Flixbus will Brennstoffzellen für den Busfernverkehr einsetzen

FlixBus bietet verhältnismäßig günstige Fernverkehrs-Fahrten an. Lässt man jetzt mal den umstrittenen Komfort außen vor, dann ist man mit dem FlixBus in der Regel deutlich günstiger unterwegs, als mit dem Zug. Mittlerweile wird aber auch mehr und mehr die Frage nach der Umweltfreundlichkeit ein Thema. Da will FlixBus nun mit Freudenberg Sealing Technologies gemeinsame Sache machen, um Brennstoffzellen im Busfernverkehr salonfähig zu machen.

Ziel ist es, durch Reisebusse mit Brennstoffzellenantrieb CO2-freie Mobilität zu erreichen. Dafür wollen sich FlixBus und Freudenberg dann auch noch einen Bushersteller als Partner ins Boot holen. Die Verhandlungen laufen bereits. Mittlerweile fährt die FlixBus-Flotte in etwa 30 Ländern und der Anbieter dominiert im Fernbusverkehr in vielen Regionen. Man hat bereits drei E-Fernbusse gestartet und will mit dem ersten Fernbus mit Brennstoffzellenantrieb einen weiteren Meilenstein erreichen.

Freudenberg sei dabei der ideale Partner, weil die Gruppe seit Mitte der 1990er-Jahre an der Entwicklung von Komponenten für Brennstoffzellen und Batterien beteiligt sei. Anfang 2018 übernahm das Unternehmen einen Brenstoffzellenhersteller und ist mittlerweile auch am US-Hersteller XALT Energy beteiligt, welche an Techniken rund um Batterien arbeiten. Deswegen sieht man sich da in einer besonders starken Position.

Die Kombination aus Brennstoffzellen und Batterien sieht die Freudenberg-Gruppe als festen Bestandteil der Mobilität der Zukunft an. FlixBus sei da der beste Partner für die Null-Emission-Anwendung. Dabei erwartet FlixBus, dass Leistungsmerkmale wie die Beschleunigung der neuen Busse heutigen mit Diesel betriebenen Fernbussen mit Euro-VI-Norm entsprechen. Zudem müssen die Brennstoffzellen-Fahrzeuge mindestens 500 km am Stück zurücklegen.

Das Auftanken soll dann höchstens 20 Minuten dauern – es fließt dann eben nur Wasserstoff statt Diesel in den Tank. Das Hybrid-System, das Brennstoffzellen und Batterien kombiniert, soll nicht nur für den Bus-Fernverkehr geeignet sein. Es ist auch für Nutzfahrzeuge wie LKW einsetzbar. FlixBus will dabei zunächst mit 30 Bussen experimentieren. Um die Marktreife schnell zu erlangen, will man auch eine öffentliche Förderung durch das „Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie“ (NIP) ergattern.

Klingt nach einer spannenden Sache. Bis man in einem entsprechenden Bus mit der Technik Platz nehmen kann, wird aber wohl noch etwas Zeit vergehen. Konkrete Zeitpläne nennt man nämlich noch nicht.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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25 Kommentare

  1. Leider wird auch für die Herstellung von Wasserstoff viel Energie benötigt:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoffherstellung

  2. Diese Meldung erinnert mich an einen Film: „Die haarsträubende Reise in einem verrückten Bus“ – einem per Atomkraft angetriebenen Bus!

  3. Immer wenn jemand pro-Brennstoffzelle argumentiert, sollte ihm jemand dieses Bild hier vor die Nase halten:

    https://community.elemob.de/uploads/default/original/1X/e3bbcd0cf285075985ec7d5592fa6b9f305e8bed.jpeg

    Normalerweise versteht jeder dann die Unsinnigkeit.

    • Immer wenn jemand mit diesem Bild argumentiert, sollte ihm jemand aufzeigen, dass an windigen Sommertagen massiv Energie ans Ausland verschenkt wird (bzw mit Zuzahlung). Bei dieser Energie wäre es immer besser sie umzuwandeln.

      Außerdem sind diese Prozesse noch deutlich steigerungsfähig, sobald sich die Technik durchsetzt. Und am wichtigsten ist doch aktuell nicht die Energieeffizienz, sonder das Ziel die CO2 Belastung drastisch zu reduzieren. Und das wäre hierbei halbwegs chnell und einfach möglich, ohne große Einschränkungen in Reichweite und Dauer des Tankvorgangs hinnehmen zu müssen.

      Am besten wäre es dann noch wenn die Energie allgemein CO2 neutral erzeugt werden würde, zB über Sonnen/Wind und Wasserkraft bzw Fusion (wenns endlich mal fertig wird) oder übergangsweise mit neuen sicheren Atomkraftwerken wie den schnellen oder thermischen Brüter, bei denen der Atommüll nur wenige 100 Jahre und nicht 100.000 Jahre strahlt.

    • Peter Brülls says:

      Dummerweise muss ein Fernbus aber tatsächlich lange Strecken fahren und kann dann nicht 4 Stunden an der Autobahn halt machen.

  4. Immer wenn jemand mit dieser Grafik argumentiert, sollte ihm jemand aufzeigen, dass es aktuell in erster Linie darum geht die CO2 Belastung zu senken. Dies geht nicht nur über eine höhere Energieeffizienz sondern auch über andere Herangehensweisen.

    Wasserstoff lässt sich in kürzere Zeit nachtanken und hat eine höhere Reichweite und bietet damit den höheren Komfort als reine Akkulösungen. Die Erzeugung wird sicherlich noch effizienter, sobald sich die Technologie durchsetzt.

    Um die notwendige Energie zu erzeugen sollte man neben Wind /Sonne/Wasser in Zukunft auf Fusion und übergangsweise auf Atomenergie setzen. Bei Letzteren sollte man sich auf neue sicherere Atomkraftwerke zurückgreifen und auf neuere Technologien wie schnelle oder thermische Brüter setzen, da deren Atommüll nur wenige 100 Jahre strahlt und nicht mehrere 100.000.

    • Volle Zustimmung beim letzten Satz. Thunberg&co sollten mal gucken was passiert, wenn man heute einfach mal alle Atomkraftwerke weltweit abschaltet. Die weltweite Energieausbeute kann man niemals mit Wind&Sonne&co kompensieren und zack ist man zurück im Mittelalter, ohne elektrisches Licht zuhause etc. Hauptsache die Welt bei dem wohl kühlsten Sommer der letzten 10 Jahre retten (in meiner Region zumindest). Und bevor jetzt ein Fanatiker aufschreit „du blödmann der Wald im Amazonasgebiet brennt ab blabla“… Komisch, so ein passende Meldung, obwohl die Bauern das seit hunderten Jahren im Griff haben und trotz aller Behauptungen der Wald nicht strohtrocken ist…

      • „in meiner Region zumindest“
        Scheinbar im Tal der Ahnungslosen…

        • Ach, du weißt es besser, weil du Prof. für Biogeochemie bist? Oder doch nur ahnungslos alles vom ZDF oder im Wartezimmer beim Haushausarzt aufgeschnappt?
          Faszinierend, weil die Masse dran glaubt, muss es auch wahr sein, ne? Wie recht hatte Einstein doch über die menschliche Dummheit, schade schade.

          • Im Gegensatz zu dir beziehe ich mein Wissen nicht aus Parolen der Afd, sondern von weltweiten wissenschaftlichen Publikationen. Find ich gut vom ZDF das sie auch eher über diese Quellen berichten…

            • Na klar, du liest internationale wissenschaftliche Publikationen. Du kannst wahrscheinlich gar kein Englisch, geschweige denn das dort verwendete Vokabular 😀
              Zeig mir mal die dazu passende AFD Parole bitte, das würde mich interessieren.

      • Peter Brülls says:

        „Hauptsache die Welt bei dem wohl kühlsten Sommer der letzten 10 Jahre retten (in meiner Region zumindest) retten (n meiner Region zumindest)“

        Dümmliches Trollen, und das weißt Du auch selbst.

        „, obwohl die Bauern das seit hunderten Jahren im Griff haben und trotz aller Behauptungen der Wald nicht strohtrocken ist“

        Die Bauern haben das nicht im Griff, denn offensichtlich schrumpft der Regenwald ja.

        • Du bist der dumme Troll. Auch für dich: Du bist Prof. für Biogeochemie? Oder doch nur ahnungslos alles vom ZDF oder im Wartezimmer beim Haushausarzt aufgeschnappt?
          Faszinierend, weil die Masse dran glaubt, muss es auch wahr sein, ne? Wie recht hatte Einstein doch über die menschliche Dummheit, schade schade.

      • @Karl O.
        «Zwar war es während der Kleinen Eiszeit auf der ganzen Welt generell kälter», erklärt Raphael Neukom, «aber nicht überall gleichzeitig. Die Spitzenzeiten der vorindustriellen Warm- und Kaltzeiten traten zu verschiedenen Zeiten an unterschiedlichen Orten auf.»
        https://www.sonnenseite.com/de/wissenschaft/klima-erwaermt-sich-so-schnell-wie-nie-in-den-letzten-2000-jahren.html

        • …im Unterschied zu jetzt, da es überall gleichzeitig wärmer ist.

          • Der Sommer war nicht wärmer sondern kühler als in den letzten 5-10 Jahren. Und jetzt? Hat bei mir auch recht viel geregnet, sodass mein Rasen den ganzen Sommer ohne sprengen grün blieb. Aber schon gut, Putin ist böse, Trump ist blöd, AFD sind Nazis, die Welt geht unter, wenn Deutschland nicht schnell die Bevölkerung zum Kauf von E-Autos zwingt, Schule schwänzen ist super ehrenhaft, denn sonst geht die Welt unter. Es ist so schön einfach, wenn man nicht nachdenken muss, gell?

    • Peter Brülls says:

      Nur sind Atomkraftewerke eben nicht CO2-Neutral und die Föderung des spaltbaren Materials geht mit einen erheblichen Landschaftsverbrauch einher. Mehr als bei regenerativen Energequellen.

      Fusion wäre schön, aber ich lege noch einen drauf: Perpetuum Mobile. Das ist die Energewielle der Zukunft!

      Ach, gibt s nicht? Okay, dann rechnen wir mit der Fusionsernergie am besten auch dann, wenn wie sie tatsächlich mal haben. Zugegebenermaßen stehen die Chancen da besser als beim Perpetumobil, wie es bei Michael Ende heißt, und es sollte m. E. mehr Geld auch in diesen Bereich gesteckt werden, aber wir sind realistisch gesehen noch Jahrzehnte von einem kommerziellen Einsatz entfernt.

      • Ich hab nirgends geschrieben, dass Atomstrom CO2 neutral wär. Die reine Erzeugung ist es, der Abbau und die Endlagerung sind es aber nicht und trotzdem ist die Gesamtbilanz besser als bei Gas oder Kohle.

        Ob man nun Kohle oder Uran/Thorium abbaut dürfte beim Landverbrauch relativ unerheblich sein. Und nur mit regenerativen Energiequellen ist keine zuverlässige Energieversorgung machbar. BTW Waserenergie ist auch nicht immer umweltfreundlich, insbesondere Stauseen sind problematisch.

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