Facebook: Laut Mark Zuckerberg wird das Mikrofon nur zur Videoaufnahme genutzt


Facebook kommt dieser Tage kaum aus den Schlagzeilen, für das Abhandenkommen zahlreicher Nutzerdaten muss sich das Social Network weiterhin rechtfertigen. So auch bei einer Anhörung gestern, die eine sehr interessante Frage beantwortet. Lauscht Facebook mit Hilfe des Smartphone-Mikrofons, um personalisierte Werbung anzuzeigen?

Ihr kennt das sicher, man unterhält sich über irgendetwas und plötzlich bekommt man überall Werbung dafür angezeigt – obwohl man weder danach suchte, noch sonst online irgendwelche Auffälligkeiten im Bezug auf das Produkt vornimmt. Der Verdacht: Facebook lauscht. Dem ist nicht so, sagt nun Mark Zuckerberg.

Er erklärt, dass Facebook nur dann auf Audio zugreift, wenn ein Video aufgenommen wird. Audio wird dahingehend ausgewertet, um dem Nutzer einen besseren Dienst anbieten zu können. Außerhalb der Videoaufnahme gibt es demnach keine Audio-Aufnahmen durch Facebook, die ausgewertet werden können. Die Aussage im Detail:

Peters: I have heard constituents say Facebook is mining audio from their mobile devices for the purpose of ad targeting. This speaks to the lack of trust we are seeing. I understand there are technical and logistical issues for that to happen. For the record, I hear it all the time, does Facebook use audio obtained from mobile devices to enrich personal information about its users?

Zuckerberg: We do not. Senator, Let me be clear on this. You are talking about the conspiracy theory passed around that we listen to what is going on on your microphone and use that. We do not do that. We do allow people to take videos on their device and share those. Videos also have audio. We do, while you are taking a video, record that and use that to make the service better by making sure that you have audio. That is pretty clear.

Nun ist natürlich logisch, dass ich Facebook nicht hinstellt und sagt: „Klar, wir lauschen immer mit.“ Allerdings befindet sich Mark Zuckerberg wohl aktuell auch nicht in einer Position, die weitere Unwahrheiten vertragen würde. Wer weiß, was da noch alles ans Tageslicht kommen wird, schon beim Abhandekommen der Daten musste man kontinuierlich nach oben korrigieren, bis dann klar wurde, dass möglicherweise alle Nutzer betroffen sind.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

Das könnte dir auch gefallen…

Mit dem Absenden eines Kommentars willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

46 Kommentare

  1. „Wenn es anfängt nach Scheiße zu riechen, ist man der Wahrheit nahe.“

  2. Erwartet der, dass man ihm das einfach so glaubt?

  3. Das Märchen mit dem dauerhaften Lauschen hab ich eh nie geglaubt.

    Wenn die App an ist, ja ok, dann könnte das funktionieren aber das ist ja nicht so oft der Fall und dabei unterhält man sich auch eher nicht besonders mit Freunden.

    Wenn die App oder gar das Smartphone aus/im Standby würde es was bringen ist aber praktisch nicht umsetzbar. Erstens würde das ja merkbar Akku ziehen und dann muss alles lokal ausgewertet werden (nach Keywords etc.) da man ja nicht dauerhaft einen Audiostream übers Netz schicken kann (Datenvolumen). Aber zumindest bei iOS ist eine derartige Hintergrundaktivität für eine App gar nicht möglich! – Bei Android vielleicht auch nicht, da kenne ich mich nicht genug aus.

  4. Ich verstehe die ganze Diskussion nicht. Wenn ich bei FB bin, weiß ich doch, dass ich meine Daten einer Firma „anvertraue“ die eben genau damit ihr Geld verdient. Wenn ich das nicht möchte, lasse ich meinen Account halt löschen (soweit möglich ;)), bzw. vermeide gleich solche Dienste. Also wo ist da das Problem?

    • Zwischen „anvertrauen“ zu Werbezwecken und zur gezielten Manipulation des Nutzerverhaltens ist halt ein kleiner Unterschied

    • Ich bin niemand, der sich Empörungswellen anschließt. Allerdings benötige ich hier wenig Phantasie, um auf die Größe des Eisbergs unter der Wasseroberfläche zu schließen. So gut wie jeder ist bei WhatsApp. Und falls du dich jetzt fragst, was der Skandal mit WA zu haben könnte, dann hast du vmtl. die Artikel hier und anderswo in den letzten Tagen nicht aufmerksam genug gelesen.

      • Gleiche Thematik. Wer hier – was für Daten auch immer teilt – sollte sich einfach bewusst sein, dass diese Daten damit nicht mehr in der eigenen Hand sind. Bei Whatsapp gehe ich übrigens bewusst ein gewisses Risiko ein, aber ich persönlich würde z.B. niemals ein Foto meiner Kinder als Status verwenden oder eine TAN-Liste an meine Frau schicken oder Nacktfotos an meine Ex… Im Endeffekt kann mir dann schon fast egal sein, ob Whatsapp die Daten auswertet, diese an FB weiterleitet oder ob meine Frau ihr Handy ungesperrt in der Kneipe liegen lässt – Ich muss damit rechnen, dass die Daten in fremde Hände gelangen könnten.

        Wobei ich beim aktuellen Facebook-Thema tatsächlich noch nichts relevantes von Whatsapp gelesen habe, also solltest du da mehr Infos haben, würde ich mich über einen Link dazu freuen.

        • Nur ein kurzes Gegenargument unter vielen:
          FB bekommt nicht nur die Daten der Nutzer, sondern auch derere, die nicht dort sind. D.h. obwohl ich nicht bei FB bin und auch SocialMedia Knöpfe Blocker verwende, hat FB einiges von mir. Ohne daß ich etwas machen kann.

    • Du willst also, dass Facebook alles darf, sämtliche Datenschutzgesetze keine Wirksamkeit mehr haben und alle überwacht werden? Falls nein verstehst du vielleicht warum sich die Leute aufregen.

    • Ab und zu mal eine Message über FB verschicken zu wollen oder permanent abgehört zu werden sind wohl zwei verschiedene Dinge….

    • Sri Syadasti says:

      Das Problem ist schon mal, dass du deine Kontakte und alle mit denen du per Telefon oder SMS kommunizierst ebenfalls FB in der Rachen schmeißt. Oder hast du die gefragt ob du das darfst?

  5. würden sie permanent lauschen und auswerten, müssten auch permanent nicht unerhebliche Daten hochgeladen werden. Das deckt sich nicht mit meinen Beobachtungen und wäre auch sonst wohl längst aufgeflogen – gibt ja viele User, die Seiten auf so etwas hin untersuchen oder Tools wie little snitch oder Netzwerk-Protokoll-Tools laufen haben

    • Das Hochladen der ausgewerteten und komprimierten Daten könnte ja auch erfolgen, sobald wieder eine WiFi-Verbindung steht und das Gerät an die Steckdose angeschlossen ist. Ich glaube das auch nicht, halte es aber prinzipiell nicht für unmöglich.

    • Ist ja nicht so, dass die App permanent die Audiodaten senden müsste. Jedes aktuelle Smartphone hat eine Offlinespracherkennung, hier reicht es einfach die Substantive zu filtern (Und vielleicht noch ein paar emotionsgeladene Worte, um das Ganze zuzuordnen) und als Array dann zu senden, sobald die App gestartet wird. Der Aufwand dafür ist minimal und ein Array mit 10-20 Worten wäre kleiner als eine Nachricht auf Twitter.

      Es wird immer so dargestellt, als wäre das ein enormer Aufwand, im Endeffekt kann genau sowas jeder drittklassige Entwickler basteln und das unauffällig hinter anderen Funktionen verstecken.

      Dass Daten gesendet werden, sobald die App gestartet wird, ist vollkommen normal. Ob da nun 100-200 Byte mehr gesendet werden, macht einfach absolut keinen merklichen Unterschied.

  6. Sparbrötchen says:

    Ich habe die ganze Anhörung bis halb zwei heute morgen gesehen. Erschreckend ist, wie schlecht die Senatoren vorbereitet waren und wie das gewählte Verfahren es Zuckerberg leicht machte, sich rauszuwinden.
    Durch die Beschränkung der Fragezeit je Senator mußte Z. immer nur auf Zeit spielen. Da die Senatoren die Fachbegriffe und Zusammenhänge nicht richtig kannten, war es einfach für Z. bei einem Thema einfach weit auszuholen, dann wurde er nach drei oder vier Sätzen schon unterbrochen oder er konnte einfach so tun als hätte er die Frage inhaltlich nicht richtig verstanden. Und wenn er die Senatoren dann mit „wir prüfen das und melden uns dann“ vertröstete, schienen die erleichtert zu sein und machten sofort mit der nächsten Frage weiter.
    Wir praktisch für Z., daß die spätere schriftliche Antwort auf einem Schreibtisch vergammeln wird und nicht medienwirksam am ersten Tag in aller Öffentlichkeit gegeben werden muß.

    Die Befragung hätte auf technischer Augenhöhe stattfinden müssen und wenn man fragt „Wird die Aktivität eines Users auch nach dem Ausloggen aus Facebook noch getrackt?“ oder „Wenn jemand einen Artikel liest, ohne ihn zu liken, weiß Facebook dann, trotzdem daß der User den Artikel aufgerufen hat?“ und Z. nur ausweichend antwortet, daß er das nochmal klären müsse, hätte man ihn da festnageln müssen.

    Oder wenn es so ziemlich zum Schluß um das Thema Profilbildung und Micro Targeting ging und Z. so tat als wisse er von nichts und was für „Kriterien“ die Senatorin da überhaupt meinen würde, da darf man das nicht einfach durchgehen lassen.

    Und das zog sich durch – es wurde soviel Potential verschenkt. Zu lernen gab es für jemanden, der die aktuelle Berichterstattung verfolgt so gut wie nichts.

    Ich behaupte,90% der gestellten Fragen hätte jeder, der diesen Kommentar hier liest, auch an Z. Stelle beantworten können. Nur wären wir wahrscheinlich schon vorher völlig fertig gewesen, weil wir noch davon ausgegangen wären, es fände eine inquisitorische Befragung statt und kein zwangloses Treffen.

    • Habs mir heute früh reingezogen und muss dir Recht geben. Das war genau auch mein Eindruck.

      Übel fand ich vor allem die Erkenntnis als Z. zugeben musste, konservative Medien offenbar systematisch benachteiligt zu haben und selbst das „Silicon Valley als ein extrem linkes Pflaster“ bezeichnete.

      https://www.youtube.com/watch?v=Uk2Dp4tYo8M&feature=youtu.be

      • Extrem linkes Pflaster? Also unter der extremen Linken stelle ich mir etwas anderes vor als Turbokapitalisten die Datenschutz und Bürgerrechte ignorieren.

        Abgesehen davon sind Unternehmen in den USA häufig einer der beiden Parteien nahestehend, auch in finanzieller Hinsicht. Und dass das Silicon Valley nicht Trump unterstützt finde ich auch nicht so schlecht.

        • Dass du das findest, sei dir zugestanden. Facebook bzw. Z. hat da aber rein gar nix zu finden. Das ist der Punkt.
          Bezügl. der neuen Linken: früher wäre auch in D nicht vorstellbar gewesen, dass extrem Linke (Antifa) ne türkische Moschee anzünden oder Anti-Merkel-Demos niederknüppeln. Schöne neue Welt. So mancher Altkommunist reit sich da verwundert die Augen, wenn er auf sein Erbe schaut :-))

          • Warum darf Herr Zuckerberg nicht „links“ sein, oder sein Unternehmen? Warum dürfen das alle anderen Unternehmen? Oder sprechen da tatsächlich Gesetze gegen? Oder meinst du niemand sollte das dürfen? Das wird aber schwierig, als Deutscher den Amerikanern zu erklären wie es bei Ihnen laufen sollte.

            Alles andere beschriebene halte ich für das alte Spiel: Antifa gegen „Merkel-Muss-Weg“-Nazis und Islamisten (in Unterscheidung zu den 68ern, die noch selber mit Islamisten zusammengearbeitet haben) und Nazis gegen Antifa. Außerdem kann man sich ja nie ganz sicher sein, ist ja nicht das erste Mal, dass die Rechten ihre Taten den Linken unterschieben, das hat ja Tradition seit dem Reichstagsbrand 😉

    • Danke für Deinen Kommentar, ich habe einen ähnlichen Eindruck bekommen aus den Artikeln die ich gerade dazu gelesen habe. Ist tatsächlich verschenktes Potential. Schade, vielleicht wäre einigen Usern durch eine lückenlose Offenlegung bewusst geworden, was alles mit den eigenen Daten passieren kann oder passiert.

    • Ja, das ist wirklich schade. Ich verstehe auch nicht, dass, ähnlich wie in Deutschland, keine kritischen Sachverständigen, wie die EFF oder der ccc zur Beratung hinzugezogen werden.

    • Sri Syadasti says:

      Was will er auch machen? Ein paar unbedachte Worte, der Aktienkurs rauscht in den Keller und die Investoren zerren ihn vor den Kadi.

      Er könnte auch sein Talent, mit vielen Worten wenig zu sagen, noch anderweitig gewinnbringend einsetzen und Politiker werden. Parallelen zur BPK waren nicht zu übersehen…

  7. Wer war das, welcher seine Camera auf´m eigenen Laptop mit´m Pflaster abklebt…?

    • Zuckerberg? Witzigerweise gibt es jetzt immer mehr Laptops, die einen Riegel zur Abdeckung der Kamera aus Datenschutzgründen gleich mitverbauen.

  8. Heisenberg says:

    Ich habe oft in meinem Google now stream Sachen über die ich spreche aber die ich nicht bei Google Suche!

  9. Das hört sich jetzt vielleicht ein wenig populistisch an, aber jetzt zahlen WIR den Preis für unsere Bequemlichkeit und für unseren Herdentrieb. Nach dem Motto: „Alle meine Freunde sind bei FB/ FB-Messenger/WhatsApp angemeldet, dann bin ich halt da auch angemeldet und nutze es!“. Wenn wir jetzt mal konkret beim FB-Messenger und WhatsApp bleiben: Es gibt Alternativen die zwar auch nicht perfekt sind, dennoch deutlich sicherer sind als die beiden Messenger. Aber wie bereits erwähnt, tendenziell bleibt die große Mehrheit bei dem Messenger, der im Freundeskreis am häufigsten genutzt wird. Die Alternative wäre „Andere Leute überzeugen Messenger zu nutzen die sicherer sind!“. Das ist aber wieder mit Aufwand verbunden und das will der bequeme User nicht.

    Nicht falsch verstehen. Damit meine ich nicht ALLE Menschen bzw. Smartphone-User, sondern die große Mehrheit.

    • Sicher. Altes Dilemma. Mich tröstet dabei nur die Gewissheit, dass der Herdentrieb auch irgendwann in die andere Richtung funktionieren wird. Der Skandal muss nur groß genug sein. Diesbezüglich wirds ja schon besser und besser 😉

    • Finde ich jetzt gar nicht populistisch, eher eine realistische Erklärung für die derzeitige Situation.

      Was ist denn deine Kritik an Wire und Signal?

      • @mo:

        Thx!

        Hmmm, ich persönlich nutze Signal UND Threema. Ich finde Signal wirklich toll, dennoch erfolgt die Anmeldung und Nutzung immer zwangsläufig über eine Tel-Nr. Da sehe ich Threema VOR Signal, denn bei Threema kann ich mich anmelden ohne meinen Account mit einer Tel-Nr. verknüpfen zu müssen. Alles läuft nur über die Threema-ID (wenn ich es will). Das finde ich persönlich einfach toll, da es immer einige Menschen gibt mit den man vielleicht mal schreiben möchte, nicht aber unbedingt die eigene Tel-Nr. mitteilen möchte.

        Welche Daten- bzw. Meta-Daten noch übermittelt werden im Hintergrund, darüber kann man nur spekulieren. Wie gesagt, eine „100% sichere App“ wird es niemals geben, aber bestimmte Alternativen die „sicherer“ sind als die üblichen Apps der breiten Masse.

        Aber ich halte Signal und Threema für die besseren Messenger als WhatsApp, da ich mehr Kontrolle über meine Datennutzung/Datenweitergabe habe, gerade bei Threema.

        • Der Franky says:

          Beide unseriös.

          Signal: Wird durch die US Regierung (somit wohl auch Geheimdiensten) gefördert: https://www.opentech.fund/project/open-whisper-systems.

          Warum setzen mehr und mehr US-amerikaner Unternehmen auf Signal? Ein Schälm wer böses dabei denkt. (FB Tochter Whats App, Google, usw.)

          Und Threema. Apps sind nicht OpenSource und kommerzielles Unternehmen.

          • Sri Syadasti says:

            Signal ist Open Source und da haben schon zig Leute draufgeschaut. Wer das fördert ist da eher nebensächlich.

            Davon mal abgesehen können die keine Daten rausgeben, die sie nicht haben: https://netzpolitik.org/2016/nun-amtlich-der-messenger-signal-ist-ziemlich-sicher/

          • @Franky:

            Ich will dich nicht angreifen, von daher bitte nicht böse auffassen, aber dein Kommentar ist ein wenig undifferenziert und zusammenhangslos.

            Zum Thema „Signal“:
            Klar besteht eine Verbindung zwischen Signal (Open Whisper Systems) und WhatsApp (Facebook), da WhatsApp das Signal-Protokoll für die End-to-end encryption nutzt. Verstehe jetzt aber nicht warum es genau deshalb jetzt unseriös sein soll. Das Signal-Protokoll gilt in der Branche als ein sehr sicheres, wenn nicht sogar als das sicherste Protokoll überhaupt. Darüber kann man sicherlich streiten. Des weiteren habe ich mir dein geposteten Link angeschaut und konnte nirgendswo nachlesen, dass Signal Spenden von der US-Regierung erhalten hat. Das wäre mir neu. Das höre ich heute zum ersten Mal. Wenn das stimmen sollte, dann wäre das natürlich irgendwie schon sehr merkwürdig. Aber in der Hinsicht muss ich „Sri Syadasti“ auch Recht geben (Link: Netzpolitik). Open Whisper System hat sich immer konsequent gegen die US-Regierung erfolgreich gewehrt.

            Zum Thema „Threema“:
            Ja, das Unternehmen aus der Schweiz ist ein kommerzielles Unternehmen, aber warum sollte es genau deshalb unseriös sein? Ich zahle lieber ein einmaligen Betrag um Threema zu kaufen und zu nutzen, als mit dem Verkauf meiner Daten für die Nutzung zu zahlen. Und welche Daten du bei Threema hinterlegst, ist dir überlassen. In der Hinsicht lässt dir Threema eine große Freiheit.

            Zum Thema „Open Source“:
            Signal ist Open Source, Threema hingegen nicht. Wenn man sich ein wenig mit dem Thema „IT-Security“ auseinandersetzt, dann weiß man aus der Vergangenheit, dass „Open Source“ NICHT IMMER eine Garant war für einen hohen Sicherheitsgrad. Nicht falsch verstehen, ich bin ein großer Fan und Befürworter von Open Source, dennoch hat die Vergangenheit gezeigt, dass es auch schon oft Sicherheitsprobleme in Verbindung mit Open Source-Software gab.

            • Sri Syadasti says:

              Das Signal-Protokoll wird verwendet weil es sicher ist und man das Rad nicht immer neu erfinden will. Nur weil FB das auch nutzt, sehe ich da noch keine Verbindung. HTTPS wird ja auch von vielen benutzt. 😉

              Noch ein kleiner Punkt zu den Tel-Nrn: Nur solange ich die Threema-ID nicht mit der Tel-Nr verknüpfe, bin ich auf dem Server anonym. Man kann aber andererseits für Signal auch eine Wegwerf VOIP-Nr nehmen, das muss nicht zwingend die vom Handy sein. Unterm Strich nehmen sich die beiden nicht viel.

              Vielleicht sollte man in dem Zusammenhang auch Conversations und Jitsi erwähnen. Die basieren auf XMPP, laufen auf jeder Plattform und brauchen auch keine Nummer.

              Strenggenommen ist OS nur dann ein Argument, wenn ich den Kram selbst kompiliere und auch dann sollten wir nicht vergessen, dass Heartbleed 2 Jahre lang unentdeckt blieb.

              • @Sri Syadasti:

                Völlig richtig was du sagst, gut erklärt!

                • Sri Syadasti says:

                  Danke. Dank des Herdentriebs kann man das aber auch ner Parkuhr erzählen. 😉

                  IMHO wird auch die ganze Problematik mit den Metadaten in der Mainstreampresse völlig vernachlässigt. Schön zusammengefasst unter: https://www.eff.org/deeplinks/2013/06/why-metadata-matters

                  Da streiten sich die Verbraucherschützer ob WhatsApp seine Daten mit FB teilen darf (was letztlich den Kohl auch nicht mehr fett macht), aber wenn die Telefonanrufe mitloggen dann interessiert das weniger (Ja, ich weiß, dass man das abschalten kann und nein, das hilft MIR auch nix, wenn ich jemand anrufe, der das aktiviert hat). Man kann sich nicht einfach mit „Der Nutzer hat zugestimmt“ rausreden, wenn massenhaft Unbeteiligte betroffen sind, die der Datenübermittlung nicht mal widersprechen können.

                  Man wird wohl warten müssen, bis das ganze den selben Weg wie MySpace, ICQ, AIM, … nimmt.

              • einfach Wire nehmen

          • Die NSA hat auch beim Linuxkernel mitgeholfen, dann müsste man den ja auch meiden..

            Das Argument mit Threema kann ich allerdings nachvollziehen.

  10. Alter englischer Spruch: „Things officially denied are usually true“ – mehr braucht man beim Faceberg nicht mehr sagen.

  11. Das M. Salzloch nicht davor zurückschreckt auch heimlich das Mikro anzuknipsen steht für mich völlig ausser Frage. Der Typ lügt (in der Öffentlichkeit) wenn er die Lippen bewegt.

    Was mich wirklich interessieren würde, ist, wie es mit den Daten von FB/WhatsApp-NICHT-Nutzern (wie mir) aussieht.
    Das man über Webseiten mit Like-Button getrackt wird ist bekannt.
    Genauso weiss ich aus eigener Erfahrung, daß WhatsApp die Kontakte der WA-Nutzer dazu benutzt um WA-NICHT-Nutzern Werbung (bzw. Aufforderung sich beiWA anzumelden) missbraucht. Leider völlig legal, da die WhatsApp-Nutzer die Kontakte ohne Rückfrage bereitstellen.

    Als FB-Nutzer kann man ja neuerdings seine eigenen Daten (alle? – wer’s glaubt) einsehen.
    Aber wie sieht es mit FB/WA Nicht-Nutzern aus?
    Wie und wo, bei wem kann ich Einblick in meine Dtaen verlangen bzw. die Löschung der Daten verlangen?

  12. Jaja, das Internet bietet dem kleinen Mann die Chance, sich auch mal paranoid und verfolgt fühlen zu dürfen, obwohl sich eigentlich niemand für ihn interessiert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.