Facebook positioniert sich gegen Einflussnahmen auf Wahlergebnisse

Facebook wurde in der Vergangenheit des Öfteren vorgeworfen die letzte Präsidentschaftswahl in den USA beeinflusst zu haben. Ihr habt vermutlich alle den Eklat rund um Cambridge Analytica mitbekommen. Kein Wunder, dass Facebook bei all der geballten Kritik nun gegensteuern will. In einem sehr auf das eigene Image bedachten Beitrag klopft Guy Rosen, Facebooks Vizepräsident für das Produktmanagement, dabei selbst auf die Schulter. So schiebt man die Schuld weitgehend auf externe Einflussnahmen. Facebook nehme aber auch seine eigene Rolle wahr.

Facebook wolle sich deswegen in vier Bereichen um mehr Sicherheit bemühen:

  1. Eingriffe in den Wahlprozess durch andere Länder
  2. Das Löschen von Fake-Konten
  3. Mehr Transparenz bei Werbung
  4. Der Kampf gegen Fake-News

Speziell gegen organisierte Gruppen wolle man bei Facebook vorgehen. Also z. B. gegen diejenigen, die Fake-News verbreiten, um Traffic auf ihre Sites zu bekommen und damit Geld zu verdienen. Aber natürlich habe man auch ideologisch motivierte Akteure im Auge – seien es staatliche Institutionen, Vereine oder andere Gruppen. Egal, ob es sich um einzeln agierende Trolle oder größer organisierte Organisationen handele, der Verbreitung von Falschinformationen stehe man bei Facebook sehr kritisch gegenüber.

Mittlerweile blocke man bei Facebook täglich Millionen von Fake-Accounts bereits bei der Erstellung, bevor mit jenen Konten also Schaden verursacht werden könnte. Wichtig sei proaktiv zu agieren. Über maschinelles Lernen erkenne man zudem stets verdächtige Konten, die man im Falle eines Falles manuell überprüfe und gegebenenfalls sperre. Außerdem reduziere man aktiv die Verbreitung von Falschmeldungen: Habe man eine Story etwa als Ente enttarnt, sorge man dafür, dass die Präsenz in News Feeds rasant reduziert werde. Dadurch könne man die Abrufzahlen um bis zu 80 % reduzieren. Zudem blende man bei strittigen Artikeln dann Gegenvorschläge bzw. weiteren Lesestoff ein.

Facebook will zudem auch Bilder und Videos sowie Links stärker überprüfen. Außerdem soll politische Werbung deutlicher als solche gekennzeichnet werden, damit keine Verwechslungen mit unabhängigen, redaktionellen Inhalten entstehen. Facebook will dafür sogar eine Übersicht zu politischer Werbung einführen, welche öffentlich zeigt, wer hinter der Werbung steckt, wie viel Geld sie gekostet hat, wie oft sie abgerufen wurde und welche Zielgruppen erreicht wurden. Diese Informationen sollen insgesamt vier Jahre zur Verfügung stehen.

Insgesamt verfolgt Facebook somit da Ziel den eigenen Einfluss auf gesellschaftliche Debatten transparenter zu machen. Dennoch kann man die erklärte Maßnahmen auch kritisch bewerten: Facebook etwa rühmt sich als falsch enttarnte Geschichten in den News-Feeds zurückzunehmen. Genau das ist aber natürlich auch ein enormer Eingriff, welcher zudem den Lesern die Mündigkeit abspricht. Insofern wird es sicherlich nicht das letzte Mal sein, dass Facebook seine Rolle im Prozess der politischen Meinungsbildung erklären muss.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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3 Kommentare

  1. KubiKunde says:

    „Habe man eine Story etwa als Ente enttarnt, sorge man dafür, dass die Präsenz in News Feeds rasant reduziert werde.“ Dann müsste die Timeline der AFDeppen ja leer sein aber man wird wohl kaum etwas gegen die besten „Klicker“ unternehmen.

  2. Wolfgang D. says:

    Die Idee von Facebook ist ja gut, aber was haben die Werbefuzzis und andere Lügenerzeuger bloß daraus gemacht.

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