Gescheiterter E-Traum: Post verkauft verlustreichen StreetScooter

StreetScooter WORK XL 01
© Ford-Werke GmbH / Lothar Stein

Wir hatten schon des Öfteren über die StreetScooter der Post berichtet. Erst feierte man das Projekt regelmäßig als deutsche Erfolgsgeschichte der E-Mobility. Hinter den Kulissen sah es wohl anders aus, denn schon Anfang 2020 kündigte man an, keine der E-Transporter mehr bauen zu wollen. Ursprünglich wollte die Post die E-Fahrzeuge nicht nur selbst einsetzen, sondern auch Kunden damit beliefern. Der Plan ging offensichtlich nicht auf.

Wie die Welt berichtet, trennt sich die Deutsche Post nun endgültig von seiner Tochtergesellschaft StreetScooter. Gekauft wird StreetScooter von einer erst im September gegründeten Firma aus Luxemburg: Odin Automotive. Der Hauptgesellschafter Stefan Krause ist kein Unbekannter. Er saß schon im Vorstand von BMW und der Deutschen Bank. Allerdings hängt die Deutsche Post den Verkauf nicht an die große Glocke.

Mit den Fahrzeugen der Reihe StreetScooter gab es über die Jahre allerlei Probleme: Die Technik erwies sich als unzuverlässig und die Zuladekapazität war für die Belange des Logistikunternehmens zu gering. Aktuell fahren für die Post rund 17.000 StreetScooter. Bis Mitte 2021 werden es wohl 21.500 Exemplare sein. Bis 2030 will die Post auf rund 80.000 E-Fahrzeuge kommen, da wird man sich aber dann eben mit anderen Marken behelfen. Die Post machte massive Verluste mit StreetScooter – ca. 318 Mio. Euro sollen es allein 2020 gewesen sein.

Die Übernahme durch Odin Automotive muss noch vom Bundeskartellamt freigegeben werden, weswegen es wohl auch noch keinen offiziellen Kommentar der beiden Partner gibt.

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34 Kommentare

  1. Aus der Not heraus geboren, weil es in Deutschland lange kein Automobilkonzern geschafft hat, E-Mobilität ernsthaft in Angriff zu nehmen. Dass das vor allem Geld kostet, war klar. Jetzt, wo man auch etwas Geld wiederholen wollte, ist die Technik dann halt nicht mehr gut genug, weil inzwischen die Automobilbranche das Feld für sich entdeckt hat.
    Schade eigentlich, dass der Mut zu Investieren, Forschen und Entwickeln hier nicht belohnt wurde und hoffentlich gibt es durch den Kaufpreis zumindest eine kleine monetäre Abfederung für die Verluste.

  2. Hier in Oldenburg fahren viele davon rum

  3. Also manche Sachen sind für mich nicht nachvollziehbar!

    „Mit den Fahrzeugen der Reihe StreetScooter gab es über die Jahre allerlei Probleme: Die Technik erwies sich als unzuverlässig und die Zuladekapazität war für die Belange des Logistikunternehmens zu gering.“

    Ja, der erste Punkt zeigt sich erst im Laufe der Zeit.
    Aber das mit der Kapazität weiß ich doch im Vorfeld, bevor ich da einen Euro rein stecke!

    • Hab ich mir auch gedacht ^^.

      Aber ich schätze auf den Trichter sind die erst jetzt mit Corona gekommen. >>Vermutlich bestellen die Leute jetzt viel mehr größere Pakete. Und bevor man mehr Personal für ein zweites Auto einstellt, ist es natürlich langfristig deutlich günstiger ein größeres Auto zu kaufen.

      Abgesehen davon soll die Elektroflotte natürlich trotzdem weiter ausgbaut werden, nur mit anderem Hersteller. Sehe da jetzt nicht das Problem. Gut das man gleich das ganze Unternehmen Streetscooter verkauft find ich etwas extrem aber scheint wohl ne Nummer zu groß gewesen zu sein zum Managen ^^.

      Vlt. wird der neue Eigentümer von Streetscooter das Unternehmen in 3-5 Jahren so auf Kurs gebracht haben das die größere E-Transporter wieder an DHL verkaufen xD

  4. An mindesten zwei von fünf Wochentagen kommt der Postbote hier mit einem Leihsprinter statt mit seinem Streitscooter, der dann mal wieder in der Werkstatt steht.
    Zuverlässigkeit geht anders …

    • Nicht das erste Unternehmen welches von Prof. Schuh an die Wand gefahren wurde. Sein arrogantes Auftreten an der RWTH hat er behalten.

    • FriedeFreudeEierkuchen says:

      Scheint hier nicht zu sein. Der Streetscooter kommt jeden Tag – ohne Ausnahme. Seit ich hier wohne (3 Jahre). Ich habe auch noch nie gehört, dass die Fahrzeuge soooo unzuverlässig sein sollen. Viele Postler sind ganz zufrieden, einige hassen sie…

  5. „Die Post machte massive Verluste mit StreetScooter – ca. 318 Mio. Euro sollen es allein 2020 gewesen sein.“

    Da frägt man sich doch: wer kauft sowas?

    Eine Firma, die bisher nur Verluste gemacht hat….

    Eine Firma, die aktuell kein zukunftsfähiges Produkt hat…

    Eine Firma, die höchstens noch ein paar Mitarbeiter mit Fachwissen / Erfahrung als Kapital hat (aber nicht ausreichend, um erfolgreich gewesen zu sein) … aber dafür Konkurrenz (die anderen Hersteller) , die es mittlerweile vermutlich besser kann und gegen die so eine kleine Luxemburger Bude Null Chance hat….

    Sucht da jemand in LU eine fast insolvente Bude für Verlustzuweisungen?

    Oder gab es den Streetscooter zum „Neue Heimat Preis“?

  6. Nicht weit von hier gibt es einen Platz (ehemaliges Kettler Gelände) auch dem hunderte dieser Transporter herumstehen wofür auch immer.

    • In der Nähe von Hannover? Dann sind das ursprünglich etwas über 1000 Ex-DHL-Fahrzeuge, die ein Metallbauer DHL abgekauft hat. Die lässt er von drei eigens dafür eingestellten Mitarbeitern reparieren und verkauft sie gebraucht weiter. Da gab es mal in der AutoBild einen Artikel, der ist auch online zu finden. Der Verkauf an Privat läuft über einen Händler in Garbsen.

  7. Herr Hauser says:

    Ich würde ja lachen, wenn es jetzt nun eine Erfolgsgeschichte werden würde.

    In Deutschland versemmelt oder eingestellt da zu teuer, ins Ausland verkauft, da ein Erfolg. Wäre nicht das erste Mal.

  8. „Bis Mitte 2021 werden es wohl 21.500 Exemplare sein.“

    Könnte knapp werden mit der Mitte… 😉

  9. Die E-Technik ist halt noch nicht so ausgereift wie alle Tröten vom Dach tröten und auf Krampf komm raus E-Mobilität sinnlos fördern. Die KI für das autonome Fahren ist da weiter, aber das würde auch in einem dieselbetriebnen PKW einsetzbar. Kann es immer noch nicht nachvollziehen, dass die Verbrenner ausgerechnet von den E-AUtos ersetzt werden sollen. M.E. kurzsichtig und ob Vorteilhaft für den Klimawandel lass ich mal so stehen. Einzig allein bei Lastenrädern (fahre einen UrbanArrow mit BoschAkku) für Kinder lohnt sich das. In paar Jahren sind wir alle schlauer, ob das der alternativlose Weg war, um unser Klima zu retten. Wenn es so kommt, super, aber ich denke eher nicht.

    • Ich hasse e-Lastenräder (und ihre Fahrer).
      Es sind die SUV der (Fuss- und) Radwege, die Andere gefährden und/oder behindern.
      Von der Arroganz (‚Sendungsbewusstsein‘) ihrer gewöhnlichen Fahrer rede ich da noch gar nicht.

    • In welchem Paralleluniversum ist autonomes Fahren bitte ausgereifter als ein BEV?

      Elektroautos sind freilich relativ gut ausgereift, nur zeigen das eben erst aktuellere Entwicklungen auf dem BEV Markt wie z.B. Tesla Modelle oder nun auch die ID Serie von Volkswagen.
      Und auch aus Umweltsicht macht es sinn Verbrenner durch E-Autos zu ersetzen, damit einhergehend ist auch eine Förderung sinnvoll. Nur einige Punkte die in Deutschland nicht richtig sind

      – Jeder labert ununterbrochen von einer „Verkehrswende“. Die sieht nach aktuellem Stand aber nur so aus, dass Verbrenner gegen E-Autos ausgetauscht werden. Das ist in der Tat nicht sinnvoll. Eine sinnvolle Verkehrswende wäre der gezielte Ausbau des öffentlichen Nah und Fernverkehrs, verbesserte Rad-Infrastruktur (besonders in Ballungszentren; Vorbild Amsterdam) und eben eine allgemeine Reduktion des Individualverkehrs. Das Auto sollte nicht auf krampf verteuert werden, sondern das Auto sollte so obsolet wie möglich gemacht werden. Für Kinder, Erwachsene, Junge Familien und sogar ältere Leute. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, es ist auch gut für den Geldbeutel und steigert im allgemeinem auch die Lebensqualität, besonders in den Ballungszentren.

      – Hybride zu fördern ist ein absoluter Unfug und ein reines Konjunkturprogramm auf kosten der Steuerzahler für Fahrzeuge, die sonst wirklich niemand haben möchte. Das ganze ist eh nur deshalb gemacht worden, weil die Bundesregierung sich wieder ein überambitioniertes Ziel gesetzt hat (1 Mio E-Autos bis 2020) und das die Deutschen Hersteller an BEVs garnicht hätten liefern können, also sind Hybride auch mit drin.

      Allgemein erfordert die ganze Verkehrswende und auch die E-Mobilität ein gewisses Umdenken für die Politik und die Bevölkerung. Und in der Hinsicht sieht es ja bei uns nicht so dolle aus

      • FriedeFreudeEierkuchen says:

        „In welchem Paralleluniversum ist autonomes Fahren bitte ausgereifter als ein BEV?“
        Das wollte ich auch gerade fragen…
        @ipek: Erst mal zum aktuellen Stand recherchieren und nicht jedem Musk oder sonstigem Trötkopf glauben. Laut der Autoindustrie sollten wir bereits seit mindestens einem Jahr Vollautonome Fahrzeuge haben – so wurde es zumindest vor 3-4 Jahren vollmundig angekündigt. Wer sich mit der Technik beschäftigt hat, hat es damals schon nicht geglaubt. Bei vielen Aussagen zum autonomen Fahren geht es mehr um die Beeinflussung des Aktienkurses, als um reale Ankündigungen.

        • Vor allem zeigt Tesla gerade, dass seine Aussage totaler Quatsch ist. Das Model S ist z.B. ein gutes Fahrzeug in seinem Segment und muss sich nicht vor der Konkurrenz verstecken, vollkommen unabhängig vom Antriebsstrang. Gleichzeitig kann man die Full Self Drive (FSD) Fähigkeiten der aktuellsten Beta wieder einmal bei Youtube et al. verfolgen und schaudern

      • Hybride zu fördern macht mMn. auch keinen Sinn, aber bei E-Autos muss man finde ich vorsichtig sein und differenzieren.
        E-Motoren in Autos = Super genial und ein Muss.
        Akku als Energieträger mit dem bekannten Stand der Technik = Finde ich einen fatalen Fehler. Kurz: Von einer endlichen Quelle (fossile Brennstoffe) auf eine andere endliche Quelle (Metalle) zu wechseln finde ich unglaublich kurz gedacht.

        Daher fände ich eine breite Subvention in Wasserstoff, synth. Kraftstoffe und Akkutechnologie sinnvoller.
        Ja, Wasserstoff und synth. Kraftstoffe können in der Form heutzutage noch nicht eingesetzt werden, aber wenn dort auch die Subventionen so fließen würden könnten wir mit synth. Kraftstoffen nahezu alle Autos weiterfahren. Ohne neue bauen / kaufen zu müssen da ein Wechsel der Technologie erzwungen wird. Das wäre mal nachhaltig und ökologisch. Zumal die Infrastruktur (Lagerhallen, Transportfahrzeuge, Tankstellen,..) alle 1:1 nutzbar wären.
        Dann hätte man Zeit und Ruhe die Akkus weiter zu entwickeln, oder noch eine andere Technologie?!

  10. Das Problem ist, dass die alten Männer im Vorstand der deutschen Post nichts mit Hardware anfangen können und keine innovativen Idee für einen Business-Case aufstellen konnten.

    • Das hat eher nicht wirklich was mit den Vorständen der Post zu tun, eher mit der absolut besch… Verarbeitung der Fahrzeuge! Und dafür ist sowohl die Entwicklung als auch die Herstellung verantwortlich – selbst chinesische Anfänger auf dem Gebiet der Fahrzeugtechnik liefern und lieferten Besseres ab! (und da gab es einige sehr abenteuerliche Produkte, die Gott-sei-dank nie nach Europa kamen!)

  11. Vorsicht – Hörensagen aus Branchenkreisen

    Die Post ein Startup gekauft und gleichzeitig die Produkte bei sich in der Flotte eingesetzt.
    Weiterentwickelt wurde leider viel zu wenig. Leider verhält es sich bei StartUps jedoch so, dass man selten auf ein fertiges Produkt stößt, sondern alles (von Strukturen über Produkte) noch im Werden sind.
    Die Firma wurde nur gekauft, ohne ernsthaft danach noch in Weiterentwicklungen zu investieren. Dass der Schuss auf Dauer nach hinten losgeht…

  12. Willkommen in der Negativspirale?

    Die Deutsche Post hat tausende dieser Fahrzeuge im Einsatz mit denen sie täglich Brief und Pakete zustellt und Gewinn erwirtschaftet. Und diese Fahrzeug hat die Post nur, weil sie selbst welche Gebaut hat.

    Wäre Streetscooter ein integrierter Unternehmensteil würde niemand nach Gewinn- oder Verlust fragen, unterm Strich macht die Post einen riesigen Gewinn. Was bisher nicht funktioniert hat, war konkurrenzfähige Modell im Vergleich zu den Automobilherstellern zu verkaufen. Andererseits, die hatten lange keine Modelle.

    Andersherum wäre es auch doof? Streetscooter einziger relevanter Hersteller, keine Konkurrenz und wir würden jammern wie schlechte die Automobilindustrie aufgestellt ist. Bin mal gespannt von wem die Post die Nachfolger beziehen wird. Bei VW gibt es noch keine E-Caddys, Mercedes scheint mehrere Modell zu haben – aber ich kenne jüngere Mercedes nur mit Rost.

  13. …dieses „Gewinn“!!1!, „Gewinn“!!1! ist keine hohle Phrase, dafür haben Sie sicher Belege, die sie mit uns teilen (um ihren Behauptungen Glaubwürdigkeit zu verleihen), richtig?

  14. Lastenfahrrad oder Esel sind umweltfreundlicher als dieser Elektromüll. Auch die Feuerwehr sollte langsam wieder auf Bollerwagen montierte Handspritzen umrüsten, vor allem in den Innenstädten wo man grün wählt. Deutschland wird zum Ökoirrenhaus.

  15. Sowas sollte eine Deutsche Marke machen der man auch in E-Mobilität vertrauen kann!

    • Wolfgang D. says:

      „Deutsche Marke“
      Geschwätz. Wenn sogar schon die Ordnungshüter ausländische Marken fahren.

      DHL sollte sich die China-Lieferwagen anschauen, wie man die hier zugelassen bekommt, oder einen E-Fahrzeug Hersteller dort zum Aufbau eines Vertriebsnetzes in der EU bringen. Bei den E-Mopeds/Rollern klappt das doch auch.

      Sieht man ja am Transrapid, wie Zukunftstechnologie ins Ausland verramscht wird. Unsere Treudeutschen Unternehmen interessiert nur Dividende, weshalb das transferierte Know-How (per Joint Venture oder direkten Aufkauf) jetzt verbessert als Fertigware mit unserem Geld zurückgekauft werden muss.

  16. Wolfgang D. says:

    War wohl so gar nicht vorhersehbar, dass beim vierrädrigen Elektromüll die Ladeplatte unergonomisch höher liegt. Dann, die Akkus sowohl wertvolle Fläche kosten, als auch die Zuladung verringern, so dass die Betriebskosten steigen. Dazu keine sichtbare Weiterentwicklung bei der Qualität = berechtigte Pleite.

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