FreeNAS 10 erschienen

Wer etwas basteln will – oder sich seinen eigenen Netzwerk-Server für Dateien in die eigenen vier Wände stellen möchte, der hat heute zahlreiche Möglichkeiten. Es gibt Systeme, die sich schon über einen Raspberry Pi realisieren lassen – oder man kauft sich einfach ein NAS. Eine andere Lösung ist FreeNAS, welches ich seit Jahren verfolge, mangels Bedarf aber nie wirklich ganz genau unter die Lupe genommen habe. FreeNAS ist ein freies Betriebssystem, welches alles Nötige für den Betrieb eines  Network Attached Storage mitbringt. Die Basis ist FreeBSD.

Nun ist nach längerer Zeit des Betatestens FreeNAS Corral erschienen – heißt also nicht wie während der Betaphase einfach FreeNAS 10, sondern hat einen eigenen Namen verpasst bekommen. Zu den großen Neuerungen gehört die neue grafische Oberfläche, die auch schon von den Betatestern gelobt wurde – so die Macher im entsprechendem Blogbeitrag zu FreeNAS 10. Zu den weiteren Neuerungen gehört die Unterstützung von Docker.

https://www.youtube.com/watch?v=EkXNwPZG0mE

Solltet ihr jetzt einsteigen wollen: Auf der Webseite befindet sich nicht nur der Downloadbereich, sondern auch ein Wiki und ein Forum. Da wird man sicherlich Gleichgesinnte antreffen können. FreeNAS Corral setzt eine Bootgröße von 8 GB voraus. Ebenfalls gibt man an, dass das System 8 GB RAM braucht, damit die Software „vernünftig“ läuft. Ein direktes Aktualisieren aus FreeNAS 9.10 ist über den Update-Tab direkt möglich.

(danke Michael!)

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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15 Kommentare

  1. stiflers.mom says:

    8GB RAM ? Das ist mal ne Ansage

  2. Gut zu hören das es weiter geht.
    Hatte Freenas bei mir seit guten 6 Jahren im Einsatz. Angefangen als Student war es die perfekt Lösung (wenig Geld, viel Zeit). Auch konnte man damals schon mit dem kleinsten Core i3 CPU AES-Ni realisieren, sprich die Verschlüsselung des kompletten RAIDs.
    Es war recht viel fummelei nötig um alles so einzurichten wie man es haben möchte.
    Von Zeit zu Zeit kamen viele, sehr nützliche Funktionen hinzu. Jedoch kam es immer öfter vor, dass diese Pakete eben nicht aktuell genug waren und man musste per Hand in die „Jails“, also die Umgebung der jeweiligen pakete und dort herumwurschteln. Bitte nicht falsch verstehen, für mich ist Linux keine fremde Umgebung und ich navigiere sicher durch die Konsole, jedoch gab es immer mehr Thread füllende Fragen „wie, warum…“ weil Version a nicht damit funktioniert und version b nicht mit Verschlüsselung funktioniert usw.

    Long story short, vor 5 Jahren die perfekt Wahl wenn man weniger Geld und mehr Zeit hat. Heutzutage fahre ich mit einem QNAP 451+ besser, da kompakter, einfacher zu bedienen (weniger Zeit) und Leistungsfähig genug für mich (Voll verschlüsselt und 70MB/s). Dafür kostet es circa 100~150€ mehr. Wenn man arbeiten geht hat man dieses Geld aber gern ausgegeben weil man dadurch die kostbar gewordene Zeit gerne umwandelt.

    /Dev

  3. Wer lieber Debian und weniger Speicher nutzen möchte, kann besser mit openmediavault arbeiten. Die Unterstützung von neuer Hardware (Controller) ist hier besser.

  4. Der viele RAM ist dem Filesystem geschuldet … Mal abgesehen von der Performance bietet ZFS darüber hinaus weitere gute Features, wie Snapshots etc.

  5. lag ich 10 jahre im koma? seit wann sieht die oberfläche denn so gut aus? 8GB RAM ist allerdings ziemlich happig für ein OS das häufig auf günstiger hardware eingesetzt werden soll.

  6. Dann doch lieber Xpenology.

  7. @Dev
    Das ist auch mein Ansatz, lieber ein paar Euro mehr in die Hand nehmen und dafür ein perfekt aufeinander abgestimmtes NAS kaufen. Dann hat man auch mehr Zeit für wichtigere Dinge als an einem NAS herum basteln zu müssen.

  8. @elknipso

    Ich ziehe meinem FreeNAS ein Synology NAS vor. Da brauche ich mir wenigstens keine Sorgen machen, wann mein NAS mit Intel CPU verreckt. Synology bietet ja nur eine Garantieverlängerung für 12 Monate an. Dies halte ich auch für einen Witz 😀

  9. @Dev
    ich verstehe den Zeitaspekt immer nicht, ja sicherlich wenn ich mir irgend ein Frickel OS wie Xpenology drauf zimmert oder ähnliche bastel Software (bzw ein normales Debian oder so wo man alles selber machen muss) kann ich das noch verstehen aber in Zeiten von OMV oder unRaid ist das wirklich nicht mehr nötig (besonders bei unRaid). Und die Erstinstallation von 10min kann man auch getrost ignorieren.

    Und Preislich ist ein „fertig“ NAS ca Preis x2 und dabei weit weniger zukunftssicher und flexibel. Bekommen ~4 Jahre und ältere fertig NAS überhaupt noch richtige Updates?
    Bei normalen Komponenten ja kein Problem.

    @elknipso
    „perfekt aufeinander abgestimmtes NAS“ Linux + Intel/AMD CPU + Mainboard kann man auch so kaufen, selbe Ergebnis – du glaubst ja nicht das die NAS Hersteller Treiber selber schreiben oder HW selber entwickeln – da wird wie überall fertig eingekauft.
    Aber natürlich kann man nicht „irgendwas“ kaufen, ein bisschen Kenntnis wäre schon hilfreich, für den normalen „DAU“ ist das zuviel das ist klar. Jemanden mit wenig Sachkenntnis kann man soetwas auch nicht empfehlen, die fahren mit einem fertig NAS besser weil man da weniger „versauen“ kann.

  10. @Namerp
    Bei einem selbst gebauten NAS musst Du Dich aber um alles selbst kümmern, das fängt bei der Auswahl der Hardware an, die Installation, Einrichtung und Konfiguration der Software und hört noch lange nicht bei der manuellen Pflege des Systems mit manuellem einspielen von Sicherheitsupdates auf. Vom in der Regel wesentlich höheren Energieverbrauch fange ich an der Stelle noch nicht einmal an. Es hat schon seinen Grund wieso kaum noch jemand sich sein NAS selbst zusammen bastelt.
    Selbst IT Profis kaufen in den allermeisten Fällen fertige Systeme aus den oben genannten Gründen. Ich besitze durchaus sowohl das Hintergrundwissen als auch die Fähigkeiten mir selbst ein System perfekt zusammen zu stellen, manuell zu konfigurieren und mich auch während der Laufzeit um die Pflege zu kümmern. Aber warum um alles in der Welt sollte ich das tun wenn ich auch einfach ein paar Euro mehr in die Hand nehmen kann, und dann ein Gerät habe bei dem sich der Hersteller um diesen Kram kümmert, und welches bei mir nur das tut was es soll -> schlicht funktionieren und seinen Zweck erfüllen.

  11. Ich benutze vor allem Synology wegen der guten Apps wie DSAudio, DSVideo oder Plex, DSFile und CloudStation. Gibt es denn Apps für FreeNAS die das auch können? Android, iOS?

  12. @Stiflers_mom
    Der Artikel enthält leider nicht die Info, dass der Speicheranforderung aus dem verwendeten Filesystem (ZFS) resultiert, seit FreeNAS (ZFS) einsetzt ist es auch notwendig, so viel Speicher zu haben um ein sehr performantes System zu haben.

  13. Ich nutze FreeNAS seit längerer Zeit und bin sehr zufrieden damit. Killer-Feature ist für mich das ZFS-Filesystem, das als sehr sicher gilt (verwahrt beispielsweise Prüfsummen der Dateien, der regelmäßige scrub-Lauf prüft diese und korrigiert ggf. automatisch aus dem Mirror). Ein normales RAID-1 hingegen merkt nicht, wenn auf einer der Platten mal ein Bit umkippt. Snapshots gibt es natürlich auch, und vieles mehr. Die hohe Hauptspeicheranforderung ist wirklich dem ZFS geschuldet. Die neue Benutzeroberfläche von FreeNAS 10 sieht sicher fancy aus, dafür sind aber bestimmte Operationen nicht mehr so einfach möglich. Alles hat halt seine Vor- und Nachteile :).

  14. wetterchen says:

    Ich fand Freenas 9.x immer zu kompliziert als Nicht-Linux-Nutzer. Vorallem diese Jail Geschichte fand ich völlig unzugänglich.

    Zuerst hatte ich ein Synology NAS den Vorzug gegeben, weil Einfach und „es funktioniert wie es soll“. Aber es ist (wenn man „mehr“ will) zu langsam und zu teuer.

    Also bemühe ich mich um ein Eigenbau NAS Projekt. Freenas fiel wie geschrieben durch, hängen geblieben bin ich bei Openmediavault.
    Vor allem die Möglichkeit, dass die Community eigene Software Plugins/Pakete anbieten kann, die ins OMV eingebunden sind, war eine tolle Sache. Und wenn man außerhalb der OMV agieren wollte (z.B: Kodi), dann gehts per Konsole, da eben ein Debian unter der Haube werkelt.
    Das einzige, was ich die letzte Zeit verärgert hat, ist der Unglückliche und sehr langsame Entwicklungsverlauf von Version 3.0 (Erasmus). Auch wenn es zum Großteil an Debians Umbaumaßnahmen liegt, so braucht der OMV Entwickler viel zu lange, um das Teil stabil zu kriegen und auch bei den ganzen Plugin Community Anbieter sind nach und nach ein paar Leute abgesprungen, weil die Umsetzung btw. Erläuterung wie man es in OMV einbauen kann, lange unzureichend war inkl. wohl recht hohen Aufwand der Pflege.

    3.0 ist noch immer Beta, trotzdem hat man schonmal Version 4.0 angekündigt. Auch wenn man daran erstmal nicht weiter arbeitet bis 3.0 fertig ist, passt dieser Verlauf zu den ganzen bisherigen „Unglück“ zu Version 3.0.

    Mich hat es viele Nerven gekostet die Beta, so wie ich es will, zum Laufen zu bekommen. Auch weil ZFS viel zu früh den Jessie Support eingestellt hat und somit OMV 2.0 keine Option mehr darstellte.

    Also letztendlich wäre ein „fertiger“ NAS wie Synology eine nerven schonende Entscheidung.

    FreeNAS werde ich zum Testen, wenns mal wieder nötig werden sollte, eine Chance geben. Solange hoffe ich, dass OMV mit Abschluss von 3.0 und den Wechsel auf 4.0 wieder einen besseren Kurs nehmen wird.

  15. @klee
    Ich glaube mich zu erinnern dass es auch plex für freenas gab. Aber keine Ahnung wie es bei der neuen Version aussieht.

    Mich hat freenas auch immer intressiert, wobei mich das zfs Dateisystem abgeschreckt hat. Wenn mal was an mein System komme sollte (USB Stick oder hdd schmiert ab) sind doch alle Daten futsch.
    Es spricht immer jeder von einem riesigen Preisunterschied, aber was sind denn die minimalen Anforderung für freenas? Sodass zB auch mkv Dateien auf 2+ endegräte gleichzeitig gestreamt werden können? Da bin ich ja auch mal bei 300€+. Bei synology sollte das bei den meisten (ohne Play) ja funktionieren, und man kann auch jederzeit seine Platte ausbauen.

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