr schwer machen. Und nicht jeder Jugendliche ist ein Hacker. Dazu kommt, dass die Kinder dann vermutlich sowieso weniger versuchen solche Konfigurationen zu umgehen, als sich beim Kumpel heimlich ein Zweitgerät leihen, etc. Das spricht aber um so mehr dafür aufzuklären, statt zu verbieten: Letzten Endes kann man seinen Kindern einiges verbieten. Doch wenn die Kinder sich nicht daran halten wollen und ihnen die Reflexionsfähigkeit fehlt, bringt das nix. Deswegen sind Verbote meistens pädagogisch ziemlich nutzlos und haben vor allem keinen Lerneffekt.

  10. Ich finde Handys haben in den Schulen nichts zu suchen. Meine Tochter hat auch eins und sie nimmt es auch mit, darf es aber erst nach Schulschluss einschalten, falls mal was ist.

  11. Schlampige Argumentation. Ob wissenschaftlich begründet oder nicht spielt doch nun wirklich keinerlei Rolle in besagtem Fall. Aber das sieht der Herr Medienpädagogiker natürlich anders. Über den eigenen Tellerrand schauen ist ja auch uncool…

  12. Ich finde ja, dass mittlerweile ab der 5. Klasse IT Unterricht zum Schulalltag gehören sollte. Und damit meine ich nicht den schlechten Informatikunterricht den ich hatte, oder diese albernen iPAD- und Notebookklassen, die es in einigen Schulen gibt. Ich rede von echten IT Unterricht, neben Mathe, Deutsch und Englisch. In diese Fach müssten Schüler lernen mit Internet, Computer, Smartphone und Tablet richtig umgehen zu können. Recherchieren, Text- Präsentations- und Tabellenkalkulation bedienen, E-Mails richtig verfassen und E-Mail Adressen einrichten. IT Sicherheit und vor allem mit 10 Fingern richtig tippen.

    Ich finde es jedes mal erschreckend, wenn ich einen Praktikanten hier sitzen habe, der mit zwei fingern auf einer Tastatur rumstochert und außer Facebook, Instagram und Whatsapp von Computern und der Technik kein Ahnung hat und jeden Marketingsprech glaubt den er Hört (Text bitte im Kopf gendern)

  13. André Westphal says:

    „Ob wissenschaftlich begründet oder nicht spielt doch nun wirklich keinerlei Rolle in besagtem Fall.“

    Klar spielt das eine Rolle, schließlich führt Bennett auch Evaluationen durch und spricht Empfehlungen an britische Schulbehörden aus. Wenn es eine Rolle spielt, ob seine Aussagen wissenschaftlich fundiert sind oder reine Meinungsmache, dann wohl in so einem Fall – meiner Ansicht nach.

    Das Problem ist leider, dass solche Themen schnell in reinem Populismus münden. Genau das führt aber eben zu nichts. Bennett hat ja auch seine eigenen Agenden, da er auf seine mediale Präsenz z. B. auch ökonomisch angewiesen ist. Wer mal in seinen Blogs stöbert, stellt schnell fest, dass da viel Unsinn dabei ist. Ich sehe das halt besonders kritisch, da ich mich bis zu einem gewissen grad als Erziehungswissenschaftler sehe und mir wünschen würde, dass mit solchen Themen, die nunmal Kinder und Jugendliche betreffen, verantwortlicher und zielführender umgegangen würde. Dabei finde ich den Unterschied zwischen „ich bin der Meinung…“ und „das ist wissenschaftlich / objektiv“ sehr wichtig. Und Bennett ist halt eher ein Meinungs-Typ. Aber seine Meinung ist halt wenig aussagekräftig für Schülerinnen und Schüler und letzten Endes ohne theoretisch fundierte Argumentation nicht besser als irgendeine andere Meinung.

  14. Dieser Artikel klingt für mich, als fehle dem Autor – in dem Maße, in dem Bennett der akademisch-wissenschaftliche Hintergrund fehlt – die Praxiserfahrung.

    Natürlich landen auf den Smartphones der Kids gewalttätige und pornografische Inhalte. Dafür muss der Nutzer auch gar nicht selbst obszöne Begriffe suchen. Stattdessen werden solche Inhalte munter per Bluetooth, Messenger etc. getauscht.

    In meiner Schulzeit, die gerade in die digitale Umbruchszeit fiel, lief das halt zunächst noch auf analoger Ebene (VHS Kassetten), dann auf Disketten, später auf CD ROMs und dann per Internet.

    Insofern sollte man sich zumindest bewusst sein, dass die Grenzen stets ausgetestet werden. Hat man dann auch noch andere Eltern und Lehrer im Freundes- und Bekanntenkreis, kann man den Aussagen von Herrn Bennett eigentlich nur zustimmen.

  15. „Daher ist seine Empfehlung auch vielmehr als die subjektive Meinung eines reflektierten Praktikers einzustufen und eben nicht als wissenschaftliche Expertise.“

    So wie fast alle Aussagen in der Sozialwissenschaft letztlich subjektive Meinungen darstellen die eben nicht evidenzbasiert sind sondern schlicht ausformulierte Meinungsbeiträge von Ideologen die sich Wissenschaftler nennen.

    Habe selten so eine schnöselhafte Vorverurteilung gelesen, die dermaßen von Obrigkeitsdenken und Titelhörigkeit strotzt. Nicht nur wirft die Überheblichkeit ein Schlaglicht auf die Denke des Autors, Mir fällt nur ein Wort dazu ein, ideologischer Snob.

    Es irritiert die religiös anmutende jakobinerhafte Inbrunst, mit der hier eine Autorität niedergeschrieben wird. Speziell wenn man sich anschaut, was im deutschen universitären Bereich der Sozialwissenschaften an Filz, Klüngel und krimineller Energie herrscht um Abschlüsse zu produzieren.

    Das Elaborat hat nichts mit Journalismus zu tun. Das würde ich nicht mal als Blogeintrag abtun. Das läuft für mich unter Stimmungsmache.

  16. @piere jetzt hast du es ihm aber gegeben

  17. Theorie und Praxis! Ich schließe mich der Mehrheit der Kommentatoren an und halte den praktischen Ansatz für richtig und es sprechen viele (und mehr) Gründe dafür als dagegen.
    Wenn dem Autor @Westphal das praktische Vorgehen nicht wissenschaftlich genug begründet ist, dann würde ich nur anmerken, dass es ein „relativ junges“ Problem ist und sicherlich noch nicht in allen Facetten untersucht worden ist – ABER es vielleicht in naher Zukunft noch wird und den praktischen Ansatz untermauert!
    Ich frage mich auch, wie und welche (wissenschaftliche) Begründung hier fehlen würden: „NUR 20 Prozent der Kinder unter 14/16 haben pornografischen Inhalt geteilt oder selber von ihren Mitschülern (auf Toiletten) hergestellt!“ oder „Gelegentliches klingeln des Smartphones und schreiben von Nachrichten im Unterricht fördert die Multitasking-Fähigkeit der Schüler!“.
    Ob die (alleinige) Installation von „Eltern-Software“, die man auch teilweise als „Spy-Software“ bezeichnen kann, die Medienkompetenz der Kinder fördert, sei dahin gestellt.
    Zumal Bennett den Gebrauch des Smartphones für Kinder nicht per se untersaget sondern nur in der Schule einschränken will! Auch den vermutlich nicht ganz so ernst gemeinten Ansatz und das Thema mit den Pornoseiten als „Blödsinn“ zu bezeichnen zeigt mir, dass @Westphal ein wenig mehr aus seinem Theorie-Kämmerchen in die praktisch Welt eintauchen sollte 😉

  18. Unser neunjähriger Sohn bekam vor drei Wochen ein Smartphone, unter der Bedingung, dass wir sein Handy jederzeit kontrollieren und seine Kommunikation überwachen dürfen.
    Laut Google AGB müsste er mindestens 13 Jahre alt sein. Es steht aber jedem frei, bei der Einrichtung das Geburtsdatum auszulassen oder zu lügen.
    Nach einer Woche habe ich in seinen Youtube-Suchverlauf geschaut und fand Suchen nach z.B. „Sex zu 3“ oder „anal mit einer Deutschen“, samt sehr expliziten Treffern.
    Ich fiel aus allen Wolken und finde, Herr Westphal sollte mit Einschätzungen wie „..da auch die Erziehung durch die Eltern sowie die Peergroup eine enorme Rolle spielen“ etwas vorsichtiger sein.
    Leider habe ich noch KEINE funktionierende Filtersoftware für das Handy gefunden, die nicht sofort deaktiviert werden könnte. Ich würde mich über Tipps sehr freuen!
    Für das WLAN ist ipfire mit URL-Filterung aktiv. Safe browsing, etc. ist nun auch aktiviert.
    Allerdings wird unser Sohn massiv gemobbt. Seit er verriet, dass wir seine Kommunikation mitlesen können, ist er aus allen Klassen-WhatsApp-Gruppen geflogen und wird gemieden.
    Ich bin Überwachungsgegner und würde nie freiwillig ein fremdes Handy checken. Aber es geht um die Abwägung der Privatsphäre unseres Sohnen, seiner Unversehrtheit und meinen gesetzlichen Pflichten.
    Leider ist den anderen Eltern dies scheinbar nicht bewußt und von der Klassenlehrerin ist auch wenig Hilfe zu erwarten. Grübel.

  19. Unser neunjähriger Sohn bekam vor drei Wochen ein Smartphone, unter der Bedingung, dass wir sein Handy jederzeit kontrollieren und seine Kommunikation überwachen dürfen.
    Laut Google AGB müsste er mindestens 13 Jahre alt sein. Es steht aber jedem frei, bei der Einrichtung das Geburtsdatum auszulassen oder zu lügen.
    Nach einer Woche habe ich in seinen Youtube-Suchverlauf geschaut und fand Suchen nach z.B. „xxx zu 3“ oder „an*l mit einer Deutschen“, samt sehr expliziten Treffern.
    Ich fiel aus allen Wolken, da er Mädchen offiziell noch doof findet. Für das WLAN ist ipfire mit URL-Filterung aktiv. Safe browsing, etc. ist nun auch aktiviert.
    Leider habe ich noch KEINE funktionierende Filtersoftware für das Handy gefunden, die nicht sofort deaktiviert werden könnte. Ich würde mich über Hinweise sehr freuen!
    Allerdings wird unser Sohn nun massiv gemobbt. Seit er ausplauderte, dass wir seine Kommunikation mitlesen können, ist er aus allen Klassen-WhatsApp-Gruppen geflogen und wird gemieden.
    Ich bin Überwachungsgegner und würde nie freiwillig ein fremdes Handy checken. Aber es geht um die Abwägung der Privatsphäre unseres Sohnen, seiner Unversehrtheit und meinen gesetzlichen Pflichten.
    Leider ist den anderen Eltern dies scheinbar nicht bewusst und von der Klassenlehrerin ist auch wenig Hilfe zu erwarten. *Grübel*

  20. André Westphal says:

    @ Piere

    Es hat nichts mit „schnöselhaft“, sondern eher mit Verantwortungsbewusstsein und kritischer Reflexion zu tun, wenn ich darauf hinweise, dass ein „Experte“ eben ein Praktiker aber kein Wissenschaftler ist. Dabei ist das andere nicht per se besser oder schlechter als das andere. Etwa hat ein Zimmerermeister nunmal ganz andere Kompetenzen als etwa ein Architekt – beide sind aber sehr qualifiziert in ihren Bereichen. Es ist aber etwas anderes, wenn der Zimmerermeister plötzlich anfängt zu reden, als wäre er meinetwegen eine Ikone in Architekturgeschichte oder der Architekt plötzlich dem Zimmerer Vorträge darüber hält, wie er sein Holz zu verarbeiten hat. Insofern hat mein Hinweis rein gar nichts mit „Stimmungsmache“ sondern mit gesunder Skepsis zu tun. Jemand der sich selbst zum Experten erklärt oder von den Medien so dargestellt wird, ist es eben nicht unbedingt. Bzw. ist ein Praktiker im Regefall nicht gleichzeitig ein wissenschaflicher Experte – umgekehrt gilt das genau so.

    Es gibt da auch nicht nur „schwarz“ und „weiß“ und deswegen sind dann auch keine wilden Verschwörungstheorien über kriminelle Machenschaften an Universitären notwendig ;-). „Titel“ gibt es übrigens nur im Adel – nicht in der Wissenschaft. Da gibt es nur akademische Grade. Und zu denen besteht auch keine Hörigkeit meinerseits. Nur ist es etwas anderes, ob man auf der Basis einer oder im Idealfall mehrerer Studien eine bedachte Empfehlung ausspricht oder einfach vor sich hin plaudert und nen Spruch raushaut – das macht Bennett halt eher. Das kann man mit nem Nicken oder einem Kopfschütteln quittieren – nur sagt es halt nix aus. Genau so wie man zu vielen Studien mithilfe einer Gegenstudie aufdecken kann, dass methodische oder sonstige Mängel bestanden. Darum entwickelt sich ja die Wissenschaft ständig weiter und es gibt immer wieder Paradigmenwechsel.

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