gematik: Elektronische Patientenakte soll mit Opt-out-Prinzip umfassend starten

Die elektronische Patientenakte (ePA) ist bereits im Jahr 2021 für gesetzlich Versicherte gestartet. Bislang war es so, dass sich Versicherte bei ihrer gesetzlichen Kasse für die elektronische Patientenakte registriert haben. Nun soll es noch in dieser Legislaturperiode so weit sein: Mit einer Opt-out-Lösung wird die ePA auf sämtliche Patienten erweitert. Die gematik gab im Rahmen der Gesellschafterversammlung bekannt, dass man sich für die Patientenakte als Opt-out-Lösung entschieden habe.

Mittels Opt-out-Lösung stelle man aus Sicht der gematik die Weichen, um das Potenzial einer elektronischen Patientenakte auszuschöpfen. Sprich: Als Standard macht jeder mit, wer das nicht möchte, musst sich bewusst herauslösen. So sei die Akte für alle Bürger zugänglich, unabhängig von Alter und digitaler Affinität.

In der ePA sind alle Patientendaten gebündelt: von der Krankengeschichte, bis hin zum Medikationsprozess. Zudem wird das Versenden von Arztbriefen per Fax oder Post eingespart. Hier setzt man dann ebenfalls auf den digitalen Weg anstatt auf Papier. Diagnosen und Dokumente seien damit direkt nach der Untersuchung abgelegt und auch für andere Ärzte einsehbar.

Während man sich derzeit aktiv für die elektronische Patientenakte registrieren muss (Opt-in), wird der Prozess mittels Opt-out-Lösung künftig einfacher. Wer bereits jetzt eine elektronische Patientenakte besitzt, wird später seine Daten auch in der Opt-out-Variante nutzen können. Die ePA soll auch in den kommenden Monaten und Jahren weiterentwickelt werden.

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28 Kommentare

  1. Da stellen sich mit sämtliche Nackenhaare. Die Gesundheitsdaten von allen Menschen sollen in bewiesener Weise unzureichend geschützten Systemen liegen, aber bei so etwas wichtigem und lebensrettendem wie Organspende gilt dann Opt-In (wo keinerlei Daten erfasst werden müssten). Das ist einfach ein schlechter Witz. Opt-Out gehört generell und umfassend immer untersagt.

    • Wenn’e um Geld geht sind Datenschutzbelange egal …
      Bestes Beispiel auch GEZ, die wissen mehr als jedes Einwohnermeldeamt …

  2. Wieso nicht generell als Opt-In? Wer es nutzen will, entscheidet sich dann nach einem kurzen Beratungsgespräch. So kann man natürlich nicht von überwältigender Adoptionsrate reden, wenn die Menschen selbst entscheiden würden.

    • Ich habe eine Praxis. Kurzes Beratungsgespräch? LOL. Wer zahlt das? Du etwa? Wer zahlt die Schulung für den Datenschutzbeauftragten? Du? Wohl kaum. Vorstellungen gibt es …

      • Da wir hier von gesetzlich Versicherten reden: Jup, „wir“ zahlen das. Die Verhandlungen der Vergütung können wir natürlich nicht übernehmen, aber ihr habt doch ne recht streitbare KBV.

      • Bekommt man als Arzt eigentlich eine Vergütung für Beratungsgespräche zur Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht usw.?

  3. Bei den ganzen „Glanzleistungen“ der Gematik in den letzten Jahren kann man eigentlich nur jedem raten erstmal Opt-Out zu gehen und sich die Entwicklung der ePA in Ruhe für einige Jahre anzusehen.

  4. Gibt’s die Möglichkeit zum „pre-emptive opt-out“, so dass die Akte zum Start gar nicht erst angelegt wird?
    An wen würde man sich denn dazu überhaupt wenden?

  5. Ich sehe es mindestens für chronisch Kranke und betreute Personen als große Hilfestellung. Für was man in analogen Zeiten überall hinterher rennen muss, um Arztbriefe, Befunde und Co. zu erhalten und weiter zu reichen. Da kann man schnell den Überblick und Zusammenhänge verlieren.

    • Das ist aber sehr weit in die Zukunft gedacht. Ob man tatsächlich so weit kommt, das es ein für Patienten hilfreiches System gibt, wage ich zu bezweifeln.

      Für das festgelegte Prozedere (Opt-out) fehlt mir jegliches Verständnis. Aber anscheinend ist irgendwer super geil auf die Gesundheitsdaten der Bevölkerung. Gerade wenig digital affine Menschen werden mit dem Begriff „Opt-out“ kaum was anfangen können und werden quasi ungefragt zur Freigabe ihrer Gesundheitsdaten genötigt. Hoffentlich schiebt man dieser Aktion einen Riegel vor und beerdigt das Projekt ePA endgültig oder legt es so lange still bis man ein funktionierendes System mit höchstem Datenschutzstandard ausreichend getestet hat.

      • Dieser Irgendwer sind zum Beispiel Versicherer. Auch die Pharmaindustrie kann die Daten gut gebrauchen…… deshalb forciert das Klabautermännchen das auch (dessen Nähe zur Pharmaindustrie ist bekannt).
        Und dann sind da noch Software-Unternehmen……. Jeder, der irgendwie vorgibt, ne App im Gesundheitsbereich zu entwickeln, kriegt die Dank des Spahnferkels, völlig kostenlos. Und kriegt sogar noch Fördergelder…… freilich, ohne vorher den Nutzen für den Anwender nachweisen zu müssen.

    • Das wird sich nicht ändern dadurch. Wir werden für Berichte so lächerlich bezahlt, bei gleichzeitiger Überlastung. Nur weil das dann elektronisch ist, geht das doch nicht schneller 😉

      • Hallo nihilist, wie wäre es dann mit mehr Personal z. B. speziellen Schreibkräften? Ich kenne aus meinem persönlichen umfeld jemandem der wurde als blinder mensch in Düren im BFW als Schreibkraft mit Schwerpunkt „medizinisches Schreiben“ ausgebildet. Nach einem Praktikum bei seinem lokalem Gesundheitsamt wurde er mangels ausfinanzierter Stelle nicht übernommen. Da durch die fortschreitende Arbeitsverdichtung auch bei öffentlichen Arbeitebern immer mehr Schreibkräfte „überblüssig“ wurden und die Arbeit auf die Sachbearbeiter verlagert wurde ist er seit vielen jahren arbeitslos und gilt als Schweerbehinderter mit einer angeblich nicht mehr zeitgemäßen Ausbildung inzwischen als nicht vermittelbar. Stell ihn doch ein, entsprechend barrierefreie Arbeitsplätze mit Braille-Unterstützung gibt es ja . Dann schreibt dir jemand die ‚befunde z. B. nach Diktat. Alles lösbar man muß nur das Personal einstellen .

        • Das wird vermutlich nicht passieren……..das Personal müsste er ja bezahlen……..
          In Deinem geschilderten Fall würde der Nihilist sogar noch Fördergelder bekommen für die Einstellung.

          • Aber keineswegs genug um sich das Personal leisten zu können. Man sollte hier dringend mal über den Sinn und Unsinn beachtlich niedriger Fallpauschalen diskutieren oder deren Höhe und der möglichen Vergütungen und nicht nur drüber Schimpfen, dass der böse Onkel Doc keine Zeit hat.

            Natürlich hat er die nicht, wenn er 30-40 Eur bekommt um mit dir zu sprechen, während dein lokaler Wunderheiler und Homöopath für den Tanz im Baströckchen 150€ aufwärts an dich abrechnet. Die Vergütung für Ärzte ist ein ernsthaftes Problem.

  6. Kann der Arzt/Ärztin (Mitarbeitende sicher auch?) dann alles sehen?
    Falls ja: Was hat es zum Beispiel meinen HNO-Arzt zu interessieren, ob ich Probleme mit meinem Knie habe?

    Bei allgemeinen Dingen, wie Allergien oder Medikamentenunverträglichkeiten, finde ich es sinnvoll. Ebenso bei derzeit aktiv eingenommenen Medikamenten zwecks möglicher Kreuzreaktionen.

    • Es gibt durchaus Berechtigungskonzepte mit Zugriffsregeln für einzelne MIOs.
      Der Medikationsplan für die Medikationsanalyse bspw. hat ein eigenes Berechtigungskonzept. Hier kannste du Sagen „Ja ich gebe ‚dir‘ (Praxis, Apotheke) Erlaubnis“ über die PIN deiner eGK. Das dürfte sehr viel spannender werden

  7. Find ich hervorragend, dann hab ich endlich ne ePA an die ich Mangels PIN nicht ran komm, statt keine ePA zu haben, weil ich mangels PIN keine anlegen kann. Was für ein völlig absurdes Chaos.

    • Ich habe das gleiche Problem. Ich muss persönlich vorbei kommen um den digitalen PIN zu setzen. Dummerweise ist die nächste AOK-Zweigstelle mehrere 100 km entfernt …

      • Da bin ich ja gut dran, Sind nur 90km. Wenn ich allerdings irgendwelchen random shit von der Kasse haben will schicken sie’s mir an die hinterlegte Postadresse. Da ist man doch froh, dass es so ein einheitliches Konzept gibt :’D

  8. Wie soll denn das „opt out“ praktisch durchgeführt weerden? Hoffentlich ohne IT-einsatz, z. B. durch Willenserklärung gegenüber der Krankenkasse oder dem behandelnden Arzt . Am besten durch
    – persönliche vorsprache und eigenhändige Unterschrift
    – falls der Patient nicht mobil ist , ddurch entsprechende Willenserklärung einer person mit Vorsorgevollmacht
    – in den eigenen vier Wänden durch Ausfüllen und Unterschreiben entsprechender Unterlagen.
    Keinesfalls dürfte es mit den gleichen Hürden wie bei der Einrichtung einees EPA -Zugangs oder Zugangs zum e-rezept – PIN, Postident, vorhalten eines digitalen endgeräts – verbunden sein . Als Option – ja , aber nicht als zwingende voraussetzung. Wer nicht „elektronisch“ verwaltet und verdatet werden möchte muß sich durch _herkömmliche_ sprich papierene Verfahren davon befreien können.

    • Um das „opt-out“ praktisch durchführen zu können, musst du als Patient erst mal wissen das du es durchführen kannst. Nicht Alle lesen hier und die Nachrichten zum Thema sind eher nicht so aufregend als das sie „Otto Normalverbraucher“ als wichtig einstufen würde.
      Mit diesem Verfahren wird eine Veröffentlichung unserer Gesundheitsdaten in einem unsicheren Umfeld quasi zum Standard. Ich wiederhole mich gerne: Hoffentlich schiebt der Gesetzgeber hier einen dicken Riegel vor und legt das Programm auf Eis.

      • Der Gesetzgeber wird hier nichts gegen unternehmen, im Gegenteil.
        Umstellung der ePA auf Opt-Out steht im Koalitionsvertrag, die Gemantik leistet hier schonmal Vorarbeit damit es nach dem Beschluss eines entsprechenden Gesetztes zeitnah umgesetzt werden kann.
        Es wird wohl eine 4-stufige Opt-Out geprüft: Die Bereitstellung der Akte selbst, der Zugriff auf die ePA, ihre Befüllung und die pseudonymisierte Datenweitergabe zu Forschungszwecken.

      • Hallo Mr. T., auch wenn der „Nihilist“ hier beklagt , daß er als Artz das leisten soll: das ist sein Beruf und Teil dessen leistungsumfangs: nicht nur Spritzen geben und Pillen verschreiben und Stethoskop aufsetzen, sondern auch aufklären , informieren , beraten seiner patienten. Also : gesetzliche Verpflichtung daß die Ärzte hier die patienten informieren und das muß dann von den Patienten durch Unterschrift bestätigt werden, wie die einwilligung zu einem medizinischen eingriff.

        • Aber genau das möchte der Nihilist ja nicht………
          Dann müsste er ja zum Beispiel zugeben, dass die Daten in etwa so sicher sind als würden sie auf dem Marktplatz unter Öffentliche Bekanntmachungen aushängen.

  9. Gibt es eine Krankenkasse, die mit ihrer ePA Apple Health unterstützt?
    Wäre fast n Grund da hin zu wechseln…

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