Forscher entwickeln Akku zum Aufsprühen

Egal ob auswechselbar oder fest verbaut: der Akku ist bei modernen Smartphones oft sowas wie die Achillesferse. Die tollsten Funktionen bringen oft nicht viel, wenn der Akku bereits nach wenigen Stunden die Grätsche macht. Nachdem es eine Weile so aussah, als geht die Entwicklung dahin, nur noch größere Smartphone mit noch mehr Kernen zu produzieren, arbeiten die Hersteller nun zum Glück auch daran, energie-effizientere Geräte zu entwickeln. Das liegt zum einen an den neuen Chips, die weniger Strom verbrauchen, aber auch die Entwicklung bei den Akkus steht natürlich nicht still. In eine ganz andere Richtung geht da jetzt die Forschung der Rice-Universität in Houston: die erfanden nämlich den Akku zum Aufsprühen!

Hierbei werden fünf verschiedene Schichten auf einem beliebigen Untergrund aufgesprüht mit einer Art Sprühpistole, wie wir sie vom Airbrush kennen. Dieser fünf-lagige Lithium-Ionen-Akku wurde im Test auf verschiedenen Unterlagen getastet – selbst auf einem Bierglas wurde er angebracht und funktionierte.

Ein weiterer Test fand auf Badezimmerkacheln statt. Auf insgesamt 9 Kacheln wurde diese spezielle Farbe aufgesprüht und versorgte einen aus Dioden bestehenden Schriftzug der Universität (oben im Bild) immerhin 6 Stunden lang mit 2.4 Volt. Nach insgesamt 60 Ladezyklen habe die Leistung auch nur wenig nachgelassen. Spannende Entwicklung, zu der es eine Unzahl von Verwendungsmöglichkeiten geben wird.

Quelle: Rice University via CNET

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Der Gastautor ist ein toller Autor. Denn er ist das Alter Ego derjenigen, die hier ab und zu für frischen Wind sorgen. Unregelmäßig, oftmals nur 1x. Der Gastautor eben.

9 Kommentare

  1. Das kenne ich nur zu gut. Bin ein Apfelphone Besitzer und im Vergleich zu dem ein oder anderen alten Knochen sehen die heutigen Smartphones echt arm aus – tauschen möchte ich natürlich dennoch nicht 😉

    Vielleicht kann man das in etwa mit der Entwicklung der Heimcomputer vergleichen. Lange Zeit ging es dort in erster Linie auch nur um Leistungssteigerung – seit einigen Jahren ist aber eben dort auch ein Trend zur Sparsamkeit zu sehen. Natürlich spielt aber auch der generelle Wandel der kollektiven Ansichten eine Rolle. Was man damals als nicht so wichtig erachtete, kann heute für den ein oder anderen mitunter kaufentscheidend sein. Zumal die Effizienz gerade bei mobilen Geräten, die eben nicht immer an der geglaubten Endlosquelle Steckdose hängen, wichtig ist.

    Vielleicht am Rande eine Erwähnung wert: Erst kürzlich las ich einen Artikel darüber, wie die (Strom-)Sparsamkeit von Geräten genau zu dem erhofften Gegenteil, nämlich der Zunahme des Verbrauchs führte. Konkret ging es da um ein brasilianisches(?) Staatsprogramm, welches Prämien für den Umtausch alter Kühlschränke und Klimaanlagen bot. Natürlich haben die Leute das reichlich genutzt – und lassen heute die effizientere Klimaanlage nicht nur in der Mittagshitze laufen, weil die Stromrechnung bei weniger Verbrauch ja auch weniger geworden ist. Und wer mehr Luxus für das gleiche Geld bekommt, gönnt sich den im Normalfall eben auch. Leider finde ich den Link zum Artikel nicht mehr..

  2. DigiTalk says:

    Das könnte für Smartphones eine sehr interessante Sache werden. Zwar führt es dazu, dass der Akku nicht mehr austauschbar ist, aber wenn ich überlege, wie groß theoretisch die Fläche aller Bauteile im Smartphone ist, und man dann den Platz, den vorher ein Akku einnahm, mit einer hauchdünnen Plastikstruktur mit großer Oberfläche ersetzt, bekommt man sehr viel Platz für die Akku-Farbe.

  3. Wie ist denn eigentlich die Wärmeentwicklung dieser „Akkus“? Das wäre mal interessant. Vielleicht kann man sie dann auch gleich als Fußbodenheizung nutzen?^^

  4. Witzige Idee, ich finde, es gibt bisher viel zu wenige Forschungen in dem bereich. Bis heute hat die Menscheit noch nichts gefunden, um wirklich leistungsstarke Akkus herzustellen. Das ist sehr schade, ich träume davon, mein Handy einfach mal nich täglich aufladen zu müssen, sondern damit mehrere Wochen durcharbeiten zu können.

    Vielleicht sollte ich auf Atomenergie setzen, wie bei den U-Booten?

  5. iFlorian says:

    Die Aussage , dass alte Handys mehr aushielten ist falsch! Bei intensiver Nutzung ging bei ihnen auch schnell die Puste aus, z.B beim Telefonieren. Nach drei Stunden Sprechzeit war z.B beim Nokia 6230 schluss. Heute schaffen die Smartphones deutlich mehr bis auf ein paar Ausnahmen.

    Sicherlich könnten die Hersteller sehr starke Akkus einbauen, wie Motorola es beim Razr Maxx mit 3200 mAh getan hat, aber warum sollte man das zum Standard machen?

  6. @iFlorian: Du telefonierst 3 Stunden am Stück mittels Handy? Da hast du aber meinen Respekt verdient. Meine Aussage bezog sich eher darauf, dass alte Handys im „Standby“ wenig verbrauchten – weil sie eben, im Gegensatz zu heutigen Smartphones, so gut wie nichts taten. Und wenn man sie dann mal brauchte, konnte man im Regelfall zufrieden auf einen noch gut gefüllten Akkustand blicken.

  7. DigiTalk says:

    Also, ich telefoniere teilweise 3-6 Stunden am Stück mit dem Handy. Noch mehr per Festnetz. Aber das ist wohl das Ergebis einer Flatrate und einer Fernbeziehung mit langen Fahrtstrecken.

  8. Das wäre bestimmt was für die Automobilindustrie 🙂 Statt der üblichen Grundierung den Akku-Lack. Ist nur die Frage, wie sich dieser „Akku“ verhält, wenn er einen Kratzer bekommt..

    Mal abwarten was daraus wird, hoffentlich verschwindet das nicht irgendwo in einer Schublade!

  9. Klaus F. says:

    Wegen mangelnder Akkuleistung habe ich in den vergangenen Tagen mein Motorola Defy ausgemustert und durch mein 5 Jahre altes Sony w810 ersetzt. Zum telefonieren, SMSen und surfen reicht das aus. V.a. reicht es alle paar Tage mal den Akku zu laden und nicht zweimal am Tag. Schade dass es kein WhatsApp für Java gibt.

    Weiter oben meinte jmd. das auch die alten Telefone beim Dauertelefon schnell schlapp machten. Mag sein, aber die genannte 3 Stundenleistung verbrauche ich nicht einmal im Monat und trotzdem ist der Akku bei Defy wie auch Iphone eben jeden Tag leer.

    Das Iphone meiner Freundin wird wohl auch bald dran glauben müssen, sie glaubt zwar noch irgendwie anders Akku zu sparen, aber spätestens der Wanderurlaub nächste Woche ohne Stromanschluss wird sie davon abbringen, denn ich werde mit meinem „alten“ Telefon auch noch am letzten Tag telefonieren können :-/

    Traurig. Mir wäre es total egal, wenn mein neues Smartphone 50 gramm mehr wiegen würde, dafür aber der Akku 3 mal so gut wäre. Die dinger sind es so groß, dass sie nicht mehr in die Hosentasche passen.
    Lausige Entwicklung.