Facebook erklärt neue Maßnahmen gegen Hassbotschaften im sozialen Netzwerk

artikel_facebookIhr habt es vielleicht in den Nachrichten mitbekommen, Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat das Gespräch mit Facebook gesucht, um gegen die momentan vermehrt auftretenden Hassbotschaften zur Flüchtlingswelle anzukämpfen. Bisher zeigte Facebook sich sehr zögerlich, was das Löschen solcher Botschaften angeht. Hierzu soll nun eine Task Force gebildet werden, die beurteilen wird, ob Postings und Kommentare unter die Redefreiheit fallen oder gegen das Gesetz verstoßen. Entsprechende Inhalte schneller erkennen und entfernen ist das Ziel der Task Force, welche aus Vertretern von Facebook und anderen „Internet Wettbewerbern“ bestehen wird.

Bereits vor dem Treffen kündigte Facebook Maßnahmen an, um gegen Hassbotschaften vorzugehen. Dazu gehört neben der Kooperation mit der FSM (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia) auch eine Kampagne, die die Förderung der Gegenargumentation zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zum Ziel hat. Die Kampagne soll durch internationale Experten gefördert werden.

An sich hat Facebook bereits geeignete Mittel, um solche Kommentare zu entfernen. So werden in Deutschland zum Beispiel keine Inhalte angezeigt, die den Holocaust leugnen. Zudem kann jeder Nutzer Inhalte melden, die gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen. Leider kommt es bei der aktuellen Hetze gegen Flüchtlinge immer wieder vor, dass Facebook die Kommentare eben nicht löscht. Der Grund dafür könnte laut einer mit der Sache vertrauten Person darin liegen, dass Facebook die Gruppe der Flüchtlinge nicht als eigene Gruppe sieht, wie das Wall Street Journal berichtet.

Facebook verbietet Kommentare, die sich gegen bestimmte Gruppen richten. Diese sind in den Gemeinschaftsstandards in Rasse, Ethnizität, Nationale Herkunft, Religiöse Zugehörigkeit, Sexuelle Orientierung, Geschlecht bzw. geschlechtliche Identität oder Schwere Behinderungen oder Krankheiten eingeordnet. Das sollte sich dann künftig mit der Task Force ändern lassen, da die Hassbotschaften so besser eingeschätzt werden können und diese nicht mehr zwingend in einer solchen Kategorie Platz finden müssen.

Man wird das recht einfach beobachten können, meldet man nämlich Inhalte bei Facebook, wird man auch darüber informiert, ob diese daraufhin gelöscht wurden oder nicht. Insofern, scheut Euch nicht, solche asozialen Kommentare – egal aus welcher Ecke – zu melden!
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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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19 Kommentare

  1. Und wenn Facebook diese Einträge löscht, dann haben wir auf der Welt auch keine Probleme mehr mit Diskriminierungen! Yippie!
    Ich fände die Möglichkeit besser, wenn Facebook derartige Einträge markieren würde. So kann man immer noch sehen, was für ein Bockmist geäußert wird und eventuell das Gespräch suchen bzw. seine Meinung dazu kundtun.

  2. Ich habe vorhin jemanden, der letzte Woche über Lampedusa aus dem Sudan gekommen ist mit seinen neuen Möbeln nach Hause gefahren. Er beklagte sich dabei über das (tatsächlich sehr regnerische) Wetter. Ich habe ihm dann gesagt, daß es im Winter hier barbarisch kalt ist und er das kaum überleben wird wenn er sich nicht auch warme Klamotten besorgt.
    Vermutlich würde diese Bemerkung (eigentlich ein guter wenn auch etwas überpointierter Ratschlag) bei Facebook als asozial angesehen werden und bei entsprechender Beschwerde gelöscht werden.

  3. Zwölvis, es geht ja nicht darum Diskriminierung, Rassismus etc. verschwinden zu lassen. Sondern darum, solchen leuten keine Plattform zu bieten.

    In der Regel kann man natürlich immer mit Leuten ein Gespräch suchen, die sich etwas im Ton vergreifen. Wenn aber hunderte Facebooknutzer sich zu Facebookgruppen zusammentun und dort ihre rechts- oder linksextremisitische Propaganda von sich geben, dann bringt da eine Diskussion rein gar nichts.

  4. @Zwölvis
    Tatsächlich wäre sogar so eine Art „best of…“ Hitparade eher sachgerecht.
    Da heutzutage auch die Polizei bei Facebook unterwegs ist wäre das auch für die Verfolgung und erkennungsdienstliche Behandlung nutzbringend.
    Das Gegenteil des von unserem offenbar ziemlich dämlichen Justizminister Angedachten wäre also richtig.

  5. @Phinphin
    „Sondern darum, solchen leuten keine Plattform zu bieten.“

    Das läuft doch nur auf eine Einschränkung der Meinungsfreiheit hinaus. Richtig ist es seine Meinung sagen zu dürfen und dann ggfls. auch mit strafrechtlichen Konsequenzen umgehen zu müssen.
    Da man wegen Hetze i.A. nicht in den Knast muß sondern mit Bußgeld und Bewährung rechnen muß, wäre das auch sachgerecht.

  6. Wer entscheidet, wem eine Plattform geboten wird?
    Da wird offenbar eine Kampagne mit ideologischer Agenda als Entscheidungskremium benannt – das ist hoch gefährlich. Man bekommt nur duch Wettbewerb der Meinungen ein umfängliches Bild – der setzt sich durch, der unter diesen Meinungen die besten Argumente bringt. Einer Gruppe eine Kompetenz über die Zensur zu geben ist, wie ein „Wahrheitsministerium“ einzurichten. Die Öffentlich Rechtlichen kommen ja leider oft ihrer Aufgabe nicht nach, alle Meinungen gleichwertig zu repräsentieren – und das mit einem zwangsfinanzierten Nachrichtenmonopol … Auch da gibt es in den Redaktionen die Überzeugung „nicht den Falschen“ Argumente zu geben – und so werden Berichte auch konzipiert. Das führt – genau wie in der DDR – nicht zu einer umfassenden Information.

  7. @i1werner
    Sehe ich anders. Wenn meine Plattform dafür missbraucht wird, Ziele für den nächsten Anschlag zu planen oder sich gegeneinander so hochzustacheln, dass es eben nicht immer bei einem „scheiß Flüchtlinge“ bleibt, dann muss ich die Nutzer und den Beitrag aus dem Verkehr ziehen.
    Für die strafrechtlichen Konsequenzen ist es nicht notwendig, dass der Beitrag stehen bleibt. Im Gegenteil. Löschst du als Seitenbeitreiber solche Kommentare nicht, kann es durchaus sein, dass du je nach Gericht oder Rechtsauslegung selbst dafür haften musst.

    Letztendlich hat Facebook auf ihrer Seite ein Hausrecht. Und genau so, wie ich als Mieter Personen, die in meiner Wohnung beleidigend werden rauswerfen kann, kann ich auch als Blogger, Facebook oder sonstiger Seitenbetreiber auch unliebsame Meinungen von meinen Seiten löschen.
    Meinungsfreiheit ist etwas, was man den Staat gegenüber hat. Nicht einer Privatperson oder einem Unternehmen.

  8. Na mal sehen, ob das was taugt.
    Meiner Ansicht nach besteht das Problem schon zum großen Teil darin, dass Rechtspopulisten (Diejenigen, die sagen, „Ich bin ja kein Rechtsradikaler, aber…“.), Nazis und anderes Gesocks dieser Art, auf Facebook so tun, als wären sie so genannte besorgte Bürger. Und dann unter diesem Deckmantel ihre rechtsgerichteten Äußerungen verbreiten. Da läuft auf Facebook echt schon reinste Propaganda.

    @Zwölfvis:
    Versuch das mal. Ich habe es selbst mal ausprobiert. Auf einer Facebookseite Namens ‚Bürger sagen Nein‘. Rechte Propagandaseite, vermutlich von der NPD (Sachsens?) betrieben. Habe mit logischen Argumenten diese üblichen dümmlichen ‚Meinungen‘ entkräftet. Nicht mal einen Tag später waren meine Kommentare sämtlichst gelöscht. Sogar inkl. der Antworten der dortigen Nazis, damit bloß nicht im Geringsten Zweifel bei den Mitläufern aufkommt, sie könnten sich doch irren. Mit denen kannst du nicht reden. Die wollen nicht reden, die wollen hetzen und die Massen auf ihre Seite ziehen, die zu dumm zum Selbstdenken sind. Schau mal da vorbei und versuch es selbst.

  9. @Phinphin
    Ich habe in erster Linie den Bundesjustizminister kritisiert.
    Ich sehe seine Aufgabe eben nicht in der Einschränkung der Meinungsfreiheit sondern in erster Linie darin den Behörden die Strafverfolgung zu erleichtern. Mit Deiner Auffassung wird beides konterkariert.

  10. @icancompute
    Du treibst Dich ja an Orten rum…

  11. Nein, nicht gut. Das mit dem Hate Speech Schutz funktioniert nur in der Theorie. Das Internet muss Plattform bleiben wo jede Meinung frei geäußert werden darf. Unabhängig davon ob sie abartig ist, geteilt wird oder für manche gar keine Meinung darstellt.

    Weil das Gegenteil immer in Zensur und „Meinungsbildung“ endet.

  12. @i1werner
    Sorry, da habe ich dich missverstanden. Ich dachte du beziehst das auf FB.

    Was die Strafverfolgung betrifft, kann ich deine Argumentation gut nachvollziehen. Stell mir aber die Frage, wie weit das ganze gehen soll. Wenn ich Hasspostings oder Morddrohungen stehen lassen sollte, wie siehts dann mit Kinderpornografie oder Anleitungen zum Bombenbau aus?

  13. Die Posts auf FB, aber auch auf vielen anderen Plattformen z.B. auf Telepolis, haben vielfach die Grenzen jeden Anstandes und jeder Menschlichkeit überschritten. Wer da zum Mord aufruft, zum Abfackeln, zum Ersaufen, zum Totschlagen von Kackerlacken, Knoblauchfressern und Kinderschändern: das ist doch keine Meinung.

    Jeder kann gegen diverse Politik sein, niemand muss Flüchtlinge, Muslime, Gutmenschen, Homos, Schwaben oder wenn auch immer lieben. Aber: So arbeiten z.B. auch die Verbrecher radikaler islamistischer Gruppen, bis sie jemanden gefunden haben, der den Worten Taten folgen lässt.

    Sicher, Niemand hört auf zu Hassen oder seine Meinung deshalb zu Ändern. Aber man muß Grenzen aufzeigen und Konsequenzen ziehen. Es ist ja eh das Problem, z.B. bei den Idioten, die zum Kämpfen nach Syrien Fahren, das sie hier viel zu wenig Konsequnezen erfahren haben.

    Letztlich ist es immer die Aufgabe der großen Mehrheit der Anständigen und Vernünftigen Menschen diesen Hassern die Rote Karte zu zeigen. Und ein FB, das jede Tite tilgt aber Mordaufrufe dudelt: Nein Danke!

  14. $Φ₭₹₳₮€$ へἈριστοτέλης says:

    Artikel 5 …eine Zensur findet nicht statt. Das wird mal richtig interessant. Fuckkebook ist eigentlich eine Datenbank erst mySQL jetzt mehere Petabyte auf Hundertausenden Apache Hadoopservern danach kommt hinzu, das das bei euch per html läuft. Also kurz gesagt, das Zeug ist nicht dazu ausgelegt, das irgendwas wegkommt aus der Datenbank, höchstens was in den Ländern angezeigt wird – kann gesteuert werden.Rein von den Agenturkusten geht das nicht zu bewirtschaften – pro rechten Post 3 Minuten durchlesen und dann 5 “Minuten überlegen etc einfach zu viel – zwar hat Facebook über eine Milliarde Nutzer aber keine Zehntausende Angestellten. Facebook hat, als die tumblr gekauft haben 13 mehr Mitarbeiter bekommen zb. as a Matter of Fact und das reicht nicht.

    Im übrigen will ich nicht, das automatisch gelöscht wird, wenn mich jemand rassistisch anmacht, hat der oder die denjenige sich selbst doch damit entblößt. Gerade,wenn es sowas, wie Drohungen gibt, ist es doch kontraproduktiv, wenn das gelöscht wird und nicht derjenige dort stehen bleibt.

    Aber wir haben ja alle eine Abtretung von Rechten an dem, was wir eingeben und hochladen erklärt und Facebook macht Makeup drüber, wenn sich jemand auf eurer Seite ausscheißt – das Problem ist damit nicht gelößt. Das Internet hat nicht nur Nerds und Randgruppen – sondern auch NAZIS ein Forum gegeben, muss man leider anerkennen. Man sollte solchen Leuten nicht mit Zensur kommen und dabei vergessen – das das auch dann Auswirkungen auf andere Sachen und Freiheiten hat.

  15. Was heißt denn Task Force auf englisch?

  16. $Φ₭₹₳₮€$ へἈριστοτέλης says:

    Taskforce or task force

  17. Was ich im ersten Kommentar geschrieben habe, schildert sicherlich nur einen kleinen Teil meiner Empfindungen zu diesem Thema. Was ich hauptsächlich damit ausdrücken wollte, ist: Zensur löst keine Probleme und wird wohl kaum dazu beitragen Meinungen zu ändern. Außerdem bin ich der Meinung, dass Extremisten immer eine Plattform finden werden. Und (so komisch es auf den ersten Blick klingen mag) am besten so öffentlich wie möglich. Denn dann bekommt die Gesellschaft davon auch am meisten mit und kann sich dagegen stellen. Natürlich sind dem ganzen auch logische Grenzen gesetzt:
    Das in sozialen Netzwerken nicht gegen Gesetze verstoßen werden darf, ist klar.

  18. Ist doch ganz klar. Die wollen uns oder besser gesagt. Alle Mundtot machen. Weil, zu Zeit ist jeder, der was sagt gegen den Asylanten ein …. Ich weis ehrlich nicht was Facebook damit zu tun hat. Ist doch eine Plattform aus dem USA. Die Server stehen irgendwo in der Welt rum. Also was hat bitte die Firma, mit Deutschland zu tun. Eigentlich nichts oder? Die anderen Plattformen, kleinere oder auch grössere sind davon nicht betroffen. Ist ja auch komisch. Nur weil Facebook zu groß und zu bekannt ist oder was? Auf Facebook sieht man zur Zeit sehr viel Werbung von ein Netzwerk aus Russland. VK oder so. Da geht es vielleicht ab. Facebook ist dagegen harmlos.
    PS.: Die sollen mal alle machen. Wenn die bei mir mal was finden sollten. Habe kein Geld, kein Führerschein, kein Hab und Gut und der Knast die Voll. Also bitte, soll Sie mal.

  19. Wieso solche Beiträge löschen? Ich finds gut das sich das ganze Pack öffentlich outet. Viel schlimmer sind die Leute, die sich nix anmerken lassen (oder von denen man es nicht mitbekommt) und es in Politik und hohe Ämter schaffen…

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