Google reicht in den USA vereinfacht Kamera-Daten an Ermittlungsbehörden weiter

Vor einigen Wochen machte Amazons Ring Negativschlagzeilen: In den USA reicht die Amazon-Tochter nämlich auch ohne Gerichtsbeschluss Videomaterial an die Ermittlungsbehörden weiter, wenn jene sich auf einen Notfall berufen. Arlo, Anker (eufy), Apple und Wyze gaben wegen des Rummels um diese Verfahrensweise extra bekannt, dass sie nicht so handeln würden. Google schwieg und das offenbar aus gutem Grund. Denn auch Google reicht der Polizei Daten, wenn jene sich auf einen Notfall beruft.

Dies hat Cnet berichtet. Nest-Besitzer in den USA sind also von der strittigen Vorgehensweise genau so betroffen, wie Menschen mit Ring-Kameras. Wie oft Google schon in solchen Situationen Material herausgegeben hat, ist jedoch offen bzw. wird nicht aufgeschlüsselt. Was wären aber solche Notfälle, in denen man Daten ohne richterlichen Beschluss herausgibt? Google beruft sich da auf Fälle von vermissten Personen, Suizidgefahr, Amokläufe und Bombendrohungen als Beispiele.

Am Ende handelt Google durchaus nach der aktuellen Gesetzeslage, allerdings gibt es da eben Spielraum: Firmen können die Daten herausgeben, müssen es aber nicht. Arlo etwa argumentierte, dass man Nutzerdaten nur weitergebe, wenn ein Gerichtsbeschluss vorliege. Dies erklärt man folgendermaßen: Liege tatsächlich ein Notfall vor, dann sollte dies auch ernst genug genommen werden, um so einen Beschluss zu erwirken.

Für deutsche Nutzer wichtig im Kopf zu behalten: All dies dreht sich erst einmal um die USA, denn dort ist die Gesetzeslage ohnehin anders als in Deutschland.

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19 Kommentare

  1. Das stimmt nicht.
    Wenn die deutschen Kameravideos auf US-Servern liegen, kann von den US-Behörden auch auf die Videos der deutschen Nutzer zugegriffen werden. Ohne gerichtliche Kontrolle.

    „Für deutsche Nutzer wichtig im Kopf zu behalten: All dies dreht sich erst einmal um die USA, denn dort ist die Gesetzeslage ohnehin anders als in Deutschland.“

  2. Leider ist das der Standard in den USA, da werden Daten immer wieder gern ohne richterlichen Beschluss herausgegeben und es interessiert keinen.

    Vor kurzem haben sich doch Betrüger als Strafermittlungsbehörde ausgegeben, um sensible persönliche Informationen über Nutzer als Reaktion auf betrügerische rechtliche Anfragen bereitzustellen. Die Daten wurden dazu verwendet um Minderjährige zu belästigen und sogar sexuell zu erpressen.

    Bei den Unternehmen handelte es sich um Meta, Apple, Google, Snap, Twitter und Discord.

    https://www.bloomberg.com/news/articles/2022-04-26/tech-giants-duped-by-forged-requests-in-sexual-extortion-scheme

  3. Kritischer User says:

    „Für deutsche Nutzer wichtig im Kopf zu behalten: All dies dreht sich erst einmal um die USA, denn dort ist die Gesetzeslage ohnehin anders als in Deutschland.“ -> NOCH!

    • Was heißt noch? Die Luca-App ist doch das beste Beispiel dafür, dass auch hier in Deutschland ohne richterlichen Beschluss auf private Daten zugegriffen wird.
      Was technisch möglich ist, wird auch gemacht. Wer anderes glaubt, ist schlicht naiv.

  4. Wer Kameras mit einer Cloud im Hintergrund betreibt, sollte sich dessen eigentlich klar sein, daß dort jemand anderes und sei es nur durch einen Hack zugreifen kann.
    So etwas sollte man nur rein lokal betreiben.

    • Mike Fedders says:

      Dann kann ich am Smartphone auch gleich die Mobilen Daten ausschalten, das ist kein Stück besser, weder Android noch iOS

      • Wieso das? Dort werden ja nicht Videodaten oder Bilder von Dir in die Cloud übertragen. Zumindest nicht, wenn man das nicht explizit einschaltet.

    • TierParkToni says:

      Naja, meine beiden Kameras beobachten die Drücke und Temperaturen der Fernwärme-Station sowie die beiden Waschmaschinen – und das über die Cloud, denn die Kameras aus China mit Full-HD, WLAN oder POE, IR-Ausleuchtung und Mikrofon waren für 39 €/Stück einfach zu billig.
      Das WLAN ist ein separates VLAN, das mit dem Rest hier keinen physikalischen Kontakt hat, da es über eine Smart-Home-SIM geroutet ist.
      So kann der Chinese den beiden chinesischen Waschmaschinen beim Waschen/Schleudern zu schauen oder die Drücke und Temperaturen im Fernwärme-Netz südlich von München beobachten – mehr nicht.

      Alle anderen Kameras sind, so wie von Dir vorgeschlagen, via POE nur Hausintern an einen ebenfalls separaten Netz angehängt, und dieses Netz hat keinen Zugang zum Internet.

  5. Schöne neue Welt der rundum Überwachung.

    Ich vermute mal dass ein Grossteil der privaten Kameras in Deutschland mehr darstellt als das, was rechtlich erlaubt ist. (Stichwort Grundstücksgrenze etc.)
    Wenn die Schweine erstmal gemerkt haben, wie voll gefüllt der Trog für sie ist, wird es auch in Deutschland irgendwann den Zugang für die Ermittlungsbehörden geben.
    Schade das die Bevölkerung oftmals den Steigbügelhalter gibt, weil sie sich um nichts schert.

    • naja, das Leben für Otto Normalverbraucher ist schon kompliziert genug, wenn nur schon das Kaufen eines Bustickets eine 10 Minütige Klickorgie am Ticketautomat der lokalen Verkehrsbetriebe bedeutet…..jetzt dem Otto alles in die Schuhe zu schieben ist unfair….leider ist es ganz einfach Politikversagen und Lobbyistenarbeit (Korruption?) welche schleichend durch systematische Verkomplizierung die Märkte öffnet ….

  6. etwas angrenzendes Thema: Wie baue ich denn die VLANs so auf? Das Gastnetzwerk der FRITZ!Box gibt das ja nicht her. Was funktioniert dort, was nicht? smarthome, Audio Multiroom, …

    • Vom GuestWiFi mal abgesehen, kann eine Fritzbox Stand heute kein VLAN.

    • Je nach FritzBox kannst Du neben neben dem Gast WIFI auch den Port 4 der FritzBox ins Gastnetz aufnehmen. So gesehen ist das Gastnetz nichts anderes als ein eigenes VLAN. Brauchst Du mehr Ports im Gastnetz, als nur den Port 4 der FritzBox, so kannst Du das kabelgebundene Gastnetz am Port 4 auch über einen Switch vergrössern.

      Leistungsstärker/umfangreicher wird es mit einem Router auf dem z.B. OpenWRT läuft. (Gibt es auch für einige Fritzbox Modelle)

  7. Ich frage mich warum so ein wichtiger Punkt die eigenen Daten betreffend nicht transparent kommuniziert wird. Das ist neu, früher konnte man es Datenweitergabe wenigstens in den AGB herauslesen, jetzt wird es verschwiegen?

  8. Ja mei, das Negative, dass wissen wir doch, schwappt irgendwann alles über den großen Teich zu uns. Ein Delay, aber kein Jan

  9. Ja mei, das Negative aus den Staaten, das wissen wir doch alle, schwappt irgendwann über den großen Teich auch zu uns. Ein Delay, aber kein Jan

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