Google Chrome: Ressourcenintensive Werbung soll künftig ausgeblendet werden

Erst im Februar hat sich Google mit Better-Ads-Standards gegen aufdringliche Werbung ausgesprochen und bereits seit längerem entfernt Chrome missbräuchliche Werbeanzeigen – da wäre es vielleicht auch mal angebracht das eigene Ad-Sense-Team unter die Fittiche zu nehmen.

Bei einer Analyse hat Google nun Werbeanzeigen ausgemacht, die einen hohen Anteil an Geräteressourcen wie Batterie- oder Netzwerkdaten verbrauchen – zum Beispiel, weil diese Crypto-Währungen schürfen oder unoptimiert sind – und somit die Akkulaufzeiten mobiler Geräte verkürzen oder gar Netzwerke verstopfen. Chrome begrenzt die Ressourcen, die eine Anzeige verwenden kann und informiert den Benutzer, wenn dieses Limit erreicht wurde:

Chrome setzt die Schwellenwerte auf 4 MB Netzwerkdaten oder 15 Sekunden CPU-Nutzung in einem Zeitraum von 30 Sekunden oder 60 Sekunden der gesamten CPU-Nutzung. Während heute nur 0,3 % der Anzeigen diesen Schwellenwert überschreiten, machen sie 27 % der von Anzeigen verwendeten Netzwerkdaten und 28 % der gesamten Anzeigen-CPU-Nutzung aus.

Vorerst soll das ganze experimentell zur Verfügung stehen und erst Ende August über den normalen stabilen Chrome-Browser verteilt werden. Man wolle Werbetreibenden einen entsprechenden Vorlauf gehen, um ihre Anzeigen anzupassen oder zu optimieren. Details stellt Google an dieser Stelle zur Verfügung.

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Felix Frank

Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Student auf Lehramt. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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20 Kommentare

  1. Find ich gut. Auch wenn das seit spätestens 5 Jahren von informierten Nutzern als Problem angesehen wird. Als nächstes (also so in 2 Jahren) finden sie bestimmt heraus, dass Nutzer sich an abgegriffenen Daten durch Ads stören.

    Spannend sind auch die Obergrenzen, die liegt beim Datenvolumen bei 4 MB.

  2. Wird Google sicher total uneigennützig machen … Die Werbung, welche über Googles eigene Unternehmen kommt, wird wohl sicher nicht geblockt.

    • Daniel K. says:

      Google schickt über das eigene System aber eben auch keine missbräuchliche Werbung, weil Google die über ihre eigenen Ad Server laufende Werbung natürlich selbst kontrolliert bzw. hier den Werbenden klare Standards setzen kann, die zu erfüllen sind.

      • natürlich schickt auch Google missbräuchliche Werbung. Zum einen werden die Werbeplätze on the fly verschachert, da weiß weder jemand was ausgerollt wird noch von wem. Probleme stellt man erst nachher fest. Die angegebenen Größen sind auch nur eine Notbremse, dass die Werbung abgedreht wird, wenn zuviel durchgesaugt wird. Aber kein Problem, da macht der Bitcoinminer einfach mal immer 15 Sekunden Pause und außerdem lädt er nicht mehr 6 MB runter, sondern einen iFrame, der die nächsten 2 MB lädt.

        Dem Missbrauch entgegenwirken kannst du nur, wenn du alles blockst oder vorher alles kontrolliert wird.

        Werbung auf dem Smartphone ist, wie wenn du den Zeitungsausträger in deine Wohnung lässt, die Zeitung liest, ohne zu schauen, was er macht und ihn dann wieder rausschickst, wenn du deine Artikel zu Ende gelesen hast, ohne seine Taschen zu durchsuchen.
        Natürlich sind die allermeisten Austräger rechtschaffend und merken sich nur, was du noch so Bücher im Regal hast, wer noch in deiner Wohnung wohnt und welche Klopapiermarke du bevorzugst. Ein paar merken aber auch, dass du nie aufpasst und rufen ihre Freundin auf deine Kosten an, schreiben deine Kontodaten ab und nehmen den Familienschmuck mit. Und da ist egal, ob der Austräger von Google oder sonst einem Netzwerk kommt.

  3. Bahahaa! Das Ende der BILD Zeitung. 😀

    • hell.mood says:

      Hoffentlich auch das Ende der extrem werbeverseuchten Gruner+Jahr Online-Seiten (Geo, Stern, etc.).

      Wird womöglich dazu führen, dass noch mehr der wenigen echten Inhalte (außer die vielen Clickbait-Artikel) hinter Paywalls verschwinden werden, da weniger durch Werbung gegenfinanziert. Das bedeutet aber auch, dass diejenigen die sich nicht leisten können oder wollen, tausend Abos abzuschließen, nur noch den verbleibenden Müll lesen werden, womit Verschwörungstheoretikern und anderen Spinnern noch mehr Nährboden bereitet wird.

  4. Wenn man Adguard nutzt,hat man die Probleme erst gar nicht.

  5. Dieses „feature“ kommt aber extrem spät. Egal, ich nutze ohnehin Firefox mit uBlock Origin.

  6. Wow, Google hat also Mitte 2020 geschafft, was jeder längt haben könnte, wenn sie endlich Addons in ihrem mobilen Browser zulassen würden oder einen vernünftigen Adblocker mit Filterlisten einbauen würden, nicht dieses Instrument zur Sicherung der eigenen Marktstellung. Schade, dass es sowas wie Kartellrecht nicht mehr gibt.

    • Daniel K. says:

      Kartellrecht und Software waren schon immer nur schwer unter einen Hut zu bringen…

      Gerade für Software-Entwickler ist es einfach sehr unpraktisch, wenn es fünf Dutzend Betriebssysteme auf dem PC und dem Mobile-Gerät gibt… idealerweise gibt es eine neutrale Plattform, die unabhängig weiterentwickelt wird. Aber die Dominanz von Microsoft in den letzten 30 Jahren ließ das eben nicht zu… die gleiche Entwicklung haben wir nun im Mobile-Bereich, wobei es hier zumindest zwei Contender gibt (Googles Android vs. Apples iOS) und Android zumindest theoretisch neutral ist…

      Kritik an Google / Android scheint mir hier unpassend, so lange Apple sein System komplett abschottet… aber würde man in Android dem User und den Software-Entwicklern mehr Freiraum bieten (z.B. Browser-Add-Ons), würde es auch vermehrt zu Schadsoftware kommen… das Thema ist leider nicht so einfach, wie es erscheinen mag… und natürlich hat Google als Firma, die von Werbung lebt, natürlich ein sehr, sehr großes Interesse, zumindest auf Android-Geräten die Umgehung von Werbung aktiv zu bekämpfen… im PC-Bereich hat Google dafür zum Glück nicht die Marktmacht (würde Chrome keine Add-Ons zulassen wären die User ganz schnell bei der Konkurrenz…).

      Kartellrecht ist hier insofern schwierig, als dass man keinen Richter finden wird, der Google dazu verurteilen würde, Ad-Blocker zu ermöglichen, weil das Interesse Googles daran, Werbung zu schalten, ja durchaus nachvollziehbar ist – denn ohne Werbung gäbe es viele Inhalte schlicht nicht.

      Insofern begrüße Ich persönlich Googles Ansatz, zu versuchen, schädliche Werbung zu eleminieren und unschädliche Werbung dafür unumgehbar zu machen. Wenn sämtliche Werbung unschädlich wäre, (daher: Keine nervigen Videos, die ohne meine Einverständnis laden, keine Pop-Ups, keine Sounds, die ohne Einwilligung abgespielt werden, keine hohe Belastung von CPU und co.) würde ich auch auf den Ad-Block verzichten, um die Content Creators zu unterstützen. So lange aber nervige Werbung noch als „effektiv“ erachtet wird, werde ich natürlich Ad-Blocker nutzen…

      • Müsste es dann theoretisch nicht so sein dass systemweite Blocker wie Adguard dann Akku einsparen würden?
        Da ja vieles im Hintergrund blockiert wird und Werbung nicht lädt.
        Aber meistens wird mit Adguard und Co doch mehr Akku verbraucht, oder?

        • Nein, Adguard hat keinen negativen Einfluss auf die Akkulaufzeit. Nutze ich schon länger und kann nichts in der Richtung feststellen.

          Ohne Werbeblocker ist das Internet ja überhaupt nicht mehr zu ertragen.

          • Vielen Dank.
            Darf ich noch fragen ob du die systemweite Variante nutzt oder nur die Version für den Playstore?

            • Ich nutze die „richtige“ systemweite Variante. Die Version aus dem offiziellen Play Store ist ja mehr oder weniger nutzlos.

              • Super, vielen Dank.
                Werde Adguard dann auch Mal wieder installieren.
                Hatte immer Sorge wegen dem Akku Verbrauch.
                Habe Adguard als Lifetime Lizenz.

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