Für besseren Datenschutz: Google gründet „Red Team“

Google nennt man gerne ja mal Datenkrake. Dass das Unternehmen bei seinen Produkten aus verschiedensten Gründen Daten sammelt, kann man nicht abstreiten. Dennoch nutze ich Google+, Google Maps, die Websuche, Gmail und vieles mehr und kann sehr gut damit leben, dass man mir beispielsweise Werbung präsentiert, die laut den gesammelten Daten auf mich passen soll.

Schwieriger wird es zumeist dann, wenn sich das Unternehmen vergaloppiert und dadurch mit Datenschutz-Verfehlungen prominent in die Medien gerückt wird. Sowas passierte unlängst, als es um das Umgehen von Sperren ging, damit man Apples Safari-Browser Cookies unterjubeln konnte. Auch die einkassierten WLAN-Daten mithilfe der Street View-Fahrzeuge gehört in diese Kategorie, die Google in Sachen Datenschutz einen eher zweifelhaften Ruf eingebracht haben.

Dem möchte Google jetzt was entgegensetzen und mittelfristig dafür sorgen, dass sich dieser Ruf wieder signifikant verbessert. Googles Lösungsansatz dafür: das sogenannte „Red Team“! In diesem Team will man eigene Mitarbeiter zusammenführen, die nichts anderes zu tun haben, als Datenschutz-Probleme in Google-Produkten ausfindig zu machen und zu beseitigen.

Neben eigenen Mitarbeitern sucht man auch extern nach Experten, die Teil des Unternehmens und eben auch Bestandteil des Red Teams werden. Diese Vorgehensweise ist grundsätzlich erst mal nichts, was vor Google noch niemandem eingefallen wäre. Aber im Gegensatz zu der Vorgehensweise, nahezu fertige Produkte zu durchleuchten, will Google das Red Team auch bereits in der Entwicklungsphase von neuen Diensten mit einbinden, um bereits im Ansatz solche Schwierigkeiten unterbinden zu können.

Dennoch bleibt es ein schwieriges Unterfangen, den über Jahre gefestigten schlechten Ruf in den Köpfen der Leute in irgendwas Positiveres zu verwandeln und das wird mit Sicherheit auch Jahre in Anspruch nehmen. Das Fazit, ob die Gründung des Red Teams Früchte trägt, können wir also erst in einigen Jahren ziehen. Zumindest heute schon könnt ihr uns aber mitteilen, ob ihr daran glaubt, dass dieses Experten-Team Googles Ruf nachhaltig verbessern kann.

Quelle: WinFuture

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Der Gastautor ist ein toller Autor. Denn er ist das Alter Ego derjenigen, die hier ab und zu für frischen Wind sorgen. Unregelmäßig, oftmals nur 1x. Der Gastautor eben.

11 Kommentare

  1. Also ich finde es schonmal gut, dass Google was ändern will. Was letztendlich daraus wird, kann man wie du schon sagtest erst in ein paar Jahren sagen. Trauen tu ich dem Braten nicht unbedingt…

  2. Paul Peter says:

    „Dennoch bleibt es ein schwieriges Unterfangen, den über Jahre gefestigten schlechten Ruf in den Köpfen der Leute in irgendwas Positiveres zu verwandeln und das wird mit Sicherheit auch Jahre in Anspruch nehmen“

    auch anders rum wird es Jahre dauern: bis die Amis verstanden haben, dass in Europa bzw. Deutschland die Ansichten über Datenschutz deutlich von den USA abweichen.

  3. Wichtig wäre ja, dass das „Red Team“ nicht nur versucht, den Ruf zu verbessern, sondern tatsächlich den Datenschutz bei Google wesentlich erhöht. Ansonsten leidet der Ruf Googles weiterhin

  4. Dann könnten sie mal bei Android die Möglichkeit hinzufügen bestimmten Apps den Zugriff auf Ort und Kontaktbuch zu entziehen ala LBE Privacy Guard.

  5. Ich weiß nicht… trotz alledem ist mir Google immer noch am sympathischsten von der ganzen Microsoft-Apple-Google-Facebook-xyz-Mischpoke…

  6. @Björn: genau so geht es mir auch.

  7. da nützt auch kein „red team“ google = MISSTRAUEN
    also nutze ich https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/googlesharing/

  8. Ich finde es klasse, dass google hier tätig wird. Ich habe auch viele meiner Daten google anvertraut und will die natürlich sicher wissen.

  9. Google geht den richtigen Weg finde ich, den bisher gab es noch kein Team oder Dienst, der sich für den Datenschutz intensiv einsetzt.

  10. Nashörnchen says:

    Vielleicht muß man auch einfach nur die Prämissen ein bißchen anders setzen:

    Falsch: Google (Facebook & Co.) geben uns wunderbare Programme ohne die wir nicht existieren können und rein zufällig und ganz versehentlich natürlich fallen ihnen dabei ein paar unwesentliche Daten in die Hände.

    Richtig: Google (& Co.) machen Milliarden damit, daß sie knallhart unsere Daten sammeln und verhökern und um das zu erreichen, geben sie uns ein bißchen quietschbunten aber eigentlich völlig sinnlosen Schrott.

    Daraus ergibt sich dann eine völlig andrere Konklusion: Das „Red Team“ ist nichts als eine ganz gewöhnliche Werbeabteilung, die einzig und allein dazu da ist, uns den ganzen Müll schmackhaft zu machen und die wahren Tatsachen so gut es eben geht zu verschleiern.

    SO wird ein Schuh draus…

  11. Ich würde mal sagen: Ob Google seinen Ruf in puncto Datenschutz verbessern kann, hängt letztendlich vor allem davon ab, wie die Medien darüber berichten und wie intensiv der Verbraucher sich dann mit dem Thema beschäftigt.