Gestohlene Tweets: Twitter greift auf Wunsch durch

Es gibt sie zuhauf bei Twitter: die witzigen Leute, deren einziger Twitter-Sinn es ist, witzige Sprüche zu bringen. Da gibt es wirklich einige witzige – aber vieles liest man halt x Mal oder es ist einfach nicht witzig. Besonders „witzige“ Sprüche gehen ja ganz gerne mehrmals durch die Timelines – getreu dem Motto „Einer guten Idee ist es egal, wer sie gestohlen hat“. Aber auch Tweets haben offenbar ein Recht, einem Besitzer zugeordnet zu sein.

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In den USA hat eine Nutzerin über ein Formular für Copyright-Dinge bei Twitter Beschwerde gegen einzelne Accounts eingereicht, da diese den Tweet der Nutzerin „geklaut“ hatten. Gegenüber The Verge erklärte Olga Lexell, dass sie eine freiberufliche Schreiberin sei, die via Twitter ab und an testet, wie gut ihre Witze funktionieren. Offenbar hatte Twitter hier nach einigen Tagen eingegriffen und die Tweets nach Digital Millennium Copyright Act (DMCA) entfernt. Sollte sich das Ganze generell durchsetzen, dann wird es sicherlich in einigen Timelines wesentlich leerer.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei X, Threads, Facebook, LinkedIn und Instagram.

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7 Kommentare

  1. Thomas Baumann says:

    Gibt ja auch schon länger die Möglichkeit Tweets zu zitieren. Wesentlich eleganter als C&P, außerdem bleibt der Bezug zum Original Tweet bestehen. Von daher: Meinetwegen gerne.

  2. Wenn schon, dann wenigstens einen Retweet. Dann bleibt der Bezug zum Original-Tweet erhalten. Oder man nennt eben die Quelle. Viele denken wohl immer noch das Internet ist ein anonymer, rechtsfreier Raum nur weil sie sich hinter einem Pseudonym verstecken können.

  3. Vielleicht sollte man die von Caschy – schön zu lesen, daß Du wieder zuhause bist 🙂 ich hoffe, es geht bald wieder völlig normal – verlinkte Vergeseite lesen.
    Zitat:
    „saw someone spill their high end juice cleanse all over the sidewalk and now I know god is on my side
    — uh (@runolgarun) July 9, 2015“
    Was ist daran nun besonders schützenswert bzw. witzig (zugegeben, Humor ist Geschmackssache)? Sorry, bei allem berechtigtem Recht für die Urheber von geistigem Eigentum, wer das ok findet, muß zwangsläufig den deutschen Medien bei der Haltung gegenüber Google auch zustimmen. Klar kann man retweeten, aber was die Frau erwartet, ist realitätsfern. Twitter ist zum schnellen verbreiten von Informationen u.ä. erdacht worden OHNE auf den Urheber zu achten. Wenn ich da etwas hineinpacke, dann darf ich per definitionem nicht erwarten, daß ich als Urheber immer erkannt werde. Dies ist eine Designschwäche von Twitter, die der eigentlich Nutzung geschuldet ist.

  4. Nein, es ist keine Designschwäche, es ist eine Charakterschwäche aller Global Player im Internet, niemals mit Nachdruck kommuniziert zu haben, dass es so etwas wie Urheberrecht gibt und dass es beachtet werden soll.

    Das mit Abstand bemerkenswerteste an dieser Nachricht ist die Signalwirkung: Plattformen, sei es für Soziales oder für Inhalte (und Twitter ist beides) können sich demnach nicht mehr damit aus der Verantwortung für die Urheberrechtsverstöße ihrer Benutzer stehlen.

    Und das ist kein technisches, sondern ein soziales Problem: Benutzer werden erst gar nie nachhaltig darüber aufgeklärt, dass es falsch ist, wenn sie fremde Inhalte weiterverbreiten — oder noch schlimmer, zu eigen machen. Hier muss nachhaltige Aufklärung passieren, und um diese Aufgabe haben sich sowohl große als auch kleine Anbieter in den letzten 15 Jahren herumgedrückt.

  5. Ich hab mal zu Edward Snowden etwas getwittert, wenigen Minuten später hat Kim Dotcom alias Kim Schmitz meinen Tweet kopiert ;), ist aber schon 1 Jahr her.

  6. Was ist mit Jokes, dessen Urheber man einfach nicht kennt, weil er so alt ist?

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