Facebook: Hassreden sollen sich um fast 50 % reduziert haben

Facebook steht aktuell in der Kritik: So hat die ehemalige Mitarbeiterin Frances Haugen allerlei interne Dokumente ans Tageslicht gebracht und die Aussage aufgestellt, dass sich das soziale Netzwerk zu wenig um das Wohlergehen seiner Nutzer kümmere. Rasch war die Plattform von Mark Zuckerberg dabei, die Vorwürfe zu bestreiten. Entsprechend erklärt man nun auch in einem neuen Blog-Post, dass die Hassreden im sozialen Netzwerk zuletzt um beinahe 50 % eingedämmt werden konnten.

Laut dem hauseigenen Community Standards Enforcement Report machten Beiträge mit Hassreden zuletzt nut noch 0,05 % der Inhalte aus, die angesehen wurden. Das entspricht etwa 5 von 10.000 Views. Damit habe man die Sichtbarkeit von Hassreden innerhalb der letzten drei Quartale um 50 % reduzieren können. So nutze man seine Technologien um Hassreden proaktiv zu erkennen und bei Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen so schnell wie möglich zu entfernen. Man verlasse sich also kaum noch darauf, dass die Nutzer Inhalte melden und gehe stattdessen selbst ans Werk, oftmals bevor ein Nutzer überhaupt die betroffenen Beiträge zu Gesicht bekommen habe.

Facebook erklärt, aktuell würde eine Erzählung anhand durchgesickerter Daten gestrickt, die unzutreffend sei und die Fortschritte des Unternehmens vernachlässige. So würden die Dokumente lediglich demonstrieren, dass der Kampf gegen Hassreden nicht von heute auf morgen gewonnen werde, sondern sich über Jahre erstrecke. Zumal man sich nicht nur auf das Entfernen der Posts konzentrieren sollte, sondern eben die Views, die tatsächlich erzielt wurden, bevor Facebook eingreifen konnte – merkt zumindest Facebook selbst an.

Man wolle nicht zu aggressiv Inhalte sperren oder entfernen, das Ganze sei ein Balanceakt. Deswegen würden die Schutzmechanismen in Zweifelsfällen auch Flags setzen, damit ein menschlicher Mitarbeiter den Fall prüfe.  Zumal man sich gesteigert habe: Als man begann seine Daten zu Hassreden zu erheben, konnten nur 23,6 % der Inhalte, die später entfernt worden sind, proaktiv erkannt werden. Mittlerweile erreiche man hier einen Anteil von 97 %. Die Häufigkeit von Hassreden habe sich im Gesamtergebnis eben stark reduziert.

Facebook sei das einzige Unternehmen, das seine Daten unabhängig von Experten verifizieren lasse, um Transparenz zu schaffen. Einen ausführlichen Bericht stelle man hier bereit. Dazu kann man sagen: Das Facebook jetzt natürlich um sein Image kämpft, ist nicht überraschend. Da werden in den nächsten Wochen sicherlich noch viele solcher Stellungnahmen folgen.

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12 Kommentare

  1. Vielleicht haben sie ja LinkedIn für sich entdeckt? Das wird ja immer mehr zu einem neuen alten Facebook von den Postings her.

  2. wer glaubt, dass durch zensur der hass in den köpfen der menschen verschwindet, wird sich täuschen.

  3. Hassrede… -Was ist das eigentlich?

    • Kennst Du Wikipedia?

    • Das ist Wokesprech und wird benutzt, wenn man logisch und argumentativ unterlegen ist.

      Rechtlich ist „hassen“ weder verboten noch strafbar, weil das ein Gefühl ist und im inneren einer Person stattfindet.

      Juristisch betrachtet gibt es das nicht, lediglich daraus folgende Handlungen, die möglicherweise strafwürdig sein können.

      • Was ein Bullshit. Schaut Euch mal die Mord-Drohungen und harten gesetzwidrigen Beleidigungen (gegen Rechts und Links) an, die an den Gerichten verhandelt werden. Das sind keine Befindlichkeiten, sondern klar strafbare Handlungen.

      • Was ist Wokesprech?
        Wird das benutzt wenn man logisch und argumentativ unterlegen ist?

    • Volksverhetzung und zusätzlich alle Meinungen und Aussagen, die Lifestyle-Linken nicht passen.

  4. Hassrede – dieser Begriff wurde ursprünglich von den Nationalsozialisten geprägt und dazu benutzt unliebsame Meinungen zu unterdrücken. Das Facebook sich nun damit schmückt… Man kann nur staunen.

  5. „Hassrede / Hatespeech“ sind Versuche Meinungs- und Deutungshoheit vor allem in sozialen Netzwerken sicherzustellen. Würde man damit lediglich ohnehin strafbare Äußerungen im Visier haben, könnten diese als solche klar benannt werden und es bräuchte keinen je nach Interessenslage elastisch dehnbaren Kampfbegriff. Auch rhetorisch wird die Marschrichtung geschickt durch Doppelbegriffe begleitet, welche zu identischen Sachverhalten gleich eine Einordnung mit sich bringen, was man vom jeweiligen Vorgang zu halten hat: verstoßen „die Guten“ gegen etwas, zeigen sie „zivilen Ungehorsam“. Andere sind einfach „kriminell“. Gute sind „Aktivisten“, die Bösen „Extremisten“. Gute „machen sichtbar aufmerksam“, Böse „skandieren Parolen“ u.s.w.

    Bemerkenswert ist zudem, dass die Auslegung dessen, was als „Hass“ wegradiert werden kann/soll/muss, ins Privatrecht (eben in Zuständigkeit der Plattformbetreiber bzw. dessen Dienstleister, z.B. Bertelsmann-Arvato für Facebook) verlagert wurde und somit außerhalb der demokratischen Prozesse stattfindet.

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