Google investiert hunderte Millionen US-Dollar in die Überprüfung von Inhalten

Wer ein bisschen online unterwegs ist, benötigt in der Regel wenig Zeit, um auf Inhalte zu stoßen, die er oder sie lieber nicht gesehen hätte. Seien es persönliche Beleidigungen in Kommentaren, gewaltverherrlichende Videos oder sogar Inhalte von Terroristen. Die Extreme sind zwar selten, aber es ist kein Geheimnis, dass das WWW ein rauer Ort sein kann. Deswegen investiere Google bzw. der Mutterkonzern Alphabet jährlich laut eigenen Aussagen Hunderte Millionen US-Dollar in die Überprüfung von Inhalten.

Wir alle wissen: „Dank“ Artikel 17 (ehemals 13) dürften sich derlei Investitionen wohl zwangsweise in Zukunft nicht nur bei Google noch erhöhen müssen. Google gibt aber auch an, dass man etwa allein auf der Videoplattform YouTube im ersten Quartal 2019 ca. 1 Mio. von Videos überprüft habe, die in Verbindung mit Terrorismus gestanden haben könnten. Bei der manuellen Überprüfung stellte man fest, dass 90.000 Videos tatsächlich die entsprechenden Regelungen der Plattform verletzten.

In den USA erfragte die Regierung von mehreren großen Tech-Unternehmen das jeweilige Budget, dass die Anbieter zur Verfügung stellen, um den Inhalt terroristischer Videos zu verhindern. Facebook hielt sich bedeckt, während Twitter die eigenen Bemühungen nicht beziffern konnte / wollte und stattdessen auf ein großes Team verwies, das Inhalte überprüfe. Lediglich Google bzw. Alphabet gab sich da offenbar gesprächiger.

Laut Google arbeiten mehr als 10.000 Menschen innerhalb des Unternehmens an der Auswertung der hochgeladenen Inhalte auf den Plattformen des Unternehmens. Neben den manuellen Überprüfungen packen natürlich auch Algorithmen mit an und entdecken neben kontroversen Inhalten z. B. auch Urheberrechtsverletzungen. Diese Aspekte gewinnen eben bald durch Artikel 17 noch stärker an Bedeutung – auch weil es zu einer wachsenden Kluft zwischen etwa den USA und Europa kommen könnte. Was beispielsweise in den Vereinigten Staaten unter die Fair-Use-Regelung fallen dürfte, wäre bei uns im Regelfall bereits eine Urheberrechtsverletzung und müsste voraussichtlich blockiert werden.

Nicht nur Google, auch andere Unternehmen wie Facebook, Amazon, die hinter Twitch stehen, und Twitter dürften also in Zukunft viel Geld in den Bereich „Content Review“ pumpen. Und für Anwender wird es vielleicht immer stärker Zeit über VPN-Anbieter nachzudenken, wenn sie noch die Vielfalt des internationalen Internets genießen möchten.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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