Google Glass: Deutsche Internet-Nutzer sind skeptisch

Die 36. W3B-Studie von Fittkau und Maaß, bei der 69.282 deutsche Internet-Nutzer, internet-repräsentativ quotiert und gewichtet nach Alter, Geschlecht und Bundesland befragt wurden, bringt auch interessante Einblicke zum Thema Google Glass hervor.

W3B36_Interesse_an_Google_Glass

Das Interesse ist hier in Deutschland noch verhalten, inwiefern die Studie zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll ist, darf hinterfragt werden; bekanntlich ist Google Glass nicht einmal im Handel und nur für ausgesuchte Personen nutzbar. Auch ein finaler Preis ist noch nicht bekannt.

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Immerhin 3 % der Befragten schätzen die Datenbrille als »ausgesprochen interessant« ein, wollen sie baldmöglichst erwerben. 29 % finden sie »interessant« und würden sie gern einmal ausprobieren. Diesem Drittel an Google Glass-Interessenten stehen insgesamt knapp 50 % gegenüber, die das Gerät »nicht besonders interessant« oder »überhaupt nicht interessant« finden. Jeder Fünfte ist über Google Glass nicht informiert und hat sich bislang noch keine Meinung gebildet.

W3B36_Interessante_Funktionen_von_Google_Glass

40 % der Befragten können sich nicht vorstellen, die Augmented-Reality-Brille mehrere Stunden am Tag zu tragen. Und auch die Anteile der Internet-Nutzer, die darin einen konkreten Nutzen erkennen, fallen relativ gering aus. Zwar bewerten immerhin über 20 % die Möglichkeit, die Datenbrille zur Routenplanung bzw. Navigation einzusetzen, als nützlich. Die Gruppen der Befragten, die Funktionen aus dem Bereich Location Based-Services oder die Gesichter-Erkennung interessant finden, sind jedoch kleiner als 15 %.

W3B36_Bedenken_an_Google_Glass

Auch in Sachen Datenschutz sind befragten Teilnehmer der Studie kritisch. Fast ein Drittel der befragten Internet-Nutzer äußert hier Bedenken. Zum einen, weil man von Google Glass-Trägern heimlich gefilmt oder fotografiert werden könnte. Aber auch den Datenschutz beim Tragen von Google Glass bewerten die deutschen Nutzer kritisch, da möglicherweise deren Bewegungsdaten beobachtet werden könnten.

Und, wo seht ihr euch in der Umfrage?

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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13 Kommentare

  1. Dass die Bewegungsdaten getrackt werden, ist doch ein gewolltes Feature, oder nicht?
    Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf das Teil 🙂

  2. Ich bin auch sehr gespannt auf das Teil, die erste Generation werde ich aber überspringen. Meist zu teuer und noch zu fehlerbehaftet. All das ist dann in der 2. Gen behoben und das Benutzererlebnis sollte dann auch aller erste Sahne sein 😉

  3. Ich bin bei den 3% – sobald es Glass in einer Version für Brillenträger in Europa zu kaufen gibt (und ich es mir leisten kann) plane ich es mir anzuschafffen und denke mir auch täglich zu tragen.

  4. Brillenträger hier. Habe eh von Bett bis Bett die Brille auf. Verstehe auch gar nicht, warum jemand freiwillig weiterhin so’n Ding aus der Tasche ziehen und draufstarren will (beim Gehen, beim Sitzen, immer halt), wenn wir in ein paar Tagen ganz natürlich gucken können, aber trotzdem die heutigen Smartphonevorteile haben werden.

  5. Jahren, nicht Tagen, natürlich

  6. Ich finde es ja schon seltsam mit Headset zu telefonieren, da weiß ich nicht, ob ich gerne mit meiner Brille sprechen möchte.
    Der Vorteil beim Handy ist halt, dass nicht unbedingt jeder mitbekommt, was ich gerade darauf mache.

  7. Umfragen, Umfragen… Die ersten Umfragen zu Computern, Handys oder Internet werden auch nicht anders ausgesehen haben – abwarten 😉

    Ich gehöre auch zu den 3%, die sich das Ding direkt holen werden.

  8. Deutschland ist Techniknachzüglerland. Hier wird von Endkunden nur gekauft, was sich woanders schon bewährt hat; Unternehmen entwickeln weiter oder kopieren, haben aber nicht den Mut zu echten Neuentwicklungen. Das mag im Bereich der Ingenieurstätigkeiten noch funktionieren (etwa Maschinenbau), ist aber ein tödliches Klima für Innovationen. Und so kommt es halt auch, dass wir bei sowas die Regeln nicht mehr mitbestimmen können, sobald so etwas nach Deutschland kommt, sind alle wichtigen Debatten gelaufen, dann kann hier nur noch genölt werden und man frisst oder stirbt.

    Insofern: Eine Umfrage unter _deutschen_ Internetnutzern? Who cares? Völlig uninteressante Gruppe dafür, die kaufen es eh, wenn es woanders erfolgreich ist; wenn es das nicht ist, wird es hier gar nicht erst angeboten. Und dann noch eine Befragung zu disruptiver Technologie – wir wissen eh nicht, wie das genutzt werden wird. Was wäre wohl 1990 herausgekommen, wenn man nach dem Nutzen eines Smartphones gefragt hätte? Oder 1870, wenn nach Benzinautos gefragt worden wäre?

    http://maps.google.com/help/maps/streetview/learn/where-is-street-view.html

  9. Der gemeine deutsche Internetnutzer an sich ist sowieso immer erstmal skeptisch.
    Ich bin heute noch traurig dass google streetview bei uns gecancelt wurde.

  10. War bei der Planung und Einführung von Laptops klar, wie erfolgreich die sein würden?

    Und wie viele Nutzungsarten hat das Telefon dazu gewonnen, seit es Handy wurde!

    Wir können uns doch noch gar nicht richtig vorstellen, wiesehr diese Dinger unseren Lebensstuil verändern werden.

  11. Was soll man hier – im Technik-Freak-Blog – auch anderes an Kommentaren erwarten. Von der technischen Seite finde ich es auch iteressant, ABER die Bedenken sind doch nicht von der Hand zu weisen. Vorallem finde ich es bedenklich, dass ungehindert Fotos und Videos von Personen gemacht werden können, ohne das andere Personen dies bemerken. Meiner Meinung nach ist das ein massiver Eingriff in das Persönlichkeitsrecht. Ganz besonders kritisch finde ich in diesem Zusammenhang auch die Gesichtserkennung. Das alles dient der Datensammelwut von Google und wie man sieht auch den Geheimdiensten.
    Für mich persönlich empfinde ich dies jedenfalls eher als unangenehm.

  12. Ich bin nun wirklich kein Technikpessimist, aber ich bin in letzter Zeit ziemlich gründlich von „Early Adption“ geheilt worden. Immer mehr Firmen werfen Geräte auf den Markt, die zwar an und für sich schöne Stücke Hardware sind, aber für die es noch keine Inhalte bzw. Anwendungsfälle gibt.

    Das sehe ich besonders hier an Google Glass: Ein wunderbares Gadget, aber … was soll ich damit im Alltag bitte machen? Vergesst die „Killer-Applikation“, ich brauche tatsächlich überhaupt mal eine Verwendung dafür, die über fünfminütige „guck mal, was das Ding kann“-Experimente hinausgeht. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass diese Anwendungen kommen werden, aber bis sie nicht da sind, wird das Ding nicht gekauft.

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