Google Maps macht die Plus Codes prominent

Für uns ist es normal, dass wir eine Adresse haben. Pakete kommen an, Freunde erscheinen – und im Notfall kommt die Feuerwehr oder der Krankenwagen. Ist aber nicht überall so. Mehr als 2 Milliarden Menschen auf der Erde – etwa 25 Prozent von uns oder mehr – haben entweder keine Adresse oder eine Adresse, die nicht leicht zu finden ist, so Google.

Um dieser Herausforderung zu begegnen, hatte man bereits 2015 die Plus-Codes eingeführt. Plus Codes sind einfache, leicht zu verwendende digitale Adressen, die aus Breiten- und Längenkoordinaten abgeleitet werden. Sie können verwendet werden, um jeden Ort eindeutig zu identifizieren, von einem ländlichen Haus in der Prärie bis hin zu einem kleinen Ladenstand in einer namenlosen Straße.

Heute hat man es für jeden mit einem Android-Gerät einfacher gemacht, seinen Standort mithilfe von Plus-Codes in Google Maps freizugeben. Personen, die Google Maps verwenden, kennen vielleicht den blauen Punkt, der ihren aktuellen Standort darstellt. Tippt einfach auf den blauen Punkt, um einen Plus Code für den aktuellen Standort zu erhalten, der für andere Nutzer genauso einfach freigegeben werden kann wie die Angabe einer Telefonnummer.

Ein Plus Code ist ein einfacher alphanumerischer Code, der mit einer Ortschaft kombiniert werden kann (zum Beispiel: FFV2+2P Dortmund). Sie sehen wie eine normale Adresse aus, aber mit einem kurzen Code, wo ein Straßenname oder eine Hausnummer stehen würde.

Plus Codes können in Google Maps und sogar in der Google-Suche gesucht werden, sodass jeder Ort auf der Welt nun eindeutig identifiziert werden kann. Diese digitalen Standortkennungen sind frei verwendbar, offline verfügbar und können auf Papier, Plakaten und Schildern ausgedruckt werden. Die Technologie zur Generierung der Plus-Codes ist ebenfalls Open Source, was bedeutet, dass die Technologie einfach und kostenlos zu verwenden ist, sodass jeder sehen kann, wie die Technologie funktioniert, und eigene Anwendungen für jeden Anwendungsfall entwickeln kann.

Falls das Ganze noch nicht bei euch auftaucht – laut Google wird es spätestens innerhalb der nächsten Wochen erscheinen.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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25 Kommentare

  1. Martin Deger says:

    Meiner Meinung nach besser als das unsägliche proprietäre what3words.

  2. coole PLZ-Alternative einheitlich für die ganze Welt

  3. Ist das wirklich einfacher zu merken, als Längen- und Breitengrad? Und mit normalen Koordinaten hat man doch schon im Kopf eine grobe Ahnung, wo sich der Ort befindet, bei diesen Plus-Codes geht das ja nicht.

  4. Christian says:

    Ich hoffe, daß man das wieder abschalten kann.
    Sehe ich eigentlich genauso sinnfrei an, wie w3w, wenn ich bei Maps was suche, dann hat das hier auch eine Adresse.
    Hat es keine, hat es normal auch keine Straße, daß ich da hin kommen kann.

    Mag in anderen Ländern nett sein, hier in der Zivilisation können die sich das schenken.

    • Martin Deger says:

      Das ist nicht neu übrigens. Der Pluscode wurde schon immer angegeben bei Maps, nur an einer anderen Stelle.

      Ganz unnützlich ist es theoretisch nicht – überall gibt es ja auch hier keine Adresse. Wenn ich also eine Stelle auf dem Feldweg zwischen A und B beschreiben möchte, könnte es nützlich sein. Ist eben nutzerfreundlicher als Längen- und Breitengrad.

    • Da muss ich dir leider widersprechen. Habe z.B. mal bei der Software für einen Baustoffhändler mitgewirkt, und viele Baustellen sind noch nicht erschlossen (keine Straßennamen usw.). Damit die Ausfahrer alles problemlos finden haben wir w3w integriert, und es läuft super und alle sind zufrieden. Also nicht nur für andere Länder brauchbar …

  5. Für mich total unmerkbar, der Plus-code. Dann lieber W3W, das sollte google mal integrieren.

  6. Außerhalb „geschlossener“ Benutzergruppen haben sich Alternativen zu geografischen Koordinaten nie durchgesetzt . Im Amateurfunk werden auch sog. locatorfelder verwendet. Die kennt außerhalb des hobbys aber auch niemand Nett wenn man ne antenne ausrichten will oder entfernungen zwischen zwei Stationen berechnen. Aber ist wie bei allen „Konkurrenzsystemen“: es gibt meist einen Standard und dann all das was kaum jemand kennt, als sog. „Alternativen“.

  7. Na ein Glück, dass man bei uns schon vor fast 300 Jahren wissen wollte, wie viele Soldaten und Steuerzahler man so verfügbar hat, denn das hat u.a. die Einführung der Hausnummer sinnvoll gemacht.
    Wer mehr erfahren möchte:

    https://www.zeitsprung.fm/podcast/zs89/

  8. Thomas Neidlinger says:

    Im Browser kann ich mir für eine beliebige Adresse nicht den Pluscode anzeigen lassen…
    Hat das schon einer hinbekommen?

    Ich denke es ist vielleicht ganz praktisch, wenn man sich z.B. an einem Autobahnparkplatz treffen will, weil man aus unterschiedlichen Richtungen kommt, um weiterzufahren oder für Motorradfahrer allgemein. Da sind solche Pluscodes wohl eindeutiger als eine krumme Beschreibung…

    • Martin Deger says:

      Nicht direkt zur Adresse, aber für jeden beliebigen Punkt. Einfach irgendwo auf die Karte klicken, und dann in dem Pop-Up unten auf Längen- und Breitengrad klicken. Dann ist links entweder der Kurz-Plus-Code zu sehen (wenn eine Stadt in der Nähe ist), oder der komplette Plus-Code, wenn keine Stadt in der Nähe ist. (Das ist im Desktop-Browser, in der App funktioniert es ähnlich.)

  9. Habe den plus Code gegoogelt
    Kommt aber nicht Dortmund raus.

    FFV2+2P Hirschbach im Mühlkreis

    • Ach, der Ort ist auch Teil vom Pluscode?
      Dann ist’s ja wieder etwas sinnlos.

      • Martin Deger says:

        Es gibt eine global gültige Langversion, oder man kann die ersten Stellen weglassen, dann ist es eine Kurzversion (dann muss man die Stadt angeben oder man bezieht sich auf die Nähe). Je nach Zweck kann man die eine oder andere Version nutzen.

  10. Die „2 Milliarden Menschen auf der Erde“, die keine vernünftige Adresse haben, könnten ja mal auf die Idee kommen, die eigene Umgebung zu organisieren und ein Adresssystem umsetzen. Wenn ihnen nichts besseres einfällt so im Stil von Orts- und Straßennamen und Hausnummern. Ein paar Schilder aufgestellt, Hausnummern auf die Häuser und gut.

    Warum kriegt man das dort nicht hin? Warum muss erst ein westlicher Konzern herkommen und das umsetzen?

    • Martin Deger says:

      Dein Kommentar geht an der Realität vorbei. Es geht einerseits um Slums (warst Du schonmal ein einem?), und andererseits um Standorte, wo es auch in westlichen Länder keine Adresse gibt.

      • Das ist keine Antwort auf die Frage. Auch in einem Slum könnte man sich organisieren und ein Orientierungssystem etablieren. Es müssen ja keine vielsagenden Straßennamen sein, Zahlen würden schon reichen, geht in New York ja auch. Wer Google Maps bedienen will/soll, dürfte doch wohl auch den Wegen Nummern zuordnen können. Und ja, ich war schon mal in adresslosen Gegenden vor Ort, also so richtig Slum, mehr Slum geht nicht, vieles ist zwar eng an eng, aber dabei doch recht stabil über die Zeit. Es ist nicht so, dass hier heute mal ein Weg ist und morgen nicht mehr. Da könnte man schon ein Orientierungssystem umsetzen. Passiert aber nicht. Da muss erst von außen jemand kommen. Warum? Warum schafft man dies nicht aus eigener Kraft?

        • Thomas Neidlinger says:

          Vielleicht besteht dort einfach kein Bedarf?
          Haben die Leute dort Schwierigkeiten, sich zu orientieren?
          Brauchen Leute von außen dort eine Orientierungshilfe?

        • Martin Deger says:

          Es gibt keine Autorität in den Slums. Da die Behausungen normalerweise illegal sind, wird eine Stadt diese nicht legalisieren, indem sie den Wegen Straßennamen gibt.

          • Du meinst, mancherorten läuft es, wenn überhaupt, dann nur von oben, mit harter, autoritärer Hand? Ja, da kommen wir der Sache schon näher. 😉

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