Fiber Phone: Google mischt in den USA das Festnetz auf

artikel google logoEin interessanter Schritt, den Google gerade geht. Hat sich die Techbranche in den letzten Jahren darauf geeinigt, dass Mobile die Zukunft ist, betätigt sich Google in den USA künftig auch als Festnetzanbieter. Gut, ganz neu ist das nicht, mit Google Voice ermöglicht das Unternehmen seit Jahren auch Festnetzgespräche. Die neue Variante heißt nun Fiber Phone und erinnert sehr viel mehr an das klassische Festnetz. Man kann seine alte Nummer behalten, wenn man möchte, für 10 Dollar im Monat gibt es eine nationale Flatrate, genutzt werden können die gleichen Telefone wie bisher. Diese werden nämlich an eine Fiber Phone Box angeschlossen.

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Da die Rufnummer in der Cloud lebt, kann sie auf beliebigen Geräten genutzt werden. Besonders praktisch ist dabei, dass man so auch unterwegs erreichbar ist, alles mit der gleichen Nummer. Auch sonstige Festnetz-Optionen wie Caller ID oder einen Anruf halten, sind mit Fiber Phone ebenso möglich. Google möchte hier einen klaren Festnetz-Ersatz schaffen.

Für Gespräche außerhalb der Flatrate fallen übrigens die von Google Voice bekannten Gebühren an, man kann damit also auch extrem günstig ins Ausland telefonieren. Starten wird Fiber Phone in ausgewählten Gebieten, später sollen dann alle „Google Fiber“-Städte damit versorgt werden. Weitere Informationen zu Fiber Phone findet Ihr im Google Fiber Blog.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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6 Kommentare

  1. Was für eine unglaublich spannende bahnbrechende Aufmischung, die Google da macht. Hierzulande heißt das „Voice over IP“ und kostet 5 Euro inkl. Festnetz-Flatrate. Die „Box“, an die man die bisherigen Telefone anschließen kann, dürfte bei vielen Leuten mit Vornamen „Fritz“ heißen.

    Das Einzige, das an Innovation grenzt, dürfte eine vermutlich CardDAV-fähige Firmware am OEM-Handteil sein. Immerhin muss man ja an die bei Google hinterlegten Kontakte ran. Hierzulande können die Geräte maximal LDAP.

  2. @zosh
    VoIP gibt’s in den USA auch für 10 Latten. Ist weit verbreitet aber nicht überall verfügbar (ähnliche Situation wie Breitband hier). Das hat mit der Aufspaltung des Netzes in lokale Ortsnetze zu tun. Wenn VoIP technisch nicht möglich ist braucht man ne herkömmliche landesweite Flatrate und die kostet 30+ USD. Und da sind noch nicht alle Local Toll Verbindungen dabei. Auch einer der Gründe warum Fiber Phone nur erhältlich ist in Städten wo Google Fiber anliegt. Bis jetzt 4 an der Zahl: https://fiber.google.com/newcities/
    Die eigentliche „Innovation“ ist dass die Nummer in der Cloud ist und auf mehrere Geräten genutzt werden kann.

  3. Wenn ich das richtig verstehe ist dies hier also etwas anderes als Voice over IP – denn das sollte ja ‚überall wo Internet ist‘ gehen.
    Kann da ein TK Experte was zu sagen, ist so etwas hier in DE auch denkbar oder würde so ein Angebot die Regulierungsbehörde verhindern?

  4. Ich glaube, ihr habt beide nicht ganz verstanden, was VoIP — oder genauer gesagt: SIP-Telefonie — ist. Dass die „Nummer in der Cloud“ ist, ist normal — die liegt immer in der „Cloud“, manche Leute sagen dazu halt recht altmodisch „Server im Internet“. Ebenso ist es normal, dass mehrere Geräte ein- und dieselbe Nummer — auch gleichzeitig — benutzen können. Und dass es von überall geht, wo man Internet hat.

    Und jetzt festhalten: Ihr telefoniert vermutlich alle schon über VoIP im Festnetz, denn seit Jahren wird in Deutschland kein Klingeldraht mehr angefasst, wenn es an neue Festnetzanschlüsse geht. Eure Nummer ist schon „in der Cloud“, und ihr habt schon eine „VoIP-Box“ im Haus. Und niemand hat es euch gesagt.

    Denn alles, was „nicht geht“, und was ihr an „Innovationen“ aufzählt, sind künstliche Einschränkungen der Provider, die nicht wollen, dass ihr eigene Geräte anschließt oder mit mehreren Geräten von überall im Internet mit eurem Festnetz telefoniert. Der Hintergrund ist natürlich, dass die großen Provider alle auch Mobilfunknetze betreiben und sich dadurch selbst Konkurrenz machen würden. Darum vergraben sie die VoIP-Zugangsdaten unzugänglich in den bereitgestellten Routern und erlauben den Zugang zum VoIP-Server nur aus dem eigenen Netz.

    Ich für meinen Teil bin seit Jahren mit meinen Nummern bei Easybell. Meine Privatnummer lebt nur noch auf meinem Android im Wifi, im Büro hängt sie an einer kleinen Siemens-Telefonanlage und kommt am Schnurlostelefon raus. Und gelegentlich, wenn’s sein muss, rufe ich auch schon mal einen Kunden aus meiner Lieblingsbar in Japan an, der wundert sich dann über die seltsame Hintergrundmusik in meinem Büro in München.

  5. @Klaus Travolta das sagt Voice Over IP doch aus. Überall wo du wie auch immer IP- Pakete schicken kannst ist dies möglich. Das geht auch heute schon in DE.
    @zosh das kein Klingeldraht mehr angefasst wird ist auch nicht richtig. Anlagenanschlüsse bei der Telekom zum Beispiel sind noch ganz herkömmlich, auch wenn du dir heute einen bestellen würdest. Die werden noch nicht umgestellt.

  6. @frank: Da hast du recht. Wobei man sich bei Neuanschlüssen auch hier überlegen sollte, direkt auf einen SIP-Trunk zu gehen und damit Klingeldraht und klobige Anlagen im letzten Jahrtausend zu lassen.

    (Abgesehen davon, dass hierzulande ja ohnehin noch fast alles über „Klingeldraht“ passiert, nur dass halt exklusiv irgendeine DSL-Variante drüber quiekt.)

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