Google soll an Ad-Blocker für Chrome arbeiten

Werbung im Internet ist nicht gleich Werbung. Die eine möchte Euch nur etwas verkaufen, die andere möchte Euch eventuell Schadsoftware unterjubeln. Wieder eine andere möchte Euch einfach nur nerven, indem sie sich erst einmal nicht wegklicken lässt oder gar automatisch Videos abspielt. Es gibt viele Gründe für die Nutzung eines Ad-Blockers. Einen solchen möchte Google künftig direkt im Chrome Browser anbieten, sowohl die Desktop- als auch die Android-Version sollen den Blocker erhalten.

Google soll laut Personen, die mit der Sache vertraut sind, bereits weit fortgeschritten sein und den Ad-Blocker in den nächsten Wochen vorstellen können. Allerdings würde man aktuell noch spezielle Details angehen, wie das Wall Street Journal berichtet. Möglich ist auch, dass Google die Pläne noch einmal komplett verwirft.

Googles Ad-Blocker wird aber logischerweise nicht alle Werbung blocken, damit würde sich Google ja ins eigene Bein schießen. Geblockt würden nur Unacceptable Ads, die von der Coalition für Better Ads festgelegt werden. Also Werbung, die Pop-Ups, Autoplay-Videos, Countdown-Timer oder ähnliche Störfaktoren enthält.

Ein Weg von Google könnte aber sein, dass nicht nur solche Werbung geblockt wird, sondern die komplette Werbung auf einer Seite, die auch „Bad Ads“ enthält. So wäre der Seitenbetreiber dazu gezwungen, die Werbung auf seiner Seite zu kontrollieren, damit überhaupt noch Werbung angezeigt wird.

Google wäre nicht der erste Brwoser-Anbieter mit integriertem Ad-Blocker, Opera bietet einen solchen bereits seit längerer Zeit an. Allerdings hat Google mit Chrome einen sehr großen Marktanteil, in den USA nutzen knapp die Hälfte der Online-Menschen Chrome.

Mit einem solchen Angebot könnte Google anderen Anbietern von Ad-Blockern den Wind aus den Segeln nehmen (Google zahlt beispielsweise auch für das Acceptable Ads Programm von Eyeo). Da Google selbst den größten Umsatz mit Werbung erwirtschaftet, ist dies definitiv ein Punkt, der dem Unternehmen Kopfzerbrechen bereitet. Da wäre ein eigener Ad-Blocker sicher hilfreich.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

21 Kommentare

  1. Find ich klasse. Ich hab nichts gegen Werbung, klicke sie manchmal sogar an, um den Seitenbetreibern (wenn auch minimal) was Gutes zu tun.
    Wird man jedoch ständig beim lesen unterbrochen, popen haufenweise Fenster auf usw. nervt das einfach nur.

  2. Ich für meinen Teil finde, dass die Werbung in den letzten Jahren ENORM zugenommen hat (nicht nur die Menge, sondern auch die Störfaktoren). Große Teile des Internets sind gar nicht mehr richtig „nutzbar“, da selbst Texte auf seriösen Onlinezeitschriften regelrecht unleserlich gemacht werden, indem nach jedem zweiten Absatz Werbung eingeblendet wird. Das zerpflügt meist die ganzen Artikel…

    Ich nutze daheim zwar uBlock (früher AdBlock Plus), aber selbst mit einigen aktivierten Filterlisten empfinde ich es so, als dass es immer neue Werbescripte gibt, die nicht geblockt werden. Früher haben die Adblocker deutlich besser funktioniert. Schade eigentlich, dass es solche kranken Formen annimmt.

  3. Mensch, dann muss sich chip.de ja eine neue Masche einfallen lassen, wenn die Videos nicht mehr automatisch abgespielt werden – die armen……

  4. Patrick H. says:

    Ein Schritt in die richtige Richtung. Vielleicht kann man ja irgendwann ohne extra Adblocker surfen 🙂

  5. Ich habe nichts gegen Werbung, sondern etwas gegen die Netzwerke dahinter. Jede Bewegung im Netz wird getrackt um mir angeblich passende Werbung anzuzeigen. Das der Datenschutz dabei völlig flöten geht scheint die Werbebetreiber nicht zu stören. Es ist echt erschreckend welche Methoden angewendet werden, um die Eindeutigkeit eines Benutzers festzustellen. Sogar die installierten Schriftarten auf dem PC werden ausgewertet.

  6. Mich nervt diese Aufdringlichen Werbeformate auch. Allerdings fürchte ich mich vor einer Welt ohne diese, nach Aufmerksamkeit schreienden Bildern.
    Die weniger nervenden Anzeigen ziehen vielleicht nicht so direkt den Fokus auf sich, wirken dafür aber dezent auf das Unterbewusstsein. Die Dinger müssen auch nicht offensiv gekennzeichnet werden, ein kleiner Hinweis reicht. So vermischt sich immer mehr Content mit Werbung. Selbst wenn es kein Paid-Content im eigentlichen Sinne ist.
    Die normalen Werbebanner finde ich da irgendwie „ehrlicher“. Wenn auch nervig….

  7. @Ben: Gut nachzuvollziehen. Stört mich auch riesig. Ich nutze mittlerweile Ghostery, Disconnect und Adguard, habe aber keinen Schimmer mehr, ob das letztlich was bringt oder wieder eine „wir sind so ehrlich“-Firma sich für einen schmalen Euro hat aufkaufen lassen.

    PS: Witzig finde ich die Amazon-Vorschläge. „Sie habe eben ein Notebook für 1.500 Euro gekauft, evtl. interessieren sich sich auch für diese Notebooks hier“

  8. Da Google mit Werbung Geld verdient Kann es an die Leistung von uBlock origin und AdAway nicht heran kommen!

  9. Ganz schlimm sind auch diese Popups auf mobilen Seiten, die sich „nativ“ in der Seite öffnen und dann Videos oder Animationen im Vollbild abspielen.
    Wird in den letzten Monaten immer mehr… Popup-Werbung reloaded.

  10. Mittlerweile ist es ja teilweise so krank das man Seiten ohne Adblock gar nicht mehr richtig nutzen kann weil an jeder Ecke versucht wird per Scam dir Werbung unterzujubeln. Schade ist nur das „normale“ Betreiber darunter extrem leiden.

  11. Gerade wenn man mobil unterwegs im Web surft, und auf eine werbeverseuchte Seite gelangt, fände ich so einen Adblocker unter Android für Chrome wirklich sinnvoll. Ich traue mich ja kaum mehr den Browser unter Android zu starten.

  12. Thomas Müller says:

    adaway.org unter Android und schon ist ein für allemal Ruhe. Root vorausgesetzt, aber ohne geht es bei Android sowieso nicht.

  13. ist das nicht witzlos einen Werbeblocker von einem Werbeauslieferer zu benutzen? Googlewerbung ist vllt nicht so aufdringlich, nervt und verfolgt mich aber ebenso wie „normale“(?) Werbung.

  14. Das käme bei uns nicht am Kartellamt vorbei. Man kann nicht mit machtbeherrschender Stellung gleichzeitig Werbung und Blocker anbieten. Besonders bei solchen Aussagen, dass man sich vorbehält, alle Ads auf Seite wegen einer „aufdringlichen“ zu blocken. Das wird ein Schuss in den Ofen.

  15. Ich denke auf das Maß kommt es an, wie bei den anderen posting ist zur zeit das maximum des verkraftbaren. Ich selbst nutze die blocker auch und wenn einige Seiten denn nicht angezeigt werden und ein Hinweis auf einen möglichen Blocker kommt, denn ist es halt so!

    Ist eigentlich mit den Verblödungsfernsehen zu vergleichen, kein Wunder warum der Schrott keine Quoten mehr hat! Das Problem sind die vielen die es nicht stört, nur warum noch?????

  16. Leute, hier der beste Tipp des Tages für Euch:
    OHNE ROOT kann man unter Android browserunabhängig auch Werbung blockieren… Stichwort: Localer VPN Server, über den der Traffic geschleust wird.

    Beispiel: Adguard aus dem F-Droid Store. Gibt aber auch noch andere Alternativen.
    Bei mir im Einsatz, zieht etwas mehr an Batterie, aber trotzdem ganz schick 🙂

  17. Ich noch mal:
    Alternativ gibt es auch DNS-basiertes Blocking, zB dns66 (Opensource) von Github bzw F-Droid, oder „block-this“

  18. Es ist schon erschreckend, wieviel Zeit und Daten für Werbung ‚verwendet‘ werden; vor allem mobil. Noch erschreckender, dass die Mehrheit es einfach so hinnimmt bzw. es nicht ändern kann oder will. Ich war bisher der Meinung, dass Chrome unter Android der Browser der Wahl ist, bis ich kürzlich einmal einen anderen ausprobiert habe. Dabei allerdings keinen der anderen ‚Großen‘ (Firefox, Opera, etc,), sondern den Via-Browser.
    Per default mit aktiviertem integriertem Ad-Blocker (auch ohne root). Erst wenn man das mal erlebt hat, wird einem bewusst, wie lange man bisher immer auf alles warten musste.

  19. Wo ist Werbung ?
    pi-hole.net auf einen pi installiert . Lässt man als DNS Server laufen. Und alle Geräte zu Hause sind Werbefrei. Ausnahmen können zb wie für diesen Blog per Whitelist und Webinterface verwaltet werden.
    Für Unterwegs gibts ein vpn ins Heimmische Netzwerk. Läuft sehr gut . Bis jetzt für mich der beste Werbe-Blocker.

  20. @Marco, was hast du für eine Anbindung zuhause? Mich stört bei der Lösung immer der 100mbit Ethernet Adapters der Pi.

    @ Adblocker unter Android, ohne root: Firefox läuft mit ublock, ansonsten benutze ich „Block This!“ ebenfalls opensource, welche ähnlich wie dns66 und Adguard funktionieren. irgendwas hatte mich jedoch bei den beiden gestört, warum die Wahl auf die erwähnte App fiehl.

    @Topic Nachdem ihnen bei Youtube ne Menge Werbefirmen abgesprungen sind nun noch Presse mache mit nem Adblocker direkt in Chrome, Google rennt zur Zeit wild pinkelnd freudig gegen den Wind könnte man meinen. Gut: Spuckt der Eyeo und Co Mafia gehörig in die Suppe, wobei es bisschen von der Regen in die Traufe ist. Ich habe mittlerweilen überall ublock im Einsatz, bisschen nach meinem Gusto konfiguriert und auch wenn ich ein paar eigene Rules habe, per default ist und bleibt meine whitelist leer. Diverse Services und Seiten, welche einen Whitlistplatz verdient hätten, haben es mittlerweilen fertig gebracht mich mit 1,2 Aktionen mit Werbedinger zu verärgern.

  21. Abgesehen von drn bereits genannten Problemen: warum einen Dienst von Google nutzen, wenn googlr regelmäßig seine Dienste deaktiviert?

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