Forget.me: so viele Nutzer wollen Dinge bei Google löschen lassen

Nach dem EuGH-Urteil, das Google dazu verdonnerte, Links zu Informationen zu Privatpersonen aus den Suchergebnissen entfernen zu müssen, ging der Service von forget.me an den Start. Genauer gesagt am 24. Juni 2014. Nun hat forget.me Zahlen veröffentlicht, die ein bisschen Auskunft über die Anzahl und Art der Löschungsanträge geben. Kurz nachdem Google das eigene Antragsformular am 31. Mai online gestellt hatte, gingen bei Google 12.000 Anträge ein.

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Bei forget.me, einem (noch) kostenlosen Service, wurden seit dem Start mehr als 43.000 Besucher (unique) aus 183 Ländern gezählt. 13.000 Menschen haben sich bei dem Service registriert. Diese stellten insgesamt 1.106 Löschanträge, die wiederum 5.218 Links umfassten. Derzeit gehen nach Angaben von forget.me täglich ca. 250 neue Anfragen ein. Diese Anfragen schlüsseln sich nach folgenden Gründen auf:

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Die beiden am meisten genannten Gründe werden auch noch einmal detaillierter aufgeschlüsselt. Bei der Verletzung der Privatsphäre sieht dies folgendermaßen aus:

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Bei der Kategorie „Verletzung des Rechts auf Würde, Ehre, Ansehen“ geht es vor allem um Verleumdungen und Beleidigungen. Diese schlüsseln sich so auf:

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Und zu guter Letzt gibt es noch eine Auskunft darüber, woher die Besucher von forget.me stammen. Interessanterweise kommen 33% aus den USA, diese Nutzer können einen solchen Antrag aber gar nicht stellen. Berechtigt ist nur, wer innerhalb der EU lebt, welche Nationalität man dann aber angehört, ist egal.

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Ein durchaus interessanter Einblick, wie ich finde. Interessant wäre ein direkter Vergleich mit den Zahlen, die Google vorliegen. Aber es zeigt auch, dass die Menschen ein großes Interesse daran haben, Sachen aus den Suchergebnissen zu entfernen, sich dafür aber eben auch gerne die Hilfe Dritter holen. Habt Ihr schon einen Löschantrag bei Google gestellt? Ihr müsst auch nicht verraten, was Ihr gelöscht haben wollt. 😉

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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9 Kommentare

  1. Ich möchte ein Komma löschen.

  2. ja gut transparenz! das ist ja vogelwild was da abgeht. Was für ein dummes Gesetz…das sollte alles vor Gericht und nicht an den Gesetzen vorbei ! Das hebelt doch die Demokratie aus

  3. Herr Hauser says:

    Die Suche da bei forget.me ist Blödsinnig. Statt man die Url eingeben kann, wird nur nach Name und Nachname gesucht. Na dann viel Spaß wenn es noch massig Leute mit dem gleichen Namen gibt. Da sucht man sich einen Wolf.

  4. Olivier Sierra says:

    @Caschy,du hast die Luxemburger vergessen 🙂

  5. Ich bin immer noch der Meinung dass die Kläger die hier recht bekommen direkt konsequent die Quelle verklagen müssten… Aber hört sich leichter an als es ist…

  6. komisch wo die leute doch nichts zu verbergen haben und keine verschlüsselung etc. brauchen.

  7. Die Zensur hat Einzug in das Internet erhalten und alle freuen sich, weil die Privatsphäre jetzt endlich geschützt wird.

  8. Ich bins nur says:

    Wo gibt es dieses Google-Antragsformular?

  9. Christoph says:

    Ich finde das auch sehr bedenklich was da vor sich geht.

    Das Netz soll nicht vergessen, Punkt! Oder darf ein Josef Fritzl einen Antrag stellen? Darf ein Unternehmen das seine Mitarbeiter betrogen hat den Antrag stellen das sowas aus dem Netz verschwindet.

    Wir haben ein Gottverdammtes Recht auf diese Informationen um uns vor Gefahr und Betrug zu schützen!

    Wir müssen Seiten bauen die diese Informationen sammeln die dort gelöscht werden sollen um uns weiter den einfachen Zugriff darauf zu ermöglichen.

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