Firefox: Mozilla möchte Benachrichtigungs-Pop-ups unterbinden


Webseiten sind schon lange nicht mehr nur in der Lage, einfach nur Inhalte anzuzeigen. Sie können auch mit dem Nutzer interagieren, wenn sich dieser schon nicht mehr auf einer Seite befindet. Benachrichtigungen machen dies seit ein paar Jahren möglich. Um Benachrichtigungen aber verschicken zu dürfen, benötigt es der Zustimmung des Nutzers, weshalb man auch überall die fragenden Pop-ups sieht, ob man denn für diese Webseite Benachrichtigungen erhalten möchte.

Das ist laut Mozilla in den seltensten Situationen der Fall. Gerade einmal 3 Prozent der Anfragen werden auch vom Nutzer bestätigt. Mozilla hat zwischen dem 25. Dezember 2018 und dem 24. Januar 2019 gezählt: Mehr als 18 Millionen Benachrichtigungs-Pop-ups wurden verteilt. Die meisten wurden einfach verworfen. In 19 Prozent der Fälle sorgte das Pop-up aber sogar dafür, dass der Nutzer die Seite sofort wieder verlassen hat.

Im Verglich zur Erlaubnisabfrage zur Nutzung von Kamera und Mikrofon ist das ein sehr geringe Akzeptanz, jene werden nämlich in 85 Prozent der Fälle akzeptiert. Für Mozilla lässt dies zwei Rückschlüsse zu. Zum einen soll es Webseiten geben, die mit der Erlaubnis keinen wirklichen Mehrwert für den Nutzer schaffen oder die Abfrage so schlecht ist, dass der Nutzer kein Interesse hat.

Zum anderen sollen diese Abfragen in vielen Fällen zu früh kommen, bevor der Nutzer überhaupt erkennen kann, welche Vorteile er durch die Akzeptanz der Benachrichtigungen auf dieser Seite hätte.

Bereits letztes Jahr hat Mozilla eine Funktion implementiert, die die Abfragen komplett blockiert. Diese Funktion wurde von Nutzern, die sie entdeckt haben, auch gut angenommen. Aber ein Großteil der Nutzer wird dadurch eben noch nicht erreicht. Das möchte man ändern.

Zwei Experimente wird man deshalb bei Mozilla durchführen. Bim ersten geht es darum, den Nutzern erst dann solche Pop-ups anzuzeigen, wenn sie auf einer Seite aktiv wurden, etwas angeklickt oder getippt haben. Firefox blockiert also die Anfragen so lange bis der Nutzer auf einer Seite aktiv wurde. Das Ganze vom 1. bis 29. April, aber in zwei Stufen.

Während der ersten 14 Tage werden Nutzer keinerlei Hinweis sehen, dass Anfragen blockiert wurde. In den nächsten beiden Wochen gibt es dann ein animiertes Icon in der Adressleiste. Klickt man das Icon an, erhält man die Abfrage, ob man Benachrichtigungen durch die Seite erlauben möchte. Diese beiden Versionen werden in den Night-Versionen von Firefox verwendet.

In einem zweiten Experiment sammelt Mozilla indes Daten von Nutzern der Release-Version von Firefox. Mozilla möchte nämlich erkennen, wie Nutzer generell mit den Seiten umgehen, was sie dazu bewegt, solchen Anfragen zuzustimmen oder diese eben zu ignorieren.

Falls Ihr den neuen Umgang mit Benachrichtigungs-Pop-ups selbst ausprobieren möchtet, müsst Ihr nur die Nightly von Firefox installieren.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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2 Kommentare

  1. Bei einigen Seiten macht das Popup Sinn und nutze es dort auch selber, z.B. bei irgendwelchen Chats/Messengern wie Whatsapp-Web. Bei allen anderen Seiten überflüssig und nervig.

  2. Andreas_Va says:

    Ich habe die Funktion in about:config komplett deaktiviert. Mich nervt das alles nur noch.

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