Google arbeitet an kindgerechten Versionen der eigenen Produkte

Bei der Erschließung neuer Nutzergruppen lassen sich die Tech-Riesen auch schon einmal etwas einfallen. Seien es nun schwebende Ballons, die Internet in abgelegene Regionen bringen oder einfach ultra günstige Smartphones für Schwellenländer. Google ist in dieser Hinsicht sehr motiviert, Wachstum kommt schließlich nicht von alleine. Die Dienste haben aber etwas gemeinsam, sei es nun Google, Facebook oder Twitter, sie haben ein Mindestalter zur Nutzung. Kinder dürfen erst mitspielen, wenn sie mindestens 13 Jahre alt sind. Das möchte Google anscheinend ändern.

Google Office

Google nimmt die unter 12-Jährigen ins Visier, möchte kindgerechte Abwandlungen der meist genutzten Google-Dienste anbieten. Ohne diese Produkte zu nennen, kann man hier wohl von der Suche, YouTube und Chrome ausgehen. Pavni Diwanji leitet die Initiative. In einem Interview mit USA Today erklärt sie auch die Motivation dahinter. Die Mitarbeiter hätten selbst alle Kinder und wüssten wie schwierig es für Eltern ist, Kinder vor schädlichen Einflüssen zu schützen.

Diwanji hat selbst zwei Kinder im Alter von acht und 13 Jahren und ist sich bewusst, dass Googles Vorstoß nicht nur positiv aufgefasst werden wird. Sie sagt aber auch, dass den Kindern die Technik in der Schule und zu Hause zur Verfügung steht. Die Kinder nutzen die Technik, obwohl diese nicht auf sie abgestimmt ist. Das soll sich ändern. Google lässt dafür Kinder der Mitarbeiter in den eigenen Büros (Kids Studio) mit diversen Projekten spielen, um Erkenntnisse zu erlangen, wie man die Sache angehen muss.

Die FTC hat mit ihrem Children’s Online Privacy Protection Act (COPPA) natürlich ein Auge auf solche Vorhaben. 20 Unternehmen wurden bereits durch die FTC bestraft, erst im September musste Yelp eine Strafe zahlen, da es keinen Alters-Abfrage-Screen in der App gab.

Google möchte aber nicht nur die eigenen Produkte kindersicher machen, sondern Eltern auch eine gewisse Kontrolle geben, was ihre Kids anstellen können. Wie genau das aussehen wird, ist noch nicht sicher. Vorstellbar wären zum einen bestimmte Zeitrahmen-Vorgaben oder auch Kontrolle über Inhalte. Das Produkt soll jedoch so anpassbar sein, dass es Helikopter-Eltern es ebenso nutzen können, wie solche, die das alles sehr viel liberaler sehen. Insgesamt soll es eine Hilfe für Eltern werden, die auch ohne Kontrolle und Verbote ein sicheres Netz für Kinder wollen.

Meiner Meinung nach ein Schritt in genau die richtige Richtung. Kinder nutzen aktuell bereits Google und finden alles, egal, ob es für sie geeignet ist oder nicht. Eltern haben oft keine Ahnung, was die Kids im Internet treiben, mobile Geräte wie Smartphones tragen ihren Teil dazu bei, dass es noch verschleierter wird, was die Kleinen anstellen. Erlebe ich selbst regelmäßig auf Elternabenden in der Schule, wo sich dann empört wird, dass über WhatsApp Pornos getauscht werden. Sicher keine Inhalte für 11 – 13-jährige, aber halt leider Realität. Hier ist oft auch das fehlende Wissen der Eltern schuld. Wer damit nicht aufgewachsen ist oder sich nicht wirklich dafür interessiert, kann auch die Kinder nicht in die richtige Richtung lenken. Insofern kann man solche Vorstöße wie von Google nur begrüßen. Sicher gibt es auch hier Risiken der Manipulation der Kinder, die Vorteile überwiegen meiner Meinung nach allerdings. Wie seht Ihr das?

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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5 Kommentare

  1. Naja , älter als 18 findet ja nicht mal porn richtig…. Machen wir doch das ganze Internet für 12

  2. An erster Stelle steht für mich ein vertrauensvolles Verhältnis zu meinem 12-jährigen zu haben. So kann ich mit ihm über Vor- und Nachteile von IT und Internet sprechen.
    Wenn ich dann noch Hilfen, wie in diesem Artikel angekündigt bekomme, die das unterstützen, warum nicht.
    Jetzt kommt das (deutsche) ABER: Macht Google das nur um Eltern zu unterstützen? Oder um künftige Zielgruppen zu binden? Als deutscher Skeptiker 😉 bleibt ein Geschmäckle…

  3. Ein von Eltern kontrollierbares Kinder Netzwerk wäre doch gute Idee… also wo die Eltern sich um das adden von den Accounts ihrer Kinder verantwortlich machen… „Kinder von Kreis XYZ können meine Kinder zu ihren Kreisen hinzufügen“ … Da würde sich endlich die technische Überlegenheit gegenüber FB eignen indem man so die nächste Generation längerfristig ins SNS integriert

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