Firefox Send: Mozilla verspricht Dateienaustausch bei voller Privatsphäre

Mozilla schickt mit Firefox Send eine neue Möglichkeit ins Rennen, um Dateien auszutauschen – laut dem Unternehmen zwar kostenlos, aber dennoch bei voller Privatsphäre. Firefox Send ist zuvor ein Testpilot-Experiment gewesen, geht aber nun als eigenständiges Produkt an den Start.

Es handelt sich dabei um einen verschlüsselten Dienst zur Dateiübertragung, der es ermöglichen soll, Dateien von jedem Browser aus zu teilen – also nicht nur über Firefox. Zudem wird wohl im Verlauf dieser Woche auch eine App für Android als Beta erscheinen. Gegenüber der Testpilot-Version habe man laut eigenen Aussagen sogar den Umfang der Funktionen erweitert. Etwa gibt es ein höheres Upload-Limit.

Send setzt auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und kann auch Zeitpunkte festlegen, zu denen die Zugriffsmöglichkeit für Dritte entfallen soll. Auch lässt sich für Datei-Links z. B. einrichten, dass der Download nur in einer festgelegten Anzahl möglich sein soll. Selbst optionale Passwörter für noch mehr Sicherheit lassen sich dabei zwischenschalten.

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Video-Link: https://youtu.be/P9YW1J2cGeo

Dabei könnt ihr mit Send Dateien von bis zu 1 GByte Größe versenden. Reicht das nicht aus, sind mit einem Firefox-Account auch bis zu 2,5 GByte möglich. Der Empfänger erhält dabei jeweils einen Link zur ausgewählten Datei und benötigt kein Firefox-Konto zum Abruf. Mozilla möchte Send dabei als Alternative zu anderen Cloud-Sharing-Diensten platzieren und hofft mit dem Augenmerk auf Nutzerkontrolle und Privatsphäre Kunden für sich zu gewinnen.

Die offizielle Website zu Firefox Send und dort auch die Möglichkeit Dateien zu teilen, findet ihr hier. Da ist Mozilla mit Send natürlich nun ein wenig spät am Markt, so dass aus meiner Sicht ungewiss ist, wie viele Nutzer da noch auf den Zug aufspringen. Offenbar scheint es aber ja ein gewisses Interesse zu geben, denn sonst hätte man das Projekt nicht aus der Testpilot-Phase gehievt und ein eigenständiges Produkt daraus gemacht.

Könnt ihr euch vorstellen Firefox Send in Zukunft zu nutzen? Oder sind eure Bedürfnisse zum Teilen von Dateien bereits ausreichend abgedeckt?

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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25 Kommentare

  1. Martin Feuerstein says:

    Gibt es auch einen dokumentierten Eintrag für about:config oder Gruppenrichtlinie, um das zu unterbinden? Addon-Installation lässt sich ja schon blocken (per about:config und GPO), die Seite https://send.firefox.com/ im Zweifel per DNS-Eintrag.

    • Hmm, als ich fände es sehr bedenklich, wenn das über about:config zu unterbinden würse. Dann müßte Mozilla nämlich zu einer Malware umwandeln, da es browserunabhängig funktioniert, wie im Text steht. Und selbst wenn der Dienst nur über FF liefe, solange keine Software installiert wird, ist es irrelevant.
      Aber Hauptsache meckern.

      • Bernd T. Lohmann says:

        Vielleicht möchte User Martin Feuerstein Firefox Send nicht in einem Firmennetzwerk haben, aus naheliegenden Gründen?

        Außerdem muss man bei Firefox daran denken: wenn es zu erfolgreich ist, wird das Add-on abgeklemmt. Siehe Screenshots Add-On.

        • Es ust kein addon, es ist eine Seite. Sprich, about:config Eintrag hilft nicht, der Nutzer würde auf Chrome oder IE ausweichen können. Der Eintrag müßte daher in der host Datei für das System oder in ser Firmenfirewall eingetragen werden. Der FF hat nix damit zu tun

      • Martin Feuerstein says:

        Vielleicht weil darüber auch einfacher Unternehmensgeheimnisse geleaked werden könnten? Ja ok, bin jetzt nicht in einem Umfeld unterwegs, wo die Computer vong Geheimhaltung her ultra abgeschirmt werden müssen. Aber was der Mitarbeiter nicht kann, kommt auch nicht in Umlauf.

        • Wie oben gesagt, bei Deinem Beispiel hilft about:config nicht. Will der Nutzer leaken, nimmt er einen anderen Browser Lösung wäre daher host Datei oder Firmenfirewall. Aber im ernst, auch damit verrhinderst Du nicht wenn jemand leaken will. Das geht in Bezug auf den PC nur durch Trennen vom Internet, der Nutzer kann sonst auf x-beliebige Dienste zugreifen, Drve, Dropbox, icloud, rapidshare etc.

    • Darf ich fragen warum du „Firefox Send“ blockieren willst. Es handelt sich um eine Webseite über die man Dateien austauschen kann, wenn du das unterbinden möchtest ist die einfachste Lösung die Webseite einfach nicht zu benutzen. Vielleicht hast du den Artikel auch nicht richtig gelesen oder missverstanden, Firefox Send ist kein Addon sondern eine Webseite die aus Firefox Testpilot hervorging.

  2. Wenn die e2e Verschlüsselung nachvollziehbar ist würde ich das mehr als interessant finden.
    (nichtnachvollziehbar ist z.b. threema oder whatsapp)

    • Der Quellcode ist auf GitHub und im Readme auch direkt ganz oben ein Link zur Dokumentation der Verschlüsselung.

      • „The secret key is appended to the share url as a #fragment and presented to the UI“

        wtf

        Naja, ich kann ja selber noch ne Pgp verschlüsselung drüber kloppen.

  3. Gefällt mir!
    Und zwar weit besser als wetransfer! Und funktioniert auch am handy oder ipad wunderbar!

  4. Wir haben seit 10 Jahren unseren Zeta Uploader, über den Caschy freundlicherweise auch schon mal berichtet hat.

    Aus meiner Sicht sind alle diese Dienste (also auch Firefox Send und unserer) ab des Inkrafttretens von Artikel 13 komplett tot, und nicht mehr mit gutem Gewissen betreibbar, weil die „Verklagbarkeit“ einfach viel zu leicht und somit die Gefahr eklatant groß ist.

    • Welchen Sharecloud-Betreiber ausserhalb Europas interessiert der Artikel 13 denn?

    • Artikel 13 betrifft den Dienst vermutlich gar nicht. Er ist jedenfalls nicht als ‚online content sharing service provider‘ zu klassifizieren.

      • Warum nicht?

        – Er ist online
        – Er teilt Daten unter definierten URLs

        (Ernsthafte Frage)

        • Um als online content sharing service provider zu gelten muss erfüllt sein:
          – der Öffentlichkeit Zugang zu einer großen Anzahl an von Benutzern hochgeladenen Content zu geben. Firefox Send ist gerade so gestaltet, dass die Öffentlichkeit keinen Zugang kriegt, sondern ein sehr beschränkter Kreis an Leuten (nicht angemeldet kann ein Link genau ein mal verwendet werden!).
          – Der Dienst organisiert und vermarktet die Inhalte für profitable Zwecke. Dies ist nicht der Fall.

          Außerdem geht es weiter mit den Worten „as well as internet access service providers […] which allow users […] to upload content for their own use shall not be considered online content sharing service providers“.

  5. tresorit bietet hier was ähnliches:
    https://send.tresorit.com

  6. Ich hab da mal ein Problem: es klappt alles, wenn ich mich in OPERA anmelde. Wenn ich jedoch im aktuellen Firefox versuche, was zu machen, bekomme ich nur eine fast leere Seite. Werbeblocker ist aus. Und nu?

  7. Black Hornet says:

    Hallo

    FireFox Send so für Firefox unbrauchbar.

    Am 1. Tag eine Weiße leere Seite am 2. Tag wurde alles angezeigt.

    Funktioniert nicht richtig bis garnicht mit dem Firefox Browser, das ist lachhaft ein Witz konnte keine 500 MB downloaden obwohl 1 GB und angemeldet 2,5 GB es sein sollten. Mit den Browsern Vivaldi, Chrome und Opera gab es keine Probleme.

    Ein Bekannter aus Deutschland konnte die Dateien nicht laden und ich in Österreich auch nicht.
    Win 10 / Firefox aktuel. Win 7 Pro Firefox aktuel.

    mfg.

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